Zahlen zu den Urabstimmungsinitiativen

Von der Bundesgeschäftsführung habe ich die folgenden Zahlen erhalten, die ich weitergeben darf: Der Mitgliederstand zum 1. Oktober 2014 lag demnach bei 19.401. Davon waren 14.897 mit ihren Beitragszahlungen nicht im Rückstand. Das ergibt ein Quorum von 1.490 zahlenden Mitgliedern zur Beantragung einer Urabstimmung. Für die ‚Urabstimmungsinitiative vom Bundesvorstand‘ gab es von Freitag bis Montag 2.066 Meldungen. Davon waren von 1.631 von Mitgliedern ohne Zahlungsrückstände. Damit wurde das Quorum um 141 Antragsteller übertroffen.

Bei der Prozentrechnung nimmt man es allerdings nicht so genau. Angeblich wurde das Quorum um „fast 11 %“ überschritten, wo ich auf 9,46 % komme. Die „Korrektur aufgrund nicht bezahlter Beiträge“ soll 21,5 % betragen, während ich etwas weniger, nämlich 21,06 %, errechne. Das bedeutet jedoch, dass die gestrigen (heute kam noch einer hinzu) 1.082 Antragsteller für die ursprüngliche Urabstimmungsinitiative nicht nur um 408 unter dem Quorum lagen, sondern bei gleicher Korrekturquote noch 805 Antragsteller bzw. 42,66 % fehlten. Bei allen Mitglieder beträgt der Anteil derjenigen mit Beitragsrückständen übrigens 23,22 %.

11 Gedanken zu „Zahlen zu den Urabstimmungsinitiativen

  1. Sehr interessant. Diese Zahlen zeigen den dringenden Handlungsbedarf i.S. Mitgliederwerbung und Mitgliedermotivation sehr deutlich auf. Dass die AfD-Parteispitze diese Themen derart vernachlässigt dürfte wohl so einige Fragen aufwerfen …

  2. So ist eine Urabstimmung sicherlich nicht gemeint. Dass der BuVo einfach ein weiteres Mittel bekommt, um weiter Einfluss auf die Parteibasis auszuüben. Dass satzungswidrig zwei Monate die Urabstimmung vom BuVo totgeschwiegen wurde, zeigt, dass der BuVo nichts von Basisdemokratie hält. Vor diesem Hintergrund sind auch Forderungen nach Direkter Demokratie nur leere Phrasen. Lucke ist halt ein Kontrollfreak, der andere Meinungen in der Partei nicht duldet und ggf. alles daran setzt, dass sie z.B. aus Landesvorständen (siehe Vorsitzender der Satzungskommission, den Lucke ebenfalls satzungswidrig, hier sogar verfassungswidrig, aus der Partei bzw. dem Landesvorstand Hessen drängte).

    Fazit: In einer Partei, in der ein Professor, der denkt, dass er immer recht hat, an der Spitze steht, wird es niemals innerparteiliche Demokratie geben.

    • Herr Ritter, dem stimme ich nicht zu. Die Spitze der AfD hat sich sicherlich sehr schwer getan, die Antragstellung zur Urabstimmung des Mitgliedes Dilger zu akzeptieren. Wurde bislang den Mitgliedern stets versucht einzureden, dass eine Urabstimmung nicht von Nöten sei, da das Eurothema ja in den politischen Leitlinien der Partei verankert sei, hat man jetzt alle Hebel umgedreht und einen neuen Urabstimmungsantrag formuliert. Eine ehrliche Begründung werden sie sicher nicht erhalten, Menschlichkeit ist in einer Partei kein Thema. Natürlich kann es nicht richtig sein, dass ein einfaches Mitglied daher geht und der Parteiführung den Weg zeigt. Ich für mich nehme in Anspruch zu sagen, dass sich die Parteiführung in hohem Maße blamiert hat. Diese Trickserei haben die Mitglieder sehr wohl verstanden. Dass die Partei dem Mitglied Dilger die Zahlen jetzt zur Verfügung gestellt hat ist ein Zeichen des leichten Verbeugens gegenüber der Integrität eines Mitglieds. Alternative Wege sind nicht immer einfach zu gehen, aber wir schreiben sie uns auf die Stirn, damit wir im Wiederholungsfall eine gemeinsame Orientierung finden.

      • „Diese Trickserei haben die Mitglieder sehr wohl verstanden.“

        Lieber Herr Krebs,
        „dank“ des Informationsmonopols des Bundesvorstands und der erfolgreich unterdrückten innerparteilichen Vernetzung bezweifle ich doch sehr, dass mehr als vielleicht maximal 7 bis 10% der Mitglieder überhaupt mitbekommen haben, was abgelaufen ist. „Innerparteilich Demokratie“ ist aus dem Munde des Bundesvorstands, insbesondere Bernd Luckes, eben leider nur eine hohle Phrase.

    • Richtig beobachtet, allerdings sind außenpolitische Ansichten Herrn Gaulands für mich unakzeptabel. Er fährt einen populistischen Kurs und entfernt sich von AfD Grundausrichtung immer mehr. Herrn Platzecks schäbige Äußerungen über Krim, sehen für mich als ein Versuch Herrn Gauland in Brandenburg zu übertrumpfen aus.

      • Im Gegensatz zu Herrn Lucke und Herrn Henkel scheint mir Herr Gauland immerhin zu innerparteilicher Diskussion zur Meinungsfindung bereit zu sein.

  3. Die Prozentrechnung der Bundesgeschäftsstelle dürfen wir nicht so ernst nehmen. Bereits bei der Mitgliederstatistik waren die Prozente falsch. Vielleicht werden in Berlin Prozente anders gerechnet. Der BV könnte auch jemanden einstellen, der mit Excel umgehen kann.

    Ich denke, dass die gesamte Urabstimmungsinitiative für Herrn Prof. Dilger ein Gewinn ist.

    Der Bundesvorstand hat sich bis auf die Knochen blamiert!

    Vielen Dank für Ihre geleistete Arbeit!

    • @G. Schneider
      „Die Prozentrechnung der Bundesgeschäftsstelle dürfen wir nicht so ernst nehmen.“

      Nein, das darf man alles nicht so ernst nehmen.
      Das Organisations- und Managementvermögen der Bundesgeschäftsstelle und des Bundesvorstands übrigens auch nicht.
      Und auch die Wirtschaftskompetenz nicht (q.e.d. durch Parteifinanzen und nahezu ein Viertel Zahlungsausfälle bei den Mitgliedsbeiträgen).

      Aber das Sprintvermögen zu Ämtern und Futtertrögen ist dafür um so beachtlicher!

      • Richtig, Michael,

        das Sprintvermögen zu den Futtertrögen ist beachtlich, Stellenausschreibungen werden mitunter mit einem hohen Anforderungsprofil geschmückt – mitunter erklärt es sich später aber, dass die so ‚Berufenen‘ in der freien Wirtschaft keinen Fuß fassen konnten.

        Schön, dass wir rund 3 Jahre bis zur nächsten BTW haben.

        im Übrigen war die von Herrn Dilger initierte Aktion ein voller Erfolg. Mehr als 1.000 Mitglieder haben sie zuletzt getragen – und das bei vorzeitiger Einstellung.

        Das entspricht in etwa der Zahl der Mitglieder auf einem BPT.

        Mit der Prozentrechnung scheint man auch bei der Verteilung der Parteieinnahmen so seine Scvhwierigkeiten zu haben.

        Eine effiziente Basisarbeit ist so nicht möglich – und die Mitglieder sind kaum mehr zu bereit, jedes Jahr vierstellige Beträge zugunsten der Partei aufzubringen, damit man überhaupt etwas unternehmen kann.

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