Die lange Fahrt zum LFA

Heute hat der Landesfachausschuss (LFA) 7 der AfD NRW, Euro, EU & Banken, zum zweiten Mal getagt. Beim ersten Mal kam die Einladung zu kurzfristig und konnte ich zu dem Termin am 26. September nachmittags ohnehin nicht. Diesmal waren mögliche Termine per Doodle koordiniert worden. Also fühlte ich mich als umständlich aufgenommenes Mitglied verpflichtet, zu der heutigen Sitzung um 18 Uhr nach Köln zu fahren. (In den LFA 1, Bildung, Forschung & Kultur, wurde ich hingegen offensichtlich nicht aufgenommen, wobei es für niemanden Absagen gab.)

Das hat allerdings über zwei Stunden gedauert, obwohl mein Navi anfangs nur gut eine Stunde anzeigte und die schon in Dortmund beginnenden Staus erst zu spät registrierte, weshalb es mir wohl auch nicht den optimalen Weg wies (sondern z. B. durch die Kölner Innenstadt mit natürlich weiteren Staus nach dem Megastau wegen der schlechten Verkehrsführung vor der Leverkusener Brücke). In Köln stand ich dann verspätet vor verschlossener Tiefgarage, weil niemand mehr zum Öffnen am Empfang war, weshalb ich die Rampe wieder rückwärts hinauffahren musste. Die eigentliche Tür war dann ebenfalls verschlossen. Während ich die Nummer des Einladenden auf meinem Rechner suchte, da sie nicht in der Einladung stand, rief mich zum Glück ein Ausschussmitglied an, ob ich noch käme, um mir dann die Türe zu öffnen.

Trotz meiner Verspätung um rund eine Stunde dauerte die Sitzung noch zweieinhalb Stunden an. Insbesondere wurde Herr Paul Kellenbenz, der schon kommissarisch einlud und leitete, demokratisch zum Leiter des LFA gewählt sowie die Herren Bernd Essler und Manfred Pühringer zu seinen Stellvertretern. Die Urabstimmungsinitiative gegen den Euro wurde diskutiert, doch wirklich damit befassen wollte man sich nicht. Es wurden dann ein paar Themenschwerpunkte und mögliche Anträge für die nächste Sitzung andiskutiert, doch greifbare inhaltliche Ergebnisse gibt es bislang nicht.

Die Rückfahrt dauerte unter einer Stunde und war insgesamt viel angenehmer als die Hinfahrt (ich würde auch lieber zwei Stunden zügig fahren als im Stau stehen), doch trotzdem stellt sich die Frage, ob sich solche Sitzungen wirklich lohnen. Ein Ausschussmitglied aus Bielefeld benötigte wohl sogar vier Stunden für nur einen Weg mit dem Zug, doch auch ich habe einmal mehr sechs Stunden meines Lebens für die AfD geopfert, ohne dass es der Partei wirklich etwas genützt hätte. Vielleicht gebe ich meine LFA-Mitgliedschaft zurück, um mich noch stärker auf die Inhalte konzentrieren zu können. Andere mögen dann darüber abstimmen, ob sie sich dafür interessieren oder z. B. mehr für alternative Geldsysteme (sei es Gold oder Schwundgeld, Hauptsache anders).

62 Gedanken zu „Die lange Fahrt zum LFA

  1. Für mich das wichtige haben sie, Herr Dilger, lediglich mit einem einzigen Satz erwähnt. „Die Urabstimmungsinitiative gegen den Euro wurde diskutiert, doch wirklich damit befassen wollte man sich nicht.“ Da frage ich mich, was hat der Landesfachausschuss (LFA) 7 der AfD NRW, Euro, EU & Banken eigentlich für ein Kernthema? Was sagt der Ausschuss denn über den Euro und den Banken? Ich habe bislang noch nicht erlebt, außer den Professoren Sinn, Lucke, Dilger, Henkel, dass die Mechanik des Euros mit den jeweiligen Hebeln mal diskussionswürdig dargelegt wird. Jeder hat so sein globales Süppchen. Professor Sinn hat übrigens heute einen guten Bericht über die Eurolage abgegeben. Wie kann denn so ein Ausschuss stets tagen, wenn das Volk davon nicht profitiert. Und sagen sie mir bitte, wieviele dieser Ausschussmitglieder hat ihre Urabstimmungsanforderung denn unterschrieben?

    • Von dem Landesfachausschuss gibt es noch keine Beschlüsse. Der Arbeitskreis Euro zuvor hatte für Erkrath ein Papier vorgelegt. Gestern waren die einen der Meinung, die AfD sei doch schon klar gegen den Euro positioniert, während die anderen (im Widerspruch dazu) einen so direkt geforderten Euroaustritt für unrealistisch hielten. Wenn ich das richtig gesehen habe, sind drei (einschließlich mir) von achtzehn Ausschussmitgliedern Antragsteller bei der Urabstimmungsinitiativte, also ein Sechstel. Zum Glück ist das nicht repräsentativ für die Aktiven in der AfD, die die Initiative schon kennen.

  2. Tut mir leid für Ihre vergebene Liebesmüh. Jedoch beschreiben Sie natürlich ein Problem, welches der flächenmäßigen Größe Ihres Bundeslandes geschuldet ist. In NRW ist es daher noch wichtiger, das Einladungen, Termine und Agenda stimmen, wobei man dann natürlich immer noch nicht weiß, ob die nachfolgenden Diskussionen auch immer zu vernünftigen Arbeitsergebissen und und -progress führen.Die dicken Bretter die zu bohren sind, können so leicht noch dicker werden. Von daher: Nehmen Sie es sportlich. 😉

    PS: Gehört eigentlich in den anderen Thread, aber: Man hört der Verwirrten-Kongress sei abgesagt, mindestens aber Elsässer ausgeladen. Ist da etwas dran? Wäre ja ein Lichtblick. ir sollten offen sein für für Konservative – auch Nationalkonservative unter ihnen sind viele vernünftige und angenehme Parteifreunde, aber nicht für VT’ler, Querfrontler, Spinner und Esoteriker jeglicher Richtung. Mir hat immer noch niemand erklärt, wie 5(!) Bezirksverbände eine solche Rednerliste absegnen konnten. Unfassbar!

    • Ja, die Größe und zugleich Bevölkerungsdichte bei verrottender Infrasturkut in NRW sind ein Problem. Eigentlich ist es gar nicht so weit von Dortmund nach Köln. Jedenfalls muss ich noch einmal überlegen, welche Bretter ich wo bohren will.

      Der Kongress ist noch nicht abgesagt, doch vielleicht kommt das noch. Es gibt erste Distanzierungen aus den Bezirken.

  3. Hatte ich schon befürchtet,
    dass sowohl die Wahl der Tagungsorte als auch der Uhrzeiten zu Problemen führen würde (ich war durch kommunale Verpflichtungen verhindert). Ich hatte peripher gelegene Tagungsorte -etwa Hotels an den Autobahn-Ausfahrten Ratingens- vorgeschlagen; außerdem hatte ich angeregt, die Zusammenschaltung in Video-Konferenzen zu prüfen. Dieser AfD-Partei-Tourismus ist – weil sich alles auf relativ wenige Aktive konzentriert – etwas für Rentner mit Betätigungsdrang.
    Danke für den Erfahrungsbericht.

    • Die Mehrheit der anwesenden Ausschussmitglieder geht zumindest keiner normalen Beschäftigung (mehr) nach. Ich bin da wohl auch ein Sonderfall, da ich viel mehr Zeitsouveränität habe als normale Arbeitnehmer, aber weniger Zeit. Also muss ich mir schon überlegen, wo und wie ich die Zeit effizient einsetzen kann. So große Videokonferenzen sind immer schwierig, insbesondere wenn einige Mitglieder auch noch Probleme mit der Technik haben. Tagungsorte an Autobahnausfahren haben für Autofahrer große Vorteile, sind aber für die Zugfahrer nahezu unerreichbar – wenn sie kein Autofahrer vom nächsten Bahnhof abholt und wieder dorthin bringt, was ich grundsätzlich anbieten würde. Schließlich ließen sich reine Texte und Textänderungen auch schriftlich diskutieren, wozu die Diskussion jedoch strukturiert und moderiert werden muss. Denken Sie an die zahlreichen E-Mails im Vorfeld der gestrigen Sitzung.

      • Wir haben im Netzwerk Mühle sehr gute Erfahrungen mit Telefonkonferenzen (ohne Video) gemacht. Setzt allerdings voraus, dass man sich zu Anfang und auch gelegentlich zwischendurch mal persönlich trifft.

      • Die Themen des LFA3 werden überwiegend online abgearbeitet. In unseren Reihen ist ein IT-Spezialist, der insgesamt drei Seiten / tools erstellt hat. Einen Blog – vergleichbarer mit Ihrem, aber geschlossen und für jeden in der Gruppe voll zugänglich -, eine Umfrageseite und eine Zeitabspracheseite.

  4. Das Schlimmste an den LFAs ist doch, wie die Altherrenriege um Pühringer/Dr. Behrend und Rosendahl ihre willfährigen Jünger auf Posten hieven

    • Meinen Sie ein Mitglied für den Bundesfachausschuss? Solch eine Wahl stand nicht auf der Tagesordnung. Mir ist auch nicht klar, wer diese Mitglieder tatsächlich bestimmt. Im Übrigen halte ich es für nicht wirklich demokratisch, dass jedes Bundesland genau einen Vertreter in jeden Bundesfachausschuss entsendet, also Bremen dort dasselbe Gewicht hat wie NRW.

      • Es mangelt in der AfD leider an allen Enden und Ecken an Transparenz und innerparteilicher Demokratie. Das ist ernüchternd und extrem frustrierend.

  5. Nach meinem Kenntnisstand müssen die Sprecher der LFA für die BFA bis nächste Woche beim Bundesvorstand gemeldet sein. Bei uns wurden die Sprecher gewählt. Aber Herr Prof. Dr. Schiele ist ja ohnehin äußerst korrekt, was den demokratischen Umgang angeht.

    • Was meinen Sie mit „die Sprecher“ (im Plural)? Meines Wissens nach entsendet jeder Landesverband in jeden Bundesfachausschuss genau ein Mitglied. Die genaue Ausgestaltung der Nominierung ist mir nicht bekannt. Doch vermutlich liegt die Letztentscheidung eher beim Landesvorstand als bei den Landesfachausschüssen, allein schon wegen des unterschiedlichen Zuschnitts der Fachausschüsse.

  6. @alexander dilger

    Tja, aus dieser „Expertenrunde“ sollten Sie sich schnell verabschieden – schade um Ihre Zeit und Energie. Schon die Leitung des Ausschusses lässt Fragen aufkommen, denn hier ist offensichtlich niemand darunter, der sich unserer Kernkompetenz, der Eurokritik, verpflichtet fühlt. Von keinem der Herren konnte ich im Netz Publikationen finden, die auf einen wirklich ökonomischen Sachverstand schließen lassen.

    Lassen Sie uns lieber die Urabstimmungsinitiative voranbringen, als kostbare Lebenszeit mit sinnlosem Herumreden zu vergeuden.

  7. Bei uns werden die Delegierten durch die LFAs gewählt. Daneben – kann in Personalunion sein, muß aber nicht – wählen sie sich einen Vorsitzenden und jeweils Stellvertreter.

    Die von Reinhard E. R. Wilhelm um 10:11 Uhr eingesellte Überblick über die oonline-tools sollte gerade in NRW aufgegriffen werden. Wenn dort im LFA einer das Know-How hat, sollte es von den anderen LFAs abgerufen werden. Ersetzt natürlich keine regelmäßigen Treffen, aber die Frequenz könnte gesenkt werden. E-Mail-Verteiler führen häufig zu Streit und Unübersichtlichkeit. Professionelle tools sind deutlich besser.

  8. Im Moment liest sich die Presse grausam.

    Nichts aber auch gar nichts bleibt unversucht die AFD zu diskreditieren.
    Und innerhalb der AFD findet sich noch immer kein klares Miteinander von konservativen und liberalen.

    Das kann man eigentlich nur durch ein ganz klares Programm ins Lot bringen.

    Doch bitte darf nicht vergessen werden,das was die Menschen DIREKT bewegt muß da rein.

      • @MM: Das ist alles richtig (Mitglieder-Programmparteitag). Man sollte man den Mitglieder aber auch die Zeit geben, sich (z. B. auf KV-Ebene) mit anderen Mitgliedern über die Themen auseinanderzusetzen. Das ist vielleicht in vielen KVs (nicht allen) bisher zu kurz gekommen. Das ist auch ein Akt der politischen Schulung, den man kann nicht ohne Weiteres davon ausgehen, dass der eine oder andere nicht dazulernt und frühere Ansichten in diesem Prozess revidiert oder anpasst. So kann auch ein Zusammenwachsen erfolgen.

  9. Ein klares Ziel ist der Ausstieg aus dem Euro. Das hält zusammen und gibt uns etwas, wo wir gemeinsam kämpfen können, und nicht nur kämpfen. Das Thema wird uns wieder gemeinsam unterstützen, so, wie es am Anfang war. Die derzeitige Lage der AfD kann man zum Beispiel daran messen, dass nur 3 von 18 Mitgliedern des Landesfachausschuss (LFA) 7 der AfD NRW, Euro, EU & Banken die Urabstimmung unterschrieben haben. Ein unglaublicher Vorgang. Die Mitglieder der AfD wollen alle aus dem Euro raus, ausser denen, die in der AfD mehr als nur Mitglieder sind. Das haut die Basis vor den Kopf. Wenn man einen Mandatsträger fragt, gibt es immer die gleiche Antwort. Die lautet, „Klar steht der Austritt des Euro obenan, das wird auch so im Programm stehen“. Oder auch „eine Urabstimmung wird nicht gebraucht, die da oben wissen, was Sache ist“. Diese Einstellung ist mit Verlaub Mitgliederverdummung. Der Aufbau unserer Partei wird zur Zeit geprägt von Blendern und Möchtegernpolitiker. Olaf Henkel hat das ausgesprochen, was mittlerweile viele denken. Warum es so gekommen ist, ist menschlich nachvollziehbar. Durch die Strukturierung unserer Partei bis hinab in die Kommunalbereiche der Kreise und Städte wird man plötzlich wichtig und artikulierbar. Eine gute Lösung in dieser Situation ist ein gemeinsamer Strang, der da heißt, EURO. Deshalb ist es wichtig für unsere Partei geworden, gemeinsam daran zu ziehen.

    • Die Probleme, die Herr Henkel – leider öffentlich und als Unmutsäußerung – äußerst unvorteilhaft und parteischädigend anspricht, sind durch den Bundesvorstand ganz erheblich mit verschuldet worden.

      Herr Gauland hat mit seinen schrulligen bismarckschen Pro-Putin-Stellungnahmen die antiwestlichen und US-feindlichen Ausrichtungen gestärkt. Gerade die Weltverschwörungstheoretiker sind doch durchweg anti-westlich und US-feindlich. Diese Ausrichtungen haben doch inhaltlich und methodisch Aufwind erhalten.

      Das Mantra des Bundesvorstandes „Die AfD ist frei von Ideologie“ rächt sich nunmehr. Die Aussage hätte richtigerweise lauten müssen „Die AfD ist frei von sozialistischer Ideologie“. Der Fehler rächt sich nunmehr, weil der Bundesvorstand die ideologische Ausrichtung nicht vorgenommen hat. Die Richtungs- und Deutungshoheit gab er damit aus der Hand. Da jeder politisch Aktive eine Ideologie ( identisch mit Weltanschauung ), dazu zählen eben auch schrullige Weltverschwörungstheorien, mit sich trägt, wird die Lücke, die vom Bundesvorstand ausging, von unten aufgefüllt. Der Bundesvorstand darf sich nicht wundern, wenn dann auf einmal überregionale Weltverschwörungs-Kongresse im Namen der AfD stattfinden. Natürlich sitzen dann Weltverschwörungstheoretiker eben auch in Bezirksvorständen, ggf. sogar in Landesvorstände, die dann solche „Kongresse“ oder Darstellungen für ausgesprochen wünschenswert erachten. Sie leisten ja „Aufklärungsarbeit“.

      Der Bundesvorstand sollte jetzt nicht in aller Öffentlichkeit herumheulen und auf die Basis herumprügeln, sondern zusehen, dass er die Probleme anpackt.

      Zur Zeit treffen die Prügel nämlich die falschen. Die Leute, die den Weltverschwörungstheorien anhängen, ist die Kritik egal. Sie freuen sich über die Beachtung. Die Leute, die ganz normal und bürgerlich sind, dürfen sich darüber freuen, in der Öffentlichkeit besonders schräg angeschaut zu werden, wenn der eigene Bundesvorstand ihre Basis für Gesochs hält. Dann muss ja etwas an den Gerüchten dran sein.

      • Genau meine Meinung, Herr Wilhelm. Durch die Unterdrückung eines von der Parteibasis ausgehenden Meinungsbildungsprozesses geschaffene Probleme werden jetzt öffentlich bejammert. Einfach nur lächerlich.

        Da unsere Parteielite jedoch bekanntermaßen völlig beratungsresistent ist und keine Anzeichen auch nur der geringsten Fähigkeit zur Selbstkritik zeigt, wird es jetzt wohl eine kräftezehrende Zerreißprobe geben, die noch mehr Mitglieder und Wähler mit gesundem Menschenverstand vergrault.

      • @Wilhelm: Ja, ist ein Grundirrtum mancher in der AfD, dass die politischen Aufgaben und Probleme allein durch vernüntige Argumentation gelöst werden können. Natürlich bedarf es „Ideologie“. Da es hier bedeutende Unterschiede in der Mitgliederschaft gibt, wurde eine ganze Zeit, auch von der Bundesführung, verdrängt. Vielleicht ist die aktuell von der Parteileitung vorgebene Linie auch nur die des Übergangs. Das hängt auch von den äußeren Entwicklungen in D und der EU ab, dass kann auch die Verhältnisse in der AfD schnell umwerfen.

        Vielleicht haben die AfD-Gründer den wahren Bedarf an politischer Erneuerung in D verkannt (der weit über die ursprüngliche Programmatik hinaus geht) und am Ende bleibt ihnen, nach dem Rückzug und der Übernahme durch andere Personen, immerhin die ehrenvolle Aufgabe den Startimpuls gegeben zu haben. So ein Szenario – von heute in 5-10 Jahren rückblickend betrachtend – halte ich für nicht unwahrscheinlich.

        Was ich an Ihrem Kommentar, der einige zutreffende Punkt enthält, kritisieren möchte, ist dass Sie wiederum mit den Parolen unserer politischen Gegner („antiwestlich“, „antiamerikanisch“) arbeiten. Davon von abgesehen, ob es in dem einen oder anderen Fall überhaupt zu trifft, bin ich der Meinung, dass eine Kritik an den USA (und der anglo-amerikanischen Vorherrschaft in der Welt) nicht vorn herein mit solchen Totschlag-Begriffen unterbunden werden darf und sollte.

      • Wichtig ist,das sich Leute mit vernünftigen Ansichten durchsetzen und das von den Bürgern auch so wahrgenommen wird.

        Querschläger hat jede Partei,nur wird da selten drüber berichtet.

      • @Chufu, Die Putin-Freunde argumentieren doch damit, dass Putin ein Opfer des Westens sei. Die USA wolle Deutschland in den dritten Weltkrieg reißen und Deutschland solle die Zeche für die USA zahlen. Es wolle Deutschland schwächen, pp….

        Das ist doch das typische und immer wiederkehrende absurde Erklärungsmuster. Es ist eindeutig antiwestlich und antiamerikanisch.

        Umgekehrt sind im übrigen die Putin-Gegner nicht zwingend Freunde der EU oder der Ukraine. Ich halte Putin für einen Kriminellen, der ins Gefängnis gehört. Allerdings halte ich die Ukrainische Politik für durch und durch korrupt und landesverräterisch. Die EU hat sich mit der Diplomatie verhauen. Diese Kontinuität setzt sie auch fort. Die NATO leistet hingegen ihren üblichen und durchaus zurückhaltenden und provokationsfreien Verteidigungsauftrag.

      • Heute bekam ich von Herrn Henkel eine E-Mail, in der er sich – zumindest so verstehe ich es – bei den ordentlichen Parteimitgliedern für die verzerrte Berichterstattung in den Medien entschuldigt:

        Liebe Mitstreiter in den Landesverbänden,

        meine Aussagen in „DER SPIEGEL“ und „DIE ZEIT“ haben bei den Mitgliedern nicht nur Zuspruch gefunden, sondern auch Unmut ausgelöst. Offensichtlich hat mein „Offener Brief“ vom 26. 10. 2014 nicht alle erreicht. Er ist seit dem 27. 11. 2014 auf unserer Homepage abrufbar. Deshalb stelle ich hier noch einmal klar:

        1. Meine Aussage, dass wir leider auch „Unvernünftige, Unanständige und Intolerante“ in der Partei hatten und haben, bezog sich selbstverständlich auf Einzelfälle. Dass es diese gibt, erleben wir leider fast täglich. Sie selbst wissen am besten, welche Mühe es macht, solche Personen zur Vernunft zu bringen bzw. sich von ihnen zu trennen. Sich Parteifreunden zu schämen, die sich bewusst nicht an unser „Grundgesetz“, also an unsere politischen Leitlinien halten, dadurch die ganze Partei in Mithaftung nehmen und unsere Außenwahrnehmung dauernd bewusst beschädigen, müsste nicht nur verständlich sondern selbstverständlich sein.

        2. Einige Medien haben diese Aussagen so interpretiert, als wollte ich mit der Kritik an Einzelfällen auf die ganze Partei, das Programm, Bernd Lucke oder solche Parteifreunde zielen, die zu einigen Themen eine andere Meinung vertreten als ich. Das zu durchschauen, war offensichtlich nicht jedem möglich. Deshalb sei hier noch einmal gesagt, dass ich mich wohl selbst kaum so für eine Partei einsetzen würde, in der sich solche Personen in größerer Zahl befinden. In diesem Sinne habe ich auch nicht von einem nötigen „Kurswechsel“, sondern davon gesprochen, dafür zu sorgen, dass sich alle unseren Kurs, also unsere Leitlinien halten.

        3. Inzwischen interpretieren einige aus dem von mir angesprochenen Personenkreis meine Aussagen als Kritik an diesen Einzelfällen ganz bewusst als Kritik an den Mitgliedern der Partei. Ich überlasse es jedem selbst, sich ein Bild über die möglichen Motive dieser Personen zu machen.

        Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mithelfen würden, hier für Aufklärung zu sorgen.

        Viele Grüße

        Hans-Olaf Henkel

        Berlin, 31. 10. 2014

        —————————————————————-

        Ich denke, dabei sollte man es belassen. Allerdings muss die Medienarbeit professioneller werden, denn headlines wie „Henkel schämt sich für seine Partei“ vergiften das parteiinterne Klima und versauen das Ansehen nach außen hin. Das ist worst case.

      • „Sich Parteifreunden zu schämen, die sich bewusst nicht an unser „Grundgesetz“, also an unsere politischen Leitlinien halten, dadurch die ganze Partei in Mithaftung nehmen und unsere Außenwahrnehmung dauernd bewusst beschädigen, müsste nicht nur verständlich sondern selbstverständlich sein.“
        (Hans-Olaf Henkel)

        Wenn ich so etwas lese, dann schäme ich mich ehrlich gesagt für Herrn Henkel.

      • @ Wilhelm: Sie kommen einfach von Ihrem Muster nicht los.
        Ich weiß zwar nicht genau was Ihre Worthülse „antiamerikanisch“ beinhalten soll. Bitte klären Sie mich auf! Ich nehme aber schon mal vorsorglich für jeden das Recht in Anspruch, wenn er es soll will, „antiamerikanisch“ zu sein. Genauso wie wahlweise „proamerikanisch“. Oder hat „antiamerikanisch“ zu sein, in etwa die Qualität wie Blasphemie oder Majestätsbeleidigung? Steht aus Ihrer Sicht die USA außerhalb jeder Kritikfähigkeit? Das wäre m.E. ja schlimm.

        Im Gegensatz zu Ihnen, würde ich mir ein solches Urteil über Putin nicht anmaßen. Ich bin weder sein Freund und noch sein Gegner, ich habe aber im Kontext der Gesamtsituation Verständnis für seine Handlungsweise und sehe auch, dass sich die Interessen Deutschlands im Vergleich zu denen der USA gegenüber Russland unterscheiden, was von uns berücksichtigt werden sollte. Weiterhin finde ich es auch gut, wenn die Welt nicht nur von den Interessen einer Macht geleitet wird und wir deren Abenteuer mitmachen müssen. Ihre Sichtweise zur NATO kann ich in diesem Zusammenhang nicht verstehen. Zumindest ist es ein kleiner Gewinn, dass der gefährliche Rasmussen nicht mehr aktiv ist.

      • Es gibt Kritikpunkte gegen die Politik der USA. Insbesondere die Außenpolitik unter Bush war katastrophal. So etwas kann man natürlich kritisieren, ohne dass ich das für US-feindilch erachte.

        Wenn aber Personen hinter jeder Handlung der USA Böses wittert und umgekehrt hinter jedem Missstand dieser Welt erst einmal die USA, ggf. sogar das angebliche Weltjudentum mit den USA als angeblicher Handlanger vermutet, dann ist diese Person voll und ganz auf der Schiene von Weltverschwörungstheorien. Die offene Auseinandersetzung mit der Realität weicht der Auseinandersetzung mit der Verschwörungstheorie und einer beengten Sichtweise auf der Basis der Verschwörungsideologie. Der Verbrecher und Hegemon ist auf einmal kein Putin mehr, sondern der Westen, obwohl erstere Ländereien klaut und den Krieg vom Zaum gebrochen hat. Es wird dummes und haltloses Zeug von Notwehr gegen den Westen gesülzt, anstelle die konkreten Dinge beim Namen zu nennen, nämlich dass die Diplomatie der EU katastrophal, dem Putin einen Vorwand ermöglicht hat, und Putin nichtsdestotrotz ein verlogener, unzivilisierter und abgebrühter Räuber und Kriegstreiber ist.

      • @Chufu („Sie kommen einfach von Ihrem Muster nicht los.“)
        @ Reinhard E. R. Wilhelm:

        Ich verstehe diese noch immer währende Einteilung der Welt in „gut“ (pro-amerikanisch) und „böse“ (pro-russisch) nicht.

        Die Welt besteht zum Einen schließlich nicht nur aus lupenreinen Transatlantikern einerseits und „Putin-Verstehern“ andererseits.
        Zum Anderen wirkt diese Schwarz-Weiß-Betrachtung aus den Zeiten des kalten Krieges besonders grotesk, wenn man sich vor Augen hält, dass sich die EU mit ihren 506 Mio. Einwohnern noch immer als Spielball zwischen den USA (316 Mio. Einwohner) und Russland (143 Mio. Einwohner) fühlen soll.
        Das ist einfach lächerlich und spiegelt nicht ansatzweise die tatsächlichen Größenverhältnisse wieder.

        Denken Sie doch mal darüber nach!

      • Lieber Herr Meister,

        1. mein Statement richtet sich gegen die Putin-Versteher. Und da wo es nichts zu verstehen gibt, da gibt es nichts zu verstehen. Mehrfacher Landraub plus einschlägiger Versuche plus Anstiftungen zu kriegerischen Unruhen, das alles ist nichts zu beschönigen. Für einen Putin gibt es sowenig das rote Sofa wie für die anderen Kriminellen.

        2. In dem Konflikt hat Amerika nicht versagt. Hier hat insbesondere auch wieder die EU versagt. Wer einer Ukraine die Mitgliedschaft in Aussicht stellt, obwohl nichts dafür spricht, der muss sich seine desolate Diplomatie vorhalten lassen. Hier ist eine Kritik von Seiten der AfD angezeigt.

        Allerdings bedeutet diese Kritik keines Wegs, dass dies ein Rechtfertigungstatbestand für den Kriminellen Putin wäre. Die EU hat dem Putin in dümmster Art und Weise einen Vorwand ( keine Rechtfertigung !!! ) geliefert, sich so zu verhalten. Das hätte nicht sein müssen.

        3. Im übrigen, wenn man bedenkt, dass die AfD die erste Partei war, die sich zu dem Konflikt äußerte und zwar sofort im Wege des Pro-Putin-Statements, darf ich wohl recht deutlich resümieren, dass es der Herr Gauland nicht blöder hätte machen können. Die anderen Parteien haben aus guten Gründen gewartet, um sich nicht mit Schnellschüssen zu blamieren. Herr Gauland blamiert sich mit jeder weiteren – durch die Russen ausgelösten – Eskalationsstufen. Das Bild des Opfers Putin, welches von Anfang an gröbster Unfug war, wird mit jeder weiteren Eskalationsstufe schwachsinniger.

        Herr Gauland sollte jeden Tag darum beten, dass das Gerücht, dass Putin an einem Speicheldrüsenkrebs leidet, richtig ist und dass er bald wegsiecht. Es wäre für die Welt sowieso das beste. Aber es ist für Gauland auch nur noch der letzte Ausweg, von dem eingeschlagenen Weg mit möglichst wenig Gesichtsverlust herauszukommen.

      • @Reinhard E. R. Wilhelm:

        Dass Sie mich da bitte nicht falsch verstehen – ich bin ganz gewiss kein Putin-Fan. Aber auch Putin ist ein demokratisch gewählter Präsident und im Gegensatz zu früheren Despoten der UdSSR immerhin ziemlich zivilisiert.

        Ich wehre mich allerdings gegen die Verklärung der USA. Die zahlreichen Überfälle der USA auf Drittländer (!) werden von den Transatlantikern immer gerne völlig ausgeblendet, als hätte es sie nie gegeben. Warum eigentlich?

        Was die Ungeschicktheit der EU-Außenminister (Ukraine, Maldan) und auch unseres Parteifreundes Alexander Gauland angeht, bin ich bei ihnen.

        Das alles macht Herrn Henkels tölpelhafte Provokationen allerdings auch nicht besser.

      • Dass Sie mich da bitte nicht falsch verstehen – ich bin ganz gewiss kein Putin-Fan. Aber auch Putin ist ein demokratisch gewählter Präsident und im Gegensatz zu früheren Despoten der UdSSR immerhin ziemlich zivilisiert.

        Ich wehre mich allerdings gegen die Verklärung der USA. Die zahlreichen „Überfälle der USA auf Drittländer (!) werden von den Transatlantikern immer gerne völlig ausgeblendet, als hätte es sie nie gegeben. Warum eigentlich?“

        Erstens ist klar zu stellen, dass ich kein „Transatlantiker“ bin. Ich bin Deutscher und ich will eine deutsche Politik.

        Ein Verbrechen muss als solches bezeichnet werden, egal von wem es ausgeübt wird. Ich hatte hier schon darauf hingewiesen, dass insbesondere unter Bush die Außenpolitik äußerst kreditwürdig ist.

        Nur das spielt bei der Beurteilung der gegenwärtigen Lage keine Rolle. Putin ist ein durchgeknallter Verbrecher, der Krieg verursacht hat. Den Krieg hat er nicht aus Notwehr verursacht, sondern weil er hegemoniale Interessen vertritt.

        „Was die Ungeschicktheit der EU-Außenminister (Ukraine, Maldan) und auch unseres Parteifreundes Alexander Gauland angeht, bin ich bei ihnen.“

        Dann sind wir immerhin in zwei von drei wesentlichen Punkten einig.

        „Das alles macht Herrn Henkels tölpelhafte Provokationen allerdings auch nicht besser.“

        Der Artikel in der „Die Zeit“ war vermutlich eine bösartige Lüge. Das Interview liest sich im Original auf NTV ganz anders:

        http://www.n-tv.de/politik/Warum-tun-Sie-sich-das-an-Herr-Henkel-article13873031.html

        Däumchen drehen und sich über die Politik ärgern? Darauf hatte Hans-Olaf Henkel keine Lust, also trat er Anfang 2014 in die AfD ein. Heute ärgert sich der 74-Jährige, der seit Mai für die Partei im Europaparlament sitzt, trotzdem. Vor allem über zwielichtige Mitglieder, die das Image der AfD zerstören.

        n-tv.de: Im Januar sind Sie der AfD beigetreten. Wie ist Ihr Fazit nach 10 Monaten?

        Hans-Olaf Henkel: Ich wurde damals bekniet, in die Partei einzutreten. Nach der Bundestagswahl stand die AfD in den Umfragen bei drei Prozent. Von den Medien wurde sie fast abgeschrieben. Ich habe geholfen, den Absturz zu verhindern, indem ich bei einem bestimmten Wählerkreis dafür gesorgt habe, dass man diese Partei für wählbar hält. Dann haben wir bei der Europawahl sieben Prozent bekommen und bei drei Landtagswahlen zweistellige Ergebnisse.

        Es war also rückblickend richtig, in die Politik zu gehen?

        Was wäre denn die Alternative für mich: Däumchen drehen und mich ärgern über das, was da passiert? So kann ich wenigstens versuchen, das eine oder andere zu erreichen. Wenn ich mithelfe, in Deutschland eine neue Partei zu etablieren und diese auf einem Kurs der Mitte zu halten, dann hat sich das alles gelohnt.

        Das klingt, als seien Sie rundum zufrieden.

        Naja, mein Fazit fällt gemischt aus. Auf der negativen Seite sind die ununterbrochenen Schwierigkeiten mit Mitgliedern, die sich nicht an unsere Leitlinien halten. Leute, die versuchen, die Partei auf einen Rechtsaußenkurs zu drängen. Das sind nicht viele, aber sie sind so laut, dass sie auffallen und das Bild der Partei verzerren. Sie haben null Einfluss auf das Parteiprogramm, aber viel auf das Bild in der Öffentlichkeit. Das ist ein Teufelskreis.

        Inwiefern?

        Anfangs galten wir als Professoren- und Ein-Themen-Partei. Jetzt bezeichnen die Medien uns als rechtspopulistische Partei und das zieht viele an. Sie wieder loszuwerden, ist schwer. Denken Sie mal an das Beispiel Sarrazin. Gabriel wollte ihn unbedingt ausschließen. Das ist nicht gelungen, weil Sarrazin sich nichts hat zuschulden kommen lassen, wie das Parteiausschlussverfahren feststellen musste. Wenn in der AfD irgendwer eine blöde Bemerkung macht, die uns nicht passt, dann ist es schwer, ihn aus der Partei zu werfen. Deshalb kosten diese Leute so viel Kraft.

        Jetzt drehen Sie keine Däumchen und trotzdem ärgern Sie sich. Bereuen Sie den Gang in die Politik?

        Nein. Aber wenn sich ein Idiot auf dem Parteitag hinstellt und von den Bilderbergern spricht und behauptet, sie regierten die Welt, dann schäme ich mich und würde mich am liebsten unter dem Stuhl verkriechen. Das ist meine Natur, bei IBM habe ich mich auch geschämt, wenn jemand einen Kunden übers Ohr gehauen hat. Oder in der Leibniz-Gemeinschaft, wenn jemand in einer wissenschaftlichen Arbeit abgeschrieben hat. Das hat mit der Partei nichts zu tun, sondern mit Individuen.

        Ist Ihre Partei nicht selbst schuld an den rechtspopulistischen Tendenzen, die ihr zugeschrieben werden? Nährt sie dies nicht selbst, etwa durch den umstrittenen Wissenskongress, zu dem die AfD unter anderem den rechten Vordenker Jürgen Elsässer eingeladen hat?

        Sie haben völlig recht. Das sind die Dinge, die uns nicht passieren dürfen, aber sie passieren. Ich würde da nicht hingehen und rate auch jedem davon ab, aber ich würde die Veranstaltung nicht verbieten. Die Meinungsfreiheit steht über allem. Wenn irgendein Kreisverband wirklich meint, er muss einen verrückten Verschwörungstheoretiker einladen, dann soll er das machen. Auch bei „Wetten, dass..?“ und bei Günther Jauch tauchen komische Personen auf. Nur bei uns heißt es bei so etwas gleich wieder, dass wir uns damit identifizieren.

        Dennoch wollen Sie die schwierigen Typen in der AfD gern loswerden.

        Wer etwas sagt, das unseren Leitlinien widerspricht, der muss raus. In Hamburg gibt es eine Frau, die sich positiv zu den Hooligans geäußert hat, die in Köln demonstriert haben. Die wollen wir rauswerfen. Ich benutze immer gern das Beispiel eines sächsischen AfD-Mitglieds, das sich in die Partei eingeschmuggelt hat, obwohl es Mitglied in der NPD war. Wir sind die einzige Partei, die Leute vor ihrer Aufnahme fragt, ob sie in der NPD oder bei den Republikanern waren. Die anderen Parteien fragen so etwas nicht. Wir haben diesen Mann in Sachsen rausgeschmissen. Wissen Sie, wo er dann eingetreten ist? Bei der CDU.

        Sie fordern, die AfD brauche einen stärkeren Markenkern. Macht Herr Lucke zu wenig, um die negativen Entwicklungen in der Partei einzudämmen?

        Also, jetzt auf jeden Fall. Lucke ist ununterbrochen dabei, sich in die Bresche zu werfen. Diese Bemerkung von mir richtete sich auch nicht gegen Lucke. Ich fordere keinen Kurswechsel von ihm, sondern dass wir uns alle an den festgelegten Kurs halten. Das tun leider nicht alle. In unseren Leitlinien haben wir einen Markenkern. Was uns fehlt, ist ein Programm für Deutschland. Diese offene Flanke habe ich gemeint.

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        AfD nicht eurokritisch genug?
        Sie sind 74 Jahre alt. Wie lange wollen Sie sich das noch antun mit der AfD?

        Ja, das ist eine gute Frage (lacht). Ich werde auf keinen Fall für weitere Ämter kandidieren. Das wäre ja sinnlos aufgrund meines Alters. Wenn ich die fünf Jahre schaffe, habe ich genug getan. Ich hätte mir nie vorstellen können, in eine Partei einzutreten. Wenn Sie mich im November 2013 gefragt hätten, hätte ich nein gesagt. Der Grund war immer: Wenn ich in einer Partei bin, müsste ich jeden Beschluss mittragen und in einer Talkshow vertreten. Das Gleiche stört mich auch heute noch. Aber es lohnt, eine Alternative zur dieser wahnsinnigen Europolitik der ganzen Parteienlandschaft anzubieten. Dafür nehme ich die unangenehmen Erfahrungen in Kauf.

        Mit Hans-Olaf Henkel sprach Christian Rothenberg

      • Die Ausführungen von Herrn Henkel sind doch ganz vernünftig (bis auf das formale Detail, dass die Leitlinien noch nicht satzungsgemäß beschlossen wurden, sondern „nur“ in einer informellen Abstimmung eine überwältigende Mehrheit fanden). Dass gerade diejenigen, die sich am lautesten auf Meinungsfreiheit für ihre wirren Ansichten berufen, ihn dafür angreifen, zeigt, dass er recht hat.

      • @Reinhard E. R. Wilhelm:
        Ich kenne das Henkel-Interview mit ntv. Das ist beinharte Realsatire.
        Wer hat diesen maßlosen Selbstüberschätzer eigentlich „bekniet“ der AfD beizutreten? Unser lupenreiner Über-Demokrat Bernd Lucke?

      • @MM: Sie haben recht. Der Henkel ist wirklich langsam eine Belastung für die Partei. Wenn er von „unseren Leitlinien“ spricht, gegen die verstoßen wird, dann möchte die mal sehen, oder definiert er die jetzt allein? Leider hat sich die Partei durch die Kreditannahme stark von ihm abhängig gemacht.

      • Die Leitlinien finden Sie hier. Als Mitglied müssten Sie das eigentlich wissen. Herr Henkel ist keine Belastung für die Partei, sondern eine Bereicherung.

      • Wenn man die persönlichen Dinge weglässt, so ist festzustellen, dass bei der Europawahl im Westen Deutschlands die AfD ihre Stimmen ganz überwiegend auch von der FDP geholt hat. Für diese Wähler hat Herr Henkel einen hohen Stellenwert, während Herr Gauland durchaus abschreckend wirkt.

      • Als Wahl-Österreicher lebe ich ja in einem sogenannten Operettenstaat. Aber was sich die AfD-Spitze inzwischen so alles leistet, das steht der Packelei hiesiger Altparteien wirklich in nichts mehr nach. Die AfD ist auf dem besten Wege, sich vor allem dadurch als Alternative hervorzutun, dass sie die „innerparteiliche Demokratie“ der GroKo-Parteien noch unterbietet. Ich beginne langsam, mich für unsere großen Vorturner in Grund und Boden zu schämen.

      • @Reinhard E.R. Wilhelm:
        „Herr Gauland sollte jeden Tag darum beten, dass das Gerücht, dass Putin an einem Speicheldrüsenkrebs leidet, richtig ist und dass er bald wegsiecht.“

        Was wünschen Sie eigentlich unserem ach so beliebten Bundesfinanzminister so Frommes, lieber Herr Wilhelm? 😉

      • Putin ist nun doch ein deutlich anderes Kaliber als Schäuble. Schäuble ist definitiv ein Problem und hat Deutschland reichlichst geschädigt. Aber Putin ist ein Kriegstreiber und ein Hegemon, der eben den Krieg wieder hoffähig macht, der im wahrsten Sinne des Wortes über Leichenberge geht.

      • Lieber Herr Wilhelm,

        als deutscher Steuerzahler fühle ich mich ehrlich gesagt von Wolfgang Schäuble bislang erheblich mehr geschädigt als von Putin.

        Und was Leichenberge angeht, sollten Sie die US-Präsidenten der letzten fünfundsechzig Jahre (seit Ausbruch des Koreakriegs) dann schon konsequenterweise auch in Ihr Abendgebet mit einschließen …

      • Wenn Putin den europäische Frieden beseitigt hat, dann sind die verbrannten Mrd. von Schäuble tatsächlich nur noch peanuts. Ein Blick in die Historie verrät warum. Dieser verrät auch, warum das Völkerrecht so elementar wichtig ist und warum verbrannte Mrd. dagegen nur peanuts sind. Meine Eltern lehrten mir, dass das eigene Leben und das der Familienmitglieder nicht gegen Geld aufzuwiegen ist. Zumindest mein Vater weiß, wovon er sprach, denn er hatte den zweiten Weltkrieg als kleiner Junge inklusiv Vertreibung und die Verbrechen an der Zivilbevölkerung – durch die Russen – mit erlebt.

      • Leib und Leben sind natürlich wichtiger als Geld. Hinzu kommt, dass ein Krieg auch Unsummen kostet. Der Euro ist „nur“ die größte Wertevernichtung zu Friedenszeiten. Ein Krieg ist viel schlimmer.

      • @Reinhard E.R. Wilhelm

        Ich stamme mütterlichseits selbst aus einer Familie, die ihre Güter in Schlesien aufgeben musste und vertrieben wurde. Nichtsdestotrotz besteht m.E. allemal mehr kulturelle Verbundenheit Deutschlands mit Russland als mit den USA. Russland ist eine gewachsene europäische Kulturnation. Putin hin, Putin her. Die USA hingegen sind ein Sammelbecken von Einwanderern (in Europa gescheiterte Existenzen und Glücksritter aus aller Welt) und haben keine gewachsene Kultur mehr (die der Ureinwohner haben sie erfolgreich vernichtet). In USA zählen materielle Werte mehr als alles andere. Das unterscheidet Europa grundlegend von Nordamerika.

      • Ein Großteil der US-amerikanischen Einwanderer waren Deutsche. Natürlich haben die USA eine gewachsene Kultur, auch wenn sie noch nicht so alt ist. Gerade Freiheit und Demokratie werden dort mehr geschätzt als in Deutschland. Kleine materielle Vorteile werden hingegen von Krämerseelen wie Ihnen über die eigene Nation gestellt. Sie sollten also den USA keine Vorwürfe machen, sondern einmal Ihre eigenen Werte hinterfragen.

      • Wenn es um die Beurteilung von Verbrechen geht, dann kommt es doch nicht auf die kulturelle Nähe oder Ferne an. In Hinblick auf Putin geht es doch gerade darum, dass er den europäischen Frieden nachhaltig gefährdet, weil er das Völkerrecht in Frage stellt. Gerade Europa profitiert doch vom Völkerrecht. Fragen Sie doch mal Ihre Mutter, was sie davon hält, einen Kriegstreiber moralisch auf der Ebene eines chronischen Lügners ( den der Putin ja zudem auch noch ist ) zu stellen.

      • @Alexander Dilger:
        Ich mache doch gar kein Geheimnis daraus, dass ich weder Nationalist noch ein Freund des asozialen Umverteilungsstaates mit dem Mogeletikett „Sozialstaat“ bin. Weder braune noch rote Kommunisten genießen meine Wertschätzung. Und die Umverteilungssozialisten der Blockparteien für den ewig währenden Zwangskonsum auch nicht.
        Steuersätze von mehr als 10% sind in meinen Augen Ausdruck einer viel zu hohen Staatsquote und kommen Zwangsenteignung gleich. Das ist nicht sozial, sondern reale Freiheitsberaubung der Leistungsträger durch den Staatsfeudalismus.

      • @Reinhard e.R. Wilhelm:
        Was ich wirklich nicht nachvollziehen kann, ist ihre einseitige Verurteilung Putins.
        Ich will für Putin ja nun wirklich keine Lanze brechen, aber die von den USA begangenen Kriegsverbrechen wiegen bei objektiver Betrachtung in den letzten Jahrzehnten um ein Vielfaches schwerer als die Russlands oder der UdSSR.

        Die USA gefährden regelmäßig den gesamten Weltfrieden und sind sich doch keiner noch so infamen Lügen zu schade, um Kriege quasi aus dem Nichts vom Zaum zu brechen.

        Warum blenden Sie das aus?

      • Weil hier das Thema Putin ist oder wollen wir noch über die Verbrechen der Kolonialherren sprechen und Putins Verbrechen weiter relativieren ?! Im übrigen habe ich nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich die Außenpolitik unter Bush ebenfalls äußerst kritikwürdig erachte. Nur ist dies überhaupt kein Argument, über die Missetaten von Putin hinwegzuschauen.

      • Lieber Herr Wilhelm,

        das eigentliche Thema dieses Threads war die lange Fahrt unseres Gastgebers zum „Landesfachausschuss (LFA) 7 der AfD NRW, Euro, EU & Banken“.

        George W. Bush im Übrigen war nicht der einzige US-Präsident, der zu Putins Amtszeiten als Kriegstreiber Verstöße gegen das Völkerrecht angeordnet hat und die US-Army mal eingreifen und mal untätig bleiben lässt. je nachdem, ob es „nur“ um für US-Interessen wertlose Menschenleben geht oder um Öl und Gas.

        Davor können Sie doch nicht ernsthaft Ihre Augen verschließen?

      • Was ist denn nun Ihr Vorwurf gegen die USA? Müssen diese jedes Menschenleben retten oder dürfen sie niemals Gewalt anwenden? Tatsächlich hat es Völkerrechtsverstöße durch die USA (und leider auch durch Deutschland unter Rot-Grün) gegeben, doch diese waren in keinem Fall vergleichbar mit der Annexion der Krim. Das war eine aggressive Landnahme, die nicht nur völkerrechtlich verbindlichen Verträgen, sondern dem Wesen des modernen Völkerrechts selbst widerspricht.

      • Zeigen Sie mir einen einzigen völkerrechtlichen Verstoß der US-Amerikaner auf europäischem Boden in den letzten 15 Jahren, der verwerflich gewesen wäre, und ich werde mich stärker für die US-Kritik interessieren. Was die US-Amerikaner in Afrika treiben interessiert mich deutlich weniger als Putin in Europa treibt.

        Außerdem, auf welcher Grundlage erwarten Sie von mit, dass ich mich mit den Amerikanern beschäftige, wenn ich dies nicht will ? Dies gilt umso mehr, da Sie letztlich die kriminellen Taten von Putin unbestritten verharmlosen und schön reden wollen. Und diesen Weg gehe ich nicht mit ihn. Ich gehe auch nicht ihren Anti-US-Weg. Wenn ich mir zur Zeit gegen Putin äußerst negativ äußere, dann liegt es daran, dass er für uns eine extreme Gefahr darstellt. Die russische Bevölkerung beziehe ich in die Kritik nicht ein, denn wenn Putin erst einmal davongesiecht ist, dann werden die Karten eh neu gemischt.

      • @Reinhard Wilhelm:

        http://www.youtube.com/watch?v=2DstVufWpRg

        Kennen Sie das bzw. das entsprechende Buch? Ich halte PSL nicht für einen Verschwörungstheoretiker, für keinen sogenannten Putinversteher (ein blödes Wort!) und auch für keinen sogenannten Amerikahasser (genauso ein blödes Wort!). Er ist vielmehr jemand, der über Jahrzehnte hinweg profunde Kenntnisse erworben hat, so dass er sich vor keinen Karren spannen ließ. Wissen schützt halt vor Manipulierbarkeit und Herdentrieb. Aber heute gelten ja „Kompetenzen“. Die vielen selbsternannten Experten, die uns abends via Fernsehen beglücken, sind kompetent. Scholl-Latour was gebildet. Ich würde mir wünschen, wir hätten mehr gebildete Politiker und weniger Experten.

    • Ich glaube, die grundsätzliche Kritik, die man an der US-Politik üben kann, hat auch etwas mit ihrem mangelhaft ausgeprägten Vermögen, sich in andere Kulturen und Mentalitäten hineinzuversetzen, zu tun. Ein guter Freund ist (deutscher) Orientalistik-Professor und hat uns geschildert, wie sich der Einmarsch in den Irak konkret gestaltete, wie amerikanische Rambos die Plünderung des Bagdader Museums geschehen ließen und wie wenig Wissen um die kulturellen Gepflogenheiten der Iraker im Alltag vorhanden war. Ich würde mich nicht wundern, wenn Herr Bush den Irak nur mit Hilfe auf der Landkarte gefunden hätte. Einige Gespräche mit US-amerikanischen Akademikern könnte ich boshaft wie folgt zusammenfassen: Wir sind der Nabel der Welt. Oben ist ewiges Eis, links und rechts Wasser und unter uns leben die Hottentotten.
      Klar, auch Nordamerika hat eine kulturelle Entwicklung hinter sich, niemand bestreitet, dass es Errungenschaften gibt, die für die ganze Welt von Bedeutung waren. Aber ob sich dabei ein Gefühl für den geschichtlichen und kulturellen Facettenreichtum alter Kulturnationen entwickeln konnte, wage ich zu bezweifeln.
      Aber genau dieses ist hilfreich, wenn man geopolitisch klug und mit Blick auf die nächsten Generationen handeln und nicht kurzsichtige, von aktuellen Macht- und Wirtschaftsinteressen geleitete Entscheidungen treffen will.

      • So fundiert betrachten das heute leider nur noch die Wenigsten in unserer Turbo-Konsumgesellschaft. Kultur und auch Nachhaltigkeit scheinen für die Meisten nicht mehr zu zählen. Es geht nur noch um schneller, weiter, höher für möglichst wenig Einsatz. Im christlichen Gebet ‚Vaterunser‘ hieß es noch „Führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns vom Bösen“, den Indianern und anderen Eingeborenen jedoch wurde von eben jenen Eroberern, die sich so gerne auf das Christentum beriefen, Land und Kultur gegen Schnaps und Glasperlen abgenommen. Und was erleben wir heute?

  10. Ich frage mich ob es beiden LFA tatsächlich immer eine an einen Ort gebundene Sitzung aller Teilnehmer sein muss. In der Zeit des Internet gibt es mittlerweile zig Möglichkeiten Meetings auch geschützt per Internet abzuhalten. (Adobe Connect, wäre ein Beispiel)
    Es ist durchaus möglich damit Konferenzen mit bis zu 1200 Teilnehmern abzuhalten. Ortsgebundene Treffen wären dann nur noch für Abstimmungszwecke notwendig.
    Würde die Partei in ihrer IT-Infrastruktur so ein Konferenzsystem vorhalten, würde es den Mitgliedern einiges an Zeit und auch an Fahrkosten ersparen.
    Diese Konferenzsysteme (die beim Teilnehmer nur einen Internetanschluß, einen Internetfähigen PC und optional eine Webcam erfordern) kann man auch bei diversen Anbietern anmieten, die Kosten dürften auch da immer noch unter den kommulierten Fahrkosten liegen.

    • Die technische Qualität einer Telefon- oder Internetkonferenz ist meist so unterirdisch, dass sich die Aufmerksamkeit der Teilnehmer in erster Linie darauf richtet, der Konferenz überhaupt irgendwie physisch folgen zu können.

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