Bankenstresstest

Die EZB hat heute diese Pressemitteilung zu ihrem Bankenstresstest veröffentlicht mit Links zu weiteren Informationen bis hin zu detailllierten Zahlen zu den 130 größten Banken der Eurozone. Von diesen haben 25 die Anforderungen des Tests zum Stichtag 31. Dezember 2013 nicht erfüllt und tun es 13 bis heute nicht. Unter den 25 war die Münchener Hypothekenbank, unter den 13 ist keine deutsche Bank mehr. Zu den Anforderungen gehörte eine Kernkapitalquote (Verhältnis vom Eigenkapital zu den risikogewichteten Aktiva, wobei Staatsanleihen z. T. immer noch ein Gewicht von 0 haben) von 8 % und in einem ungünstigen Szenario von immer noch 5,5 %. Mit insgesamt 25 Milliarden Euro zusätzlichem Eigenkapital ließen sich diese Anforderungen für alle Banken der Eurozone erfüllen. Zusätzlich sind 37 Milliarden Euro wegen Neubewertungen der Aktiva nötig. Angesicht von 22 Billionen Euro Aktiva von all diesen Banken zusammen sind das eher geringe Größen. Allerdings waren Kredite in Höhe von 879 Milliarden Euro notleidend.

Ab dem 4. November übernimmt die EZB die Bankenaufsicht und schon bald droht die Bankenunion, bei der deutsche Sparer für alle Banken im Euroraum in die Haftung genommen werden können. Wenn es richtig knallen sollte, wären ohnehin (fast) alle Banken gleichzeitig insolvent bzw. müssten sie gerettet werden.

5 Gedanken zu „Bankenstresstest

  1. Die spannende Frage ist nun, was mit den 13 Banken passiert, die die Anforderungen des Tests nicht erfüllt haben. Werden diese abgewickelt bzw. übernommen? Oder werden sie rekapitalisiert. Wenn sie rekapitalisiert werden sollen, woher kommt dann das Kapital? Besorgen sie sich dieses selbst oder wird es von ihren Sitzstaaten geliefert? Gerade die Staaten wie Italien etc. werden nicht ihre Verschuldung steigern, um diese Rekapitalisierung zu leisten. Deshalb ist ja auch schon die Kapitalentnahme aus dem ESM-Topf geplant und wird gerade in den einzelnen Staaten auf den Gesetzesweg gebracht.(siehe http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/10/25/schaeuble-verteilt-um-banken-rettung-in-europa-mit-deutschem-steuergeld/) Damit ist dann eine neue Pipeline in das deutsche Volksvermögen gelegt. Eine Kontrolle durch das deutsche Parlament findet nicht statt.

    • Sehr gut auf den Punkt gebracht.

      ESM-Gouverneur und Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble ist de facto der größte Steuer-Schädling der Nation und wird dennoch als „beliebtester Politiker Deutschlands“ gefeiert.
      Im Grunde sind seine beiden Jobs unvereinbar. Nicht nur rechtlich gesehen, sondern insbesondere wegen des dadurch bestehenden Interessenkonflikts.

      Ist denn ganz Deutschland von Sinnen?

  2. Pingback: Bankenstresstest | FreieWelt.net

  3. Interessant ist ja auch die Tatsache, daß die Banken der Nicht-Euro Länder zeitgleich getestet wurden. Der Test wurde dort von der EBA durchgeführt. In den Nicht-Euro Ländern ist demnach keine einzige Bank durchgefallen.
    Ob das was mit dem Euro zu tun hat?

  4. Pingback: Bankenaufsicht durch EZB beginnt | Alexander Dilger

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