Zweistellige Ergebnisse in Brandenburg und Thüringen

Nach meinem ‚Glückwunsch zum Wahlerfolg in Sachsen!‘ vor zwei Wochen kann ich heute gleich zweimal zu noch besseren, zweistelligen Ergebnissen gratulieren: Meinen Glückwunsch an die Landesverbände und erfolgreichen Kandidaten der AfD in Brandenburg und Thüringen sowie meinen Dank an die Wähler und Wahlkämpfer, auch und gerade aus NRW! In Brandenburg wurden 12,2 % der Zweitstimmen erreicht und in Thüringen 10,6 %, was zu jeweils elf Abgeordneten führt.

In Brandenburg ist die Wahlbeteiligung von 67,0 % im Jahr 2009 auf 47,9 % gefallen (siehe das vorläufige Ergebnis), was sicher nicht an der AfD liegt, die nicht nur von allen anderen Parteien Stimmen gewinnen konnte, sondern auch von bisherigen Nichtwählern. Die SPD wurde wieder stärkste Partei mit 31,9 % nach 33,0 % beim letzten Mal. Die Linke kommt nur noch auf 18,6 % nach 27,2 % vor fünf Jahren, was dem Trend entspricht, dass kleinere Regierungspartner oft am meisten verlieren. Die CDU ist mit 23,0 % nach zuletzt 19,8 % zweitstärkste Partei geworden. Mal sehen, welchen Koalitionspartner die SPD auswählt. Die FDP wurde von 7,2 % auf 1,5 % pulverisiert, was Herrn Lindner aber immer noch nicht zum Nachdenken bewegt. Die Grünen erhalten 6,2 % nach zuvor 5,7 %. Die Freien Wähler bekommen einen Direktkandidaten durch, so dass ihre 2,7 % (zuvor 1,7 %) für drei Mandate reichen.

In Thüringen liegt die Wahlbeteiligung bei 52,7 % (siehe dieses vorläufige Ergebnis) nach 56,2 % im Jahr 2009. Die CDU bleibt stärkste Partei mit nun 33,5 % nach 31,2 %, könnte aber die Regierung an Rot-Rot-Grün verlieren. Die Linke erhält 28,2 % statt zuletzt 27,4 %. Die SPD fällt von 18,5 % auf 12,4 %, entscheidet aber, ob Herr Ramelow der erste Ministerpräsident der Linkspartei wird. Die Grünen erhalten 5,7 % nach 6,2 % vor fünf Jahren. Die FDP bekommt noch 2,5 % statt 7,6 %, womit sie auch aus diesem Landtag fliegt.

76 Gedanken zu „Zweistellige Ergebnisse in Brandenburg und Thüringen

  1. Ich frage mich, ob bisherige FDP-Wähler stark zu den Nichtwähler gewechselt sind. Das wäre nämlich ein besonderes Armutszeugnis für die Partei.

    Ein linker Ministerpräsident wäre kein vollkommenes Desaster, da der aus dem Westen zugewanderte Herr Ramelow für einen Linken-Politiker vergleichsweise unideologisch und rational agiert. Wichtig ist, der „GroKo“ im Bundesrat nichts zu schenken, wegen GG-Änderungsgefahr. Deshalb befürchte ich dass es bei der Regierungskonstellation bleibt, die SPD die Union jedoch programmatisch erpresst.

    Auch erfreulich: In Brandenburg war die AfD unter der Gruppe der 18-23-Jährigen (wenn ich das richtig erinnere) die erfolgreichste Partei. Dass in Thüringen im nennenswerten Ausmaß von der SPD Stimmen gewonnen werden konnten lässt hoffen, auch wenn es freilich den besonderen örtlichen Verhältnissen geschuldet war. Schön wäre es, wenn man zukünftig mehr Nichtwähler, etwa mit dem Ziel Direkte Demokratie, aktivieren könnte.

    Wie an den LV Sachsen appelliere ich an Thüringen und Brandenburg, möglichst geschlossen und produktiv aufzutreten, um es der Partei zu erlauben die Erfolge im Westen zu wiederholen. Großer Erfolg bedeutet in einer Demokratie auch große Verantwortung, auch wenn man das bislang nicht so merkt. Den Glückwünschen schließe ich mich natürlich an, zumal es am Ergebnis nichts zu mäkeln gibt.

    Ach ja, Herr Dilger: Ich habe gerade Herrn Laschet von der CDU gehört. Er möchte dass seine Truppe den Leuten klar macht, „wie schlecht die D-Mark“ wäre. Offensichtlich meint er das besser zu wissen als Sie. Der Mann ist studierter Jurist, ausgebildeter Journalist, war beim Bayerischen Rundfunk tätig und Chefredakteur der KirchenZeitung Aachen. Ferner ist er Ex-Frauenminister Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste. Nur damit Sie wissen, mit was für einem Wirtschafts- und Währungsfachmann Sie es da zu tun bekommen.

    • Ein linker Ministerpräsident wäre kein vollkommenes Desaster, da der aus dem Westen zugewanderte Herr Ramelow für einen Linken-Politiker vergleichsweise unideologisch und rational agiert.

      Herr Ramelow ist mir ziemlich egal, aber die Partei, für die er antritt ist es nicht. Es handelt sich hier um die Weiterexistenz der Mauermörderpartei SED, und egal, mit welcher Nase die sich schmückt, wäre es ein Schlag ins Gesicht der Demokratiebewegung in der DDR; wenn man der das höchste Amt des Landes überließe.

      • Im Gegensatz zur Kanzlerin ist Herr Ramelow zumindest kein ehemaliger Mittäter des DDR-Regimes …

      • Naja, da wäre ich etwas vorsichtiger mit solchen Äußerungen.

        Die Frage ist, wer von den Personal der Linken überhaupt noch etwas mit der alten SED zu tun hat. Dann stellt sich die Frage, wie die Linke im Osten ideologisch zur alten SED steht. Auch eine Partei kann sich von ihren Sünden der Vergangenheit distanzieren und einen neuen demokratischen Kurs fahren.

        Eine Pauschalverurteilung nach fast dreißig Jahren Mauerfall wegen der Historie entspricht eher dem Niveau einer Faschismuskeule, die wir ja gerade nicht wollen. Es stellt sich in Anbetracht des zeitlichen Ablaufs schon die Frage, wer von der Partei überhaupt noch der alten SED angehörte und wer sich mit der SED positiv identifiziert,

        In ideologischer Hinsicht fielen zuletzt eigentlich eher die West-Linken negativ auf. Deren Anhänger kommen eben teilweise aus dem extremistischen Millieu und sympathisieren mit der DDR ideologisch, während die Ost-Linken überwiegend aus dem bürgerlichen Millieu kommen und der SPD die Position streitig macht. Sie hängen sicherlich auch der Ostalgie an, aber nicht auf ideologischer Ebene. Die Linke wird im Osten auch nicht mehr vom Verfassungsschutz beaufsichtigt. Es wird lediglich in einigen Ost-Ländern die Kommunistische Plattform vom Verfassungsschutz beaufsichtigt. Die Beaufsichtigung von etlichen Einzelpersonen war teilweise sehr fragwürdig und führte zu einem Urteil des Bundesverfassungsgericht, das die Praxis der Verfassungsschutzbehörden als unverhältnismäßig in Frage stellte. Seit 2014 werden die Bundestagsabgeordnete nicht mehr beaufsichtigt.

  2. Es freut mich besonders, dass Herr Gauland diesen großen Erfolg einfahren konnte! Das ist sicherlich auch zum einem Teil seiner vernünftigen, nicht einseitigen Einstellung zum Ukraine-Russland-Konflikt geschuldet. Ein Thema, bei dem sich hier im Blog mancher arg vertan hat.

    • Sie haben sich arg vertan und vertun sich noch immer. Herr Gauland war mit dem Thema bei bisherigen Linkenwählern erfolgreich, gerade weil er eine sehr einseitige Sicht vertreten hat. Wenn die Partei sich bundesweit so aufstellt, kann sie nur verlieren. Bei den hohen prozentualen Wahlerfolgen darf nicht vergessen werden, dass die absoluten Zahlen eher bescheiden sind. Allein in der Ex-DDR hätte die AfD schon vor einem Jahr die 5 %-Hürde genommen.

      • Mein Reden. Die neuen Bundesländer sind mit ihren zusammen gerade mal 12,5 Mio. Einwohnern (was etwa 15% der deutschen Bevölkerung entspricht) und einer völlig anderen Sozialisierung ihrer Bürger doch nicht repräsentativ für Deutschland. Das wäre in etwa so, als ob man Bayern (12,6 Mio. Einwohner) als repräsentativ für den Rest Deutschlands darstellt. Wobei die meisten Bayern immerhin nicht hinter dem eisenen Vorhang aufgewachsen sind.

      • Herr Meister, Ihre Zahlen können nicht stimmen. Bei der Wiedervereinigung gab es noch 16,7 Mio. Mitteldeutsche. So viel können nicht abgewandert sein.

      • Wenn mich meine Erinnerung nicht völlig trügt, waren es vor der Wiedervereinigung sogar noch knapp 18 Mio. DDR-Bürger.

        Ich weiß aber nicht genau, wie viele bereits vor der offiziellen Wiedervereinigung über Ungarn oder die Tschechoslowakei gekommen sind. Wer irgendwie konnte, hat seinerzeit ja schnellstmöglich „rüber gemacht“, obwohl ja in der DDR angeblich „auch nicht alles schlechter gewesen ist“ (ganz besonders die innere Sicherheit, wie wir inzwischen von Herrn Lucke wissen *Polemik off*).

        Zurück geblieben sind Alte, Arbeitsunfähige und Ewiggestrige, die der DDR noch heute nachtrauern. Das hat in weiterer Folge zu einer extrem niedrigen Geburtenrate geführt, die den Bevölkerungsschwund der neuen Bundesländer zusätzlich verstärkt.

        Bereinigt werden müssen diese Zahlen lediglich um die Restpopulation Ost-Berlins, wie bereits Herr Dilger zutreffend angemerkt hat.

      • Ostberlin (1,5 Mill.?) müsste man eigentlich dazu rechnen. So oder so, dann sind wirklich noch mehr in den Westen abgewandert als von mir erwartet. Bedenkliche Situation. Ich hoffe der Trend ist wenigstens gestoppt.

    • In der Tat muss die Position der AfD zu Konflikten wie Ukraine-Russland und Israel-Gaza dringend auf den Prüfstand. Ich hatte die Beschlüsse in Erfurt auch anders verstanden als Herr Henkel und Herr Lucke.

      Vielleicht wäre die AfD auch gut beraten, sich in derartigen Fragen erst einmal überhaupt nicht zu positionieren.

      Jedenfalls kann es nicht angehen, dass jeder AfD-Mandatsträger oder Funktionär seine eigene, persönliche Meinung als „offizielle“ Parteilinie ausgibt, wie es im Übrigen inzwischen ja auch bei zahlreichen anderen Themen der Fall ist.

      Da werden die atemberaubendsten Positionen als angebliche AfD-Forderungen verkauft: z.B. Abtreibungsverbot (Frauke Petry), Wiedereinführung des G9 (André Wächter), Unterstützung des Piraten- und FDP-Volksentscheids für eine „unabhängige Justiz“ (André Wächter) usw., usf., ohne jemals überhaupt nur nach der Meinung der Mitglieder gefragt zu haben.

      • Sehr geehrter Herr Meister,

        entscheidend ist, ob die AfD wirklich thematisch eine Alternative zu dem was der Einheitsblock aus CDU/CSU/SPD/Grüne vorgibt, bieten kann. Dafür müssen wir sorgen.

        Und dies vor allem auch außenpolitisch: 1. Mehr Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit gegenüber den USA („Nein“ sagen können), 2. Noch kritischere Haltung zum undemokratischen Konstrukt EU (mal Geldzahlungen einstellen) , positivere und vermittelnde Haltung zu Russland (Kontakte ausbauen) usw.

        Aufsummiert: Erstmaliges Wiedervertreten für die Interessen des deutschen Volkes bzw. der verlorenen Souveränität Deutschlands! Das ist an sich bereits ein Novum.

      • Lieber Herr Meister,

        ich muss Sie heute mal ein bisschen „ärgern“ :-). Rechnen Sie von den 12,6 Millionen Bayern mal die Franken und Schwaben weg (das ist schon fast die Hälfte), dann noch die nach 1945 übersiedelten Sudetendeutschen, Schlesier und Mitteldeutschen (die alle zusammen könnten allein ca. 1/3 der Gesamtbevölkerung ausmachen) und dann noch die zugewanderten Ausländer ab, dann bleiben gar nicht mehr so viele wahre Bayern (d. h., echte Ober,- Niederbayern und Oberpfälzer) übrig. 3-4 Millionen?

      • Wie auch immer, Herr Chufu. Ich bin in Nürnberg geboren und habe die längste Zeit meines Lebens in Herzogenaurach und in Erlangen, also in Mittelfranken verbracht. Nichtsdestotrotz fühle ich mich mehr als Bayer, denn als Franke oder Gesamtdeutscher.

        Die Einwohnerzahl von Ost-Berlin überschätzen Sie. Insbesondere, wenn man die Zuzüge von West nach Ost abzieht, dürften heute wohl kaum noch mehr als vielleicht 500.000 bis 600.000 ehemalige DDR-Bürger im Ostteil Berlins leben. Ich werde gelegentlich mal versuchen, das etwas genauer zu recherchieren.

        Was die Bevölkerungsentwicklung in den neuen Bundesländern an sich angeht, ist neben den Fortzügen auch die Entwicklung der Fertilitätswerte nach der Wende sehr interessant: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/36672/umfrage/anzahl-der-kinder-je-frau-in-deutschland/
        Unterm Strich dürften aber weit mehr als 1/3 der ehemaligen DDR-Bürger Ostdeutschland durch Wegzug verlassen haben. Es gab ja auch Umzüge von West nach Ost, wenn auch nicht so viele wie vom Osten in den Westen.

      • Hallo Herr Meister, ja der „Brain-Drain“ aus dem früheren Mitteldeutschland hat ja bereits 1945 begonnen und die Katstrophe dauert bis heute an. Es scheint keine Lösung zu geben. Bis zum Mauernbau waren bereits Millionen geflohen. Oder denken Sie mal an die vielen traditionsreichen Unternehmen, die allein Sachsen und Thüringen in Richtung Westen verlassen haben (Audi, Zeiss, Schott, .. eine endlose Liste).

        Vor diesen Vorgängen, sagen wir mal im Jahr 1939 muss – bezogen auf die Fläche – die Bevölkerungsverteilung in D zwischen dem heutigen West- und Ostteil Deutschlands ungefähr ausgeglichen gewesen sein. ca. 40 Mill dort und ca. 20 Mill da. Dann noch ca. 15 Mill. im damaligen Ostdeutschland (Schlesien, Ostpreußen, Hinterpommern …).

  3. Das Schweigen – hier unter den Liberalen – spricht für sich: Mit den vorliegenden Wahlergebnissen ist sonnenklar: Die Mission der AfD ist nicht der Ersatz der FDP, sondern der Ersatz einer verloren gegangenen CDU, samt Übernahme des nationalkonservativen Anteiles der Linken!

    • Das Interpretieren von Wahlergebnissen ist also auch nicht Ihre Stärke. Die CDU hat doch in Brandenburg und Thüringen zugelegt. Wirklich am Boden ist nur die FDP. Wollen Sie dieser die Wähler zurückgeben und damit wieder neues Leben einhauchen? Die Linke hat in Thüringen ebenfalls zugelegt und nur in Brandenburg verloren. Es lohnt sich eben nicht (mehr), kleiner Partner einer Regierungskoalition zu sein. Die AfD hat viele Proteststimmen bekommen. Diese dauerhaft zu binden, wird noch eine schwere Aufgabe.

      • Die AfD wurde von kritischen Beobachtern immer wieder als „bestellte Opposition“ bezeichnet. Wenn man sich den bislang an den Tag gelegten AfD-Opportunismus in Wahlkämpfen ansieht, kann man schon leicht der Idee verfallen, dass es hier tatsächlich nur darum geht, kurzfristig Protestwähler aller möglichen Couleur abzufischen.

      • Wohl aber Ihre was Herr Dilger? Sieht aber für mich aber nicht so. Ich habe mit meinem Kommentar im Wesentlichen auf den Grundtenor praktisch aller wichtigen überregionalen Zeitungen von „Welt“ bis „Zeit“ des heutigen Tages zusammengefasst. Machen Sie sich doch selbst die Arbeit und lesen Sie.

    • Diese Befürchtung trage ich bereits seit über einem Jahr mit mir herum!
      Genau deshalb haben wir wahrscheinlich gar so viele Ex-CDU und CSU-Mitglieder in den Ämtern und Schlüsselfunktionen der AfD.
      Es würde mich nicht überraschen, wenn Bernd Lucke im Auftrag der Kanzlerin handelt. Alles Geplänkel mit der Union ist nur eine weitere „Demokratie“-Show …

      • Herr Lucke handelt ganz sicher nicht im Auftrag der Kanzlerin. Ich halte es allerdings für gut möglich, dass er auf eine Koalition mit ihr hinarbeitet. Dafür gab es vor der Bundestagswahl bereits Anzeichen und dafür spricht auch seine reduzierte Eurokritik. Auf Sparauflagen für andere Länder kann man sich sicher schnell verständigen, auf einen Rauswurf Griechenlands vielleicht auch, wenn dafür der Rest der Währungsgemeinschaft umso fester zusammenhält.

      • Wie auch immer. Wir werden nie erfahren, was da tatsächlich gespielt wird.

        75% vormals parteilose Mitglieder, aber 80% vormals CDU- oder CSU-zugehörige Funktionäre, das ist schon ein eklatantes Missverhältnis …

      • Warum sollen wir das nicht erfahren? Es könnte dann nur zu spät sein.

        Ob Ihre Prozentzahlen stimmen, weiß ich nicht. Ich könnte aber sogar rein organisatorisch erklären, warum erst die Ex-FDP-Mitglieder stark waren und jetzt eher die aus der CDU: Das normale CDU-Mitglieder hat überhaupt keine Ahnung, wie man eine Partei aufbaut oder auch nur eine Sitzung organisiert, weil die CDU so groß ist und dafür immer schon ihre Leute hat. In der viel kleineren FDP musste hingegen jeder Aktive ran. Wenn aber erst einmal ein großer Apparat steht, fühlen sich die Mitglieder aus der CDU dort wie zu Hause. Außerdem sind sie absolut mehr, was bei Wahlen hilft. Schließlich werden sie erst jetzt vom rechten Flügel angegriffen, der zuerst die Liberalen dezimierte.

      • Die 75% vormals parteilosen Mitglieder sind eine offizielle Angabe der Bundesgeschäftsstelle aus dem Jahr 2013 und wurden seinerzeit in der „Jungen Freiheit“ veröffentlicht. Die 80% AfD-Funktionäre mit vormaligem Unions-Parteibuch sind von mir an Hand der mir bekannten Verhältnisse grob überschlagen.

        Welche Funktionen unsere Ex-Unions-Parteifreunde in der Union hatten, lässt sich oft nicht feststellen, da viele dieser Leute seltsamerweise überhaupt keine Vita zu haben scheinen und sich rein gar nichts über sie googeln lässt. Aber schon dieser Umstand lässt Schlimmes ahnen.

      • Was lässt das denn Schlimmes ahnen? Es spricht für meine These, dass sie in der Union gar keine (nennenswerte) Funktion hatten, da sich sonst etwas dazu im Netz finden ließe. Ich wüsste auch nicht, dass Herr Lucke während seiner 33 Jahre in der CDU irgendeine Funktion gehabt hätte.

      • Beispiel André Wächter (Landesvorsitzender AfD Bayern, Jahrgang 1973):
        Herr Wächter hat uns gegenüber immer behauptet, nur „kurze Zeit“ inaktives Mitglied der CSU gewesen zu sein. Zufällig bin ich aber auf zwei alte Zeitungsartikel gestoßen, aus denen klar hervorging, dass im Jahr 2000 zumindest Kassenprüfer einer JU-Gliederung war und außerdem bereits im Jahr 2010 für seine 10-jährige CSU-Mitgliedschaft geehrt wurde.
        Diese beiden Artikel hat der seinerzeit von Alexander Dobrindt geleitete „War-Room“ der CSU (siehe auch SPIEGEL Nr. 26/2013 Seiten 40/41 „Der Schmutz-Kampagnero“) offenbar vergessen aus dem Netz zu entfernen.

      • Es geht mir nicht darum, wie lange Herr Wächter in der CSU war, sondern um Transparenz, Offenheit, Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit. Tugenden, für die der bayerische AfD-Landesvorsitzende leider überhaupt nicht steht.

  4. Jedenfalls war das Ergebnis nicht schlecht,es steigerte sich sogar noch.

    Es war schön die Pressemeinungen zu lesen,frei übersetzt hieß es als Ratschlag an die CDU und auch andere Parteien,man solle die Themen der AFD bedienen / übernehmen damit die AFD nicht mehr gewählt wird.

    Nun,warum sollte man die AFD nicht mehr wählen,wenn andere Parteien ihren Kurs in Richtung AFD Forderungen ändern ?

    Das ist höchstens eine Bestätigung der AFD und wenn man es nicht macht,bedient die AFD dieses Feld.Ich denke der Vorteil der AFD liegt darin das Spiel zu bestimmen und das kann der CDU ernsthafte Probleme bereiten von denen sie noch gar nichts weiß

    Steuer-,Renten und Hartz 4 Reform währen starke Themen.

    Bei Hartz 4 passt mir nicht,das die Lebensleistung nicht angerechnet wird.
    Wer ein Haus erarbeitet hat und durch Krankheit in Hartz 4 kommt,muß dieses erst „verbrauchen“ ein Nichtsnutz der nie etwas geleistet hat kriegt nichts weggenommen,nur Leistungen.

    Gleiche Leistungen für alle ist ok,es sollte aber nicht mit dem verrechnet werden,was jemand schon im Leben geleistet hat ( Haus,Kapital ) ,er zahlt dann seine Leistungen nämlich selber mit dem Argument,das er ja was hat,weil er es durch Leistung im Leben geschaffen hat.

    Das geschaffene Vermögen sollte also nicht angetastet werden dürfen und nur eine gleiche Grundleistung für alle nicht erwerbsfähigen ausgegeben werden.

    Nebenbei wird dann auch dieser wahnsinnig große Behördenverteil und Streichapparat aufs nötigste reduziert.Eine Verwaltungskrake auf die Bürger angesetzt wie es schlimmer kaum sein kann.Es macht den Leuten Angst,das darf gerne geändert werden.

    • Sehr gut auf den Punkt gebracht, „MT“!

      Die schleichende Enteignung der wirklichen Leistungsträger unserer Gesellschaft erachte ich als das Hauptproblem überhaupt in unserem schönen „Sozialstaat“.

      Wenn ich mir ansehe, was Herr Schäuble schon wieder alles köchelt, stellen sich mir die Nackenhaare auf:
      http://www.t-online.de/wirtschaft/id_71015982/wolfgang-schaeuble-plant-steuerverguenstigung-fuer-konzerne.html
      http://www.t-online.de/wirtschaft/id_71021304/belastung-auch-fuer-mieter-grundsteuer-fuer-aeltere-haeuser-koennte-steigen.html

    • Sie unterschätzen die Gefahr, dass die Union die Themen der AfD besetzt, aber tatsächlich daran festhält, nicht mit ihr zu koalieren. Wer dann Ergebnisse bei diesen Themen will statt rot-rot-grüne Politik, muss die Union wählen. Daraufhin könnte die AfD weiter nach rechts rücken und immer radikalere Forderungen stellen, wodurch sie jedoch auch wieder Wähler an die Union verlieren würde. Die SPD hat zweimal den Fehler gemacht, eine Partei links von sich stark zu machen, erst die Grünen, dann Die Linke. Nun könnte ihr das Schicksal der FDP drohen, für nichts mehr zu stehen und in der neuen Mitte zerrieben zu werden. Vielleicht hat die Union mehr Weitsicht und Disziplin.

      • Wenn die SPD á la FDP aufgerieben würde, verliert die Demokratie dadurch überhaupt nichts. Wir leben schließlich im Jahr 2014 und nicht im Jurassic Park!

      • Das sehe ich ähnlich. Die AfD hat ihr Kernthema Euro verlassen (um nicht zu sagen: verraten), indem sie rechtsorientierten Wählerstimmungen hinterherlief – allerdings in eine Sackgasse, in der es keinen Wendehammer gibt. Denn eine Partei auf dem Weg nach „Rechts“ holt in Deutschland niemand zurück. Es gab nur eine Chance: eine klares und fokussiertes Programm ohne Wenn und Aber durchzuziehen. Es ehrt Sie aber persönlich, daß Sie offenbar durchzuhalten gewillt sind, bis Sie´s schriftlich haben. Die Union wird es machen, wie hier von Ihnen skizziert. Ich bin zwar dümmer als Sie, sah aber dieselbe strategische Option. Dann wird die CDU/CSU wohl auch drauf kommen. Schade um die vielen auf dem Weg desillusionierten, diffamierten, verleumdeten, ausgebrannten Idealisten, die Februar / März 2013 klare Ziele hatten.

    • Hartz 4 ist kein Bambi für das Lebenswerk, sondern stellt eine Unterstützung bei Bedürftigkeit dar. Daher ist es richtig, dass zunächst das Vermögen zu nutzen ist, wobei selbst genutzter angemessener Wohnraum nicht einmal versilbert werden muss.

      Wäre es gerecht, wenn Eltern, die mehrere Kinder groß gezogen haben und daher keine Reichtümer anhäufen konnten, für die Unterstützung Kinderloser herangezogen werden, weil deren Vermögen unantastbar sein soll?

      Darüber hinaus werden die Kinder (auch eine Lebensleistung!) teilweise von den Behörden aufgefordert, ihre bedürftigen Eltern zu unterhalten.

      • So viel vorneweg: Ich beneide niemanden, der auf Hartz IV angewiesen ist.

        Die Enteignung von Eigentum in Notlagen rechtfertigt allerdings überhaupt keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung mehr, jedenfalls nicht für Besitzende. Denn der Besitzende bezahlt seine Beiträge dann ja ohnehin nur für Andere, genau wie der Arbeitgeber keine Gegenleistung für den „Arbeitgeberanteil“ genannten Beitrag erhält, aber immer schön mitblechen muss.

        Das alles ist nichts weiter als sozialistische Augenwischerei, um die Staats- und Abgabenquote niedriger erscheinen zu lassen, als sie tatsächlich ist.

      • Die Arbeitslosenversicherung zahlt Arbeitslosengeld als Versicherungsleistung unabhängig vom Vermögen aus. Erst die frühere Arbeitslosenhilfe und jetzt Hartz IV sind staatliche Sozialleistungen. Dass jeder sich erst zuerst helfen soll, bevor er Steuergelder in Anspruch nimmt, finde ich grundsätzlich in Ordnung. Allerdings sollte die Haftung für Eltern oder erwachsene Kinder abgeschafft werden. Eine grundlegende Alternative wäre das Bürgergeld der FDP bzw. das bedingungslose Grundeinkommen der Piraten.

      • Zu den derzeit allerorten aufflackernden Diskussionen um bedingungsloses Grundeinkommen habe ich noch keine rechte Meinung.

        Auf den ersten Blick habe ich jedoch den Eindruck, dass dafür die Steuerschraube noch weiter angezogen werden müsste und sich echte Leistung noch weniger lohnen würde.

        Ich fürchte, dass durch bedingungsloses Grundeinkommen die Spirale des sozialistischen Umverteilungsprinzips noch weiter befeuert würde. Eben bis gar nichts mehr da ist – genau das, was wir bereits seit etwa 40 Jahren in Deutschland erleben. Der bevorstehende Crash lässt grüßen …

        Was spricht aus Ihrer Sicht für die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens?
        Wäre das Thema evtl. einen eigenen Thread wert?

  5. Interessant bezüglich der Ergebnisinterpretation ist meiner Meinung nach der Kommentar von Dieter Stein in der JF. Stein ist sicher eher dem (sehr) konservativem Lager zuzuordnen, von daher sind seine Schlüsse vielleicht überaschend. P.S. Ich bin kein Stammleser der JF, aber manchmal finden sich dort auch sehr vernünftige Artikel. Allerdings sollte man sich die Leserkommentare sparen, die sind tlw. zu unterirdisch. Der vielleicht beste Satz: „Die AfD wird konservativer, deshalb muß sie den liberalen Flügel schützen“ http://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2014/neues-kraeftetrapez-der-berliner-republik/

    • Zunächst Glückwunsch nach Thüringen und Brandenburg!

      Zu dem Satz: “Die AfD wird konservativer, deshalb muß sie den liberalen Flügel schützen” kann man nur sagen: gut erkannt. Wir Liberalen sollten versuchen, weiterhin Profil zu zeigen. Gut wäre es insofern, wenn Henkel in Hamburg kandidiert und klar wirtschaftsliberale Themen vertritt, selbst wenn es sich zumeist nicht um Landesthemen handelt. Beim Hamburger Bürgertum dürfte das gut ankommen.

      • Ich bin strikt gegen die Anhäufung von Ämtern und Mandaten. Wir sind doch nicht der Wahlverein einer kleinen Clique von Karrieristen und Lobbyisten, die sich die AfD nur für ihre Geschäfte oder ihre berufliche Karriere zu Nutze machen.

      • Herr Henkel muss keine Karriere mehr machen. Es wäre tatsächlich gut, wenn er in Hamburg antritt und dort den nächsten Wahlerfolg für die AfD einfährt. Herr Meister, Sie sollten einmal mit Ihrem unterschiedslosen Genörgel aufhören und strategisch denken. Wenn die (halbwegs) vernünftigen Leute in der AfD nicht zusammenhalten, fliegt der ganze Laden auseinander.

      • Lieber Herr Dilger,

        es mag sein, dass Sie Hans-Olaf Henkel aus einem anderen Blickwinkel sehen als ich.

        Herr Henkel ist in meinen Augen nichts weiter als ein erfahrener Lobbyist, den uns die geschickt haben, für die Merkel, Schäuble und Co. gegen die Interessen ihres eigenen Volkes agieren, von dem sie gewählt wurden.

        Leute wie Herr Henkel vertreten ganz sicher nicht die Interessen des Mittelstands, auch wenn er manchmal so tut.

        Außerdem mal Hand aufs Herz: Wie soll sich eine Kandidatur des auch schon ziemlich betagten Herrn Henkel in Hamburg denn mit seinem Mandat in Strassburg und Brüssel vereinbaren lassen?

        Ich meine, dass wir wirklich genügend kluge und unverbrauchte gute Köpfe in der AfD haben, um nicht auf greise Lobbyisten-Hasen und die dritte Garde der Unionsparteien angewiesen zu sein.

        „Unterschiedsloses Genörgel“?
        Wichtiger als die stoische Forderung nach „Geschlossenheit“ um jeden Preis ist doch jetzt eine ernst zu nehmende programmatische Ausrichtung der AfD, damit „der Laden nicht auseinanderfliegt“:
        http://afd-unterallgäu-memmingen.de/Urabstimmungsinitiative-Programmparteitag/

        LG
        Michael Meister

      • Sie behaupten wiederholt, „dass wir wirklich genügend kluge und unverbrauchte gute Köpfe in der AfD haben“. Dann mal her mit den Namen. Wer sich nicht einmal traut, seinen Hut in den Ring zu werfen, ist offensichtlich ungeeignet. Ich kenne leider nur ganz wenige Mitglieder, die ab Landesebene aufwärts geeignet (einschließlich gewillt) sind, ein Vorstandsamt oder ein öffentliches Mandat hinreichend kompetent auszufüllen. Vielleicht habe ich da auch zu hohe Ansprüche, aber was beim Unterlaufen dieser Ansprüche passiert, können wir allenthalben beobachten. Nur gut, dass das den Protestwählern bislang herzlich egal ist.

      • Was Sie hier so bescheiden in Klammern gesetzt haben, ist doch genau der Punkt, lieber Herr Dilger: Wer von den unverbrauchten guten Köpfen, oder auch von denen, die sich die Finger bereits einmal verbrannt haben (hierzu zähle ich auch Sie und mich) ist denn unter den derzeitigen Umständen überhaupt gewillt, den Hut oberhalb der Kreisverbandsebene für die AfD in den Ring zu werfen?

        Herr Wilhelm und auch Herr Heine haben die Situation doch bereits mehr als treffend beschrieben: Ein Heer von ansonsten vollkommen talentfreien Höflingen (fast durchwegs ehemalige CDU- und CSU-Mitglieder) sorgt schon dafür, dass jeder, der unseren vermeintlichen Lichtgestalten auch nur ansatzweise „gefährlich“ werden könnte, rechtzeitig diffamiert, diskreditiert und gemobbt wird.

        Warum werfen Sie selbst Ihren Hut derzeit denn nicht in den Ring?
        Ich traue mich wetten, dass Ihre Motive die oben beschriebenen sind.
        Richtig?

        😉

      • Was hält Sie dann ab?
        Haben Sie schon vor den Braunen und Islam-Bashern in der AfD kapituliert?
        Genau vor diesen „Parteifreunden“ dürfen wir doch jetzt nicht in die Knie gehen, wenn wir die AfD als politisches Vehikel für liberale Interessen und den gesunden Menschenverstand erhalten wollen.

      • Erst einmal ist zur Zeit überhaupt kein Ring frei, in den ich meinen Hut (den ich gar nicht habe) werfen könnte. Der Bundesvorstand ist nächstes Frühjahr zu wählen. Dann sind nicht nur meine Wahlchancen dort gering, sondern auch die Einflussmöglichkeiten im Bundesvorstand. Ende nächsten Jahres ist der Landesvorstand in NRW neu zu wählen. Wir wissen gar nicht, wie die Partei dann aussehen wird, was erst recht für 2017 gilt, wenn in NRW und im Bund gewählt wird. Also warten wir doch einfach ab bzw. erledigen die jetzt anstehenden Aufgaben wie unsere jeweiligen Urabstimmungsinitiativen. Damit können wir testen, wie demokratisch und eurokritisch die AfD ist.

      • Abwarten ist zur Zeit auch meine Devise. Habe gerade erst gestern Abend eine Kandidatur für ein Pöstchen im Bezirksvorstand dankend abgelehnt.

        Bezirksverbände sind m.E. eine Gliederungsebene, die besser wieder abgeschafft werden sollte. Jedenfalls bei uns in Bayern. Das fast gleich große und an AfD-Mitgliedern inzwischen stärkere Nachbarland Baden-Württemberg kommt auch sehr gut ohne Bezirksverbände aus.

    • Der Artikel ist wirklich recht vernünftig und für die Junge Freiheit eher überraschend. Allerdings könnte es schon zu spät sein. Wir haben inzwischen deutlich mehr verkrachte Existenzen mit (hohen) Parteiämtern und Mandaten als Liberale.

      • Wenn ausgerechnet die „Junge Freiheit“ schon zu dieser Erkenntnis kommt, sollten eigentlich bei jedem einigermaßen vernunftbegabten Parteifreund die Alarmglocken schrillen.

  6. Henkel in Hamburg wäre strategisch sehr gut.

    Wir sollten aber nicht um Kommata streiten und mehr zusamenhalten.
    Es findet sich ja alles.

    Henkel kann ich allerdings noch nicht klar einordnen.
    Zuviele Wirtschaftsinteressen hat er mir.

    Bei Henkel schwebe ich immer zwischen einem der ist ok und der ist nicht ganz so ok.
    Vieleicht ist er zu liberal – kann ja auch sein.

    Was ich an Liberalen nicht so mag,hat einer mal auf den Punkt gebracht.
    Wir sind die Partei der Besser – Verdienenden.

    Damit kann man keine Nation regieren,denke ich mal.

    • Wissen Sie noch, wie die FDP zu diesem unglücklichen Namen gekommen ist? Sonst können Sie es bei Wikipedia nachlesen. Es ging eigentlich gegen die SPD, die 1994 schon Normalverdiener (ab 50.000 DM) mit einer Ergänzungsabgabe überziehen wollte. Inzwischen sind ohnehin die Einkommen der Grünen am höchsten.

    • Meiner Meinung nach ist Herr Henkel kein klassischer Liberaler, sondern ein Interessenvertreter der Hochfinanz.

      Liberal bedeutet auch keineswegs, nur für die Interessen der Besserverdienenden einzutreten. Aber wenn es dem Mittelstand, also dem Rückrat unseres Sozialstaats, nämlich der heimischen Wirtschaft gut geht, dann geht es allen gut.

      Wenn dem Mittelstand hingegen der Garaus gemacht wird, dann geht es den Profiteuren des Umverteilungsstaates gerade noch so lange einigermaßen gut, wie die gut verdienenden Beschäftigten der Großkonzerne in unserem Land eine Anstellung haben. Entscheiden sich die Großkonzerne, weiter zu ziehen, da ihnen die Lohnkosten in Deutschland zu hoch sind, dann ist der Ofen endgültig aus.

      Mittelständler tragen Verantwortung für unser Land. Internationale Großkonzerne (deren Interessen beispielsweise Herr Henkel sein Leben lang als Lobbyist vertreten hat) hingegen nicht.

      Wollen Sie, dass wir zunehmend am Tropf der internationalen Hochfinanz hängen?

      • Jetzt lassen Sie doch einmal die sozialistischen Kampfbegriffe weg. Henkel ist nunmehr erklärter Eurogegner und tritt für marktwirtschaftliche Positionen ein. Mittelstandsfreundlicher geht es nicht. Wenn die AfD ein (wirtschafts-) liberales Gesicht außer dem Inhaber dieses Blogs hat, dann ist es Henkel. Deshalb sollten wir, und Sie, wenn Ihnen der Mittelstand am Herzen liegt, ihn unterstützen.

      • Guten Abend Herr Meister,

        ich stimme Ihrer Gesamtbewertung zu Herrn Henkel zu.

        Ich würde noch hinzufügen, dass mit seiner stärkeren Präsenz mehr Wähler abgewehrt als gewonnen werden können, weil er „unsozial“ und „kalt“ wirkt.

        Das soziale Element können wir – obwohl der Sozialstaat dringend reformbedürftig ist und auch nicht mit einem Einwanderungsland harmoniert – nicht beiseite lassen. In dieser Hinsicht ist H.O.H. kein Blumentopf zu gewinnen. Auch keine Hilfe bei der Stärkung deutscher Souveränität, dazu ist der Mann zu sehr seiner Internationalität verbunden.

      • Herr Henkel wirkt weder unsozial noch kalt. Ich kann mir auch nicht denken, dass er nur einen einzigen Wähler abgeschreckt hat. Kennen Sie einen? Wer die AfD wählt, lässt sich von ihm wohl kaum abschrecken. Umgekehrt dürfte er noch eine größere Zahl von Wählern angelockt haben, da er bekannt ist und für Seriosität steht.

      • Guten Tag Herr Dilger,

        wahrscheinlich könnte ich ganz gut mit ihm persönlich, wenn ich ihn mal treffen würde. Aber das ist nicht entscheidend. Er wirkt schon leicht arrogant, aber das ist nur mein Eindruck.

        Ich verfolge aber aufmerksam die äußerst zahlreichen Diskussionen über ihn in den Medien und vor allem in Blogs. Das ist Ergebnis ist von der Tendenz her eindeutig. Daraus habe ich meinen Kommentar abgeleitet.

      • Herr Henkel steht offensichtlich für eine andere Richtung in der AfD als Sie. Aber Sie sollten ernsthaft über das Argument in der Jungen Freiheit nachdenken, dass gerade eine konservativere AfD den liberalen Flügel braucht.

      • @Marktliberaler:
        Lobbyarbeit für internationale Großkonzerne nutzt dem Mittelstand gar nichts. Was diese Feststellung mit „sozialistischen Kampfbegriffen“ zu tun hat, wüsste ich außerdem schon sehr gerne von Ihnen. Der Sozialismus hat schon immer mit den Großkonzernen gepackelt (das war schon zwischen der SPD und den Stahlbaronen so) und nie den Mittelstand gestützt.

        @Herrn Dilger und Chufu:
        Herrn Henkels Wirkung ist sicher nicht auf jeden gleich. Aber das ist kein spezifisches „Problem“ von Herrn Henkel, sondern einfach eine Frage persönlicher Sympathie und Antipathie. Als Herr Henkel jünger war, wirkte er auch auf mich durchaus sehr smart und sympathisch. Heute leider nicht mehr so sehr, was aber eher seinem fortgeschrittenen Alter geschuldet ist (irgendwann jenseits der 70 sollte man sich eben besser zurück ziehen).

        Die Argumentation des Artikels in der Jungen Freiheit teile ich indes. Hoffen wir nur, dass es für einen liberalen Flügel nicht schon zu spät ist, wie z.B. Frau Merz vermutet: http://blog.michaelamerz.com/wordpress/begrundung-zum-austritt-aus-der-afd/ (sehr lesenswerter Beitrag, wenn auch ich sonst kein Anhänger dieser Dame bin)

      • Ich werde Ihnen mit Sicherheit nicht den Gefallen tun. Sie und Ihr Blog hier ist nicht repräsentativ für die AfD. Im Gegenteil. Ich fühle ich mich sehr gut in dem sehr stark vertretenen national-konservativen AfD-Flügel aufgehoben, der vielleicht außerhalb NRW noch etwas stärker ist. Ich fühle mich zu dem von der gesamten Entwicklung bestätigt. Das kann man wohl bzgl. Ihrer linksliberalen Fraktion hier nicht sagen, die sich m. E. langsam immer mehr ins Abseits manövriert.

        Ich finde deshalb, Sie gehören objektiv nicht die AfD, dann doch eher sogar der libertäre Herr Meister. Nämlich, weil er etwas will, was nicht Sie wollen. Er will ändern, ein anderes Deutschland (auch wenn seine Vorstellungen in mancher Hinsicht etwas anderes aussehen mögen wie die meinen).

        Immerhin, Herr Meister ist offensichtlich geistig nicht ein Bestandteil des überkommenen Politsystems geblieben, wie es bei Ihnen offensichtlich der Fall ist. Daran ändert sich aus meiner Sicht auch nichts, dass Sie über diverse wirtschaftswissenschaftliche Kompetenzen verfügen mögen oder gegen die Euro sind, wobei Sie immer noch dessen offensichtlichen politischen Zweck leugnen oder verdrängen, was für sich schon erstaunlich ist, aber meine These, dass sie kein AfD-, sondern nur ein etwas verprellter FDP-Mann sind, bestätigt. Weil Sie eben das „System“ hinter dem Euro nicht antasten wollen. Nichts für ungut ….

      • Selbst Nachdenken ist also zu viel verlangt von Ihnen.

        Frau von Storch meint übrigens auf ihrer Facebookseite, wofür sie 188 Likes bekommen hat:

        Liebe Trolle, nur Euch zur Info: Bei mir werden Eure Kommentare nicht einfach nur gelöscht. Ich blockiere Euch ohne jede Vorwarnung gleich beim ersten Mist, den Ihr hier postet. Und das Regime ist rigoros. Ich sperre lieber einen zuviel, als einen zu wenig. Das an die Grenzgänger. Beste Grüße BvS

      • Werter Chufu,

        zum Glück bestimmen nicht Sie, wer in die AfD gehört und wer nicht. Ihre Anti-System-Rhetorik erinnert doch sehr an die NPD. Die AfD und ihre führenden Protagonisten haben sich von Anfang an für die Verteidigung des Grundgesetzes und der Rechtstaatlichkeit überhaupt ausgesprochen, Sie wollen offenbar eine revolutionäre Umwälzung. Das ist nicht der Weg, den die allermeisten AfD’ler gehen wollen.

        Liberale und Konservative sollten sich vielmehr ihrer gemeinsamen Grundüberzeugungen besinnen und mit- statt gegeneinander kämpfen. Ich sehe mich als Liberalen mit konservativer Mentalität, der sich in dem Bundes- und Europawahlprogramm sehr gut wiederfindet. Herr Dilger hat immer wieder betont, dass auch ein konservativer Flügel zur AfD gehört. Herr Stein von der Jungen Freiheit betont nun auf der anderen Seite die Notwendigkeit eines liberalen Flügels. Das nenne ich vorbildlich!

        Stattdessen sehe ich seit Monaten, wie Mitglieder aus dem rechten Lager sogenannte „Linksliberale“ aus der Partei vertreiben wollen. Und ich sehe tatsächliche oder vorgebliche Liberale, die gleich die beleidigte Leberwurst spielen und nicht nur das Handtuch werfen, sondern öffentlich noch nachtreten. Beides gehört sich nicht und schadet uns allen!

        Herr Stein trifft den Nagel auf den Kopf: Die AfD ist auch deshalb so erfolgreich, weil sie von Anfang an gesellschaftsfähig war. Mit Anti-System-Rhetorik und ohne liberalen Flügel würde sich das rasch ändern. Dann wird die Partei schnell wieder in der Bedeutungslosigkeit verschwinden – wie einst die Republikaner, die nach rechts gekippt sind, oder zuletzt die Piraten, die nach links gewandert sind. Ich will und werde das nicht zulassen, denn nach der AfD kommt lange nichts.

      • Danke für diese Ausführungen! Im Übrigen ist es überhaupt kein Widerspruch, liberal und konservativ zu sein (siehe ‚Was bedeutet konservativ heute?‘). Ich möchte die Bundesrepublik Deutschland und das Grundgesetz bewahren, was sowohl liberal als auch konservativ ist, während Herr Chufu und seine Gesinnungsgenossen beides umstürzen wollen, was reaktionär und zugleich revolutionär ist.

      • Lieber Herr Meister,

        es ist nicht einfach die richtige Kommentierstelle gefunden. Aber ich habe nich etwas für Sie in der FAZ gefunden, was Sie bestimmt „freuen“ wird, Auszug:

        „Illegal ausgezahlte Renten und Pensionen haben den griechischen Staat in den vergangenen 15 Jahren fast fünf Milliarden Euro gekostet. Jetzt hat Athen die Auszahlung solcher „Phantomrenten“ gestoppt.“

  7. Ganz klar ist, dass wir in Thüringen und Brandenburg die zweistellige Zustimmung nicht bekommen haben, weil wir oder andere Länder aus dem Euro sollen, obwohl es das Kernthema der AfD ist. Es leuchtet ja ein, dass wir jetzt in die Landesparlamente kommen müssen, als Unterbau für politische Entscheidungen. So müssten wir jetzt daran arbeiten, ein Kernthemenpaket zu erstellen. In dieses Paket hinein muss das Thema „Deutschland-Einwanderungsland“. In Deutchland darf nur der einwandern, der eine Arbeitserlaubnis hat. Die Bewertung der Anforderungskriterien der Arbeit wird stets neu festgelegt aufgrund der Anforderungen. Flüchtlinge sind natürlich ausgeschlossen, sowie Ausnahmen eingeschlossen. Das wäre z.B auch ein Kernthema, wo die Länder Deutschlands mitzuwirken hätten

  8. Pingback: 30. Dortmunder Citylauf in 23:27 | Alexander Dilger

  9. Die AfD brauch in Hburg einen redebegabten Rhetoriker wie Björn Hocke in Thüringen.

    Die Afd sollte sich darüber freuen, dass Björn Hocke auf Platz Eins gewählt wurde. Dieser Wahlkampf war in allen Parteien stark Personen zentriert und die Afd hatte echt Glück, dass Sie einen begabten Redner und Populisten als Gedicht der Partei hatten.

    Das wirklich positive an Björn ist, dass er klar und deutlich spricht und durch seine Wortwahl deutlich anders präsentiert als die etablierten Politiker

    • Zumindest war die AfD bei den Wahlen erfolgreich. Doch vermutlich muss man Hamburger anders ansprechen als Thüringer. Außerdem ist nicht nur der Wahlkampf wichtig, sondern auch die parlamentarische Arbeit danach. Da haben jetzt alle drei Landtagsfraktionen eine große Verantwortung, weil sie das öffentliche Bild der Partei prägen werden.

    • Lieber Viktor,

      Ihr Beitrag stimmt mich sehr bedenklich …

      Dass ein Kandidat – erst recht ein Spitzenkandidat – sich klar und deutlich zu artikulieren vermag, ist für mich ein absolutes MUST HAVE und sollte doch nicht extra hervorgehoben werden müssen. (?)

      LG
      MM

      • Nun ja,wenn wir uns an Kohl erinnern….es geht auch ohne.

        ( etwas Spaß darf auch mal sein )

  10. Wobei ich dann noch zu sagen hätte, dass Hocke absolut keine Spitzenkraft ist, was die Rhetorik angeht. Die leicht lockere Art sollte dieses Manko verdecken, hatten viele wohl nicht bemerkt, aber ich sehe so etwas. Als guter Rhetoriker im Fernsehen dienten seine herrschaftlichen Sprüche und zitternde Gelassenheit in Gleichklang mit der Tatsache, dass er besser die Hände aus der Hosentasche zu holen hat, wenn man mit dem Volk spricht, eher negativ.

  11. Vielleicht noch ein kleiner Hinweis über die Aussage der CDU in Thüringen, dass sie ihr Wahlergebnis von 31,2 % auf 33.5 % gesteigert hat. In Wirklichkeit hat die CDU gegenüber der LTW 2009 circa 15000 Wählerstimmen verloren.

  12. Sehe gute Chancen für Hamburg und Bremen in Hamburg wird Hans Olaf Henkel auf Platz Eins kandidieren und in Bremen will der Schatzmeister im Bundesverband der AfD Piet Leitreiter für die Bürgerschaft kandidieren.

    Denke das man hier zwei gute Leute ins Rennen schickt und wenn die restliche Partei nicht viel Unsinn macht und sich nicht zerstreitet, sehe ich hier die Möglichkeit an den 20 Prozent sich zu nähern.

    Beide Männer kommen aus der Wirtschaft und können die ungklücklichen FDP Wähler für sich gewinnen.

    Michaela März ist heute aus der Partei ausgetretten und hat noch mal schön mit Dreck hinter sich geschmißen, was ist ihre Meinung dazu Herr Dilger.

    • Frau Merz hat immerhin bis nach der Wahl mit ihrem Austritt und der Austrittserklärung gewartet. Wenn jemand nicht mehr in der Partei ist, kann auch keine besondere Loyalität mehr verlangt werden (es gibt höchstens noch nachwirkende Pflichten aus früheren Ämtern z. B. den Datenschutz betreffend). Viele von ihren Gründen kann ich auch nachvollziehen, selbst wenn ich (noch?) die Zukunftsaussichten der AfD besser einschätze, nicht zuletzt wegen Hamburg und Bremen.

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