Im Dutzend billiger

Letzte Woche habe ich nicht nur die ersten Spekulatius der Saison gekauft (siehe ‚Apfelmarkt und Spekulatius‘), die ich heute verzehrte, sondern auch die erste Kiste Cola mit 1l-Flaschen seit Jahren. Zuvor hatte ich Kästen mit 0,5l-Flaschen im Büro. Die Menge gefällt mir besser, ein ganzer Liter ist selbst mir zu viel an einem Tag. Als Ökonom konnte ich jedoch nicht ignorieren, dass ein Kasten mit einem Dutzend 1l-Flaschen billiger war bzw. ist als ein Kasten mit 0,5l-Flaschen. Dass ein Liter Cola in einer Flasche billiger ist als aufgeteilt in zwei, finde ich völlig normal. Hier war jedoch die größere Flasche absolut biliger als die kleinere. Selbst wenn ich nur die Hälfte trinken und den Rest wegkippen würde, hätte ich noch gespart.

Es lässt sich aber auch erklären, warum die Läden solch eine seltsame Preispolitik betreiben. Die Kästen mit 1l-Flaschen werden intensiv beworben und darum gibt es starken Wettbewerb. Sie sind ein sogenanntes Ankerprodukt, was für Kästen mit kleineren oder noch größeren Flaschen wie auch die Einzelflaschen nicht gleichermaßen gilt. Doch damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende. Denn die größeren Flaschen haben den Nachteil, dass ich mehr von dem Zuckerzeug trinke, was langfristig durchaus teurer kommen könnte als die Preisersparnis. Denn faktisch schütte ich die Cola natürlich nicht weg. Allerdings trinke ich zumindest nicht die ganze Flasche in einem Zug, sondern verteile das jetzt auf zwei Tage.

12 Gedanken zu „Im Dutzend billiger

  1. Meinen Kindern erkläre ich, dass sie für den Verzehr von solchen Limonaden Geld kriegen müssten, denn die Entsorgung von Industriemüll kann ja eigentlich nicht kostenlos erfolgen…

    Die Überteuerung wird eigentlich erst im Verhältnis zu den Preisen von hochwertigen Produkten deutlich. Biere gibt es ab 50 cent / l, Säfte und Milchprodukte je ab 70 cent / l. Diese Produkte sind nährstoffreicher, aufwendiger in der Produktion und kosten manchmal weniger als diese Zucker(ersatz)wasserprodukte mit Geschmack.

    Zitronenlimonade lässt sich im übrigen sehr gut selber herstellen. Die Zitronensaftkonzentrate kann man in jedem Lebensmittelgeschäfft kaufen. Dieses wird mit Wasser verdünnt und mit wenig Zucker oder Zuckerersatzstoffen versüßt. Solche Getränke sind erfrischend, preisgünstig und deutlich gesunder als der Industriemüll in den Getränkemärkten. Alternativ eignen sich auch Brausen sehr gut. Wenn eine Brausetablette auf einen Liter verwandt wird, dann ist auch das Risiko der Überversorgung mit Vitaminen gering. Das meiste ist ja ohnehin nur Vitamin-C.

    Im Ergebnis gibt es bei uns das Dogma des Limonadenverbots. Lieber kaufe ich den Kindern gelegentlich eine Kiste Malzbier oder Apfelschorle. Meistens wird Wasser, Tee, Milch oder Brause getrunken. Bei fünf Personen spielt nämlich auch die Logstik eine große Rolle. Es entstehen sehr schnell große Mengen an Leergut. Ich müsste für die Getränkeversorgung extra Fahrten pro Woche vornehmen.

    ( Ich muss zudem gestehen, dass ich Getränkeeinkäufe hasse. Diese kantigen, wackeligen und schweren Kästen auf den häufig auch noch ramponierten Einkaufswagen mit defekten Rollen… ( Mir ist einmal so ein Einkaufswagen auch umgekippt. ) Beim Entladen muss man auch noch aufpassen, dass der Wagen nicht wegrollt. Zu Hause kann ich die Dinger quer durch den Garten in den Keller schleppen. Getränkeeinkäufe sind ein Horror ! )

    • Mittelfristig werde ich den Konsum von Cola und anderen ungesunden Sachen wohl ohnehin drastisch einschränken müssen, um unserem Kind ein besseres Vorbild zu sein. Allerdings trinke ich zu Hause ohnehin vor allem Leitungswasser und Cola mehr im Büro sowie auswärts z. B. bei Parteiterminen.

      • Sehr geehrter Herr Dilger,

        Sie und Ihre Frau werden den optimalen Weg finden.

        Tabuisieren sollte man Genussmittel nicht, man kann Kindern aber einen vernünftigen Umgang damit lehren. Ob Kekse und Schokolade oder Cola, Fastfood und später alkoholische Getränke. Wenn Kinder damit aufwachsen, dass man ab und zu durchaus einmal ungesund genießen darf wenn grundsätzlich auf gesunde Ernährung geachtet wird, lebt es sich entspannter.

        Spätestens wenn Kindern Taschengeld zur freien Verfügung steht, orientieren sich die Ausgaben an Freunden und nicht an dem, was Eltern gerne hätten.

        Lieber ein Kind, das frei zuhause erzählen darf eine Limo oder eine Portion Pommes „rot/weiß“ vom Taschengeld gekauft und genossen zu haben, als eines, das aufgrund eines schlechten Gewissens dieses verschweigt oder sich zum Lügen gezwungen sieht.

        Bei unseren Kindern sind wir mit dieser Erziehung gut gefahren.

        Die besten Wünsche
        Melanie Kunze

      • Danke für den Zuspruch! Unser Kind soll zu uns Vertrauen entwickeln und uns alles ehrlich erzählen. Ob das gelingt, wird man sehen. Dazu gehört es natürlich auch, dass wir selbst zu unserem Kind ehrlich sein müssen und möglichst gute Vorbilder. Das ist vermutlich auch gesünder für mich…

      • Lieber Herr Dilger, ich weiß wirklich was ich mit Ihnen anfangen soll. Irgendwie sind Sie ja doch putzig (siehe heutiges Thema). Da menschelt es ja so richtig.

        Mal ernsthaft: Sie wären sicherlich ein guter Berater im Hintergrund, aber kein „Vollzugsmensch“ und Entscheider, was ein Politker sein muss, der zum Teil harte Entscheidungen ohne vollständige Kenntisse der Sachlage, oft nur mit einer gefühlsmäßigen Einschätzung der Lage treffen muss.

      • Dann seien Sie doch zufrieden mit unseren Politprofis, die ganz ohne Sachkenntnis rein politisch entscheiden. In der AfD gibt es z. T. auch schon solche Leute. Vollständige Kenntnisse gibt es übrigens fast nie, auch nicht in der Wissenschaft (höchstens in der Mathematik), doch man sollte mit so guten Informationen und so viel Rationalität wie möglich entscheiden. Nur in der Politik kann das von Nachteil sein, wenn man sich dadurch z. B. zu weit von seinen Wählern und Kollegen entfernt.

  2. Pingback: Im Dutzend billiger | FreieWelt.net

  3. Reste nicht wegschütten, nicht per Kind entsorgen,
    sondern damit regelmässig das WC reinigen !
    Wirksam (Phosphorsäure u.a.) und ökonomisch. Tipp sollten Sie in die nächste Vorlesung einbauen.

  4. Alle Cola Derivate finde ich geradezu ekelhaft! Zudem: wenn ich einen Schluck von etwas trinke, das zu stark mit Kohlensäure versetzt ist, bekomm ich sofort Schluckauf. Bei uns gibt es hauptsächlich auch Wasser, meist kaltes Leitungswasser, und ansonsten viel Tee, Kaffee, aber auch viele Säfte. Da wir in sehr naher Umgebung eine große Streuobstwiese haben, konnten wir im vergangenen Jahr ca. 400 große Flaschen Apfel- und Birnensaft einlagern. Dazu benötigt man natürlich einen vergleichsweise weitläufigen Keller und eine Mosterei in der Nähe. Den Preis dafür bezahlt man dann hauptsächlich in eigenen Arbeitsstunden, wobei niemand, der das noch nicht selbst gemacht hat weiss, wie schnell man das erforderliche Obst für eine solche Menge Saft beisammen hat – zur Genugtuung kann man im Getränkemarkt dann gerne die Preise für Direktsäfte etc. vergleichen, bspw. Schloer Apfelsaft 1l ist meiner Erinnerung nach bei 1,80.

  5. Zucker: Noch nie von Cola Light oder Cola Zero (Cola Zero wurde speziell für *echte Männer* von der Marktingabteilung erfunden, weil Cola Light – englisch: Diet Coke – so sehr nach Diät klingt, dass Männer, außer Komplettweicheiern, sie nicht anrühren) gehört? Da kann man so viel Cola trinken wie man will, ohne am Zuckerschock zu sterben. Am Süßstoff-Schock kann man natürlich auch sterben, aber nur wenn man daran glaubt.

    • Es ist umstritten, ob gerade die Süßstoffe dazu führen, dass die Leute mehr essen und damit dicker statt schlanker werrden. Bei mir würden sie jedenfalls komplett den Zweck verfehlen, warum ich das Zeug überhaupt trinke. Denn ich will gerade die Energie schnell ins Blut bzw. Gehirn bekommen. Das ist natürlich nicht gesund und zu Hause bevorzuge ich andere Mittel, doch im Büro fehlt mir meist die Zeit dazu.

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