Glückwunsch zum Wahlerfolg in Sachsen!

Meinen Glückwunsch zum Wahlerfolg der AfD Sachsen und vielen Dank an all ihre Wähler! Nach dem vorläufigen Ergebnis hat die AfD aus dem Stand 9,7 % erreicht. Das ist großartig. Brandenburg und Thüringen können hoffentlich in zwei Wochen daran anschließen. Selbst eine Regierungsbeteiligung erscheint jetzt möglich in Sachsen, wenn auch nicht sehr wahrscheinlich. Ich würde das begrüßen, da es die Seriosität, Verantwortlichkeit und auch Sichtbarkeit der AfD weiter erhöhen würde.

Die CDU wird mit 39,4 % wieder mit Abstand stärkste Partei und die nächste Regierung anführen, auch wenn es ihr schlechtestes Ergebnis seit 1990 ist. Die Linke folgt mit 18,9 %. Die SPD hat dagegen nur 12,4 % erreicht, was für eine echte Volkspartei viel zu wenig ist, obwohl es eine Steigerung um zwei Prozentpunkte im Vergleich zu 2009 darstellt. Die Grünen sind mit 5,7 % wieder im Landtag, doch weit hinter der AfD. Die NPD ist vermutlich mit 4,9 % nicht mehr im Landtag vertreten, was ich sehr begrüße. Zugleich unterstreicht es, dass die AfD vor allem andere Wähler anspricht. So ist die FDP mit 3,8 % nicht mehr im Landtag und damit auch an keiner Landesregierung in Deutschland mehr vertreten. Ich denke, dass sich diese FDP nicht mehr erholen wird, so dass die verbliebenen Liberalen zur AfD kommen sollten.

69 Gedanken zu „Glückwunsch zum Wahlerfolg in Sachsen!

  1. Gerade der von Frau Petry propagierte Kurs ließ allerdings so gut wie nichts Liberales erkennen. Der Erfolg in Sachsen gibt also erstmal jenen Recht, die aus der AfD eine rein rechte Partei machen wollen. Ich bezweifle jedoch stark, dass dieses Rezept im ganzen Land funktioniert.

    • Die meisten Wähler kamen von der CDU zur AfD, die zweitmeisten von der FDP, gefolgt von Die Linke und NPD. Aus Sicht der FDP wanderten die meisten Wähler zur CDU (abgesehen von den Nichtwählern), die zweitmeisten zur AfD (siehe hier). Sowohl AfD- als auch FDP-Parteiführung ignorieren diese Fakten zum eigenen Nachteil.

      • Das Wahlprogramm in Sachsen ist in der Tat defizitär, es ist jedoch unsachlich das Frau Petry in die Schuhe zu schieben. Das hat der dortige Landesverband in seiner Gesamtheit zu verantworten und beschlossen.

        Ich persönlich behaupte, dass die AfD ein noch besseres Ergebnis mit einem besseren Programm eingefahren hätte. Außerdem glaube ich, dass die niedrigere Wahlbeteiligung eher geschadet als genutzt hat, da Nichtwähler und Eltern Zielgruppen waren. Gerade Familien wurden aber durch die Ferien und das Datum (letzter Ferientag) von der Wahl abgelenkt.

        Sehr erfreulich ist dass die NPD nach momentanem Stand wohl nicht im Landtag sein wird. Das wird verhindern, dass es zu einem Wettbewerb um NPD-Wähler kommt und dass die NPD das AfD-Label mit brauner Soße bekleckern kann. Vielleicht hat dazu auch das dortige AfD-Wahlprogramm beigetragen, was dann sogar taktisch geschickt gewesen wäre.

        Einen etwaigen Fluss von FDP-Funktionären in die AfD würde ich mir nicht wünschen, weil viele von den verbliebenen FDP-Mitgliedern wohl dem Euro zugetan sind. Ich kann mir nicht vorstellen dass jemand Euro-Fans aus Karrieremotiven in die AfD einsickern sehen will.

        Herr Dilger: Viele – nicht alle – Leute, die von der FDP zur AfD wechseln, sind enttäuschte Unionswähler, die beim letzten Mal aus Ärger FDP wählten (so wie andere sich aus anderen Motiven ärgerten und damals für die NPD votierten). Bedenken Sie in dem Zusammenhang dass die letzte sächsische Landtagswahl kurz vor der letzten Bundestagswahl stattfand.

        Ich würde es begrüßen, wenn die Liberalen mal bundesweit an konkreten Vorschlägen arbeiten würden, welche bei der ganzen Partei Anklang finden können, statt nur zu betonen wie liberal sie sind und dass es andere nicht sind. Hier einige (verbesserungsfähige) Ideen:
        – Verschlankung des Staatsaufbaus mit mutigen Reformideen (etwa die Abschaffung des rein zeremoniellen Amts des Bundespräsidenten, Beschränkung der Bundesregierung auf eine bestimmte Zahl von Ministerien und Staatssekräteren etc.)
        – Weniger Planwirtschaft und mehr Freiheit in der Familienpolitik, d.h. signifikante steuerliche Entlastung von Familien statt eines nachweislich sinnlosen aber teuren Förderprogramms
        – Optimierung des Schulunterrichts (ich würde etwa Wandertage abschaffen, so etwas gab es jedenfalls bei mir; wir sind da pflichtschuldig um den Block gelaufen und dann nach Hause gefahren, dafür ist Unterricht entfallen)
        – Umwandlung der Bundeswehr in reine (aber effektive) Selbstverteidigungsstreitkräfte prinzipiell nach japanischem Vorbild, wenn auch eingebunden in die NATO-Verteidigung (der NATO-Mitgliedsländer, nicht von Dritten)
        – Massive Verschlankung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf dessen eigentliche Aufgabe – Mindestbedarf an Information und Kultur (reine Pop-Musiksender, egal ob deutsch oder nicht, zählen für mich nicht dazu); eventuell teilweise Umwandlung der Sender (ZDF) in eine Art Genossenschaft auf Pay-TV-Basis mit freiem Zugang für sozial Schwache (mal sehen, wie viele dann zahlen wollen)
        – In der Europapolitik vielleicht Beschränkung der Zahl von Richtlinien, die die EU-Kommission pro Jahr herausgeben darf: http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/eu/11061538/EU-to-ban-high-energy-hair-dryers-smartphones-and-kettles.html
        – Förderung von Freiheit des Internets und des Datenschutzes als deutscher Standortfaktor gegenüber eigentlichen IT-Hochburgen wie Amerika

        Ich würde die programmatische Weiterentwicklung in jedem Fall Mitgliederbefragungen über das bestehende Programm bzw. das Beschweren über die Ideen von anderen vorziehen. Eine liberale Initiative ist von meiner Warte aus erwünscht, muss aber entsprechend viele Unterstützer am besten überall im Land haben und sollte auch darauf achten, andere Parteimitglieder nicht vor den Kopf zu stoßen. Es sollten etwa keine traditionellen christlichen Feiertage in Frage gestellt und auch nicht das Wort „liberal“ verwendet werden. Letzteres ist in der parteiinternen Diskussion ein Codewort für „ehemalige FDP-Mitglieder“, was Gräben aufreißt und das Durchsetzen der Vorschläge aus unsachlichen Erwägungen heraus erschwert – in der Politik muss man leider auch unlogisches und emotionales menschliches Verhalten berücksichtigen.

      • Es geht nicht so sehr um FDP-Funktionäre. Die verbliebenen dürften ohnehin größtenteils Eurofans sein, die sicher nicht zur AfD kommen. Doch es gab viele vernünftige FDP-Mitglieder und vor allem auch Wähler. Wenn diese früher auch schon einmal CDU wählten, muss das kein Nachteil sein. Von den 14 % FDP-Wählern 2009 sollte die AfD so viele wie möglich an sich binden.

        Das Eurothema ist nicht nur weiterhin am wichtigsten, sondern verbindet auch die liberalen mit den konservativen und ultrakonservativen Mitgliedern. Die von Ihnen vorgeschlagenen Themen sind meistens zu klein (symbolisch wichtig ist allerdings der Kampf gegen die Zwangsabgabe für den Staatsfunk) und auch noch nicht vollständig durchdacht. So würde durch eine Abschaffung des Bundespräsidenten der Staat nicht schlanker, sondern die Bundeskanzlerin als dann auch formelles Staatsoberhaupt noch mächtiger. Schulwandertage mit den Schülern finde ich auch sinnvoll im Gegensatz zu Dienstausflügen der Lehrer während der Schulzeit.

        Im Übrigen wurden in der AfD nur Wahlprogramme auf breiter Grundlage beschlossen, während das eigentliche Parteiprogramm noch vom Gründungstreffen im kleinen Kreis im Februar 2013 stammt. Liberal hat schließlich mit der FDP herzlich wenig zu tun.

      • Vielen Dank für den sehr interessanten Link. Die Sachsen-Wahl ist herbe Schlappe für die FDP. Andererseits muss man bedenken, dass Sachsen nicht gerade repräsentativ für Gesamtdeutschland ist. Folglich sollten wir (AfD) uns nicht zu früh freuen. Raysons Hinweis bzw. Bedenken kann ich leider nur zustimmen.

      • Jetzt sollten wir uns über den Erfolg freuen, auch wenn Sachsen natürlich nicht repräsentativ ist. Weitere Erfolge in Brandenburg und Thüringen sind gut möglich, aber auch nicht repräsentativ. Nächstes Jahr wird eine Durststrecke, da nur die Stadtstaaten Bremen und Hamburg regulär wählen, in denen die AfD vergleichsweise schwach ist. 2016 und 2017 sind dann wieder wichtig. Wirklich geschafft hat es die AfD erst, wenn sie in den Bundestag einzieht.

      • Das soll eine sozialliberale Neugründung werden. Doch in diese Richtung entwickelt sich die FDP mit Lindner ohnehin, obwohl die entsprechenden Wähler längst bei den Grünen und der SPD gelandet sind (von den Piraten braucht man wohl nicht mehr zu reden). Eine weitere Partei von Eurofans ohne Wirtschaftskompetenz braucht kein Mensch.

      • Für wen soll eine weitere solche Umverteilungspartei gut sein?

      • Es ist nicht unbedingt mein sehnlichster Wunsch, dass sich die FDP völlig auflöst. Ich befürchte nämlich, dass es dann in Deutschland überhaupt keine Plattform für Liberale mehr geben könnte, da sich dann möglicherweise auch in der AfD kein Konservativer und erst recht kein Ultrakonservativer mehr gemüßigt sieht, auch liberalen Interessen ein Podium zu bieten.

      • Das sehe ich anders. AfD und FDP nehmen sich nicht nur gegenseitig Wähler weg (ohne den jeweils anderen hätte es jede der beiden Parteien 2013 in den Bundestag geschafft), sondern die eurokritischen Liberalen sind durch ihre Spaltung in beiden Parteien zu schwach. Ohne FDP werden die Liberalen in der AfD wie auch die ganze AfD stärker, nicht schwächer.

      • Nun, „Konkurrenz belebt das Geschäft“. Wenn es keine Partei mehr gibt, die sich wenigstens noch als „liberal“ bezeichnet, wird die Mehrzahl unserer derzeitigen AfD-Funktionäre nach meiner Einschätzung wohl keinen Anlass mehr sehen, die AfD auch für Liberale attraktiv zu gestalten, da es dann ja keinen Mitbewerber für die liberale Klientel mehr gäbe. Und ob wir Liberale innerhalb der AfD wirklich die kritische Masse auf die Beine stellen, auch klassisch liberale Ziele innerparteilich durchsetzen zu können, bezweifle ich zunehmend. Leider!

      • Haben Sie den Eindruck, dass „unsere derzeitigen AfD-Funktionäre“ versuchen würden, „die AfD auch für Liberale attraktiv zu gestalten“? Zumindest in NRW ist das Gegenteil der Fall. Wenn es das Eurothema nicht gäbe, würden liberale Wähler ihr Kreuz wohl am ehesten bei der CDU machen.

      • Leider muss ich Ihnen da voll und ganz zustimmen, Herr Dilger.
        Umso weniger verstehe ich allerdings, warum Sie ausgerechnet Bernd Lucke für so unverzichtbar als Bundessprecher und zugleich (in Personalunion) Europaabgeordneten oder sonstigen Mandatsträger der AfD halten.
        An anderer Stelle hier im Blog haben Sie sich sehr deutlich für eine Trennung von Amt und Mandat bzw. Gewaltenteilung ausgesprochen, was auch ich außerordentlich begrüße!

      • Bernd Lucke ist inzwischen DAS öffentliche Gesicht der AfD. Sollte seine Gegner es schaffen, ihn abzusägen, dann geht die AfD unter. Mir ist nicht klar, warum Sie diesen offensichtlichen Punkt nicht sehen wollen. Er könnte höchstens selbst etwas kürzer treten und z. B. mehr Aufgaben oder sogar ein Amt delegieren.

      • Genau das ist doch das Problem, lieber Herr Dilger!

        Diese vermeintliche Abhängigkeit von nur einer einzelnen (sich noch dazu despotisch gerierenden) Person wird die AfD für Demokraten und vorausschauend Denkende unwählbar machen.

        In Unternehmen bezeichnet man so etwas als Schlüsselpersonen-Risiko.

        Wenn hier nicht schleunigst von den etwas klügeren Mitgliedern gegengesteuert wird und weitere AfD-Politiker entsprechende mediale Wahrnehmung erfahren, verschwindet die AfD trotz der vielen „Chaka-Chaka“-Veranstaltungen mit Bernd Lucke schneller wieder in der Versenkung als wir alle uns das vorstellen können.

      • Sie können das Problem nicht dadurch lösen, dass Sie die Schlüsselperson ersatzlos in die Wüste schicken. Das macht auch kein Unternehmen so. Für einen Wechsel braucht es adäquaten Ersatz. Dabei ist die wichtigste Eigenschaft, sich den Mist überhaupt antun zu wollen. Das trifft auf Ihre Bekannten, die nicht aus der Deckung kommen, offensichtlich nicht zu. Statt eines abrupten Wechsels ist es ohnehin besser, weitere Schlüsselpersonen aufzubauen. Bei drei Sprechern könnten dann auch die drei Hauptströmungen in der AfD abgedeckt werden.

      • Sie können das Problem nicht dadurch lösen, dass Sie die Schlüsselperson ersatzlos in die Wüste schicken.

        So ist das. Zudem ist Lucke der Einzige (außer vielleicht Henkel, aber der ist auch ziemlich „vorbelastet“), der Wählerschichten jenseits des konservativen Protestes anspricht. Abgesehen vom Hausherrn natürlich, aber das ist eine andere Geschichte 😉

      • Na dann frage ich doch mal ganz ketzerisch:
        Würden Sie es sich unter den derzeitigen Gegebenheiten antun wollen? 😉

        Die bloße Tatsache, dass Konrad Adam und Olaf Henkel auf Grund ihres Alters wenig zukunftsfähig sind und Frau Petry einen noch konservativeren Stand einnimmt als Bernd Lucke, kann uns doch nicht derart in Ehrfurcht vor Herrn Lucke erstarren lassen, dass wir keine Alternativen mehr sehen?

      • Unter den derzeitigen Gegebenheiten hätte ich gar keine Chance. So einfach ist das. Herr Henkel könnte dagegen den liberalen Flügel für eine Weile vertreten. Gerade weil er schon so alt ist und keine langfristigen Ambitionen hat, ist er ein guter Mann für den Übergang. Herr Lucke vertritt dann weiter die konservative Richtung. Frau Petry und Frau von Storch dürfen schließlich mit Herrn Pretzell ausfechten, wer die dritte Strömung als Sprecher(in) vertritt.

      • Herr Henkel vertritt als Lobbyist schon seit Jahrzehnten die Interessen derer, die dem unternehmerischen Mittelstand neben dem völlig ausgeuferten sogenannten „Sozialstaat“ am meisten den Garaus machen. Er wäre daher in meinen Augen nicht die richtige Wahl, liberale Interessen zu vertreten.

      • Was halten Sie von folgender Idee, die sich satzungsmäßig natürlich nicht umsetzen ließe, aber faktisch vielleicht doch (etablierte Parteien verfahren z. T. so)? Die Strömungen in der AfD kämpfen nicht länger gegeneinander, sondern jeder bekennt sich zu einer, wird also positiv umworben. Die Ämter und Mandate werden dann nach Proporz zwischen ihnen verteilt, während die eigentlichen Wahlen innerhalb der Strömungen erfolgen.

      • Ihre Idee gefällt mir gut, lieber Herr Dilger. Allerdings befürchte ich, dass unser derzeitiger Bundesvorstand, der ja überwiegend aus undemokratischen Konservativen, radikalen Konservativen und Fundamentalchristen besteht, alles daran setzen würde, die Umsetzung einer solchen Idee bereits im Keim zu ersticken.

  2. Lieber Herr Dilger, Ich stimme jeder Zeile Ihres Kommentars zu. Ein wunderbares Ergebnis. Die Union kann die AfD nicht mehr ignorieren!

  3. Auch wir gratulieren der Alternative für Deutschland zu dem hervorragenden Wahlergebnis in Sachsen.
    Hoffentlich hat die sächsische Alternative für Deutschland auch für ihre Abgeordneten eine Mandatsträgerabgabe als Parteispende vereinbart.
    Hoffentlich ziehen die Revoluzzer in NRW um Marcus Pretzell, Neppe und Keith jetzt ihre Angriffe auf Lucke zurück. Am letzten Mittwoch, 27.08.14, soll in der AfD Geschäftsstelle in Düsseldorf bereits eine Versammlung zur Abwahl von Lucke stattgefunden haben.
    Nur Einigkeit und die Abgrenzung vom rechten Rand macht die Alternative für Deutschland stark.
    Ich sehe noch nicht, wie in den Mitteldeutschen Bundesländern in Sachen die CDU mit der SPD in Thüringen die SPD mit den Linken stabile Koalitionen gebildet werden können.

    Alternative Basis

  4. Erst einmal gratuliere ich den AfD-Sachsen zu dem Erfolg. Was die Einordnung als rechts oder liberal angeht, so bin ich ganz zuversichtlich, dass sich die AfD-Sachsen ganz solide und bodenständig auf der freiheitlichen Grundordnung aufhalten wird. Dass die AfD-Sachsen konservativer ausfallen wird, das ist auch der dortigen Bevölkerung geschuldet. Ich wünsche der AfD-Sachsen viel Erfolg in der Politik und einen guten Durchstart.

  5. Dass Sachsen in den Landtag einzieht, damit konnte man rechnen. Dass es aber ein so deutlicher Erfolg wird, damit hatten wohl die größten Optimisten nicht gerechnet. 🙂

    Das macht aber auch deutlich, dass viele unserer Wähler sich scheuten, die AfD als ihre Zielpartei zu benenen – vermag ich doch keinerlei äußeres Ereignis erkennen, dass einen Zuwachs von rund 3 % erwarten ließ.

    Das macht mich für die nach den Prognosen knapper aufgestellten Brandenburger und Thüringer optimistisch. Dennoch – hier stimme ich mit Bernd Lucke mal überein – laßt uns noch mal zeigen, dass wir eine Partei sind.

    Zumal es bei den Wählern sehr gut ankommt, wenn diese die Solidarität der AfD länderübergreifend erkennen. (Erzählte mir eine Parteifreundin, die dort vier schöne Tage verbrachte, aber zur Partytime schon wieder zurück mußte).

  6. Glückwunsch, hatte allerdings gerade in Sachsen auf ein zweistelliges Ergebnis gehofft. Wer jetzt noch FDP wählt, dem ist nicht mehr zu helfen. Grundsätzlich würde ich gerne die Themen Euro und Steuersenkungen wieder mehr im Vordergrund sehen, gerade mit dem Einsatz für Steuersenkungen kann man noch viele Wähler gewinnen.

    • Steuersenkungen sind ein liberales Thema, doch wir müssten erst einmal Bernd Lucke davon überzeugen. Es bringt nichts, noch einen innerparteilichen Konflikt zu beginnen. In Sachsen war die AfD nicht zuletzt deshalb so erfolgreich, weil sie recht geschlossen aufgetreten ist (was natürlich auch mit Nachteilen verbunden ist.)

      • Nichts ist nach den beiden nächsten Landtagswahlen für die AfD dringlicher, als endlich zu einem richtigen Parteiprogramm zu finden. Jetzt muss das Profil geschärft werden!

        Bitte unterstützen Sie daher die Urabstimmungsinitiative zur Abhaltung eines Programmparteitags im ersten Quartal 2015 (also noch rechtzeitig vor der Neuwahl des Vorstands auf nahezu allen Gliederungsebenen).

        Weitere Informationen finden Sie hier:
        http://afd-unterallgäu-memmingen.de/Urabstimmungsinitiative-Programmparteitag/

      • Ich bin doch schon Unterstützer. Gut, dass es jetzt endlich eine Internetseite dazu gibt und jeder unterstützen kann. Ich informiere darüber demnächst noch einmal separat in einem Blogbeitrag.

      • Ja, das ist prima und wir freuen uns sehr über Ihre Unterstützung. Ich wollte mit meinem obigen Beitrag und dem Link nur schon einmal einen kurzen Hinweis für die anderen Teilnehmer Ihres Blogs geben.

  7. Also in Sachsen bitte nicht mit der CDU koalieren. Es ist Aufbruch angesagt. Die Trägheit der CDU unter Tillich und dann Lucke unter dem Regenschirm, bitte nicht. Um unser Potential zu erhöhen reicht eine Koalition mit der SPD aus.
    Die Wahl in Sachsen hat aber noch einen weiteren Vorteil für uns gehabt, wir brauchen keine Unterstützungsunterschriften mehr!!

    • Dass die AfD keine Unterstützungsunterschriften mehr braucht, gilt „nur“ für den Bund und Europa. In NRW werden wir noch einmal sammeln müssen, aber hier gäbe es auch am ehesten die Möglichkeit zur Annäherung an die SPD. In NRW sind sowohl die Wähler als auch die Parteienkonstellation ganz anders als in Sachsen.

  8. Sehr geehrter Herr Professor Dilger,
    in einem Punkt stimme ich Ihnen ausdrücklich nicht zu.

    Eine Regierungsbeteiligung (so unwahrscheinlich diese sowieso ist) ist nicht wünschenswert.

    Keiner der neugewählten 14 Abgeordneten saß bisher nur 1 Tag in irgendeinem Landesparlament.
    Die Gepflogenheiten, Arbeitsabläufe, Spielregeln oder einfach nur die Arbeit als „normaler“ Abgeordneter sind den Damen und Herren völlig neu.

    Man sollte erstmal das Laufen lernen bevor man gleich zum Sprinnt ansetzt.

    Hinzu kommt, das eine CDU weiter Wähler an uns verlieren wird, egal ob sie mit der SPD oder den Grünen zusammen eine Koalition eingeht.

    • Die Minister müssten selbst keine Abgeordneten sein. Ich bin auch und gerade in der Hinsicht für die Trennung von Amt und Mandat bzw. für Gewaltenteilung. Vielleicht möchte Herr Professor Lucke schon etwas früher aus Brüssel zurück nach Deutschland kommen. Sowohl bei guter Regierungs- als auch Oppositionspolitik sind weitere Zuwächse möglich.

      • Gute Regierungspolitik ist um sovieles schwerer, als gute Oppositionspolitik.
        Erst recht, wenn man „Null“ Erfahrung von beidem hat.
        Sachsen ist für Herrn Prof. Lucke nicht reizvoll. Es ist zu klein.
        Bayern, BW, NRW und vielleicht noch Hessen würde er sich vielleicht noch überlegen….

  9. Pingback: Glückwunsch zum Wahlerfolg in Sachsen! | FreieWelt.net

  10. Die ganze Republik hat einen Tag vor den Wahlen auf die Wahlprognosen der Medien geschaut. Die waren sich alle so ziemlich einig. Zwischen 6% und 7% waren alle Zahlen vertreten. Jetzt ist die letzte Stimme ausgezählt, und es wurde bestätigt, dass sich die Medien um bis zu 40% bei der Vorhersage vertan hatten. Das hatte meine Oma aber besser im Griff. Die Frage ist nun, ob das Absicht war und ob dies jetzt anzuprangern sei.Dieses deutliche faux pas der Medien ist fast nicht mehr zu überbieten. 40% Fehler bei der Wahlprognose, wie unprofessionell ist das denn?

    • Die Annahme, dass zwischen prognostizierten 6 bis 7% und den tatsächlich erzielten 9,6% eine Fehlerquote von 40% läge stimmt so nicht, da sich die Fehlerquote immer nur auf die ganze Grundgesamtheit beziehen kann und daher nur bei 2,6 bis 3,6% liegt, was in Anbetracht der geringen Fallzahlen derartiger Umfragen durchaus im Bereich der Gaußschen Normalverteilung liegt. Hinzu kommt, dass es wahlberechtigte Zielgruppen gibt, die für solche (meist telefonisch durchgeführte) Umfragen schwer bis gar nicht erreichbar sind oder die Teilnahme aus Zeitgründen oder sonstigen Motiven verweigern. Es handelt sich also nicht um böse Absicht der Medien, sondern um eine ganz normale mathematische Abweichung bzw. Fehlerquote von Telefonumfragen.

      • Ja, ich wittere hier auch keine Verschwörung. Es kommt hinzu, dass wir nie die Rohdaten zu sehen kriegen, sondern immer weitere Überlegungen einfließen, für die es im Falle der AfD jedoch fast keine Erfahrungsgrundlage gibt.

  11. Der sensationelle Erfolg der AfD in Sachsen zeigt uns, dass hier in NRW von den Funktionären viel zu viel Weichspülerei betrieben worden ist, aus Angst davor, vom politischen Gegner als rechts beschimpft zu werden. Warum eigentlich? Was ist falsch daran, rechts von links zu sein, oder rechts von einer linkspopulistischen CDU? Rechts von links ist aus meiner Perspektive die Mitte! Eine FDP 2.0 wäre das schlimmste, was uns passieren könnte, denn dann würden auch bald denselben Weg gehen wie die FDP. Nur mit Marktradikalismus und Neo-Wirtschaftsliberalismus oder etwa mit der „Lambsdorffisierung“ des deutschen Arbeitsrechts sind in NRW keine Blumentöpfe zu gewinnen. Mir persönlich hat ein Dirk Aßmuth vollauf gereicht, ich lege keinen Wert auf weitere Exemplare. Die anderen freien Demokraten sollen lieber da bleiben wo sie sind und den Aufstieg der AfD nicht weiter behindern. Wenn Björn Höcke demnächst auch zweistellig abschneidet – er ist, genau wie ich, der Meinung, dass Deutschland eben kein Einwanderungsland ist – dann dürfte auch dem letzten AfD-Hasenherz klar sein, was unsere potenziellen Wähler hören wollen. Nicht nur Mut zur Wahrheit und Mut zu Deutschland, sondern auch Mut zu unmissverständlichen Worten und zu einer klaren Positionierung.

    • Mir genügt schon eine CDU-Bundeskanzlerin, die von Honecker großgezogen und geprägt worden ist. Da brauche ich nicht auch noch eine Fraktion innerhalb der AfD, die als nächsten Schritt den Wiederaufbau der Mauer (diesmal um ganz Deutschland) fordert. *Polemik off*

      • Lieber Herr MM,
        die Formulierung mit der Mauer ist wohl etwas polemisch übertrieben. ( *Polemik off*) Man muss keine Mauer bauen, es würde schon reichen, die roten Teppiche wieder einzurollen und die ausgeprägte Willkommenskultur gegenüber der Einwanderung in die Sozialsysteme abzustellen.
        SPD-Bundeskanzler Willy Brandt hatte schon im Januar 1973 sinniert, ob nicht „die Aufnahmefähigkeit unserer Gesellschaft erschöpft“ sei. Willy Brandt war wohl auch ein Rechtspopulist, viele Menschen wissen das gar nicht. Ich habe in der alten Bonner Republik viele schöne Jahre erlebt ohne massenhafte Zuwanderung und Überfremdung, es hat auch nie eine Mauer gegeben, wer hinaus wollte, konnte hinaus und wer hinein wollte, konnte hinein, aber in den 50er und 60er Jahren gab es noch viele Kriegsschäden und das Land musste wieder aufgebaut werden, der Wohlstand war noch nicht so hoch, da wollte wohl niemand kommen. Irgendwann waren die Fleischtöpfe in der Bundesrepublik wieder voll und die Kassen der sozialen Sicherungssysteme waren übrigens auch einmal gut gefüllt. Die Zuwanderung nahm beängstigend schnell zu. Ein bekannter deutscher Fernsehsender entlarvte vor ca. zwei Wochen „Das Märchen vom Fachkräftemangel“ in Deutschland. Ich war 47 Jahre berufstätig und mit dem Rückblick des eigenen persönlichen Erlebens würde ich das Wort „Märchen“ in diesem Zusammenhang sogar durch das Wort „Lüge“ ersetzen. Lassen Sie uns doch die Diskussion nach der Thüringen-Wahl fortsetzen, und bitte nicht vergessen, wir sind gegen Denkverbote und gegen ausufernde und zwanghafte „political correctness“.

      • Lieber Herrr Werle,

        ich würde sogar noch einen ganzen Schritt weiter gehen als Sie:

        Die Sozialsysteme in ihrer heutigen Ausprägung sind der Todesstoß unserer Wettbewerbsfähigkeit an sich und haben bis heute auch die vor 24 Jahren eingemeindeten 17 Mio. Armutsflüchtlinge aus dem Pleitestaat DDR nicht verkraftet (eine Wahrheit, die leider kaum jemand auszusprechen wagt). Das ausschlaggebende Problem sind doch nicht die im Vergleich dazu zahlen- und kostenmäßig kaum relevanten heutigen Zuwanderer und Flüchtlinge.

        Es ist das entfesselte Umverteilungs- und Transferprinzip an sich, das ausgedient hat. Der de facto sozialistische Staat frißt seine eigenen Kinder! Dieser Wahnsinn muss auf der ganzen Linie abgestellt werden. Das wiederum geht nur durch tiefe Einschnitte, die natürlich bei der Mehrheit der Wahlberechtigten nicht populär sind. So lange der größte Teil der Wahlberechtigten mittelbar oder unmittelbar von der Umverteilung lebt, wird sich am System aber nichts ändern. Insofern halte ich die von Herrn Adam einst formulierte Forderung, Umverteilungsempfängern das Wahlrecht zu entziehen nur für logisch und konsequent.

        Die Problematik den Zuwanderern in die Schuhe zu schieben – bis hin zum gesellschaftlich weitgehend tolerierten öffentlichen Islam-Bashing – ist doch nur ein gezieltes Ablenkungsmanöver, um vom eigentlichen Kernproblem des mit realer Wirtschaftsleistung nicht mehr finanzierbaren Umverteilungsstaates abzulenken.

        Leider wird wohl erst der unausweichliche totale Crash dieses unsägliche System mit der absurden Bezeichnung „Sozialstaat“ beenden.

        Oder glauben Sie ernsthaft, dass es die Profiteure dieses Systems, die immerhin die große Mehrheit der Wahlberechtigten stellen, noch von selbst begreifen werden, dass man den Leistungsträgern nicht dauerhaft mehr als einen Zehnt (schon gar nicht acht oder neun Zehnt) abknüpfen darf, wenn unser Land wettbewerbsfähig bleiben soll?

      • Ihr frontaler Angriff auf den Sozialstaat bringt nichts. Gerade wenn Ihre Analyse richtig wäre, könnte es dafür gar keine Mehrheit geben. Tatsächlich bietet der Sozialstaat den meisten Menschen erhebliche Vorteile. Da beutet nicht einfach ein Teil der Gesellschaft einen anderen aus, sondern die Menschen zahlen Beiträge nicht aus Altruismus, sondern um selbst im Alter, bei Krankheit oder Arbeitslosigkeit Leistungen zu erhalten. Vorsorge und Versicherung sind sehr sinnvoll, allerdings ist die Art der Ausgestaltung wichtig und sind Auswüchse zu vermeiden.

      • Lieber Herr Dilger,

        da haben Sie mich leider gründlich missverstanden!

        Ich greife ja nicht den Sozialstaat per se an. Was ich kritisiere, ist die schamlose Ausbeutung der Leistungsträger, die diesen „Sozialstaat“ überhaupt erst ermöglichen, bis zum Gehtnichtmehr.

        Es ist nicht sozial, wenn ein sogenannter „Sozialstaat“ in erster Linie das Wohl seiner eigenen Bediensteten im Visier hat und nicht das Wohl aller Bürger. Dann handelt es sich nämlich nicht um einen ‚Sozialstaat‘, sondern um einen Feudalstaat. Diesen Zustand haben wir in Deutschland und in einigen anderen EU-Staaten leider längst errreicht.

        LG
        Michael Meister

    • Wir haben ja gesehen, wie viel besser NRW mit dem rechten „Spitzenkandidaten“ bei der Europawahl abgeschnitten hat. (Es waren weniger Stimmen als mit mir auf Platz 1 der Landesliste bei der Bundestagswahl.) NRW ist nicht Sachsen und die meisten Wähler erwarten etwas anderes, zumal die ganze Parteienlandschaft hier anders ist.

      • Ich schließe mich Ihrer Meinung an, Herr Prof. Dilger, und möchte noch hinzufügen,
        das das Personal und die Persönlichkeit für viele Wähler auch ganz entscheidend ist.
        Wer nicht ehrlich und sympathisch „rüberkommt“ erhält eben weniger Stimmen
        als möglich. Das gilt für alle Parteien aber besonders für Neue die man noch nicht genau einschätzen kann.

      • Es geht doch nicht um Nostalgie. Die D-Mark funktionierte im Verbund mit den anderen europäischen Währungen viel besser als der Euro. Das ist ein Faktum. Die Bundesrepublik Deutschland ist außerdem immer noch ein demokratischer Rechtsstaat, was auf die EU so einfach nicht zutrifft. Wenn die AfD schlicht das Grundgesetz verteidigt und nicht aushöhlt wie die etablierten Parteien, ist viel gewonnen.

      • Ich bin ja hier genau Ihrer Meinung. Dieser Artikel ist nur ein schönes Beispiel mit welchen unsauberen Methoden auch bei der FAZ gearbeitet wird.,um Stimmungsmache zu betreiben. Besonders irre und anwegig finde ich wie der heutige Zustand als gesellschaftliches Idealbild gegenüber einer angeblchen Spießerzeit glorifiziert und auch die DM verleumdet wird. Glauben diese Schreiberlinge wirklich was sie da absondern? Schwer zu glauben.

    • Lieber Herr Werle,

      vielen Dank für die klaren Worte, Sie sprechen mir aus der Seele.

      Obwohl ich selbst tendenziell auch einige libertäre Ideen unterstütze, die letztlich auf weniger Staat und mehr Selbstverantwortung hinauslaufen, treten diese Ansätze hinter noch wichtigeren, sozusagen überlebenswichtigen Punkten zurück, die mit der schieren Existenz unserer Nation (die zunehmend in Frage gestellt wird) und der Bewahrung unserer Kultur und Lebensart zu tun haben. In diesem Zusammenhang seien die Einwanderungspolitik, die Islamkritik und mehr Aufwand für innere und äußere Sicherheit genannt.

      Bei der Betrachtung der aktuellen kriegerischen Ereignisse im Osten Europas und im Mittleren Osten sollte auch dem letzten Fundamental-Pazifisten klar geworden sein, dass Sicherheit und Verteidigungsfähigkeit ein sehr, sehr hohes Gut sind und nur diese – bildlich gesprochen – das Kopfabschneiden verhindern.
      Das sind Dinge, die in diesem Land von zu vielen aus selbstverständlich gesehen werden oder wurden (vielleicht ein spezielles Merkmal aus der merkwürdigen Sonderentwicklung in Deutschland nach dem 2.WK). Hier muss die AfD eine klare Position für eine bessere und stärkere Bundeswehr und Polizei vertreten,

      Auch müssen wir als AfD um die Belange eines größeren Teiles des deutschen Volkes kümmern, nämlich den, der durch Globalisierung und Zwangseuropärisierung (Stichwort: Arbeitnehmer-Freizügigkeit) benachteiligt ist. Natürlich müssen wir auch TTIP ablehnen.
      Nur dadurch wird die AfD auf Dauer Wahlergebnisse erreichen, die wesentlich über den typischen Werten von 5-7% der FDP (der letzten Jahrzehnte liegen). Es kann nicht nur um die kleine Gruppe der typischen FDP-Klientel gehen. Würden wir uns quasi nur als eurokritische, etwas wirtschaftsliberale FDP 2.0 positionieren, bliebe die AfD in der Nische. Das es aber nicht sein. Die AfD ist für größere Aufgaben vorgesehen.

      • Lieber Herr Chufu,

        meinetwegen verorten Sie auch mich jetzt als „Fundamental-Pazifisten“, aber ich glaube nicht, dass eine waffenstarrende Welt sicherer ist.

        Ich setze da viel mehr auf eine Politik der Entspannung.

        Was unsere Bundeskanzlerin heute beschließen lassen hat (Waffenlieferungen an die Kurden), ist der falsche Weg und sollte nicht auch noch von unserer Partei, die sich ‚Alternative für Deutschland‘ nennt als „alternativlos“ erachtet werden.

        Herzliche Grüße
        Michael Meister

      • Lieber Herr Meister,

        ich finde Ihre Antwort (die zwar für Ihre Menschlichkeit spricht, aber doch auf falschen Annahmen über den Menschen basiert) in der Hinsicht interessant, dass man daraus den Unterschied zwischen einer konservativen und einer liberalen Welt- bzw. Menschensicht herausarbeiten kann. Ich als Konservativer gehe von der realen in historischen Zeiträumen unveränderlichen ideologischen Natur des Menschen als Quasi-Raubtier aus, das durch die Gabe des Denkens und Planens sowie des Selbstbewusstseins im Vergleich zu anderen Raubtieren extrem gefährlicher nicht nur für die ganze Natur, sondern auch für seine eigenen Artgenossen geworden ist. Hier sehe ich mich in Gesellschaft von Schopenhauer und anderen Philosophen.

        Was an bösem Potenzial im Menschen steckt, das durch Zivilisation mühsam gezügelt werden muss, zeigt aktuell ISIS. Das gab es auch schon früher, nur war es nicht so gefährlich, weil nur vergleichsweise bescheidene Waffen zur Verfügung standen. Das ändert sich laufend.

        Ich gehe davon aus, dass durch die zunehmenden technischen Möglichkeiten der Mensch als biologische Art vielleicht noch ein paar Jahrhunderte bis zur Selbstauslöschung existiert, mit Jahrtausend oder gar Jahrzehentausend würde ich nicht rechnen.

        In der Gesamtschau des oben Gesagten und angewandt auf unsere Zeit halte ich es daher für vernünftig gerüstet zu sein und mir nicht als dummes Kalb (das bezieht sich nicht auf Sie!) mir auch noch meinen Metzger selber zu suchen (Beispiel islamische Einwanderung im Falle Deutschlands).

        Zu diesem Vorgehen tendiert der Liberalismus aber leider, woran ja der bekannte liberale Grundwiderspruch liegt. Liberale gehen wohl von einem menschlichen Idealbild aus, was irgendwann erreicht werden kann, wo das von mir Beschriebene nicht mehr zur Geltung kommt. Dies deckt sich übrigens mit den Vorstellungen der Linken (hier ist nicht speziell die Partei gemeint) bzw. Sozialisten. Das nun Letztere im Unterschied zu Liberalen Umverteilung und Zwangssolidarität wollen, ist dann vielleicht nicht mal mehr ein entscheidender Unterschied.

        Chufu

      • Schopenhauer war kein Realist, sondern ein Misanthrop. Sie scheinen auch die Menschen und die Zukunft zu negativ zu sehen. Liberale sind zugleich optimistisch und realistisch. Wir halten die individuelle Freiheit für einen sehr großen Wert, von der die meisten Menschen einen positiven Gebrauch machen. Allerdings sind auch die Rahmenbedingungen wichtig, die freiheitlich-demokratisch zu gestalten sind. Zivilisation fällt nicht vom Himmel, sondern muss mühsam aufgebaut und erhalten werden. Ich versuche meinen kleinen Beitrag dazu zu leisten.

      • Lieber Herr Chufu,

        Aufrüstung führt geradewegs in die Vernichtung. Irgendein Irrer drückt nämlich irgendwann den roten Knopf. Dagegen gibt es keine wirksame Absicherung.

        Das Überleben der Spezies Mensch wird durch Rüstung nicht gewährleistet, das haben Sie ja selbst erkannt.

        Warum also ins Verderben rennen?

        Denken Sie wie die meisten unserer heutigen Politiker nur bis zur eigenen Rente?
        Was ist mit unseren Kindern und Kindeskindern? Sind Ihnen die egal?

        Eigentlich sollten kinderlose Politiker wie Frau Merkel von Gesetz wegen gar nicht erst so viel Verantwortung wie die einer Bundeskanzlerin, eines Präsidenten oder Ministers anvertraut bekommen können.

        Nur wenn wir ein wenig dynastisch denken, hat die Menschheit eine lebenswerte Zukunft.

        LG
        Michael Meister

  12. Hallo Herr MM. Die Fehlerquote von 40% ist mathematisch richtig. Ich hatte sie in Prozent ausgedrückt und nicht in Prozentpunkten. Ich weiß, dass in der Politik gerne mit Prozentpunkten gerechnet wird, ich habe aber mit Prozent gerechnet, damit der Unterschied gravierender ausschauen soll. Eine Verschwörung wollte ich ja nicht direkt an die Wand malen, allerdings gibt es mir zu denken, dass alle Medien und Institute die gleiche fehlerhafte Größenordnung hatten.

    • Die Medien erheben nicht selbst, sondern verwenden die Zahlen der Wahlforschungsinstitute oder schreiben voneinander ab. Von wie vielen Instituten gab es denn diesmal unabhängige Zahlen? Die statistische Genauigkeit hängt von der Zahl der Befragten ab, deren Repräsentativität und ehrlichem Antwortverhalten.

      • Hinzu kommt die durch nicht abbildbare (weil nicht für Umfragen zr Verfügung stehende) Zielgruppen hervorgerufene Fehlerquote. Insbesondere Zeitarme (z.B. Freiberufler, Unternehmer und Top-Manager) aber auch Wahlberechtigte am unteren Ende der sozialen Skala stehen für derartige Umfragen selten bis gar nicht zur Verfügung, stellen aber möglicherweise im Vergleich zur von den derzeitigen Fehlentwicklungen der Politik noch nicht so stark betroffenen Mittelschicht einen überproportionalen Anteil der AfD-Wähler.

      • Hallo Herr Meister, ich sehe, Sie haben an „meinen“ hier eingeführten Begriffen „Zeitarmer“ und „Zeitreicher“ gefallen gefunden. Gut so!

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