Studie zum Betreuungsgeld

Es gibt von der TU Dortmund und dem Deutschen Jugendinstitut eine neue Studie zum „Einfluss des Betreuungsgeldes auf die Betreuungsentscheidung von Eltern“. Wegen der großen Zahl der Befragten sind fast alle Ergebnisse statistisch signifikant, doch von der Größe des Effekts und der politischen Brisanz sind zwei als bedeutend einzuschätzen (siehe Tabelle 8.1 auf S. 133): Bei 12,7 % der deutschsprechenden Familien gibt es keinen Wunsch auf Betreuung durch eine Kindertageseinrichtung oder Tagesmutter wegen des Betreuungsgeldes, bei anderer Sprache ist das in 24,9 % der Familien der Fall. Außerdem hängt der fehlende Betreuungswunsch wegen des Betreuungsgeldes stark vom Bildungsniveau ab: 31,2 % der Familien ohne Schulabschluss lockt das Betreuungsgeld, bei (mindestens) einem Hochschulabschluss nur 7,8 %.

Das ist nicht wirklich überraschend, aber doch ein starkes Argument gegen das Betreuungsgeld oder zumindest dessen gegenwärtige Ausgestaltung: Gerade diejenigen Kinder, die voraussichtlich von einer Fremdbetreung am meisten profitieren würden, erhalten diesen wegen des Betreuungsgeldes nicht, während dies z. B. für die Entscheidung von meiner Frau und mir irrelevant niedrig ist. Man kann jedoch auch umgekehrt argumentieren, dass diese Form der Kleinkinderbetreuung viel zu teuer ist, da sie den Staat weit mehr kostet, als sie gerade armen Familien nutzt.

 

28 Gedanken zu „Studie zum Betreuungsgeld

  1. Ist schon krass dass bei den Soziologen/Erziehungswissenschaftlern eine rein deskriptive Datenerhebung (mit noch nicht mal einem Versuch simpelster kausaler Inferenz) als Studie durchgeht, oder? Und auch seltsam, dass bundesweit in den Medien auf diese „Studie“ Bezug genommen wird.

    • Die Daten lassen keine echte Kausalanalyse zu, allerdings gibt es eine binär logistische Regression (Tabelle 8.4, S. 137). Demnach bleiben die Sprache und die Bildung auch im Zusammenhang signifikant, während aus meiner Sicht auch die Erwerbstätigkeit deutlicher als Faktor hervortritt. Aus meiner Sicht hätte man allerdings versuchen sollen, auch noch das Einkommen abzufragen, selbst wenn eine solche Frage überlicherweise weniger beantwortet wird.

  2. Man muss schon deutlich unterscheiden zwischen den ein- und zweijährigen Kindern aus gesunden familiären Verhältnissen und solchen aus schwierigen Verhältnissen.

    1. Meiner Frau und mir erschien es ausgesprochen wichtig, dass die Kinder zumindest in den ersten drei Lebensjahren die familiäre Geborgenheit empfinden dürfen. Gerade in Krisenzeiten, die vermutlich noch kommen werden, ist es gut, wenn die Familie steht und die Familienmitglieder ein Bewusstsein für Familie und den Wert haben. Für die Kinder ist es in dem Alter vermutlich völlig irrelevant, wenn die Familienkutsche dafür etwas älter und schäbiger ausfällt, Urlaube ausfallen und das Eigenheim etwas länger Baustelle ist, weil nur ein Einkommen zur Verfügung steht. Das Betreuungsgeld ist auch für gesunde Familien eine gute Hilfe.
    2. Auf Familien aus sozialen Unterschichten treffen die Aspekte natürlich nicht zu. Hier ist es schon fraglich, ob eine Betreuung stattfindet, die den Namen verdient. Wenn der Gesetzgeber das Betreuungsgeld an einen Mindeststandard der Betreuung knüpft, dann wäre das Problem ggf. auch gelöst. Umgekehrt könnte diesen Familien monetäre Anreize geschafft werden, indem man diesen Familien lieber Geld gibt, wenn diese die Kinder abliefern.
    3. Nach meinen Beobachtungen ist es für die Integration nicht von übermäßiger Bedeutung, wenn Ausländerkinder in den ersten drei Lebensjahren in ihren Familien verbleiben. Es ist auch dort viel wichtiger, dass die Kinder auch dort in vernünftigen sozialen Rahmenverhältnissen aufwachsen.
    4. Im übrigen glaube ich der Statistik nicht sonderlich. Es dürften weitaus mehr junge Familien auf das Betreuungsgeld scharf sein, als es zugegeben wird. Die Kommunen langen nämlich umgekehrt bei den Kindergartenplätzen für ein- bis zweijährige Kinder ziemlich kräftig zu. Für Halbtagskräfte lohnt es sich regelmäßig nicht, die Elternzeit vorzeitig abzubrechen, wenn die hohen Kosten für den Kindergartenplatz hinzu kommen.
    Hinzu kommt, dass Eltern von den Kommunen mit Bürokratie erschlagen werden. Wegen eines Umzugs hatte ich z.B. zwei Kommunen Einkommensbescheide, Steuererklärungen, pp. nachzureichen gehabt. Ich musste extra wegen der Kommunen Steuererklärungen einreichen. Rückblickend hätte ich schon wegen dieser Nervereien meinen Sohn selbst nach dem dritten Lebensjahr nicht in einen Kindergarten gegeben. Allerdings muss ich einräumen, dass ich von der Qualität der Erzieherinnen ohnehin nicht überzeugt war und auf das Thema Kindergarten nicht gut zu sprechen war.
    5. Im Ergebnis halte ich das Betreuungsgeld nicht für schlecht. Familien, die durch das Jugendamt betreut werden müssen, in denen Sucht- und Konfliktproblematiken bestehen, sollte hingegen ein umgekehrter Anreiz geschaffen werden. Für Ausländerkinder sollten monetäre Anreize geschaffen werden, dass die Kinder ab dem dritten oder vierten Lebensjahr einen qualifizierten Kindergartenplatz mit Sprach- und Kulturförderung erhalten.

  3. Die zitierte Studie wurde VOR der Einführung des Betreuungsgeldes erstellt und beweist daher gar ncihts! Das sollte man auch nicht verschweigen.

    Die Fans der zwangsstaatlichen Kita-Betreuung entlarven worum es Ihnen eigentlich geht: Sie misstrauen den Eltern, besonders den sozialschwachen Eltern. Dafür gibt es keinen Grund. Es ist völlig illiberal und hanebüchen, wenn der Staat anfängt finanziell zu sanktionieren.

    Das Betreuungsgeld schafft GERECHTIGKEIT: Wenn dem Staat ein Kitakind 1000 € kostet, dann sollte er auch den Eltern, die dem Staat diese Kosten ersparen 1.000 € geben.

    Die Fans der zwangsstaatlichen Betreuung vergessen auch, dass es hier nicht um Kindergartenkinder geht! Es geht um Kinder zwischen 12 und 36 Monaten, Kinder, die nicht einmal sprechen können. Kinder, die nicht einmal berichten können, wenn sie in der Zwangsbetreuung schlecht behandelt werden. Kinder die in der Kita nachweislich langsamer und schlechter lernen zu sprechen.

    Wem es um zwangsstaatliche Assimilation muslimischer Einwanderer geht, der sollte das auch offen sagen. Dann muss für diese Sondergruppe z.B. anhand sprachlicher Kriterien eine Zwangseinweisung in den Kindergarten gefordert werden. Keinesfalls sollten deutsche Eltern zu zwangsstaatlicher Erziehung verpflichtet werden, nur weil man den Migranten misstraut!

    Eine zwangsstaatliche Kita-Betreuung ist aber sogar für Migranten abzulehnen, weil dies für den Spracherwerb nicht vorteilhaft ist und auch hier die Eltern-Kind-Bindung zerstört wird. Im Alter von 12 – 36 Monaten können Kinder in der Kita auch nichts Relevantes lernen! Insbesondere kein Faktenwissen. Was Kleinkinder lernen müssen ist Selbstbestätigung und Selbstbewusstsein im Betreuungsverhältnis von 1:1

    Meine Frau und ich sind auch beide Akademiker und erziehen unsere 3,5 Kinder alle selbst. Wir stecken diese auch nicht in den Kindergarten. Unsere Kinder sind gleichalten Kita- und Kindergartenkindern in allen Bereichen überlegen, sowohl bei der Motorik, dem Sozialverhalten, (z.B. der Fähigkeit nachgeben zu können, Konflikte lösen, Spielgruppen führen) aber auch Schreiben und Rechnen. Während sich meine 5 jährige Tochter zunächst nach Anleitung dann sogar selbständig in Themen wie Vulkane oder Altägypten einarbeitet, gibt es im K´garten „Programm“. Ein Programm, dass vor allem die Aufgabe hat Eltern zu beruhigen und ihnen das schlechte Gewissen zu nehmen.

    Wir als Eltern wissen ganz genau, was jedes Kind derzeit weiß und kann und welcher Input als nächsten gebracht werden muss. Und das weiß auch jeder Unterschichtler, denn es geht hier ja nicht um Herrschaftswissen sondern um die Eltern-Kind-Bindung.

    Ich gestehe jedem zu sein Kind auf Staatskosten den Kinderbetreuungseinrichtungen zuzuführen, um es dort zum Neuen-Grünen-Menschen gleichschalten zu lassen und die Eltern-Kind-Bindung zu zerstören. Aber genauso sollte jeder Liberale dem Staat misstrauen, Eltern vertrauen und ihnen zugestehen, die Kinder selbst erziehen zu dürfen und dies auch finanziell unterstützen.

    Die Kinderlosen beuten Eltern mittels des Umlageverfahren der Sozialkassen aus. Kinderlose fahren in Urlaub, den sich Eltern oft nicht leisten können. Als Rentner genießen die Kinderlosen das Leben und fahren weiter in Urlaub. Die Eltern, ohne die die Kinderlosen nichts zu beißen hätten, müssen darben und sitzen z.T. mit Hartz4 zu hause. Einfach mal nachdenken und gegen Unrecht kämpfen.

    Das Betreuungsgeld muss erhöht werden und ist ein kleiner Beitrag diese Gerechtigkeitslücke zu schließen.

  4. Pingback: Studie zum Betreuungsgeld | FreieWelt.net

  5. > Die Fans der zwangsstaatlichen Kita-Betreuung entlarven worum es Ihnen

    Nicht jeder, der gegen Betreuungsgeld ist, der ist für zwangsstaatliche Kita-Betreuung.

    > eigentlich geht: Sie misstrauen den Eltern, besonders den sozialschwachen
    > Eltern. Dafür gibt es keinen Grund. Es ist völlig illiberal und hanebüchen, wenn
    > der Staat anfängt finanziell zu sanktionieren.

    Die Frage ist, was verstehen Sie unter „sozialschwach“. Wenn Sie darunter einkommensschwache Personenkreise meinen, dann haben Sie Recht, dass Misstrauen alleine deshalb ungerechtfertigt wäre. Wenn Sie darunter ( ggf. auch ) die asozialen Kreise meinen, dann haben Sie Unrecht. Die sog. bildungsfernen Unterschichten wachsen und gedeihen. Diese tragen nicht zum Funktionieren des Sozialstaates bei, sondern belasten diesen sogar. Das kann nicht im nationalen Interesse sein. Hier ist es richtig, wenn der Staat versucht Lebenläufe über seine Institute zu retten. Hier sind Anreizsysteme zugunsten KiTa richtig.

    > Das Betreuungsgeld schafft GERECHTIGKEIT: Wenn dem Staat ein Kitakind
    > 1000 € kostet, dann sollte er auch den Eltern, die dem Staat diese Kosten
    > ersparen 1.000 € geben.

    Es wird in der Politik viel erzählt. Die Behauptung, der KiTa-Platz würde 1.000 EUR p.a. kosten, hätte ich gerne belegt. Ich vermute eher, dass diese Behauptung dazu dient, die überteuerten Preise für KiTa-Plätze zu rechtfertigen. Aber selbst wenn dies stimmen sollte, so ist die Frage, ob es für alle Beteiligten nicht besser ist, einmal 36.000 EUR in die ersten Lebensjahre eines Kindes zu investieren, wenn es dann eine halbwegs realistische Chance auf einen für alle Seiten befriedigenden Lebenslauf erhält.

    > Die Fans der zwangsstaatlichen Betreuung vergessen auch, dass es hier nicht um
    > Kindergartenkinder geht! Es geht um Kinder zwischen 12 und 36 Monaten, Kinder, die nicht
    > einmal sprechen können. Kinder, die nicht einmal berichten können, wenn sie in der
    > Zwangsbetreuung schlecht behandelt werden. Kinder die in der Kita nachweislich langsamer
    > und schlechter lernen zu sprechen.

    Zwischen einer Schlechtbehandlung, über die berichtet werden müsste, und einer nicht zufriedenstellenden Betreuung, die nicht wünschenswert ist, aber nicht in die Kategorie „Schlechtbehandlung“ des Kindes gehört, bestehen deutliche Unterschiede. Ich persönlich war mit dem Kindergarten nicht zufrieden, aber eine Schlechtbehandlung genoß mein Sohn – Gott-sei-Dank nicht. Ich habe auch keine Anhaltspunkte vorgefunden, die nur ansatzweise dafür gesprochen hätten, dass andere Kinder schlecht behandelt worden wären. Die Kindergarten-Erzieher mögen meinen Ansprüchen nicht genügt haben, aber keiner einzigen Kraft würde ich Schlechtbehandlungen unterstellen wollen. Das dürften auch ausgesprochene Einzelfälle sein.

    > Wem es um zwangsstaatliche Assimilation muslimischer Einwanderer geht, der sollte das auch
    > offen sagen. Dann muss für diese Sondergruppe z.B. anhand sprachlicher Kriterien eine
    > Zwangseinweisung in den Kindergarten gefordert werden. Keinesfalls sollten deutsche Eltern
    > zu zwangsstaatlicher Erziehung verpflichtet werden, nur weil man den Migranten misstraut!

    Nur weil jemand gegen das Betreuungsgeld ist, muss er doch nicht zwangsläufig für Zwangseinweisungen sein.

    > Eine zwangsstaatliche Kita-Betreuung ist aber sogar für Migranten abzulehnen, weil dies für
    > den Spracherwerb nicht vorteilhaft ist und auch hier die Eltern-Kind-Bindung zerstört wird. Im
    > Alter von 12 – 36 Monaten können Kinder in der Kita auch nichts Relevantes lernen!
    > Insbesondere kein Faktenwissen. Was Kleinkinder lernen müssen ist Selbstbestätigung und
    > Selbstbewusstsein im Betreuungsverhältnis von 1:1

    Ich plädiere auch für Anreizsystem für Kinder mit Migrationshintergrund ab dem vierten Lebensjahr in besonders qualifizierten Kindergärten.

    > Meine Frau und ich sind auch beide Akademiker und erziehen unsere 3,5 Kinder alle selbst.
    > Wir stecken diese auch nicht in den Kindergarten. Unsere Kinder sind gleichalten Kita- und
    > Kindergartenkindern in allen Bereichen überlegen, sowohl bei der Motorik, dem
    > Sozialverhalten, (z.B. der Fähigkeit nachgeben zu können, Konflikte lösen, Spielgruppen
    > führen) aber auch Schreiben und Rechnen. Während sich meine 5 jährige Tochter zunächst
    > nach Anleitung dann sogar selbständig in Themen wie Vulkane oder Altägypten einarbeitet,
    > gibt es im K´garten “Programm”. Ein Programm, dass vor allem die Aufgabe hat Eltern zu
    > beruhigen und ihnen das schlechte Gewissen zu nehmen.

    Auch Eltern, die ihre Kinder in Kindergärten unterbringen, können ihre Kinder in Schreiben und Rechnen unterrichten. Einzelkinder werden in Kindergärten vermutlich eher Sozialverhalten erlernen als zu Hause mit ihrer Mutter.

    > Wir als Eltern wissen ganz genau, was jedes Kind derzeit weiß und kann und welcher Input als
    > nächsten gebracht werden muss. Und das weiß auch jeder Unterschichtler, denn es geht hier
    > ja nicht um Herrschaftswissen sondern um die Eltern-Kind-Bindung.

    Das haben wir als Eltern unseres Sohnes auch stets gewußt, weshalb ich dem Kindergarten eben auch auf die Füße getreten habe.

    > Ich gestehe jedem zu sein Kind auf Staatskosten den Kinderbetreuungseinrichtungen
    > zuzuführen, um es dort zum Neuen-Grünen-Menschen gleichschalten zu lassen und die
    > Eltern-Kind-Bindung zu zerstören. Aber genauso sollte jeder Liberale dem Staat misstrauen,
    > Eltern vertrauen und ihnen zugestehen, die Kinder selbst erziehen zu dürfen und dies auch
    > finanziell unterstützen.

    Ich war als Kind auch im Kindergarten und bin kein „Neu-Grüner-Mensch“, höchstens für den sehr weit rechten Rand. Wir erziehen unsere Kinder trotz Kindergarten und Schule selber. Mir ist es auch egal, was die Lehrer denken, wenn sie meinen Kindern zuhören.

    > Die Kinderlosen beuten Eltern mittels des Umlageverfahren der Sozialkassen aus. Kinderlose
    > fahren in Urlaub, den sich Eltern oft nicht leisten können. Als Rentner genießen die
    > Kinderlosen das Leben und fahren weiter in Urlaub. Die Eltern, ohne die die Kinderlosen nichts
    > zu beißen hätten, müssen darben und sitzen z.T. mit Hartz4 zu hause. Einfach mal nachdenken
    > und gegen Unrecht kämpfen.

    Das hat aber nichts mit dem Betreuungsgeld zu tun. Das hat etwas mit der Tatsache zu tun, dass eben große Bevölkerungsteile ihren Generationenvertrag nicht oder nicht vollständig erfüllen, aber trotzdem die volle Leistung beziehen.

    > Das Betreuungsgeld muss erhöht werden und ist ein kleiner Beitrag diese Gerechtigkeitslücke
    > zu schließen.

    Mit Betreuungsgeld wird keine Gerechtigkeitslücke in Hinblick auf die Generationengerechtigkeit gefüllt, sondern es wird den Eltern mit eher kleineren Einkommen geholfen, besser finanziell zurecht zu kommen, denn für diese sind einerseits die KiTa-Plätze zu teuer, weshalb sich insb. Teilzeit für einen Teil nicht lohnt, andererseits müssen diese nach Wegfall des Elterngeldes mit dem Wegfall des Einkommens aus der Teilzeitbeschäftigung zurecht kommmen.

  6. Soweit so gut.

    Eine Sache wurde hier noch nicht erörtert.
    Ein Kitaplatz kostet dem Staat etwas über 1000 Euro,dazu noch die Gebühren,die eine Familie natürlich auch noch beitragen muß.

    Bei zwei Kindern ist die Summe für den Staat also nicht gerade gering.

    Eine Frau verdient in der Regel selber kaum soviel Geld,das sich das rechnet eine Familie mit Kitaplätzen zu entlasten !!!

    Es rechnet sich aber für die Wirtschaft und den Staat,da eine Frau wenn berufstätig mehr erwirtschaftet als Kitaplätze kosten !!

    Bei Kitaplätzen geht es also nicht darum,die Familien zu entlasten,sondern darum Verfügungsmasse für die Wirtschaft zu erschaffen – in Form von Arbeitskräften.

    Anscheinend funktioniert diese Rechnung nicht so wie gedacht und man hat sich das Betreuungsgeld ausgedacht,was auch nicht funktioniert,da es von bildungsfernen Schichten gerne missbraucht wird.

    Man sollte auch bedenken,das Frauen wenn berufstätig kaum mehr als ein Kind haben – können.

    Wir sollten in erster Linie Familien entlasten und die Kinder bei der Mutter belassen.
    Das kann man fördern indem man die Eriehungszeiten bei der Rente höher anrechnet.

    • Inwiefern missbrauchen bildungsferne Schichten das Betreuungsgeld? Man hat hier wohl eher ein paar „Dumme“ gefunden, die sich ihren Rechtsanspruch auf staatliche Kleinkinderbetreuung billig abkaufen lassen. Würde sich jeder einen Platz oder eine ordentliche Entschädigung vor Gericht erstreiten, käme das den Staat viel teurer. Der Grundfehler ist also wohl weniger das Betreuungsgeld und eher dieses falsche Betreuungsversprechen für alle.

  7. Wie sehen Sie das eigentlich parteipolitisch, dass die traditionellen Familien, die sich gegen einen Kitabesuch entscheiden, bis auf die CSU von keiner Partei vertreten werden? Selbst die CDU ist bei diesem Thema nur halbherzig dabei. Ist das nicht eine riesige Chance für die AfD, in diese Marktlücke zu stoßen, wenn man sich einmal die Zahlen zum Betreuungsgeld ansieht? (bundesweite Zahl über 280.000 Anträge).
    Noch eine inhaltliche Frage: Warum wird im öffentlichen Diskurs Menschen mit einem niedrigen Bildungsabschluss unterschwellig unterstellt, dass Sie ihren Kindern keine gute Startvoraussetzungen geben können, zumal es hier ja nicht um eine gymnasiale oder akademische Bildung geht, sondern um eine Kleinkindbetreuung für 1-3 Jährige?
    Schließlich möchte ich meinen Vorschreibern insofern anschließen, als für mich das Betreuungsgeld ebenfalls eine zentrale Gerechtigkeitsfrage ist, auch wenn es sich angesichts der Höhe noch um Symbolpolitik handelt. Das Thema ist ja auch deshalb so emotionalisiert, weil viele die Ablehnung des Betreuungsgeldes als Ablehnung eines traditionellen Lebensentwurfes auffassen, was zumindest bei Argumenten von linker Seite zutrifft.

    • Da geht jetzt wohl immer mehr durcheinander. Folgende Fragen sollten nach Möglichkeit auseinander gehalten werden: 1.) Für wen ist Kleinkinderbetreuung (es geht nicht um den normalen Kindergarten ab 3 Jahre, sondern 1- bis 2-Jährige) gut? Für alle, für berufstätige Mütter, für Kinder ohne Geschwister oder ohne ordentliche Betreuung zu Hause? 2.) Soll der Staat solche Betreuung flächendeckend anbieten und einen Rechtsanspruch für alle einführen? 3.) Soll der Staat gleichzeitig ein Betreuungsgeld an diejenigen zahlen, die sein Betreuungsangebot nicht wahrnehmen? 4.) Liegt vielleicht ein Widerspruch bei dieser Gleichzeitigkeit vor? Wenn das staatliche Betreuungsangebot schlecht ist, warum wird es dann überhaupt erbracht? Doch wenn es gut ist, warum bezahlt man den Verzicht darauf, was bei keiner anderen staatlichen Leistung der Fall ist? Vielleicht ist es noch schlimmer, dass man denjenigen den Verzicht bezahlt, bei denen die Betreung am ehesten nützen würde, während diejenigen die Betreuung (partiell) bezahlt bekommen, bei denen sie am wenigstens nützt oder sogar schadet.

  8. Zu 1. Punkt: Es ist mir klar, dass das Betreuungsgeld im 2. und im 3. Lebensjahr, also vom ersten bis zum 3. Geburtstag bezahlt wird. (Die Formulierung 1-3 Jährige war unpräzise, d.h. falsch). Allerdings schrieb ich nicht vom Kindergarten ab 3. Der Kindergarten ab 4 oder 5 Jahren ist für mich unstreitig. Ob man bereits mit 3 Jahren den Kindergarten braucht, ist Geschmacksfrage

    2. Punkt: Soll der Staat diese Betreuung flächendeckend einführen? Im Prinzip liegt aus meiner Sicht bereits hier das Problem. Die Betreuung sollte im Normalfall zu Hause stattfinden, was man mit Argumenten wie mit dem Aufbau einer Bindung etc. gut vertreten kann.
    In anderen Ländern wie Österreich wird das auch als gesellschaftliche Normalität gesehen und in Umfragen bestätigt. (Umfrage in folgendem Artikel: http://www.news.at/a/eu-austrittswunsch-oesterreich-polarisiert )
    Warum das in Deutschland nicht der Fall ist, kann ich nur mit einer massiven medialen Kampagne erklären, die das Betreuungsgeld systematisch als „Herdprämie“ diskreditiert und suggeriert, dass man als vernünftiger Mensch überhaupt keine andere Meinung haben kann.

    3. Punkt: Wenn der Staat aber denjenigen, die eine Fremdbetreuung mit einem hohen finanziellen Aufwand entgegenkommt, muss den Familien mit Eigenbetreuung dieselbe finanzielle Zuwendung zukommen. Oder wieso sollte in ein Lebensmodell mehr investiert werden?
    Übrigens: Durch das Versprechen des Betreuungsgeldes kam die Kinderbetreuungsgarantie in der Großen Koalition 2005-2009 überhaupt erst zustande. Ohne diese Gleichzeitigkeit hätte die CSU dem nie zugestimmt.

    4.Punkt.: Aus meiner Sicht liegt hierin kein Widerspruch: Sollte die staatliche Kinderbetreuung gut sein, hat das auf die Qualität der familiären Betreuung überhaupt keinen Einfluss; die familiäre Kinderbetreuung bleibt genauso förderungswürdig.

  9. Anscheinend diskutieren hier nur Männer über das Betreuungsgeld.

    Als Frau und Mutter halte ich das Betreuungsgeld für absoluten Unsinn, wie viele andere Familienleistungen übrigens auch.

    Kinder sind und bleiben Privatsache. Der Staat hat sich aus der Familienplanung und der Finanzierung herauszuhalten. Die Diskussion driftet doch schon fast wieder in Zeit Anfang/Mitte des letzten Jahrhunderts ab. „Mutterkreuz“ und „Lebensborn“ kommen mir dabei in den Sinn.

    In einer aufgeklärten Gesellschaft sollten wir doch heute so weit sein, die individuellen Lebensentwürfe zu akzeptieren. Sich als Paar, oder auch alleinerziehendes Elternteil, für oder gegen Kinder und die Art der Betreuung zu entscheiden. Aber nicht, Kinder als Geschäftsmodell oder „staatliche Aufgabe“ zu definieren.

    Gute Betreuung, sofern gewünscht oder notwendig, muss gewährleistet sein. Ob staatlich, als Betriebskindergarten oder über Tagesmütter. Hier müssen einheitlich hohe Standards definiert werden. Nicht aber eine zwangsweise Betreuung außer Haus oder spezielle Förderung der Daheim-Erziehenden.

    Mich persönlich hätte das Betreuungsgeld nicht vom Arbeiten abgehalten, da sich bei mir ca 1,5 Jahren nach der Geburt und Kinderbetreuung eine innere Unzufriedenheit aufgrund von Unterforderung einstellte.
    Der Austausch mit Kollegen, arbeiten an komplexen Problemlösungen, das alles fehlte mir.
    „Mutterglück“ konnte das nicht kompensieren. Daran hätte auch ein Betreuungsgeld in Höhe des Erwerbseinkommens nichts geändert.
    Nicht jede Frau geht in der Rolle der Mutter auf und ist zufrieden mit der Aufgabe der Aufzucht von Kindern.

    • Hier können sich Männer wie Frauen gleichermaßen an der Diskussion beteiligen. Dabei sollten die Argumente zählen, nicht das Geschlecht der Argumentierenden. Allerdings können Frauen und insbesondere Mütter andere Erfahrungen haben als Männer, was dann in die Diskussion eingebracht werden sollte.

      Es gibt bislang keinen Zwang zur Betreuung außer Haus. Was sich geändert hat, ist die Einführung eines Rechtsanspruchs auf eine solche Betreuung. Dieser lässt sich noch nicht überall vollständig einlösen. Außerdem wurde zur Kompensation für diejenigen, die die Fremdbetreuung nicht wollen, das Betreuungsgeld eingeführt. Das ist äußerst ungewöhnlich für staatliche Leistungen. Wer nicht studiert oder kein Auto hat, bekommt dafür schließlich auch keine Kompensation. Allerdings ist mir doch noch ein analoger Fall eingefallen: Das Pflegegeld.

      Grundsätzlich stimme ich mit Ihnen überein, dass es überhaupt nicht Aufgabe des Staates ist, sich in grundsätzliche Familienentscheidungen einzumischen. Leider gibt es in der AfD bis hinauf zu Herrn Professor Lucke die Tendenz, Form und Größe von Familien staatlich vorgeben oder zumindest beeinflussen zu wollen.

    • Ich teile Ihre Ansicht, dass die Lebensplanung eine individuelle ist. Trotzdem bleibt die Frage, welche Lebensplanung der Staat fördert und welche nicht. Wenn Sie z.B. KiTa und Kindergarten fordern, dann meinen Sie vermutlich nicht die ungeförderte KiTa oder den ungeförderten Kindergartenplatz. Vermutlich denken Sie in Bezug auf den Schulbesuch auch nicht an einen Privat-Schulbesuch auf komplett eigene Kosten.

      Die Förderung durch den Staat ist ja auch nicht uneigennützig. Er ist dazu einerseits verpflichtet, kraft Grundgesetz den Lebenslauf „Familie“ finanziell zu ermöglichen und Schulung sicher zu stellen, denn Demokratie und freiheitliche Grundordnung setzen eine Grundbildung voraus. Andererseits hat der Staat auch ein eigenes Interesse daran, dass Sozialsystem funktionieren. Ein Staat kann auf Dauer nicht mit einem Überhang an Leistungsempfängern funktionieren, wenn leistungsfähiger Nachwuchs ausbleibt. Er muss sich also um Anreize zur Familienplanung und zur Bildung bemühen.

      • Es gibt Schulpflicht, wobei ich eine Beschulungspflicht bevorzugen würde. Diese dient auch nicht den Eltern, sondern den Kindern und dem Staat selbst. Folglich sollte der Staat die Schulkosten nicht allein auf die Eltern umlegen, sondern alle Steuerzahler, die ihrerseits auch alle die Schule besucht haben.

        Dass der Staat wegen der Sozialsysteme viele Beitragszahler benötigt, scheint mir eher gegen die aktuelle Ausgestaltung der sozialen Sicherung zu sprechen statt für den Aufbau noch eines weiteren solchen Systems.

      • Die Beschulungspflicht würde ich ebenfalls begrüßen. Sollten Gewalt, Mobbing und anderweitige Auswüchse an Schulen zunehmen und zudem die Schulungsziele de facto weiter gesenkt werden, wäre eine durch Eltern organisierte Schulung eine gute Antwort auf die Entwicklung.

        Zur Zeit haben wir die derzeitige Ausgestaltung und eine Änderung ist nur langsam möglich. Allerdings setzt die Vorsorge, egal ob es um Kranken-, Pflege-, Berufsunfähigkeits- oder Altersvorsorge geht, immer ein solides Umfeld voraus. Eine Bevölkerung, die zu bequem oder zu ängstlich geworden ist, um Kinder aufzuziehen, die nicht bestehende Einwanderungspolitik, das Anhäufen von gigantischen Schulden, der Entwertungsdruck und viele falsche und teure Weichen für die Zukunft sind Indikatoren für ein unsolides Umfeld. Die Folgen, nämlich eine negative demografische Entwicklung, Kapitalverlust durch niedrige Zinsen und teure bis überteuerte Sachwerte nehmen dem Kollektiv und dem einzelnen Normalbürger den Handlungsspielraum, um wirkungsvolle oder gar verlustfreie Vorsorge zu betreiben. Die absolut sinnvolle Reform der Sozialsysteme weg vom reinen Umlagesysteme hin zu einem Dreisäulenmodell ( Umlage, Kapitalbildung durch Geldwert- und Sachwertbildung ) würde in dem Umfeld auch keine Früchte bringen. Da die Kapitalerträge immer auch davon abhängig sind, dass human resources nicht nur ausreichend Wertschöpfung betreiben, sondern auch die Produktivität erhöhen – trotz der Behauptung der Bänker, das Geld würde arbeiten, habe ich noch keine einzige Münze oder einen Schein oder eine Buchung irgendwie dabei erwischt, in irgendeiner Form produktiv zu sein -, schlagen krasse demografische Einbrüche und negative Bildungsentwicklungen, pp. sich in der Produktivität nieder und letztlich auch in den Kapitalerträgen, egal ob es Geld- oder Sachwerträge sind, nieder.

        Ich stimme Ihnen also zu, dass die Neuausrichtung richtig ist, aber einen kurzfristigen Nutzen ist nicht ersichtlich. Es ist sogar die Frage, ob überhaupt noch genug Resourcen bestehen, um einen Systemwechsel zu stemmen.

  10. Kita oder Betreuungsgeld ?

    Mir ist es wichtig ( wenn von den Eltern gewollt ),das Kinder zuhause aufgezogen werden und nicht vom Staat.

    Dazu wäre es notwendig,das Betreuungsgeld zu erhöhen und Erziehungszeiten als „Tätigkeit“ bei der Rente höher zu berücksichtigen.

    Ich rede hier nicht vom Kindergarten,wo man als Kind Vormittags erste wichtige Erfahrungen vorbereitend auf die Schule macht,was auch die Mutter zuhause entlastet.
    Ich rede hier von Ganztagesplätzen wo man als Kind das Mittagessen in staatlichen Unterbringungsanstalten genießen darf,statt es zuhause zu bekommen.

    Ich möchte also,das der Job Mutter besser vergütet wird,statt extrem teure Kitaplätze ala´DDR aus dem Boden gestampft werden um Frauen als produktive Arbeitsmasse an die Front des Wirtschaftswachstums geschaufelt werden.

    Darum geht es jedenfalls mir.

    Dazu kommt noch der Faktor – keine Kinder.

    Es ist für eine Frau kaum umsetzbar mehrere Kinder zu haben und Fulltime bei Opel die Motorblöcke zusammen zu schrauben,da bringen Kitaplätze auch keine Entlastung.

    • Ich als Mutter möchte nicht, dass der „Job als Mutter“ besser vergütet wird.

      Die Entscheidung für (oder gegen) ein Kind ist eine rein persönliche und egoistische Entscheidung.

      Man bekommt Kinder nicht „für den Staat“ oder „für die Gesellschaft“, sondern weil man (Frau/Mann/Paar) dieses möchte. Kinder bitten nicht darum geboren zu werden. Sie können sich ihre Eltern nicht aussuchen.

      „Mutter sein“ oder „Eltern sein“ ist kein „Job“ sondern eine rein persönliche Angelegenheit.

      • Das sieht Birgitt Kelle etwas anders,sie sieht nicht ein,das sie wenn sie ihre Kinder zuhause aufzieht nichts dafür bekommt,obwohl sie dieses ja auch für die Gesellschaft macht.

        Natürlich sollen Kitaplätze ausreichend vorhanden sein,kein Thema.

        Es sollte aber auch möglich sein,das Frauen ihre Kinder zuhause erziehen können und das dann auch bitte finanziell entlohnt wird.

        Bei Kosten von über 1000 Euro pro Kitaplatz & Kind sehe ich dafür schon einen sehr ausreichenden finanziellen Spielraum um das umsetzen zu können !!!

        Jedenfalls war ich froh nach der Schule zuhause mein Essen zu bekommen und brauchte mir diesen Kantinenfrass nicht antun. ( Punkt )

  11. Ich würde einen völlig anderen Ansatz bevorzugen: Alle Gelder zur „Familienförderung“ sollten nur noch an Bedürftige gehen. Menschen mit Steuerzahlerhintergrund brauchen diese Zahlungen nicht. Denen (und mir) wäre viel mehr geholfen, wenn sich die Einkommensteuerlast pro Kind um x-% verringern würde. Zusätzlich würde das Leistungsträger ermutigen, mehr Kinder zu bekommen, und dadurch das Demographieproblem zumindest abschwächen.

      • Nur halb. Sie wünschen sich doch, „dass die Einkommensteuerlast pro Kind um x-% verringern würde“. Nun genau das leistet (bei Steuerzahlern) der Kinderfreibetrag, wobei x mit der Höhe des Einkommens ansteigt. Deshalb schien es mir möglich, dass Sie von der Existenz des Kinderfreibetrags keine Kenntnis besitzen, sonst würden Sie ja sich nicht etwas wünschen, was schon längst da ist.

  12. Pingback: Betreuungsgeld aus formalen Gründen gekippt | Alexander Dilger

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