Beginn des 1. Weltkriegs vor 100 Jahren

Vor genau 100 Jahren, am 28. Juli 1914, begann der 1. Weltkrieg mit einer Kriegserklärung von Österreich-Ungarn an das Königreich Serbien. Anlass war das ‚Attentat von Sarajevo‘ genau einen Monat zuvor und Streit um die Verfolgung der Mörder, doch die Ursachen lagen tiefer und sind bis heute umstritten. Zu ersten Kriegshandlungen kam es am 29. Juli, als Belgrad beschossen wurde. Am 1. August erklärte Deutschland Russland den Krieg wegen dessen Generalmobilmachung. Am 2. August besetzten deutsche Truppen Luxemburg. Am 3. August folgte eine deutsche Kriegserklärung an Frankreich und am 4. August der Einmarsch nach Belgien, der zum Kriegseintritt von Großbritannien und seinen Dominions wie Australien und Kanada führte, womit sich dieser europäische Konflikt bereits global ausweitete, da in der Folge alle deutschen Kolonien angegriffen wurden. Japan trat deshalb am 23. August auf Seiten der Entente in den Krieg ein und die Südafrikanische Union am 8. September, während das Osmanische Reich am 29. Oktober auf Seiten der Mittelmächte hinzukam. Die USA erklärte dagegen erst am 6. April 1917 Deutschland wegen des unbeschränkten U-Boot-Krieges den Krieg.

Der 1. Weltkrieg endete am 11. November 1918 mit dem Waffenstillstand von Compiègne, faktisch jedoch der Kapitulation Deutschlands. Österreich-Ungarn zerfiel, Deutschland wurde eine Republik und aus dem russischen Zarenreich war die Sowjetunion geworden. Der 1. Weltkrieg war der verlustreichste Krieg bis dahin (und bis heute mit Ausnahme des 2. Weltkriegs, wobei eigentlich schon der Siebenjährige Krieg von 1756 bis 1763 weltumspannend war). Er kostete schätzungsweise 10 Millionen Soldaten und 7 Millionen Zivilisten das Leben, während es rund 20 Millionen Verwundete gab. Die direkten Kriegskosten lagen bei knapp einer Billionen Goldmark. Großbritannien wurde vom größten Gläubiger der Welt zu einem der größten Schuldner, insbesondere der USA, die weltpolitische Bedeutung erlangten, die Europa nicht mehr für sich allein beanspruchen konnte. Die wichtigste Lehre ist wohl, dass moderne Großkriege keine echten Sieger mehr kennen, sondern alle Hauptbeteiligten verlieren.

43 Gedanken zu „Beginn des 1. Weltkriegs vor 100 Jahren

  1. Der erste Weltkrieg war der Abgesang der europäischen Supermächte. Das British Empire und die Grand Nation waren auf die US-Amerikaner angewiesen, um die ausschließlich europäischen Großmächte Deutschland und Österreich-Ungarn zu besiegen. Das war ein Offenbarungseid, was ihre tatsächliche Stärke anging. ( Allerdings bestand der vorausgegangene Offenbarungseid schon in den Beiträgen der Parteien, den Krieg aus Kriegslust vom Zaun zu reißen. ) Trotzdem war die Grand Nation noch so sehr in ihrem Selbstbildnis verliebt, dass sie den Versailler Vertrag und später die Ruhrgebietsbesetzung durchsetzte. Mit dem Blitzkrieg war die Grand Nation dann endgültig erledigt, obwohl auch dies die Grand Nation immer noch nicht hinderte, sich auch nach dem zweiten Weltkrieg als Grand Nation und Besatzer zu zelebrieren. Wie peinlich ! Das British Empire stellte sich etwas geschickter an. Sie hatte es aber leichter, denn immerhin sehen sie in den USA einen anglikanischen Mitstreiter, also als einen von ihnen. Trotzdem ist das commonwealth-Märchen eher ein trauriger Spiegel für ein Land, das doch so gerne noch Empire wäre, aber letztlich kaum mehr als eine normale europäische Großmacht, die sich auf Augenhöhe ehemaliger Verlierer – und in manchen Aspekten sogar darunter – sehen muss. In dieses traurige Bild passt auch, dass die einmarschierenden US-Amerikaner offenlegten, dass die Versorgungssituation der Bevölkerungen der so „großen“ Nationen weit hinter der der US-Amerikaner lag. Der erste Weltkrieg und die folgenden Ereignisse sind ein Beispiel dafür, wie sich Menschen verrennen können und was eitle und überhebliche Eliten in Ländern Schaden anrichten können, wenn sie Großmachtfantasien, fatale Fehleinschätzungen und persönliche Kapitalbildungen letztlich auf Kosten der eigenen und anderen Bevölkerungen umsetzen.

  2. auch die AfD macht jetzt grosse Weltpolitik:
    http://www.blu-news.org/2014/07/29/afd-uneinig-zu-israel/

    Aber das Kerngeschäft wird vernachlässigt.

    Was ist mit der Bankenunion?
    Warum klagt nicht Herr Lucke gegen die Bankenunion?
    Was ist mit der Sparersteuer in Spanien?
    Was ist mit der „Reform der Lebensversicherung“, die Millionen deutsche Sparer betrifft?

    Die AfD muss sich um die WICHTIGEN Themen kümmern.
    Lucke was ist los mit ihnen?

    Und Dilger: Warum posten sie alles möglichen Themen,
    aber kaum die AfD-Kernthemen??

    Was ist mit der AfD los?

    Wo sind die Euro-Experten?

    • Krieg und Frieden sind objektiv wichtiger als die Währung. Es fragt sich nur, ob sich nicht Deutschland und insbesondere die Alternative für Deutschland aus vielen Konflikten möglichst heraushalten sollten. Wird die Welt wirklich besser, wenn wir uns überall einmischen, vielleicht sogar militärisch?

      Ich persönlich poste sehr viel zu den (früheren?) Kernthemen der AfD, wenn auch nicht ausschließlich dazu, was bei einem Blogbeitrag pro Tag zu anstrengend wäre. Bitte zeigen Sie mir einen in der AfD, der mehr gegen den Euro und die Eurorettungspolitik anschreibt.

      • Die Qualität der AfD-Vertreter zu außenpolitischen ist zudem extrem dürftig. Der Vorstand Gauland ist ein durch und durch blamables Aushängeschild. Die AfD schlingert in durch die Außenpolitik, weil sie ideologiefrei ist. Wenn sie zum Rechtsstaat, zum Völkerrecht und Menschlichkeit souverän stehen würde, dann würde sie z.B. im Israel-Arabien-Konflikt gar keine Partei ergreifen, sondern die Parteien an die Menschenrechte und an die Menschlichkeit erinnern. Im Ukraine-Konflikt würde sie Russland auffordern, das Völkerrecht zu achten. Terroristen als sog. Separatisten mit Waffen und Logistik zu unterstützen, das passt in kein rechtsstaatliches Konzept. Es ist in Hinblick auf die Außenwirkung wenig hilfreich, wenn sich ein Vorstandsmitglied mit kruden und wirren, regelmäßig antiwestlichen Weltverschwörungstheoretikern senil in eine Reihe stellt. Es ist auch lächerlich, wenn die AfD selbst ernannte Hardliner, die am liebsten jeden Kriminellen ins Gefängnis oder mehr stecken, aber Russland am liebsten auf das rote Sofa legen würden, um eine vermeintlich vom Westen, insbesondere von Homos und Grünen ruinierte Kindheit als Rechtfertigung für jedes völker- und menschenrechtswidriges Verhalten zu finden; zumal Putin dank seines nackten Oberkörpers ein echter Mann im Gegensatz zu den schwuchteligen westlichen Ärschen à là Woworeit, Beck, Hollande, Junker, pp. sei, hofiert. Es wäre deutlich richtiger und angemessener, einfach nur Partei für Rechtsstaatlichkeit und Völkerrecht zu ergreifen. Von der Urkraine kann man da auch sehr gut etwas mehr Einhaltung von Menschenrechten abfordern, selbst wenn sie völlig zu recht um ihre staatliche Souveränität gegenüber von Russland unterstützten Terroristen kämpft. Recht bleibt eben einzuhaltendes Recht, von jeder Seite, egal welche Fahne sie schwingt.

      • Herr Wilhelm, Sie haben sich wirklich mit diesem Kommentar „geoutet“. Da gibt es wohl nicht mehr viel zu sagen. Eine AfD von der Art, die sich mit Ihren Ansichten decken würde, braucht nun wirklich niemand. Davon gibt es bereits genug. Zu Ihren absonderlichen Äußerungen bezüglich der Ukraine-Krise und Herrn Gauland möchte ich mich nicht weiter äußeren. Vielleicht sollten Sie persönlich dahin gehen, wo Sie Ihre „schwuchteligen Ärsche“ finden, da könnten Sie sich besser aufgehoben fühlen. Immerhin, vielen Dank für die Begriffsfindung.

      • Eine AfD von der Art, die sich mit Ihren Ansichten decken würde, braucht nun wirklich niemand. Davon gibt es bereits genug.

        Nein, umgekehrt wird ein Schuh draus. Gerade so eine Partei wird gebraucht. Was nicht gebraucht wird, ist die xte rechtsextreme Splittergruppe, in der ein kleiner Haufen Reaktionäre seine Ressentiments gegen alles pflegt, was einen freiheitlichen Rechtsstaat ausmacht, und sich ansonsten damit beschäftigt, die eigenen Machtgelüste in innerparteilichen Grabenkämpfen zu befriedigen, bis für die bundesweite Mitgliederversammlung ein Hinterzimmer in einer schummrigen Eckkneipe reicht.

    • Richtig Herr Dilger, es gibt wichtigere Themen!

      Und wie es aussieht, kann bald uns aufgrund einer unverantwortlichen Politik des Westens (insbesondere der US-Führung) gegenüber Russland ein neuer Krieg ins Haus stehen! Man sollte es mit der Demütigung Putins und der Aufrüstung der Ukraine nicht übertreiben.

      Das ist das Thema!!! Hier kann die AfD eine vermittelnde Position zu Russland einnehmen (natürlich nur symbolisch, nicht faktisch, dazu ist die AfD zu unbedeutend), die Frau Merkel abgelehnt hat, was eine Schande für unser Land ist.

      Allerdings hängen Krieg und Frieden auch mit den Finanzen zusammen (Finanzsanktionen sind die modernen Mittel der Kriegsführung). Geht es nicht letztlich den USA um die Verteidigung der Vormachtstellung ihrer Währung und zwar mit allen Mitteln? Sicherstellen, dass zukünftig das Öl auch in Dollar gehandelt wird.

      Chufu

  3. Kaum zu glauben, was man hier alles liest.

    An Themen wie Ukraine, Russland, Gaza, kann sich die AfD selbst zerschießen.
    Man sollte hier dringend Zurückhaltung üben.
    Was man an Meinungen der Mitglieder auf Facebook und hier liest:
    Da wird einem Angst und Bange!

    Euro- und EU-kritisch
    Rechtsstaatspartei

    darauf muss der Schwerpunkt liegen!

    • Zustimmmung Frau Bauer. Abschaffung des Euro und Reform der EU, das sind die Kernthemen, der Rest ist nicht so wichtig, insbesondere zu Fragen der Aussenpolitik sollte man sich zurückhalten, jedenfalls, solange man noch nicht einmal im Bundestag sitzt.

      • Lieber Marktradikaler,

        Sie lügen da sich in die Tasche. Abschaffung des Euro und Reform der EU sind knallharte aussenpolitische Themen. Sie sind nicht einfach so einfach durch „gutes Zureden“ zu haben, weil sie das ganze, über Jahre aufgebaute System in Frage stellen, welches jetzt die Machtprobe zur Niederwerfung Russlands sucht.

      • Innerhalb der Gesamtgesellschaft sind Euro-Abschaffung und EU-Reform natürlich kein Konsens. Gerade deshalb braucht es die AfD, damit diese Positionen klar vertreten werden. Ihr Hass auf den Westen und insbesondere die USA ist jedoch nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch in der AfD nicht konsensfähig. Sollten sich da Ihre Positionen durchsetzen, wäre ich nicht mehr dabei – und vermutlich umgekehrt. Folglich müssen wir uns auf unsere gemeinsamen Ziele beschränken oder verschiedene Wege gehen.

      • Mir scheint es, dass diese anderen Themen gerade deshalb so große Probleme machen, weil sie wichtig sind. Bei ihnen gibt es jedoch keinen Konsens in der AfD, der sich in einer Diskussion auch kaum finden lässt, sondern bestenfalls ein gegenseitiges Verständnis für die verschiedenen Positionen und schlimmstenfalls ein völliges Zerwürfnis darüber. Deshalb wäre es klug, wenn sich die AfD und ihre Vertreter bei diesen Themen ganz zurückhalten würden. Die bisherige Erfahrung spricht allerdings nicht dafür, dass das gelingt, auch wenn ich mich inzwischen darum bemühe.

      • Wissen Sie Herr Chufu, Liberale haben begriffen, dass jeder Wettbewerb gewissen Regeln unterliegt. Natürlich versuchen politische Eliten ihren Machteinfluss auch international auszubauen. Aber es gibt eben Grenzen und die stehen insb. im Völkerrecht. Wenn also ein Land seine Fälle wegschwimmen sieht, weil es im Verhältnis zu einem anderen oder einer Gemeinschaft unattraktiv ist, dann leitet sich daraus kein Recht auf Waffengewalt oder Kriegstreiberei oder Diebstahl von Ländereien ab. Es handelt sich bei dem Verbrechen um keine Notwehr, sondern um ein auf Machtgier basierendes Verbrechen, dass derjenige – hier Russland – schön zu reden versucht, mit angeblicher Notwehr oder Verschwörungstheorien. Das mag Leute begeistern, die auf starke Männer mit dicken Hosen stehen, aber es hält keiner sachlichen Prüfung stand.

        Im übrigen unterscheidet sich die AfD von der Pro-Bewegung, dass sich die AfD zum Rechtsstaat mit freiheitlicher Grundordnung bekennt und die Pro-Bewegung eben nicht. Da Sie mit Rechtsstaatlichkeit nicht viel anfangen können, sympathisieren Sie definitiv mit der falschen Partei.

      • Herr Wilhelm,

        Ihre Einschätzung meiner Person läuft fehl. Sie können mich einfach nicht in eine Ihrer Schubladen stecken. Sehen Sie mal lieber zu, dass Sie vielleicht doch noch bei der FDP unterkommen. Warum soll eine berechtigte Kritik an der USA (und der abhängigen EU) gegen westliche Werte gerichtet sein? Sie bringen wohl einiges durcheinander.

        Natürlich muss sich die AfD diesen extrem wichtigen außenpolitischen Fragen stellen, sonst kann sie am besten gleich verschwinden. Es geht schließlich um eine völlig neue konservative Politik. Die Sachlage bietet auch neue Chancen der Profilierung gegenüber den Altparteien.

        Aber hier zur Versachlichung der Diskussion, an die Adresse der Kriegstreiber, zum Thema ein aktueller, bemerkenswerter Artikel von Henry Kissinger:

        http://www.ipg-journal.de/kommentar/artikel/henry-a-kissinger-eine-daemonisierung-putins-ist-keine-politik-298/

        Chufu

      • Sie übersehen, dass Herr Putin in dieser Sache der Kriegstreiber ist, der völkerrechtswidrig erst die Krim annektierte und jetzt in der Ostukraine kämpfen lässt bis hin zum (versehentlichen) Abschluss von unbeteiligten Zivilflugzeugen.

      • Nun, Herr Chufu, Sie bestätigen letztlich meine These, dass Extremisten es einfach mit Rechtsstaatlichkeit nicht können, sondern immer im schwarz-weiß-Muster leben. „Bist Du nicht meiner Meinung, dann gehörst Du zu den anderen [ den bösen ]“. Die Nichtextremisten bemühen sich um Sachlichkeit, d.h. sie versuchen objektive Kriterien zu definieren und Sachverhalte danach zu beurteilen. Bei Ihnen ist es wie mit den anderen Extremisten: Es werden die völkerrechtlichen Verstöße moniert, gleichzeitig über die Putin-Verehrung [ Der wahre Kämpfer gegen Schwuchtel und Weicheier, der es endlich dem Weichei-Westen zeigt… ] der Extremisten abgelästert – weil sie lächerlich ist [ als ob es nur Schwuchtel und Putin gäbe ] – und dann kommt, was kommen muss: „Du bist gegen die Putin-Verehrung, kritisiert seine völkerrechtswidrige Politik, also bist Du gegen uns, also geh…… [ vormals zu den Schwulen, jetzt mal zur FDP ]“. Der entscheidende Punkt, dass nämlich der Verstoß gegen das Völkerrecht, das interessiert solchen Leuten wie Sie nicht. Es stört Sie nicht, dass ein Land Gebiete eines anderen wegnimmt, es stört Sie nicht, dass ein Land Terroristen im Nachbarland unterhält, das ist alles völlig egal, im Zweifel weil das Weich-Ei-Obama-Land ja auch nichts anderes machen würde [ was natürlich sachlich nicht zutreffend ist, und im übrigen auch nicht Nachahmerei rechtfertigen würde, sondern vielmehr ausschließlich die Kritik gegen beide begründen würde { wobei ich mir die Anmerkung erlaube, dass ich sowohl den Afghanistan-Krieg als auch den Irak-Krieg kritisierte und erstere immer noch kritisiere; zumal deutscher Beteiligung, allerdings die USA in beiden Fällen keine Annexion vornahm, weshalb die Sachverhalte unterschiedlich sind, und in beiden Fällen die völkerrechtlichen Verstöße weit weg stattfanden, weshalb die längst nicht so sehr stören wie die gegenwärtigen, denn Ukraine ist schon Europa und von der Ukraine ist es nicht weit bis nach Polen oder Baltikum, jeweils NATO, dann nicht weit bis Ostdeutschland,… } ].

        Ihre Verblendung wird auch durch Ihre Verlinkung deutlich. Kissinger schreibt nämlich auch folgendes: „Russland, der Westen und am wenigsten die Gruppierungen in der Ukraine selbst haben bislang nicht nach diesem Prinzip gehandelt. […] Zugleich sollte Putin ungeachtet seiner Sorgen realisieren, dass eine Politik des militärischen Zwangs einen neuen Kalten Krieg zur Folge hätte. […] Viertens: Eine Annexion der Krim durch Russland ist mit den Regeln der bestehenden Weltordnung inkompatibel. Zugleich sollte es aber möglich sein, die Beziehungen der Krim zur Ukraine auf eine weniger belastete Grundlage zu stellen. Hierfür würde Russland die Souveränität der Ukraine über die Krim anerkennen. Zugleich sollte die Ukraine die Autonomie der Krim verstärken, und zwar in Wahlen, die unter Beteiligung von internationalen Beobachtern durchgeführt werden. In diesem Prozess müssten zugleich jegliche Zweideutigkeiten über den Status der Schwarzmeerflotte in Sewastopol bereinigt werden. “

        Was meinen Sie wohl, welcher Position Kissinger näher ist ?! Meine Position, die besagt, alle haben sich auf das Fundament des Völkerrechts agieren. Der Krimklau ist ein Verbrechen. Auch die Ukraine hat sich an Menschenrecht und Menschlichkeit zu halten. Russland hat das Unterstützen von Terroristen zu unterlassen. Die Urkaine soll ihre Korruption in den Griff kriegen und solchen Leuten wie Janukowitsch und Timotschenko ggf. wegen Korruption und Landesverrats den rechtsstaatlichen Prozess machen. Ihre Position besagt, dass Russland ein Opfer des Westens sei. Weil Janukowitsch gestürzt worden ist, dürfe sich Putin die Krim holen. Der arme Kerl darf sich die Ostukraine holen, weil sich sonst der Westen diesen Teil holt, pp.

        Lesen Sie die Statements von Kissinger komplett. Das Rauspicken der Aussage “ Die Dämonisierung Putins sei keine Poltik.“ oder die Aussage, dass sich die USA zuwenig mit der Psyche Russlands beschäftige, ist unzureichend. Kissinger hat diese Aussagen nicht als Freibrief für Putin-Russland formuliert. Seine vier Vorschläge bringen das ganz deutlich zum Ausdruck. Er mag ein Konservativer sein, aber er ist kein Antiliberaler oder Anti-Rechtsstaatler wie Sie.

    • HH. Dilger und Wilhelm,

      Sie kennen meinen Standpunkt zur Ukraine-Krise gar nicht genau. Sie reimen sich das was zusammen. Mir ist nur klar geworden, dass Ihnen vielleicht doch die Kenntnisse fehlen, welche Aktivitäten dort im Detail ablaufen und welche Kräfte dort wirken. Machen sich doch erst mal die Mühe einer detailierten Internet-Recherche, auch bei Quellen, die sie vielleicht sonst nicht aufgrund ihrer politischen Voreinstellungen nicht gern aufsuchen.

      Ich habe den Link mit Henry Kissinger in den Kommentar aufgenommen, um zu zeigen, dass sogar so ein Hardliner wie dieser, der selbst für seine früheren Taten angegriffen wird, Russland und Putin differenziert betrachten kann. Dabei habe ich natürlich nicht erwartet, so dass er nun völlig Putins Position vertritt. Aber immerhin, die Politik seiner eigenen Regierung zu kritisieren, ist doch schon mal was.

      Darüber hinaus – das ist jetzt speziell an Sie Herr Dilger gerichtet – ist natürlich die Ukraine für die AfD auch deshalb besonders wichtig, weil es hier um den Versuch einer erneuerten, sehr wesentlichen Erweiterung der EU geht. Ein geplanter Vorgang, der auf jeden Fall konträr zu den Zielen der AfD steht. Nach dem die Bindung an die EU durch vorhergehende Regierung in der Ukraine abgelehnte wurde, war auf ein mal der Teufel los, bis zur heutigen Entwicklung.

      Chufu

      • Woher wollen Sie wissen, wie ich mich über den Ukraine-Konflikt informiere? Ich kenne durchaus die russische Kriegspropaganda, aber nicht nur diese. Wesentliche Fakten sind doch auch überhaupt nicht umstritten, z. B. dass Russland die Krim völkerrechtswidrig annektiert hat oder jetzt die Kämpfer in der Ostukraine unterstützt, sofern es sich nicht ohnehin um russische Soldaten und Agenten handelt. Im Übrigen ging und geht es nicht um einen Beitritt der Ukraine zur EU, sondern ein Assoziierungsabkommen.

      • Herr Dilger,
        prüfen Sie lieber mal im welchen Umfang CIA-Agenten, Black Water-Söldner und Privat-Armeen von ukrainischen Milliardären in der Ukraine mörderisch aktiv sind. Oder was sagen Sie dazu, dass Kiew ostukrainische Städte mit ungelenkten, ballistischen Raketen beschießt?

        Übrigens, mit großer Wahrscheinlichkeit hat Kiew selbst den Abschuss von MH 17 verursacht!! Und dies leite ich nicht nur davon ab, dass die Kiewer Regierung, die einzige ist, die einen Vorteil davon hat.

        Sehen Sie sich die ganzen Beweise, Hinweise und die ukrainischen Vertuschungsversuche an.

        Das Assoziierungsabkommen war aber der erste Schritt in Richtung EU-Mitgliedschaft (und dann NATO-Mitgliedschaft).

  4. Kiew hat auch ihre eigenen Kampfjets abgeschossen, damit sie von den Amerikanern neue kriegen. Aber das malaysische Flugzeug haben sie nicht abgeschossen. Das waren die Niederländer selbst, denn die von der CIA gelenkten niederländischen Linksfaschisten wollen weitere Ausländer reinholen, damit die Niederländer zur Minderheit werden. Jetzt könne sie sagen: „Wir haben dreihundert Tote und brauchen zum Ausgleich 300.000 Ausländer.“ Tja, und die wahren Täter sind die Strippenzieher: Obama, NSA und CIA, denn sie wollen die globale Herrschaft ohne Konkurrenz. Putin ist der letzte und wahre Kämpfer der russischen Bastion für das Gute gegen Globalkapitalisten. So sieht die Welt aus und nicht anders. Lasst Euch nicht von mainstream-Presse an der Nase herumführen. Die Welt ist verschworen !

    • H. Wilhelm. Bei Ihnen stand wohl zufällig in der Nähe das eine oder andere Fläschlein, dem Sie nicht widerstehen konnten. Was Sie da herum faseln! Nein, ich glaube Sie brauchen keinen Alkohol für diesen Unsinn. Es ist eine Schande, wie Sie die Opfer verhöhnen! Bei Ihnen helfen auch Fakten nicht. Der richtige Zeitpunkt für Sie die FDP zu bereichern! Dan mal los, man wartet schon auf Sie!

      • Dieser kleine Exkurs ist damit hoffentlich beendet, zumal Herr Wilhelm schon länger nicht mehr in der AfD ist. Was ist mit Ihnen, Herr Chufu?

      • Herr Dilger,

        ich bin und bleibe AfD-Mitglied, weil ich davon überzeugt bin, dass in Deutschland eine kleine Volkspartei nötig und auch möglich ist, die entsprechend meiner eigenen Überzeugungen im Kern eine neue konservativ-patriotische Politik vertritt. Dazu kann ich einiges beitragen. Lassen Sie uns keine neue Diskussion liberal versus konservativ aufmachen. Aber erlauben Sie aber abschließend den Unterschied zwischen Ihnen (und der von Ihnen vertretenen Richtung) darzustellen:

        Bekanntermaßen stimmen wir beide in der Kritik am Euro und im Wunsch seiner Abschaffung überein (und vielleicht noch in den einen oder anderen finanztechnischen oder wirtschaftlichen Punkt). Sie wären damit und ein paar weiteren kleinen Korrekturen zufrieden.

        Ich dagegen, frage nach dem Grund der Einführung des Euros und möchte die politischen Gründe für die Euro-Einführung bekämpfen und das dahinter stehende Machtsystem ändern.

        Sie nicht, den im Grunde sind Sie mit dem „System“ zufrieden. Sie halten den Euro nur für eine „kleine“ Fehlentwicklung, denken aber entweder nicht über die dahinter liegenden Ursachen nach oder was wahrscheinlicher ist, akzeptieren diese im Wesentlichen, während ich – wie auch ein großer Teil der AfDler – diese letztlich in Frage stellen. (Das kann man beispielsweise an der Ukraine-Krise festmachen .. aber lassen wir das jetzt).

        In der Summe denke ich, sind am Ende wahrscheinlich doch nicht bei uns richtig aufgehoben. Auch weil bei uns Liberalismus im Hintergrund stehen wird.

      • Bei Ihnen steht Liberalismus im Hintergrund, wenn Sie ihn nicht sogar direkt bekämpfen. Wenn die AfD insgesamt Ihren Weg einschlägt, wird sie scheitern. Dafür gibt es bereits zahlreiche Beispiele. Nur die Verbindung von liberalen und konservativen Positionen ist neu und zukunftsträchtig.

        Meine Eurokritik geht tiefer als die von vielen Konservativen und Rechten, die z. T. nur die Eurorettungspolitik ablehnen, nicht aber den Euro, oder sich sogar einen Nordeuro mit Großbritannien und Skandinavien wünschen… Ich sehe, dass der Euro nur mit einem Eurosuperstaat funktionieren könnte, den ich als undemokratisch und auch sonst gefährlich ablehne.

        Um es auf den Punkt zu bringen: Ich möchte die Zeit um gut 20 Jahre zurückdrehen und an die positiven Entwicklungen vor dem Euro anknüpfen. Sie wollen die Zeit um mindestens 100 Jahre zurückdrehen, an die damalige Großmachtspolitik anknüpfen (ein gutes Beispiel ist Ihre Einschätzung des Ukraine-Konflikts, die nur vor diesem Hintergrund verständlich ist) und die zwischenzeitlichen Ereignisse ignorien.

      • @Chufu Es freut mich, dass bei Ihnen ein bisschen Hoffnung besteht. Dass Sie die Parodie nicht verstanden haben, das macht nichts. Ihr Verweis auf die Opfer freut mich um so mehr. Welche Schlussfolgerung ziehen Sie in Hinblick auf Putin oder klappt der Einwand nur bei politischen Gegnern ( und ihren unverstandenen Parodien ) ?!

        @Dilger Herr Dilger, Sie sind da wohl nicht ganz auf dem Laufenden. Weil es wenig Sinn hat, für die AfD in diversen Ausschüssen zu sitzen, und es außerdem die Außenwirkung für die AfD-Arnsberg nicht gut wäre, bin ich in die AfD wieder eingetreten. Allerdings macht mich dies durchaus nicht kritiklos und ich werde mich auch für die Arbeitsgemeinschaften „Außenpolitik“ und „Integration“ anmelden. Gerade was ein Bundesvorstand zu dem Thema Russland verzapft, bedarf dringend einer Korrektur. Genauso wenig klug ist es, sich in Sachen Israel ./. Arabien aus dem Fenster zu lehnen. Die letzen Äußerungen des Herrn Lucke zum Thema Islam und Integration waren hingegen hervorragend. Allerdings – Sie werden mir vermutlich kaum widersprechen – sind die Blicke über den Bezirksverband Arnsberg hinweg in Richtung NRW und teilweise in Richtung Ostdeutschland sorgenvoll. Weder die libertäre Bewegung ( UKIP ) noch die pro-Bewegung begeistern. In der ersteren wird – z.B. aus dem Landesvorstand und dem EU-Parlament kommend – über die Aussage von Herrn Lucke zu der Notwendigkeit der Reproduktion und der alternativen qualifizierten Einwanderung abgelästert. Als ob es keine Umlagesysteme gäbe, als ob es kein Bundesprogramm gäbe. Die zweite Bewegung nimmt in facebook Besorgnis erregende Zustände an. Einer, der sich selbst der AfD zuordnet, aber unter einer Comic-Figur posted, lästert nicht nur reichlich über den Islam ab, sondern beschönigt auch den Krieg und verwendet zuletzt – danach habe ich ihn endgültig aus der „Freundschafsliste“ in facebook gestrichen, – reichlich die Reichskriegsflagge. Auch die Reaktionen auf die gemäßigten und ausgewogenen Äußerungen von Herrn Lucke zum Thema Islam und Integration sind mit Wut und Ärger aufgenommen worden. Das „Quo vadis AfD“ ist nach wie vor ungeklärt. Die Verweigerung von Herrn Lucke, die AfD ideologisch aufzustellen, wird nicht funktionieren. Irgendwann muss die AfD Farbe bekennen und dann wird sich zwangläufig ein Teil von der AfD trennen oder getrennt werden. Die Frage ist nur wer. Die weitere, die damit zwangsläufig verbundene Frage ist, ist, welche Kultur man pflegen will. Will man eine plakative und emotionale Politik wie sie Die Grünen oder Pro pflegen oder will man eine sachliche und nüchterne Poltik, wofür einst die Liberalen und die überwiegenden Konservativen standen.

      • Dass Sie wieder in der AfD sind, wusste ich nicht. Willkommen! Nun sollten Sie zumindest wissen, worauf Sie sich einlassen. Ich hoffe, Sie unterstützen in der Partei „eine sachliche und nüchterne Politik“. Sie können gerne auch in Ihren Kommentaren noch etwas sachlicher und nüchterner werden.

      • Nun, da sich der Bogen in diesem Thread vom Ausbruch des 1. Weltkriegs bereits bis zu den Facebook-Seiten der AfD spannt, möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass es mir kalt den Rücken herunter läuft, wenn ich sehe, wie dort das Sterben von unschuldigen Zivilisten im Gaza-Konflikt durch so manchen Funktionsträger der Partei als genüssliches Schauspiel zelebriert wird.

      • Ich wäre in dem Israel-Arabien-Krieg vorsichtig mit dem Begriff „unschuldig“. Die Fatah und Hamas und andere Islamisten operieren ja nicht ohne Unterstützung der dortigen Bevölkerung. Es ist ja auch nicht so, dass zwischen beiden Parteien nicht genug ( teure ) Brücken durch EU und Deutschland gebaut worden wären. Mich ärgert es schon, dass die vielen Mrd. EUR zerschossen werden oder worden sind, anstatt mit dem Geld einen friedlichen Start zu beginnen. Ich lehne es auch ab, mich in ein Boot einer Partei ziehen zu lassen. Unschuldige – mit Ausnahme der Unmündigen ( also insb. der Kinder ) – vermag ich da einfach nicht mehr zu sehen. Zivilisierte Maßstäbe haben beide Seiten gar nicht erst aufgenommen. Beide suchen in dem jeweils anderen einen Grund, kräftig gegen Völkerrecht, Menschenrecht und erst recht Menschlichkeit zu verstoßen, und zelebrieren sich als Opfer des jeweils anderen. Wir sollten nicht den Fehler der Parteiergreifung machen, sondern dem Konflikt angewidert die kalte Schulter zeigen. Weitere Gelder kann man besser ein paar Kilometer weiter südlich investieren, z.B. gegen die Ebola-Epedemie.

      • Der heutige Palästina-Konflikt geht übrigens auch auf den 1. Weltkrieg zurück, weil die Briten seinerzeit zu viele(n) Versprechungen machten. Persönlich kann jeder dazu seine Meinung haben (habe ich auch), doch für die deutsche Politik und damit auch jede ernstzunehmende deutsche Partei verbietet sich offene Kritik an Israel. Es gibt (mehr als) genug andere, die Israel auf vermeintliche oder tatsächliche Fehler hinweisen. Umgekehrt sollte man nicht wie die Kanzlerin die deutsche Staatsräson bemühen, was Deutschland schlimmstenfalls in einen fremden Krieg hineinzieht.

      • Ich sträube mich dagegen, knapp 2 Mio. Zivilisten im Gazastreifen als „Täter“ oder „Mittäter“ einzustufen und sie damit dem Beschuss durch die der Hamas haushoch überlegene israelische Armee freizugeben. Hamas hin, Hamas her – gerade der Mossad als einer der gerissensten und wohl auch skrupellostesten Geheimdienste der Welt hätte sicher genügend Möglichkeiten, sehr gezielt gegen die bestehenden Gefahren vorzugehen. Insbesondere ohne Dauerbeschuss der Zivilbevölkerung. Aber Israel will ganz offensichtlich gar keinen Frieden mit den Palästinensern, was ja auch durch die Siedlungspolitik deutlich zu Tage tritt. Sich dann auch noch in der ewigen Opferrolle zu suhlen, ist vor dem Hintergrund der heutigen Politik Israels absolut grotesk. Ich bin auch nicht der Meinung, dass Deutschland auf Grund der Ereignisse vor 70 bis 80 Jahren jede Eskapade Israels bedingungslos decken muss. Ganz im Gegenteil: Gerade auf Grund der eigenen Geschichte hätte gerade Deutschland außenpolitisch die moralische Verantwortung, den Finger auch einmal in die Wunde zu legen und andere Staaten darauf hinzuweisen, wenn sie im Begriff sind, ähnliche Verbrechen an ihnen nicht genehmen Minderheiten oder ganzen Völkern zu begehen, statt sich weg zu ducken.

      • Israel wird bis heute von vielen Staaten und gewaltbereiten Gruppen das Existenzrecht abgesprochen. Wenn es sich nicht verteidigen würde, wäre es nicht mehr. In welcher Weise diese Verteidigung erfolgt ist eine andere Frage. Ihren völlig ahistorischen Vergleich lehne ich ab.

      • Ich denke nicht, dass es ernsthaft um das Existenzrecht Israels an sich geht. Nur darf man dabei nicht übersehen, dass dieser Staat einfach mal eben von Kolonialmächten auf palästeninsischem Territorium gegründet wurde und zudem die dort lebenden Palästinenser seither kein zusammenhängendes Gebiet mehr besitzen. Welches Volk der Erde würde sich das schon gefallen lassen?

        Zu klären wäre also zunächst, ob eine Zwei-Staaten-Lösung überhaupt realisierbar ist. Sinn macht sie nur dann, wenn Palästina ein zusammenhängender Staat sein kann. Alternativ käme vielleicht eine Lösung als ein Staat in Betracht, wenn die ethnischen und weltanschaulichen Ressentiments ausgeräumt werden könnten oder wenigstens gewährleistet wäre, dass nicht ein Volk das andere unterdrückt und diskriminiert. Letzteres halte ich allerdings angesichts der Selbstgefälligkeit des „auserwählten Volkes“ für vollkommen unrealistisch.

        Als dritte Variante (die aber in der westlichen Welt niemand auszusprechen wagt) bliebe unter Umständen ganz pragmatisch der Umzug des Staates Israel in eine unkritische Region, wenn es denn unbedingt ein Exklusiv-Staat für die weltanschauliche MInderheit der Juden sein muss (was ich persönlich als Humanist und Agnostiker nicht nachempfinden kann). Hierfür kämen beispielsweise weitgehend unbewohnte Territorien in USA, Russland oder Nordafrika in Betracht.

      • Ich will diese Diskussion hier eigentlich nicht führen. Doch bei genauerer Betrachtung gibt es überhaupt kein palästinensisches Volk. Es handelt sich um Araber, die zahlreiche Staaten um Israel herum haben. Stellen Sie sich vor, Deutschland hatte nach dem 2. Weltkrieg alle Vertriebenen in Lager gesteckt, in denen sie noch heute leben müssten, um alte Gebietsansprüche aufrechtzuerhalten.

        Die Zwei-Staaten-Lösung ist in der jetzigen Situation die beste. Ein gemeinsamer Staat wäre spannungsreicher als ein Eurosuperstaat. Ein Umzug Israels kommt zumindest gegenwärtig überhaupt nicht in Betracht.

      • Ich denke auch, dass eine geordnete Zwei-Staaten-Lösung die einzige zeitnah realisierbare, ein wenig Hoffnung auf Frieden stiftende Lösung ist. Aber nur, wenn dabei ein territorial zusammenhängendes Gebiet für die betroffenen Araber entsteht. Der derzeitige Fleckerlteppich führt zu erheblicher Diskriminierung der Bevölkerung in den palästinensischen Territorien und wird immer Anlässe zu massiven Konflikten liefern.

  5. Ob man die Ursache des Konflikts tatsächlich bei den Briten findet ?! Wahrscheinlich nicht. Aus dem Talmud / Altes Testament und auch dem neuen Testament ist zu entnehmen, dass sich die Juden ethnisch und nicht staatsbürgerlich definierten. Einen territorialen jüdischen Staat gab es bis zur Gründung Israels gar nicht. Die zionistische Idee kam erst Ende des 19. Jahrhundert als Antwort auf die regelmäßig über Jahrhunderte immer wieder aufflackernden Judenverfolgungen auf. Im 20. Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts kam es zu den ersten Einwanderungswellen in das Gebiet des heutigen Israels. Mit der europaweiten Judenverfolgung im Dritten Reich folgten die größten Einwanderungswellen, die die Briten zu verhindern versuchten – was nicht besonders human war -. Die Juden haben damit Fakten geschaffen, mit denen die dort lebende arabische Bevölkerung nicht einverstanden war. Diese will die Juden vielmehr wieder rausschmeißen. Die Historie lässt kaum eine Schuldzuweisung zu. Man kann den Arabern schwerlich den Schuldvorwurf machen, dass sie mit der Lage nicht einverstanden sind. Den Juden kann man den Vorwurf – wir Deutschen erst recht nicht – ebenfalls nicht machen. Deutschland und viele andere westliche Staaten bemühten sich redlich darum, Rahmenbedingungen für einen Frieden zu schaffen. Es wurden Mrd. in Infrastrukturmaßnahmen und Subventionen investiert, um beiden eine Grundlage für eine gemeinsame Lösung zu geben. Aber den Weg zum Frieden, den müssen die Bevölkerungen jeweils selber gehen. Tatsächlich wurden viele Gelder veruntreut, siehe Arafad und sein Reichtum in Paris, viele geschaffene Infrastrukturmaßnahmen zerschossen. Letztere könnte man zwar recht schnell den Juden zum Vorwurf machen. Wenn allerdings die Terroristen aus der Zivilbevölkerung heraus die Juden angreifen, dann schlägt die Verteidigung natürlich auch in diese Region zurück. Wenn man die Proportionalität der Opferzahlen und die der militärischen Stärke sieht, dann stellt sich in Hinblick auf die Juden die Frage, ob sie nicht zu krass überziehen. Andererseits ist der Vorwurf möglicherweise zu schnell ausgesprochen, wenn man berücksichtigt, dass deren Gegner auf ihre Vernichtung abzielen, was die Israelis in Hinblick auf die Araber bislang nicht tun. Aber – um den Bogen zu der These, dass man sich aus dem Konflikt raushalten sollte und sich der Partei enthalten sollte – in dieser Gemengenlage sollten keine weiteren Gelder in die Region fließen. In Bezug auf Israel sollte sich Deutschland nicht unbedingt wegen ihres eigenen historischen Beitrages zu dem Konflikt enthalten, sondern auch wegen des eigenen Sicherheitsinteresses. Israel übernimmt die äußerst unangenehme Aufgabe, die islamistischen Kräfte zu binden. Würde Israel unter der Last der Terroristen kippen, was mit Sicherheit einen widerlichen Genozid zur Folge hätte ( siehe ISIS im Irak ), dann wäre Europa im Fokus der Islamisten. Die arabischen Verhältnisse hätten wir dann sehr bald hier in Europa, denn die von Saudis und Iran finanzierten Terroristen verschwinden nicht einfach. Ihren nächsten „göttlichen“ Auftrag werden sie suchen und finden.

    • Ihrer Argumentation vermag ich einmal mehr nicht zu folgen. Es stimmt, dass es seit der Antike bis zu Israel keinen jüdischen Staat gab und das weltliche Streben danach (Zionismus) erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstand. Gerade deshalb ist jedoch mein Hinweis auf den 1. Weltkrieg richtig, in dessen Verlauf die Briten Palästina gleich dreimal verteilten (an Juden, Araber und sich selbst zusammen mit den Franzosen). 2. Weltkrieg und Holocaust machten dann die Gründung Israels unvermeidlich, woraus sich eine besondere Verantwortung Deutschlands ergibt.

      Wenn Sie jetzt Israel als Bollwerk gegen gewalttätige Islamisten (nicht den Islam) sehen, spräche das auch eher für eine aktive Unterstützung als fürs Heraushalten. Man kann die Besatzung allerdings auch als offene Wunde sehen, die zu immer neuem Hass führt und einen umfassenden Frieden in Nahost verhindert. Letztlich hat Deutschland aber keinen realen Einfluss auf diesen Konflikt und wäre jedes deutsche Moralisieren gerade hier nur heuchlerisch.

      • Die Entstehung Israelis hatte mit dem ersten Weltkrieg wenig zu tun. Die Idee kam schon Jahrzehnte vor dem 1. WK auf. Die ersten großen Einwanderungswellen gab es schon Ende des 19. Jahrhunderts. Damals gehörte das Gebiet noch zum osmanischen Reich. Im ersten Weltkrieg eroberten sich die Briten das Gebiet. Mit der Balfour-Deklaration erklärten sie offiziell die Sympathien mit dem Zionismus. Im 20. Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts erfolgten größere Einwanderungswellen. Das war eine Antwort auf die Judendiskriminierung und -verfolgung, die es schon vor Hitler-Deutschland, insb. in Russland gab. Aufgrund von Hitler-Europa gab es die größten Einwanderungswellen aus Europa in Richtung Israel, was die Briten teilweise zu verhindern versuchten, denn die Lage in Israel spitze sich zu.

        Die Araber wollten die Juden von Anfang an nicht. Ich denke, das kann man verstehen in Anbetracht der Einwanderungsmengen. Die Parteieinnahme gegen Israel wäre trotzdem ziemlich dämlich. Inzwischen haben sich ja die Islamisten auf die Israelist eingeschossen. Das, was auf die Israelis mit Raketen schießt, was die Tunnel gräbt, die Anschläge verübt, das sind doch keine armen Araber, das sind Islamisten. Ich stelle mir vor, Israel würde diese Kräfte nicht binden, was hätten wir jetzt für einen „Spaß“!

        Hinter den Islamisten stecken Saudis ( Sunniten ) und der Iran ( Chiiten, Hamas ). Die Saudis, die aktiv Terroristen betreiben, betreiben bei uns auch Moscheen für Araber und unterstützen Hass-Prediger. Der Iran hat einen recht regen Geheimdienst, der Terrorismus fördert. Wenn es um die gemeinsame Sache gegen den Westen geht, dann ziehen sie relativ gut an einen Strang. Als es in Afhganistan um die Vertreibung der Russen ging, da haben sämtliche Terroristengruppierungen, egal welcher islamischer Konfession, an einen Strang gezogen.

        Ich moralisiere in dem Israel ./ Arabien-Konflikt überhaupt nicht. Meine Äußerung, sich tendentiell aus dem Konflikt rauszuhalten und einfach für den Rechtsstaat, also Völkerrecht und Menschenrecht zu plädieren, sollte ein Appell an die Vernunft sein. Meine Haltung verstehe ich als Opposition zu dem Gut-Böse-Schema. Solange die Araber die Israelis beseitigen wollen und die Israelis unbarmherzig zurück schlagen, solange wird es keinen Frieden geben. In dieser Gemengenlage gibt es – moralisch gesehen – kein gut- oder böse.

        Völkerrecht und Menschenrecht sind auch nicht aus einem Gut- und Böse-Schema entstanden, sondern sind philosophisch, theologisch und juristisch herausgearbeitet worden. Es ist der Mindestkanon der erforderlich ist, damit ein Zusammenleben möglich ist, bzw. wird. Wenn man die Parteien auf dieses Fundament zurück holen will, dann hat dies schlicht nichts mit Moral, sondern mit pragmatischer Vernunft zu tun. Allerdings pflegen solche Appelle in solchen Gemengengelagen ungehört zu sein.

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