Lucke will nur noch Grexit

Der AfD-Bundessprecher Bernd Lucke meint: „‚Gabriel will Sparpolitik aufweichen'“. Tatsächlich hat aber leider er selbst schon wieder seine Euro-Kritik weiter aufgeweicht. Noch letzten Monat strebte er „einen Euro ohne die Südländer bis hin zu Frankreich an“ (siehe ‚Ich will raus aus dem Euro‘). Jetzt sagte er der Stuttgarter Zeitung:

Die AfD ist der Meinung, Griechenland solle aus dem Euro ausscheiden. Anders sieht das im Falle von Frankreich und Italien aus. Diese Länder müssen sich strikten Spar- und Reformauflagen unterwerfen.

Müssen sie das? Was ist mit den AfD-Forderungen nach Demokratie und nationaler Souveränität, wenn schon die bisherige Euro-Kritik nicht mehr gelten soll? Damit unterscheidet sich der AfD-Europaparlamentarier nur noch in seiner Forderung nach einem griechischen Euroausstieg (Grexit) von etablierten Politikern wie z. B. Bundeskanzlerin Merkel und ihrem Finanzminister Schäuble. Was ist, wenn er diese Position demnächst auch noch räumt oder umgekehrt die etablierten Parteien hier ihre Meinung ein wenig ändern? Außerdem könnte Griechenland einfach austreten. Meine Hoffnung ist, dass dann die Realität die Politik einschließlich der AfD überholt. Schließlich könnte auch Frankreich den Euro verlassen oder zumindest Luckes Imperativ missachten und sich einfach nicht „strikten Spar- und Reformauflagen unterwerfen“.

97 Gedanken zu „Lucke will nur noch Grexit

  1. Es scheint, als ob es kommt wie von Vielen befürchtet – kaum an den Futtertrögen angekommen, passen sich unsere Mandatsträger dem politischen Mainstream an. Übel, übel …

    • Herr MM,
      ja, zugegeben der Eindruck kann sich einstellen. Ich halte, dass noch für seine schlaue Taktik von Herrn Lucke. Vielmehr setzt er wohl darauf, dass von allein beispielsweise der Druck in diesen Ländern so groß wird, dass sie freiwillig den Euro verlassen. Die Forderung nach Spar- und Reformmaßnahmen ist sowieso nur eine Ungehörigkeit aus der Sicht dieser Länder. Ich bin davon überzeugt, dass Herr Lucke in Wirklichkeit national-konservative Ziele in meinem Sinne verfolgt, er geht nur sehr vorsichtig und taktisch vor.

      • Wie gut kennen Sie Herrn Lucke?
        Weiß wirklich wer, ob er mehr verfolgt, als die eigene politische Karriere?
        Ich habe da manchmal meine Zweifel …

    • Wer sich intensiv mit den handelnden Personen beschäftigt hat, ist darüber nicht verwundert. Man ist auch nicht darüber verwundert dass der Link zum Protokoll des Bundesparteitags schon nach einem Tag nicht mehr funktioniert…….

  2. Jetzt geht es wieder los. Sirenengeheul und der Watchdog zu „Lucke-Äußerungen zum Euro“ fährt vor. Wie immer fehlt dabei die Feststellung, dass auf Interviews kein Verlass ist. Das sollten Sie selbst aus bester (schlechtester) Erfahrung wissen. Trotzdem wird die Möglichkeit nicht einmal bedacht und angesprochen, obwohl Sie sonst so gründlich sind. Daraus wird leider deutlich, dass Sie Herrn Lucke entweder fundamental misstrauen oder einfach auf eine Gelegenheit lauern, ihm ans Bein zu pinkeln. Vielleicht ist das auch nur eine Gelegenheit, um Frust abzulassen – kann ich im Moment nach zwei verschenkten Toren auch verstehen.

    „Was ist mit den AfD-Forderungen nach Demokratie und nationaler Souveränität, wenn schon die bisherige Euro-Kritik nicht mehr gelten soll?“
    Wieso setzen Sie Herrn Lucke mit der AfD gleich? ist dies der Wunsch, der Partei zu schaden?

    „…oder umgekehrt die etablierten Parteien hier ihre Meinung ein wenig ändern?“
    Das wäre schon eine Verbesserung, daher nicht zu erwarten.

    „Damit unterscheidet sich der AfD-Europaparlamentarier nur noch in seiner Forderung nach einem griechischen Euroausstieg (Grexit) von etablierten Politikern wie z. B. Bundeskanzlerin Merkel und ihrem Finanzminister Schäuble.“
    Herr Dilger, das ist falsch, wenn nicht einfach eine glatte Lüge. Die beiden Unionspolitiker wünschen sich z.B. eine EU-Wirtschaftsregierung (Koordination/Harmonisierung usw.), die dementsprechend auch Nicht-Problemländern verbindliche Vorgaben machen muss. Herr Lucke hat sich hingegen dafür verwandt, dass die EKR-Fraktion sich explizit dagegen positioniert. Das müssten Sie wissen, also wieso schreiben Sie Gegenteiliges?

    „Außerdem könnte Griechenland einfach austreten.“
    Nein ohne entsprechende Änderung der Verträge, die auf EU-Ebene zu erreichen ist. Aus der EU, ja, da könnte Griechenland unilateral austreten.

    „Meine Hoffnung ist, dass dann die Realität die Politik einschließlich der AfD überholt.“
    Welche größere griechische Partei fordert denn einen Austritt Griechenlands aus dem Euro? Die Goldene Morgenröte? Weil, die andern wollen allenfalls einfach nur mehr Geld ohne Auflagen.

    „Schließlich könnte auch Frankreich den Euro verlassen…“
    Schon eher und sehr zu wünschen, auch weil das hoffentlich die EU beseitigen würde. (Erspart uns auch TTIP/TISA.)

    „…zumindest Luckes Imperativ missachten und sich einfach nicht “strikten Spar- und Reformauflagen unterwerfen”.“
    Wobei „Luckes Imperativ“ insinuiert, dass Frankreich dann zu gehen habe oder Deutschland den Euro verlässt.

    Da müssen Sie sich aber nicht wundern, wenn die Leute lieber Herrn P. hinterher rennen. Glatte und fehlerbehaftete Attacke auf die eigene Partei, ohne die Möglichkeit journalistischer Einflussnahme auch nur zu bedenken. Eventuell reibt sich gerade jemand die Hände.

    • Es gibt kein Dementi zu dem Interview. Es ist davon auszugehen, dass Herr Lucke das inhaltlich so gesagt hat, wenn auch nicht unbedingt wortwörtlich. Es passt auch zu anderen Äußerungen von ihm. Herr Lucke hat hier für die AfD gesprochen, nicht für sich selbst. Wollen Sie mir das jetzt zum Vorwurf machen? Es geht in dem Beitrag auch nur um die Währungspolitik. Dass es noch andere Unterschiede der AfD zu den übrigen Parteien gibt, ist unbestritten. Wo soll ich also gelogen haben? Meine persönliche Meinung ist doch auch ganz egal. Wichtig ist, was die AfD und ihre Führungsspitze wollen.

      P. S.: Ein Austritt aus der Eurozone ist nicht geregelt. Daraus folgt keineswegs, dass er verboten wäre.

      • Vorschlag: Rufen Sie das Führungspersonal doch einfach an und erkundigen Sie sich, ehe Sie hier einfach drauf zu schreiben. Wie oft schon wurde Lucke falsch oder aus dem Zusammenhang heraus gerissen zitiert? Das wissen Sie doch genau! Es ist weder die feine Art, noch akademisch, wenn man nicht erst einmal genauer recherchiert, ehe man jemanden in die Pfanne haut. Bitte entschuldigen Sie meinen Ton, aber mich ärgern solche Vorgänge, die das Gegenteil von konstruktiv sind.

      • Wollen Sie jetzt ernsthaft behaupten, Herr Professor Lucke hätte das nicht so gesagt? Welche Evidenz haben Sie denn dafür? Sie machen mir ohne jede Evidenz Vorwürfe, dass meine Evidenz nicht 100 % sicher sei. Das halte ich für Heuchelei. Wenn er es dementiert, nehme ich natürlich alles zurück. Aber wenn nicht, was ist denn dann Ihre Meinung zur Sache?

      • Dieses latente Gejaule so einiger AfD-Granden (allen voran Bernd Lucke), angeblich verkehrt verstanden oder zitiert worden zu sein, hängt mir langsam aber sicher so zum Halse heraus, dass ich als Medienprofi und AfD-Mitglied der ersten Stunde ernsthaft in Erwägung ziehen muss, der AfD den Rücken zu kehren.

        Professionelle Medienarbeit sollte für eine Partei, die inzwischen sieben Leute im Europaparlament sitzen hat, doch längst selbstverständlich sein.

        Da ich aber nicht (mehr) glaube, dass es sich bei diesen ganzen angeblichen „Missverständnissen“ um Anfängerfehler handelt, denke ich, dass es Bestandteil einer wohl gewählten Mitleids- und Opferrolle-Strategie ist. In meinen Augen ganz schön erbärmlich, dieses ewige Gejammere über die ach so „bösen“ Medien.

      • Es gibt Fälle, wo Massenmedien völlig falsch oder unfair berichten (z. B. auch über mich, wie ich in diesem Blog dokumentiert habe). Doch längst nicht jede Meldung fällt in diese Kategorie. Im Übrigen hilft Gejammere nicht dagegen, sondern nur Richtigstellungen, professionellere Medienarbeit und notfalls der Kontaktabbruch zu bestimmten Presseorganen oder Journalisten.

      • Völlig richtig, Herr Dilger. Dass unprofessionell recherchiert und berichtet wird, kommt leider häufig vor. Auch in den sogenannten „Leitmedien“.

        Wer die Medien allerdings sich selbst überlässt und nicht bereit oder in der Lage ist, pro-aktive Pressearbeit zu leisten, der darf sich dann auch nicht über das entsprechende Ergebnis wundern. Und im Übrigen gilt auch in der Pressearbeit: „Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es zurück“.

    • Goldene Plakette der Gläubigkeit. Bei allem glauben an Hrn Lucke sollte man doch die Realität der (Realen)Anpassung nicht ausser acht lassen.

    • Zunächst meinen Dank für Ihre stets abgewogenen Beiträge, Herr Vorländer. Sie sind hier ein Lichtblick. Nach meiner Kenntnis gibt es bei der AfD bisher keine Festlegungen zu Ausstiegsmodellen aus der Währungsunion. Diese soll man aus den neueren wirtschaftlichen Entwicklungen und ihren gesellschaftspolitischen Auswirkungen ableiten, um möglichst viele Bürger „mitzunehmen“. In diesem Kontext sehe ich auch die Aussagen von Prof. Lucke.
      Und bei Ihnen, lieber Prof. Dilger, sehe ich bei aller Anerkenntnis Ihrer – für uns unverzichtbaren – analytischen Fähigkeiten doch ein abgründiges und desintegrativ wirkendes Mißtrauen, mit dem Sie wohl in keiner Partei in Führungspositionen glücklich werden.
      Unlängst haben Sie doch Prof. Lucke als unverzichtbare Führungskraft für die AfD beurteilt (?).

      • Herr Lucke ist doch offensichtlich unverzichtbar für die AfD. Wer sollte ihn denn ersetzen (können)? Umso wichtiger ist es, dass er nicht zu viele und zu schwere Fehler macht, sonst ist es mit der AfD leider recht schnell wieder vorbei. Das hat nichts mit Misstrauen zu tun und setzt nicht einmal besondere analytische Fähigkeiten voraus, sondern nur etwas Mutz zur Wahrheit. Leider gibt es in der AfD sehr viele, die nur schwarz und weiß denken können, also dass man z. B. nur entweder 200 %ig für Herrn Lucke und jede seiner Äußerungen sein kann oder völlig gegen ihn.

  3. Sind saloppe Formulierungen, die ich nicht wörtlich nehmen würde. Lucke ist schon viel zu häufig unsauber zitiert worden.
    Was mich als Liberaler in der AfD viel mehr stört (und von dem weiteren Management dieses Sachverhalts mache ich meine Mitgliedschaft abhängig), ist, dass der Sachsen-Vize einer Person, die erfolgreich das Lehramtsstudium abgeschlossen hat, den Lehrerberuf verweigern würde, wenn bei dieser Person das Down-Syndrom festgestellt worden wäre.
    FB-Screenshots sind hier in einen der letzten Beiträge abgelegt. Das Krisenmanagement einer Petry auch: https://www.facebook.com/dr.thomas.hartung/posts/10204062291017107

    • die afd hat leider, neben rund 70-80%% vernüftigen leuten (liberal bis konservativ) einen hohen restanteil an irren und profilneurotikern. dieser selsame sachse zählt dazu. äußerungen die absolut indiskutabel bis widerlich sind.

    • Und genau deshalb ist es in einer so jungen Partei gut, wenn man eine Satzung hat, mit deren Hilfe solchen Leuten (von denen es sicher noch mehr gibt) relativ schnell die Türklinke von außen gezeigt werden kann.

    • @Prof. Dilger: Mein Fachgebiet ist ein naturwissenschaftliches. Als ökonomischer Laie werde ich mich hüten, hier zu klugscheißern, auch wenn die Foren heutzutage vor selbsternannten Experten nur so wimmeln. Ich ziehe es also vor, mich zu bestimmten Fragen, die mich interessieren und die mein Wahlverhalten beeinflussen, möglichst facettenreich zu informieren, wozu auch die gelegentliche Lektüre dieses Blogs gehört.
      Das heißt aber nicht, dass ich mir keine Meinung über bestimmte Umgangsformen erlaube. Es hat nicht das Geringste mit Heuchelei zu tun, wenn ich kritisiere, dass Aussagen bereits abschätzig bewertet werden, deren Grundlagen nicht genügend abgeklärt sind. Nochmal: Schreiben Sie Prof. Lucke oder Herrn Henkel und fragen Sie nach.

      • Auch in den Naturwissenschaften können Sie nicht alles selbst empirisch überprüfen, sondern müssen sich auf Quellen verlassen, solange keine begründeten Zweifel bestehen. Die allgemeine Erkenntnis, dass Quellen nicht immer stimmen, ist noch kein begründeter Zweifel an einer (bzw. jeder) konkreten Quelle. Wenn Sie mir mitteilen würden, dass Herr Professor Lucke die Aussagen Ihnen gegenüber dementiert hätte, würde ich dem nachgehen. Aber ich belästige ihn doch nicht einfach deshalb, weil er falsch zitiert worden sein könnte, wofür es überhaupt keinen Anhaltspunkt gibt. Hinzu kommt noch, dass ich eine persönliche Antwort an mich doch ihrerseits gar nicht ohne Weiteres bzw. ohne sein ausdrückliches Einverständnis weitergeben dürfte. Ich habe übrigens auch schon oft Aussagen der Bundeskanzlerin kritisiert, ohne sie jemals gefragt zu haben, ob die ihr zugeschriebenen Aussagen wirklich von ihr stammen.

        Noch absurder wird Ihr Vorwurf schließlich dadurch, dass ich doch gar nicht Herrn Kollegen Lucke persönlich kritisiere, sondern die ihm zugeschriebenen Aussagen. Wenn sie gar nicht von ihm stammen, ist das umso besser und hat sich meine Kritik erledigt, während Ihre Kritik einfach nur an den Haaren herbeigezogen ist.

      • @G.Noack: Warum schreiben Sie nicht Professor Lucke oder Herrn Henkel an und fragen nach? Es ist doch eine abstruse Idee von Ihnen anzunehmen, dass ein Interview, vor zwei Tagen in der Stuttgarter Zeitung abgedruckt und bis dato nicht dementiert, von Professor Lucke nicht autorisiert ist.

  4. Nachtrag. Hartung hat mal wieder einen Teil gelöscht, ohne sich davon zu distanzieren…hier nochmals nachzulesen:

    siehe auch FDP Sachsen, wo er sich äußert…

    Wenn man mit diesem Personal in die LTW geht, …..

  5. Grexit wäre besser als nichts. Grexit wäre ein deutliches Signal für einen Paradigmenwechsel.

    Dies einerseits, aber andererseits: Der „Urknall“ der AfD-Entstehungsgeschichte waren die Sätze:“ Wir wollen diesen Euro nicht. Notfalls muss Deutschland die Hilfszahlungen verweigern.“ Ich persönlich würde gerne noch die Worte von Udo di Fabio hinzufügen:“Wenn die Europäische Zentralbank (EZB) das Verbot der Staatsfinanzierung verletzt, muss das Bundesverfassungsgericht im äußersten Fall Bundesregierung und Bundestag zum Austritt aus der Währungsunion verpflichten!“
    Diese Sätze sind nicht nur unser Markenkern, sondern auch der Zement, der die AfD ,als unvermeidliches Sammelsurium von Menschen unterschiedlichster Positionierung, in ihrem Innersten zusammenhält. Wir sind genau so heterogen, wie die Volkswirtschaften in der Eurozone und liefern den Beweis, dass die Gemeinschaftswährung genau aus diesem Grund nicht funktionieren kann.

    Eine ideologische Bindung haben wir nicht, wollten wir auch nicht, als Partei der ökonomischen Vernunft und des gesunden Menschenverstandes, aber wenn man diesen Zement aus den Fugen wäscht, fällt unser Bau auseinander.
    Es wird eine Spaltung geben in Tauben und Falken. Wenn die Tauben noch einmal zwanzig Jahre verhandeln wollen, um das Bail-Out-Verbot und die Einhaltung der Maastricht-Kriterien durchzusetzen, kommt für einen wie mich die Rettung zu spät, dann liege ich vielleicht schon unter der Erde. Ich könnte mir meine Mitgliedsbeiträge in diesem Fall sparen. Es wird ja bereits zwanzig Jahre an diesem Euro herumgedoktert – mit den bekannten Ergebnissen.
    Wenn unsere Parlamentarier nicht strikt und konsequent und mit erkennbaren Handlungen auf die Aussagen unserer „Urknall“- Positionen hinarbeiten, verkommen diese Aussagen in der Tat zu populistischem Geschwätz. Wir wären nicht besser als Gerhard Schröder, der 1997 im Wahlkampf sagte: “Der Euro ist ´ne kränkelnde Frühgeburt.“ Als er dann Kanzler war, hat er den Euro mit aller Gewalt und allen Zahlentricksereien eingeführt.
    Eine Neuauflage von Gerd Schröder in Blau werde ich nicht mitmachen. Der Einzige von unseren Leuten, der erkennbar bewiesen hat, dass er wirklich gegen den Euro ist, ist Herr Starbatty. Die anderen Persönlichkeiten müssen erst noch liefern! Bernd Luckes großer Wurf war die Gründung einer völlig neuen Partei, Starbatty hatte sich vordem für den Weg der Klage entschieden, der leider nicht von Erfolg gekrönt war. Langer Rede kurzer Sinn – AfD, Euro und ich zusammen, das geht nicht.

    • Zustimmung. Das die AFD eine echte Alternative ist, wird auch in meinen Augen immer kleiner. Eher eine angepasste Gruppe die ein paar andere Ideen hat. Die Anpassung wird immer fühlbarer im Kreis.

    • Und genau diese Unvereinbarkeit der Positionen hat so viele Mitglieder der ersten Stunde aus der Partei getrieben. Mich übrigens auch. 😉

  6. Ist doch nicht so, als wenn das überraschend käme. Und wenn wir jetzt mal ehrlich sind, haben wir als 2. Funktionärsebene doch nach der BTW den Zusammenhang von Inhaltswechsel und Organisations-/Führungstil schlicht nicht hergestellt oder zumindest die meisten haben das nicht. Wenn man den Verlauf als ganzes betrachtet, ist dieser Zug vom geliebten Führer doch nur logisch und konsquent.

  7. Wenn man das Lucke-Interview liest, fragt man sich, wofür die AfD eigentlich noch steht. Die meisten Parteimitglieder sind letztes Jahr in die Partei eingetreten, um den Euro abzuschaffen und die sinnlose Euro-Retterei zu beenden. Und jetzt? Tja, Prof. Dr. Lucke verkündet, dass die AfD meint, nur Griechenland solle aus dem Euro austreten und dass Frankreich und Italien sich lediglich nur „strikten Spar- und Reformauflagen unterwerfen müssen.“ Jetzt frage ich mich, was das soll. Ist Prof. Lucke mittlerweile so abgehoben und sind ihm Parteiprogramme und die Meinungen der AfD-Wähler und Partei-Mitglieder egal oder ist das Kalkül? Liest er in Brüssel keine Zeitungen mehr (Fernseher hat er ja sowieso nicht) und hat nicht mitgekriegt, dass die genannten Länder nicht mehr weiter sparen wollen und gerade Frankreich überhaupt nicht daran denkt, Reformen anzupacken? Hält er uns alle für doof? Fragen über Fragen und keine Antworten.
    Solange Sie noch dabei sind, Herr Prof. Dr.Dilger, habe ich noch Hoffnung, dass sich vielleicht doch noch alles zum Guten wendet. Sie sind neben Herrn Henkel der einzige in der Partei, der mit großem Sachverstand unsere Positionen vertritt und die Fahnen hochhält.

    • Ich bin sofort dabei, wenn er versucht eine neue Gruppierung – Verein oder Partei- zu gründen. Es geht ja nicht um Posten und Ämter, es geht um die Aufklährung. Das ist bei den Diskussionen beim Strassenwahlkampf immer deutlich geworden. Diese Simplelösungen intressieren den Bürger überhaupt nicht, man merkt das es ums ganze geht. Um Geld und Ersparnisse.

  8. Ehe weiter geätzt wird:
    Und woher wissen Sie so genau, was Prof. Lucke denkt und gesagt hat? Immerhin ist mindesten eine Station dazwischengeschaltet, was bereits der Anfang des alten Spiels „Stille Post“ sein könnte. Immer erst mal genau recherchieren – audiatur et altera pars.

  9. Ich bin in der AfD weil ich zurück zur DM will, wie auf unserem ersten Bundesparteitag in Berlin noch von Prof. Lucke gesagt wurde. Ich glaube nicht, das die ökonomischen (basierend auf Mathematik) Gesetzmäßigkeiten, warum der Euro nicht funktionieren kann, sich innerhalb eines Jahres geändert haben können.
    Für die EU stelle ich mir eine moderne Version der EWG vor, keine „Vereinigten Staaten von Europa“ oder Geber- und Nehmerländer.
    Das sich gerade Italien und Frankreich (auch der Rest der Südländer) keinen „strikten Sparauflagen“ unterwirft zeigen deren letzten Forderungen, diese gerade abzuschaffen. Besonders interessant ist das „Investitionen in Wachstum“, was immer das sein soll, nicht in die Staatsverschuldung eingerechnet werden sollen.

  10. Seit einem Jahr stehen die Fakten fest: die AfD ist keine Alternative! Von Beginn an gab es Lucke-Zitate, die keine Illusion zuließen. Hinzu kamen peinlichste Slogangs, in denen vor allem die Griechen litten, die Amerikaner spionierten usw.. Da ist nichts zu sehen von einer Westbildung, einem klaren Ja zur Marktwirtschaft und dem Willen ausufernde gesellschaftliche Zerfallsprozesse auf der Grundlage klarer Prinzipien zu stoppen.

  11. Das die AFD nicht ganz Europa korrigieren kann,ist klar.
    Wichtig ist doch ersteinmal,das da überhaupt endlich mal öffentlich darüber debattiert wird.

    Was ich lustig finde.
    Den eher rechtskonservativen ist die AFD zu liberal und umgekehrt ist es genauso.
    Die paar islamkritischen AFD Anhänger schimpfen und schimpfen und schimpfen.

    Das muß sich doch alles ersteinmal einpendeln und das geht nicht in einem Jahr.

    Wenn man sich ansieht wie weit die Meinungen alleine hier im Blog auseinandergehen,
    möchte ich keinen Parteitag der AFD leiten müssen.
    Außerdem hat jede Partei verschiedene Flügel,die AFD natürlich auch.

    Das werden jetzt vier spannende Jahre für alle bis zur nächsten BTW.
    Und einen Einzug in den Bundestag würde Frau Merkel politisch nicht überleben.

    Das alleine wäre schon sehr positiv.

    Ja es ist gemein das jetzt nochmal zu erwähnen,die FDP ist platt.

    • Das nennt man dann wohl Zweckoptimismus. Ich muss allerdings gestehen, dass es diese Art des „Positiven Denkens“ ist, die auch mich gerade noch so bei der Stange hält …

  12. Die offensichtlich geplante Abspaltung des wirtschaftsliberalen Flügels der AfD (längst fälliges Todesurteil für die AfD inklusive) nimmt also nun Gestalt an. Die Herren Lucke und Henkel machen meiner Meinung nach alles richtig.

    • Bernd Lucke und Hans-Olaf Henkel machen aus FDP-Sicht (also zum Wohle der etwas in Vergessenheit geratenen FDP) alles richtig … habe ich das jetzt richtig verstanden? 😉

  13. Hallo Herr Professor Dilger,
    ich bin wie Sie ein enttäuschter Liberaler und jetzt, – als ob das nicht bereits genug wäre -, auch noch ein enttäuschter Alternativer. Auch wenn ich wie Sie noch Mitglied bin. Aber es ist schon hart, was man erlebt. Sind wir verarscht worden?

    • herr engel, leider ja -so sehe ich das jedenfalls. die liberalen anteile waren von anfang an zu klein in der afd. ich habe sie aus purer verzweiflung trotzdem noch gewählt zur BTW und europawahl.

      bis 2017 hoffe ich auf eine liberale partei in D . entweder aus teilen der alten fdp (ohne lindner und genscher und den anderen eurowahnhaften) und dem restliberalen flügel der afd, der sich abspaltet oder eine kompletten parteineugründung.

    • „Verarscht“ ist vielleicht der falsche Ausdruck. Aber sicher haben wir Liberale am Anfang nicht genau genug hingesehen, wohin die AfD steuert und wer sehr schnell die meisten strategischen Positionen besetzt hat (nämlich fast durchwegs ehemalige Unionsmitglieder). Eine liberale AfD ist jedenfalls in weite Ferne gerückt.

      • Unionsmitglieder stören mich da wenig, eher die noch „konservativeren“ leute. Damit ist nichts liberales mehr möglich.. bzw glaubwürdig

      • Eine CDU 2.0 (wie Sie insbesondere Herr Lucke aus der AfD zu machen versucht) ermöglicht aber auch nichts Liberales oder gar Libertäres. Von den religiösen Fundamentalisten in der AfD einmal ganz abgesehen.

  14. Pingback: Lucke will nur noch Grexit | FreieWelt.net

  15. „…….dass wir im Gegensatz zu den von Frau Beer verbreiteten Aussagen nicht gegen, sondern für den Freihandel sind und dass sich nur noch die AfD der Sorgen und Nöte des Mittelstandes annimmt.“ HOH

    Zitat aus: https://www.facebook.com/AfD.MV/photos/a.515807031789555.1073741829.513381125365479/704716352898621/?type=1&theater

    Es ist mir jetzt neu, dass sich die AfD FÜR ein Freihandelsabkommen ausgesprochen hätte – ich kenne aber viele Mitglieder, die dagegen sind, wie wohl auch die Mehrheit der Bevölkerung dagegen ist.

    Und man braucht nur wirklich kein volkswirtschaftliches Studiumfür die Erkenntnis, dass damit kein Nutzen für KMU’s verbunden ist, von Einzelfällen einmal abgesehen.

    Auch finde ich nun keinerlei Hinweis, mit welchen Programmpunkten die AfD den Mittelstand ( auch die bürgerliche Mitte) entlasten möchte – und schon gar nicht gegen das Großkapital, -Industrie.

    sorry – das dieser Beitrag eigentlich OFF TOP ist, aber ich sehe ihn in einem größeren Zusammenhang zu einer Entwicklung, die ich mit wachsender Sorge verfolge – und die mir langsam die Grundlage entzieht, die mich bewog in der AfD einzutreten.

    • Lieber Herr Elsen,

      es zeigt sich, dass mit Herrn Henkels Wahl genau die Dinge eintreten, vor denen u.a. ich von Anfang an gewarnt habe. Hans-Olaf Henkel verkörpert als lupenreiner Lobbyist (der er Zeit seines Lebens ist) genau das Gegenteil der Politik, deretwegen wohl die meisten von uns der AfD beigetreten sind.

      Und Bernd Lucke entpuppt sich mehr und mehr als karrieregeiler Gummirücken, das kommt Herrn Henkels Auftraggebern natürlich prima zupass.

      Warten Sie mal ab, wenn die beiden erst einmal das erste mal gemeinsam zum Bilderbergertreffen eingeladen waren – Sie werden die Partei, in die wir einst eingetreten sind nicht mehr wiedererkennen!

      LG
      Michael Meister

  16. Herr Dilger, ich hatte eigentlich Sympathien für Sie, aber langsam wird es mir doch zu viel. Ich kann in diesem Interview nicht erkennen, dass Herr Lucke „nur noch den Grexit“ will. Es steht dort nirgendwo, dass außer Griechenland kein anderes Land die Eurozone verlassen soll. Überhaupt dreht sich diese Interviewpassage in erster Linie um Defizitkriterien und die Notwendigkeit eines Schuldenschnitts.
    Warum setzen Sie sich nicht mal mit Herrn Lucke zusammen, oder wenn das nicht machbar ist, schreiben ihm eine E-Mail, und klären das, anstatt hier alle paar Wochen irgendwelche Spekulationen über Herrn Luckes aktuelle Position zum Euro zu veröffentlichen?

    • Ich veröffentliche hier keine Spekulationen, sondern kann einfach den verlinkten Text lesen. Wenn Ihnen das zu viel ist, genügt auch eine aufmerksame Lektüre der drei von mir zitierten Sätze. Noch vor einem Monat befürwortete Herr Lucke „einen Euro ohne die Südländer bis hin zu Frankreich“. Wenn Sie da keinen Unterschied sehen, dann kann ich Ihnen leider auch nicht weiterhelfen.

      • Man kann einen Text so lesen, dass man ihn ohne Wenn und Aber gegen den Autor verwendet, und so, dass man erst einmal genauer nachfragt, was tatsächlich gesagt wurde und warum sich eventuell etwas an der Grundhaltung geändert haben könnte (Konjunktiv!).Mir geht es wie Herrn Kraus. Ich gewinne zunehmend den Eindruck, dass Ihre Vorstellungen von KONSTRUKTIVER Mitgestaltung immer dann befremdlich sind, wenn Sie jemanden auf dem Kieker haben. Das scheint latent Prof. Lucke zu sein, nicht latent Herr Pretzell und ganz offen Chufu, den Sie offenbar missverstehen wollen. Dabei wäre es so wichtig, das Verbindende zu finden. Ich schrieb es bereits an anderer Stelle: Die AfD hat in ihrer Anfangszeit die Riesenchance, sich dem alten Schubladendenken gar nicht erst zu verschreiben und nicht in üblicher Manier alles zu verteufeln, was Leute aus anderen politischen Sortierkästchen sagen. Die Welt hat sich so geändert, dass die alten Schablonen nur noch bedingt greifen; geistige Freiheit ist mehr denn je erforderlich (womit ich nicht jene Aerodynamik meine, mit der die CDU sich von jedem Windhauch treiben lässt!).

        Zu Prof. Lucke: Selbst wenn er im Interview so geantwortet haben sollte, wie Sie es vermuten, kennen Sie die Hintergründe? Womit hat Frau Merkel Ihre Erfolg, mit dem Holzhammer oder mit Trippelschritten? Vielleicht zeichnet sich in Brüssel ja ein Weg ab, der langsamer, aber sicherer zum Ziel führt – immerhin ist die AfD jetzt in einer Fraktion. Das muss geklärt werden, ehe man ein Urteil fällt.

      • Warum beherzigen Sie nicht Ihren eigenen Rat und lesen z. B. meine Texte genauer? Ich habe niemandem auf dem Kieker, renne aber auch niemandem hinterher, sondern bin insgesamt mehr an inhaltlichen Argumenten als an Personen interessiert. Auf den Inhalt sind Sie übrigens bis jetzt noch überhaupt nicht eingegangen, sondern argumentieren nur ad hominem gegen mich. Woher wollen Sie schließlich wissen, dass ich nicht auch einige Hintergründe kenne, die ich hier aber nicht ausbreiten will?

    • Herr M. Kraus schrieb am 23/06/2014 um 23:25:

      „Warum setzen Sie sich nicht mal mit Herrn Lucke zusammen, oder wenn das nicht machbar ist, schreiben ihm eine E-Mail, und klären das, anstatt hier alle paar Wochen irgendwelche Spekulationen über Herrn Luckes aktuelle Position zum Euro zu veröffentlichen?“

      Hallo Herr Kraus,

      darüber könnte man vielleicht reden, würden sich die Anzeichen nicht mehren. Bereits im November 2013 hörte ich auf dem Kreiparteitag meines Wohnsitzes Kreis Coesfeld eine Stellungnahme des nachfolgenden stellvertretenden Kreissprechers: „Beim Euro soll alles so bleiben, bis auf Griechenland.“ Ich war erschüttert, doch es kam noch viel schlimmer. Dieser Herr wurde mit sämtlichen Stimmen mit Ausnahme meiner zum stellvertretenden Kreissprecher gewählt (kein verspäteter Aprilscherz!). Offenbar handelt es sich dabei um eine Position, die seit dem letzten Herbst oder vielleicht gar von Anfang an in der AfD vertreten wird. Aber mit Blick auf die Äußerungen der AfD in den Wahlkämpfen würde ich sagen: Wer von Anfang an für den Euro war, hat uns von Anfang an belogen.

  17. „Es gibt kein Dementi zu dem Interview.“ Das Gegenteil wurde mir gestern auf der offiziellen Seite der AfD (Bundesforum) entgegengehalten. Schauen Sie doch einmal dort rein! Wer sagt denn die Wahrheit? „Mut zur Wahrheit“, wer lügt denn jetzt hier?

    Weitere Frage. Ein Herr, der von mir weder zitiert noch genannt werden will, teilte mir mit, die Bundesgeschäftsstelle der AfD habe zahlreiche ehemalige Mitarbeiter der früheren FDP-Bundestagsfraktion übvernommen. Wenn das wahr sein sollte, würde es einiges erklären. Die FDP-Führung hat doch auch die innerparteiliche Mitgliederabstimmung von Frank Scheffler manipuliert. Das sind doch Verbrecher! Was sagen Sie dazu, Herr Dilger?

    • Ich kenne weiterhin kein offizielles Dementi. Falls Sie eines kennen, verlinken Sie es bitte.

      Mir ist nicht bekannt, dass viele Mitarbeiter von der FDP-Bundestagsfraktion zur AfD-Bundesgeschäftsstelle gewechselt wären, die doch ohnehin nicht so groß ist. Sollte es Manipulationen beim FDP-Mitgliederentscheid gegeben haben, wäre dafür auch die politische Führung verantwortlich, nicht normale Geschäftsstellenmitarbeiter.

    • Der Herr hat Sie wohl nicht angelogen, lieber Herr Engel. Zwei Beispiele und nicht gerade in der Poststelle tätig:

      http://www.politik-kommunikation.de/personalwechsel/erkens-koordiniert-europawahlkampf-der-afd

      http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich-Naumann-Stiftung_für_die_Freiheit

      Das ist der gleiche Mensch, der in der SWR-Doku „Leiff trifft die Eurokritiker“ (absolut sehenswert!) ein paar „Hintergründe“ zum Besten gab, die es in sich haben – auch zum Thema: wollten wir eigentlich wirklich 2013 diesen Euro nicht?

      Christian Lütt (Ex-FDP-MdB-Mitarbeiter) hat nach der BTW 2013 eine „Anschlussverwendung“ (Copyright für dieses unschöne Wort liegt wohl bei Herrn Rösler, FDP) gefunden, er wurde später Pressesprecher der AfD. Hier bangte er noch um seine Zukunft, was man ja verstehen kann:

      http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fdp-mitarbeiter-fuerchten-um-ihre-berufliche-zukunft-a-924161.html

      Nix (besonderes) gegen die FDP, aber die Wahrheit muss noch die Wahrheit bleiben.

      • Insbesondere die Anstellung von Herrn Lüth (nicht „Lütt“) ist m.E. sehr kritisch zu sehen. Parteien-Jobhopper ausgerechnet als Pressesprecher sind weiß Gott kein Garant für Glaubwürdigkeit in der Sache. Sehen Sie hierzu beispielsweise die Reaktion der DWN: http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/05/25/das-geschaeft-mit-der-gesinnung-von-der-fdp-nahtlos-zur-afd/
        So etwas fällt zwangsläufig auf das Image der ganzen AfD zurück, deren Schlüsselfunktionen leider ohnehin überwiegend mit Parteienhoppern (insbesondere ehemaligen CDU- und CSU-Mitgliedern) besetzt sind, obwohl 75% ihrer Mitglieder vormals noch nie einer anderen Partei angehört haben.
        Die Quintessenz ist, dass auch viele der AfD-Karrieristen Politik wohl tatsächlich als ihr persönliches Geschäftsmodell betrachten. Propagierte Inhalte sind bei solchen Politikern nur (jederzeit austauschbares) Mittel zum Zweck. Leider kann ich mich inzwischen des Eindrucks nicht mehr erwehren, dass auch unser Parteisprecher Bernd Lucke zu dieser Spezies gehört.

  18. Mal abgesehen davon, dass der angebliche Umfang dieses Interviews (2 Fragen) ausreichend von der Norm abweicht, um eine gewisse Skepsis hinsichtlich Ausgewogenheit und damit Sachlichkeit zu wecken. Thema der Frage und damit der Antwort ist nicht der Fortgang oder die Lösung der Eurokrise, sondern die Frage, ob der Stabilitätspakt so aufgeweicht werden soll, wie es Herr Gabriel mit seinen Gesinnungsgenossen vor hat. Und selbst, wenn man alternativlos 😉 für eine Auflösung des Euro ist, spricht doch mehr dafür als dagegen, dass man bis dahin alles zu verhindern versucht, was zu einer mittelbaren oder unmittelbaren Belastung Deutschlands führt – wie zB mehr Schulden, die nicht an uns zurückgezahlt werden und/oder für die wir gerade stehen müssen. Ebenso spricht mehr dafür als dagegen, dass eine Rechtsstaatspartei auf die Einhaltung von bestehenden Verträge ihrem Wortlaut und Geist nach beharrt und jedes Vorhaben ihrer illegitimen Veränderung ablehnt und zu verhindern versucht. Wenn Gabriel & Co mit ihrem Vorhaben duchkommen, würde das den Schaden des Euro, auch für uns, erhöhen. Eine Auflösung des Euros würde (nicht nur) diesen weiteren Schaden natürlich verhindern. Aber bis es zu einer Auflösung des Euros käme, wäre jener Vorschlag schon lange umgesetzt und der Schaden damit angerichtet. Andererseits sind alle Eurostaaten zur Zeit eben im Euro und deshalb an den vertraglichen Stabilitätspakt eigentlich gebunden. Genauer gesagt haben sie sich selbst daran gebunden, sodass das „müssen“ im obigen Zitat von einem völlig anderen Charakter ist als Vorgaben der Troika – es ist ein Müssen, zu dem Frankreich und Italiensich sich bei voller Souveränität und ohne Zwang zunächst einmal selbst verpflichtet haben. Rechtlich und demokratisch sind entsprechende Forderungen an die Länder also folgerichtig. Man kann sich nun die Frage stellen, ob sie wirtschaftlich in der Lage sind, den Verpflichtungen nachzukommen, und wie im negativen Fall zu verfahren wäre. Aber das ist jenseits der konkreten Fragestellung des Interviews. Lucke hat diese Frage trotzdem durch die Nennung von Griechenland aufgegriffen und exemplarisch beantwortet. Er hat somit die Auflösung des Euro einfließen lassen, obwohl es gar nicht direkt zum Thema gehörte. Und da werfen Sie Lucke vor, dass er das AfD-Programm unvollständig vertritt, nur noch den Grexit wolle? Die Aussage des Interviews ist nicht, dass Lucke (nur noch) den Grexit will, sondern dass er Gabriels Vertragsbruch nicht will bzw. will, dass die Verträge eingehalten werden Und wenn die Länder dazu nicht in der Lage oder willens sind, soll die Möglichkeit des Euroaustritts geschaffen und genutzt werden können. Und wenn das die EU-Partner nicht zulassen, soll D austreten. Wenn ich mich nicht irre, ist das eine unveränderte AfD-Position von Anfang an gewesen.

    Und nochmal zurück zum Interview:
    „Stabile Staatsfinanzen sind entscheidend. Bei den hoch verschuldeten Ländern wie etwa Griechenland ist es kontraproduktiv zu meinen, mit einer strikten Spar- und Reformpolitik könne der Schuldenstand gesenkt werden. Für überschuldete Länder bietet nur der Schuldenschnitt eine Lösung. Die AfD ist der Meinung, Griechenland solle aus dem Euro ausscheiden. Anders sieht das im Falle von Frankreich und Italien aus. Diese Länder müssen sich strikten Spar- und Reformauflagen unterwerfen. Es ist falsch, den Zeitpunkt für das Einhalten der Defizitziele ständig weiter nach hinten zu verschieben.“

    Worauf bezieht sich das „anders“? Auf das Ausscheiden aus dem Euro? Oder auf die Senkung des Schuldenstandes durch Schuldenschnitt? Da es im Abschnitt um die Stabilität der Staatsfinanzen anhand des Schuldenstandes geht und Griechenland dabei nur als ein Beispiel angeführt wird („wie“), ist zweiteres die natürlichere, kohärentere, Interpretation. Der Grexitsatz ist nichts anderes als ein Einschub, der das eingeführte Beispiel nocheinmal aufgreift. Andernfalls würden Frankreich und Italien einerseits zu den überschuldeten Ländern gezählt werden (wenn auch zu einer anderen, inhaltlich unbestimmten Kategorie als Gr), andererseits aber sollten sie sich einer strikten Sparpolitik unterwerfen im direkten Widerspruch zum zweiten Satz, der das für hoch verschuldete Länder ausschließt.

    Man kann, mit Verlaub, zu Ihrer Interpretation folglich nur kommen, wenn man entweder den Kontext ausblendet, oder die Inkonsistenz und Unterbestimmtheit von Luckes Äußerung (und Gedanken) annimmt, und/oder die eigenen Vorurteile oder Befürchtungen in den Text hineinliest.

    • Natürlich ist der Vorstoss des SPD-Vorsitzenden abzulehnen, aber das sieht auch die Union so. Ihre Textexegese halte ich nicht für korrekt. Woher wissen Sie schließlich, dass Italien nicht überschuldet ist, während Frankreich politisch die Defizitkriterien nicht einhalten will und es deshalb als souveräne Nation auch weiterhin nicht tun wird.

      • Bei einer Textexegese geht es gerade nicht darum, was ich oder Sie (meinen, zu) wissen, sondern was der Text sagt:

        „Bei den hoch verschuldeten [⊇ überschuldeten] Ländern […] ist es kontraproduktiv zu meinen, mit einer strikten Spar- und Reformpolitik könne der Schuldenstand gesenkt werden. […] [Frankreich und Italien] müssen sich strikten Spar- und Reformauflagen unterwerfen“.

        Folglich werden F und I hier nicht zu den hoch verschuldeten/überschuldeten Ländern, der Griechenland-Kategorie, gezählt, wo stabile Staatsfinanzen (Thema, Satz 1) nur noch über Schuldenschnitt und Euroaustritt denkbar sind. Sondern als Länder dargestellt, die stabile Staatsfinanzen (dasselbe Thema) ANDERS erreichen können.

        D(ies)er inhaltliche Gegensatz im Absatz ist durch die zweimalige Verwendung desselben Syntagmas, einmal (syntaktisch-implizit) negiert, einmal positiv, klar markiert und liefert eine Spezifizierung des zu Anfang gesetzten Themas. Ein Bezug des lexikalischen Gegensatz-Markers ‚anders‘ darauf erhöht die textliche Kohärenz (linguistische Redundanz), ist das zu Erwartende, während ein abweichender Bezug auf einen anderen, textlich untergeordneten Gegensatz eine deutliche Markierung erwarten ließe, um Ambiguität zu vermeiden. Stattdessen wird aber sogar ‚anders‘ betonend an den Anfang gesetzt, was für eine grobstrukturierende Funktion, der Einleitung des zweiten Hauptteils des Absatzes spricht, Und die „Andersartigkeit“, um die es geht, wird im Original durch den Folgesatz spezifiziert (der bei Ihnen völlig in der Luft hängt, ohne Bezug zum vorherigen Satz und ohne Markierung des inhaltlichen Gegensatzes auf Absatzebene), nicht durch den vorherigen Satz, wie Sie durch Ihre – in dieser Hinsicht krass entstellende – Zitierung suggerieren.

        Sie zitieren entstellend, lassen sich bei Ihrer Interpretation Ihres Strohmannzitats nicht durch den Kontext beirren, lesen – wenn es denn sein muss – jene in diesen hinein und machen daraus eine Schlagzeile, die durch das Original nicht gedeckt ist, aber sich wunderbar als Projektionsfläche (etwa von vermeintlichen Trends, die man aus solchen Projektionsflächen ableitet) eignet. Auch die Substanz Ihrer Gegenrede spricht für sich: Der eigentliche Kern, die sachgemäße Interpretation der zugrundegelegten Daten (um es mal zu verallgemeinern), wird nachgeordnet (2. Satz), ohne Argumente („halte ich für“), und eingehüllt in bezugslose Binsen behandelt.

      • Im Gegensatz zu Ihnen argumentiere ich inhaltlich: Wozu müssen sich Frankreich und Italien strikten Auflagen unterwerfen, wenn sie doch auch einfach den Euro verlassen könnten?

      • Sie mögen inhaltlich argumentieren, jedoch nicht bezogen auf diesen Thread. Denn hier geht es doch zuerst einmal nicht um den Euro und seine Zukunft, sondern um Ihre Interpretation eines zurechtgestutzten Luckezitats, Lucke wolle nur noch den Grexit. Darum sollte es entsprechend auch in den Kommentaren grundlegend gehen und geht es mir in meiner Kritik. Denn wenn dieser Ausgangspunkt unsachgemäß ist, führen auch die sachgemäßesten darüber hinausgehende Binsen und Argumente in erster Linie dazu, Unwahrheiten über Lucke und damit die AfD zu verbreiten.

        Ich stelle fest, dass Sie meine Kritik nicht argumentativ entkräften wollen oder können. Zumindest bisher – und dieses Unterlassen wirft leider ein schlechtes Licht darauf, wie (un)wichtig Ihnen das Streben nach Wahrheit und Wahrhaftigkeit in manchen Fällen ist. Wenn meine Kritik zutreffend ist, müsste Mut zur Wahrheit dazu führen, dass Sie Titel und Text Ihres Threads ändern bzw. ergänzen. Wenn nicht, lasse ich mich gerne widerlegen.

        Zum Abschluss nocheinmal ein Beispiel für angewandte Dilger-Hermeneutik bei einem Textabschnitt, der analog zum Luckeabsatz strukturiert ist.

        Der Journalist Reiner Ruf wäre danach der Meinung, dass bis auf Bayern alle den Länderfinanzausgleich wollen:
        „[Einen bloßen Staatenbund] will, klammert man einmal unsere zur folkloristischen Exzentrik neigenden bayerischen Nachbarn aus, wirklich niemand. Anders verhält es sich mit dem Länderfinanzausgleich.“

        Wen die Wahrheit interessiert, kann hier nachlesen: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.kommentar-zum-laenderfinanzausgleich-so-kann-es-nicht-bleiben.5b204425-9ae3-4806-8368-830e911ea889.html

      • Ihre Auslegung ergibt unabhängig vom Textbezug des „Anders“ keinen Sinn, einfach weil sich Italien und Frankreich als souveräne Nationen nichts unterwerfen müssen. Bitte denken Sie erst einmal darüber nach, bevor Sie mir hier weiter haltlose Vorwürfe machen.

    • Natürlich müssen sich auch souveräne Staaten an Verträge halten, die sie geschlossen haben, und wenn F und I den Maastricht Vertrag mit seinen Vorgaben in freier Entscheidung unterzeichnet haben, dann müssen sie sich diesen Vorgaben auch unterwerfen. Oder sehen Sie das anders? Oder reden wir aneinander vorbei?

      Aber abgesehen davon: „Diese Länder müssen sich strikten Spar- und Reformauflagen unterwerfen“ hat Lucke nunmal gesagt, und deshalb ist dieser Punkt völlig irrelevant für die Frage, ob meine oder Ihre Interpretation seiner Grexitaussage zutreffend ist. Wenn Sie Lucke in diesem PUnkt widersprechen wollen, dann machen Sie es, aber nicht unter der Überschrift. Lucke wolle nur noch den Grexit. Bzw. nur – als Weiterführung – unter dieser Überschrift, wenn Sie die Zweifel ausgeräumt haben, dass Ihre Überschrift samt zugrundeliegender Auslegung falsch ist.

      • Langsam nervt Ihr penetrantes Missverstehen selbst eines einfachen Textes. Schauen wir uns also doch einmal die erste Antwort von Herrn Lucke ganz genau an:

        Stabile Staatsfinanzen sind entscheidend. Bei den hoch verschuldeten Ländern wie etwa Griechenland ist es kontraproduktiv zu meinen, mit einer strikten Spar- und Reformpolitik könne der Schuldenstand gesenkt werden. Für überschuldete Länder bietet nur der Schuldenschnitt eine Lösung. Die AfD ist der Meinung, Griechenland solle aus dem Euro ausscheiden. Anders sieht das im Falle von Frankreich und Italien aus. Diese Länder müssen sich strikten Spar- und Reformauflagen unterwerfen. Es ist falsch, den Zeitpunkt für das Einhalten der Defizitziele ständig weiter nach hinten zu verschieben.

        Das sind sieben Sätze, von denen ich die Sätze 4 bis 6 in meinem Beitrag zitiert hatte. Sie machen hier nun riesigen Wind, weil sich Satz 5 („Anders…“) gar nicht auf Satz 4, sondern die Sätze 2 und 3 beziehen würde. Satz 4 sei hingegen nur ein Einschub. Die entscheidende Frage ist aber doch gar nicht der Bezug von Satz 5, sondern ob Frankreich und Italien aus dem Euro ausscheiden sollen oder nicht. Wenn sich Satz 5 auf Satz 4 bezieht, ist völlig klar, dass sie das nach Ansicht von Herrn Lucke nicht sollen. Ihr Umkehrschluss, dass ein anderer Bezug, nämlich auf die Sätze 2 und 3, das Gegenteil implizieren würde, ist jedoch falsch. Denn völlig unabhängig vom Bezug des Satzes 5 folgt direkt aus Satz 6, dass Italien und Frankreich nicht aus dem Euro ausscheiden sollen, ja nicht einmal ausscheiden dürfen, weil sie sich (nach der Ansicht von Herrn Lucke) Auflagen unterwerfen müssen, die nur innerhalb der Eurozone und deren Vertragswerk Sinn machen (Sie sprechen selbst den Maastricht-Vertrag an, den übrigens zuerst Deutschland gebrochen hat).

        Da gibt es überhaupt keinen Interpretationsspielraum, sondern höchstens hinsichtlich weiterer, nicht genannter Länder. Spanien würde ich jedoch in dieselbe Kategorie wie Italien einsortieren. Vielleicht fällt noch Zypern in die gleiche Kategorie wie Griechenland, aber Sie wollen mir jetzt hoffentlich nicht vorwerfen, dass meine „Überschrift samt zugrundeliegender Auslegung falsch ist“, nur weil neben dem Grexit nicht auch noch ein möglicher Austritt Zyperns angeführt wird.

    • Das „Dementi“ ist doch bereits vom Mai und bezieht sich auf den damaligen Artikel im Focus, nicht das aktuelle Kurzinterview in der Stuttgarter Zeitung. Doch bereits in dem „Dementi“ wurden ältere Positionen aufgeweicht. Statt Textexegese würde ich ohnehin empfehlen, dass wir inhaltlich diskutieren, welche Europolitik wir wollen.

  19. Herr Noack, was ist das:

    “Wir haben nie den Ausstieg Deutschlands aus dem Euro gefordert, aber er wäre die ultima ratio, wenn sich die Partner besseren Lösungen verschließen. Es gilt nach wie vor unser Programm, das auf dem Parteitag in Erfurt von den Mitgliedern beschlossen wurde”, so Lucke.

    Das allerdings stand nicht nur auf den Wahlplakaten der AfD anders! Auch die Wahlwerbeprospekte, welche ich an Bekannte verteilen sollte, lasen sich vollkommen anders!

    Also Herr Lucke, was ist denn jetzt wahr?

  20. „Das “Dementi” ist doch bereits vom Mai und bezieht sich auf den damaligen Artikel im Focus, nicht das aktuelle Kurzinterview in der Stuttgarter Zeitung. Doch bereits in dem “Dementi” wurden ältere Positionen aufgeweicht. Statt Textexegese würde ich ohnehin empfehlen, dass wir inhaltlich diskutieren, welche Europolitik wir wollen.“

    Auf diesen Text hat mich die Teilnehmerin im Bundesforum Cat Schrödinger aufmerksam gemacht. Dann war das wohl die „falsche Reihenfolge“. Aber hat Cat Schrödinger auch die „falsche Platte“ aufgelegt? Herr Lucke behauptet doch dort ausdrücklich, wir hätten n i e den Austritt Deutschlands aus dem Euro gefordert. Das allerdings, Herr Dilger, ist für mich neu! Warum hatte ich denn bisher etwas anderes geglaubt. Waren die Medien mal wieder so unverschämt, etwas Falsches zu berichten?

    • Entscheidend sind diese Sätze aus dem Bundestagswahlprogramm (am 14.04.13 mit übergroßer Mehrheit in Berlin beschlossen): „Wir fordern eine geordnete Auflösung des Euro-Währungsgebietes. Deutschland braucht den Euro nicht. Anderen Ländern schadet der Euro. Wir fordern die Wiedereinführung nationaler Währungen oder die Schaffung kleinerer und stabilerer Währungsverbünde. Die Wiedereinführung der DM darf kein Tabu sein. Wir fordern eine Änderung der Europäischen Verträge, um jedem Staat ein Ausscheiden aus dem Euro zu ermöglichen. Jedes Volk muss demokratisch über seine Währung entscheiden dürfen. Wir fordern, dass Deutschland dieses Austrittsrecht aus dem Euro erzwingt, indem es weitere Hilfskredite des ESM mit seinem Veto blockiert.“

      • „Die Europäische Union soll vertraglich festlegen, dass ihre Mitgliedsländer wieder austreten dürfen, wenn sie wollen. In Europa muss niemand vergewaltigt werden.“
        Quellenangabe: Ein gewisser Wolfgang Schäuble, zum Zeitpunkt dieser Äußerung zuständig für Außen- Sicherheits- und Europa-Politik im Kompetenzteam von Kanzlerkandidat Edmund Stoiber.

        Es war am 20.07.2002 Anm.d Verf.

      • Mitder Basis abgestimmt! :

        https://www.alternativefuer.de/wp-content/uploads/2014/05/AfD_Europawahl_Programm_web.pdf Seite 7:

        Die AfD fordert eine Auflösung, zumindest aber eine vollständige währungspolitische Neuordnung des Euro-Währungsgebietes.
        Als erster Schritt muss dazu jedem Land das Recht eingeräumt werden, die Eurozone zu verlassen, ohne aus der EU auszuscheiden. Davon sollten die Länder Gebrauch machen, die die Bedingungen der Währungsunion nicht erfüllen können oder wollen. Andernfalls sollten die stabilitätsorientierten Euroländer unter sich ein kleineres, am Maastricht-Vertrag angelehntes Währungssystem bilden. Dabei kann man sich an dem vor 1998 bestehenden Europäischen Währungssystem (EWS) orientieren. Damals gab es feste, in Ausnahmefällen aber anpassungsfähige Wechselkurse, mit denen Währungsstabilität und Wettbewerbsfähigkeit der teilnehmenden Länder gesichert wurde. Wenn keine dieser beiden Lösungen erreicht werden kann, muss Deutschland den Austritt aus der Euro-Währungsunion anstreben.

      • Den Beschluss finde ich sinnvoll, wobei ursprünglich schwächere Formulierungen vorgeschlagen worden waren. Die Basis kann also etwas erreichen, wenn sie sich wirklich dafür einsetzt.

      • Sehr geehrter Prof. Dilger,

        bevor es hier noch zu ‚Uminterpretationen‘ des vorstehenden Textes auch hier auf diesem Blog kommt.

        Dies ist das Bundestagswahlprogramm – mit diesem habe ich Menschen überzeugt Mitglieder der AfD zu werden, mit diesem Inhalt habe ich im BTW um Wähler geworben.

        Ich kann mich in viele Mehrheiten fügen, das ist nun einmal Demokratie – dieser eine Punkt ist für mich nicht verhandelbar, denn er ist das
        ———————Alleinstellungsmerkmal—————————–
        der AfD – der Alternativen für Deutschlan

        Und wenn Herr Lucke sich mißverständlich ausgedrückt hätte, dann darf ich es als Mitglied erwarten, dass er das richtig stellt – und zwar selbst dann, wenn Bernd Lucke in dem sicheren Glauben ist, man hätte ihn nicht mißverstehen können.

        Und nein, ich bin nicht bereit, mich bei Äußerungen von Herrn Lucke oder anderen, in weitreichenden Überlegungen zu ergehen, wie man es auch hätte anders verstehen können.

      • Danke, kritischer Parteifreund!
        Also wer jetzt nicht weiß, wer Rainer Erkens ist, was er macht und weshalb er an so exponierter Stelle im Parteiapparat mitarbeitet, der hat wohl dern Schuß nicht gehört. Aber ich habe schon dergleichen erlebt………..

  21. „Entscheidend sind diese Sätze aus dem Bundestagswahlprogramm (am 14.04.13 mit übergroßer Mehrheit in Berlin beschlossen): “Wir fordern eine geordnete Auflösung des Euro-Währungsgebietes. Deutschland braucht den Euro nicht. Anderen Ländern schadet der Euro. Wir fordern die Wiedereinführung nationaler Währungen oder die Schaffung kleinerer und stabilerer Währungsverbünde. Die Wiedereinführung der DM darf kein Tabu sein. Wir fordern eine Änderung der Europäischen Verträge, um jedem Staat ein Ausscheiden aus dem Euro zu ermöglichen. Jedes Volk muss demokratisch über seine Währung entscheiden dürfen. Wir fordern, dass Deutschland dieses Austrittsrecht aus dem Euro erzwingt, indem es weitere Hilfskredite des ESM mit seinem Veto blockiert.”

    Okay, und was hat die Frau Schrödinger mir da entgegen gehalten? Sie behauptet doch ausdrücklich, das von Ihnen genannte Interview wäre dementiert worden.

    Abgesehen davon, wenn ganz unterschiedliche Dinge erklärt werden, obwohl Herr Lucke das doch wohl genau wissen wissen wird, denke ich inzwischen auch, daß er uns täuscht. Konsequenz?

  22. Danke für das Video, lieber Kritischer Parteifreune, aber hier treten ständig Ladefehler auf. Bisher konnte ich es mir also nicht ansehen.

    • Es ist nicht unterschiedslos alles zu kritisieren, sondern nur Kritikwürdiges, so wie auch umgekehrt Lobenswertes zu loben ist und nicht wiederum alles oder nichts. Im Übrigen zeigt sich, wie sehr die AfD als echte Opposition im Bundestag fehlt.

  23. Ich bin klar gegen den Euro, Herr Chufu!
    Was die kaputte FDP angeht, welcher ich in der Tat einmal angehört hatte, – wenngleich das vor der Zeit solcher Clowns wie Guido Westerwelle war und dem verhinderten Busengrabscher Rainer Brüderle -, so werden Sie doch wohl wissen, auf was für eine unfaire Weise die Mitgliederabstimmung von Frank Scheffler manipuliert worden ist. Nein, Deutschland braucht keine weitere Klientel-Partei für Großunternehmen, Notare und Apotheker, sondern eine echte Alternative. Leider sieht es da in der AfD auch nicht so gut aus, und ich denke Herr Dilger weiß, was ich meine. Zwei Millionen Wähler haben voller Hoffnungen die Partei gewählt, aber jetzt setzt sich auch dort in erschreckender Weise der Klüngel durch. So wird die AfD tatsächlich die neue FDP, nur weiter rechts. Damit ist aber in Sachen Währung und Demokratie nichts gewonnen. Schlimm, es sei denn ein größerer Teil der Wähler wacht auf!

    Herr Chufu, selbst große Teile der SPD kann man heute kaum links einordnen. Oder als was würden Sie die Industriepolitik Sigmar Gabriels mit dem tiefen Griff in die Taschen der Stromkunden sonst bezeichnen?

    Dort, beim Verbraucherschutz, ebenso bei der Datensicherheit, könnte die AfD liberales Profil gewinnen anstatt ausschließlich auf den Mittelstand zu schielen. Daß die FDP keine 5% Besserverdienende hinter sich versammeln kann, haben wir doch zuletzt bei der Europawahl noch viel deutlicher gesehen als bei der Bundestagswahl.

    Hier in Nordrhein-Westfalen war das bei der Kommunalwahl besonders lustig. Da sah ich auf den Plakaten der FDP Leute, die ich noch nie zuvor gesehen hatte, überwiegend ältere Herren. „Ein Hauch von Volkssturm“, dachte ich mir, als ich die Wahlplakate sah. Und ich nehme an, Sie kennen die Ardennen-Offensive. Genau so kam mir jetzt die FDP vor.

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