Ich will raus aus dem Euro

Der Gründungsimplus und Markenkern der AfD war und ist die Kritik am Euro. Nun muss ich bei Focus-Online lesen: „AfD sagt plötzlich: Wir wollten nie raus aus dem Euro“. Das sagt natürlich nicht die AfD, sondern Herr Prof. Dr. Jens Zeller, immerhin AfD-Sprecher in Baden-Württemberg und Platz 18 auf der Europawahlliste, der schon in Berlin bei der Kandidatenaufstellung wirre Thesen zum Euro vertrat (siehe ‚Die Europawahlliste der AfD‘) und jetzt meinte: „Der Wähler will nicht zurück zur D-Mark.“ „Der Wähler“ ist natürlich vor allem er selbst, während andere Wähler, z. B. ich, durchaus zurück zu nationalen Währungen wollen, um die Krise zu überwinden, die nächste zu vermeiden und einen Eurosuperstaat zu verhindern.

Auf die Frage „Vor einem Jahr haben Sie noch formuliert, ‚Zurück zur D-Mark darf kein Tabu sein‘. Ist das heute noch ihre Position?“, antwortete Zeller: „Aber absolut nicht. Das ist der falsche Zungenschlag, der die AfD leider nicht in den Bundestag gebracht hat. Der Wähler will nicht zurück zur D-Mark. Und ich gebe offen zu, dass wir im Bundestagswahlkampf nicht alle mit einer Zunge gesprochen haben. Auch heute nicht.“

Natürlich ist das weiterhin die Position der AfD (warum sollte die D-Mark ein Tabu sein, selbst wenn sie für manche nicht der präferierte Ausweg aus diesem Euro ist?), die sie fast in den Bundestag gebracht hat. Das war und ist die wesentliche Forderung und das Alleinstellungsmerkmal der AfD. Wer für diesen Euro ist, hat alle anderen Parteien zur Auswahl. Richtig ist allein, dass „nicht alle mit einer Zuge gesprochen haben“, z. B. Herr Kollege Zeller nicht, womit er der AfD schadet statt nutzt.

Der Chefstratege der AfD, Rainer Erkens, begründete den Kurswechsel seiner Partei gegenüber dem „SWR“ mit der veränderten Stimmungslage bei den Wählern: „Politik ist die Fähigkeit, das zu fühlen und spüren, was die Leute bewegt. Und im Moment bewegt sie der Euro nicht so stark wie vor einem Jahr.“

Herr Erkens ist nicht der Chefstrategie der AfD, sondern ein Mitarbeiter der Bundesgeschäftsstelle mit der Aufgabe, die Strategie zu koordinieren. Dabei verwechselt er leider Strategie mit Taktik und politische Inhalte mit tagesaktueller Stimmungslage. Selbst wenn die Mehrheit der Deutschen noch für den Euro ist, ist die große und wachsende Minderheit der Eurogegner die Zielgruppe der AfD.

Weiter erklärte Erkens: „Wir wollten aus dem Euro eigentlich auch damals nie raus. Es war die sehr plakative Forderung. Als Mogelpackung sehe ich das nicht, dann hätten wir ja gelogen.“

Ich wollte weder damals im Euro bleiben noch will ich es jetzt. Wer jedoch nie den Euro verlassen wollte, das aber behauptete, hat natürlich gelogen.

Lucke und Henkel uneins über Euro-Position
Auch die Spitzenpolitiker der AfD, Bernd Lucke und Hans-Olaf Henkel, verfolgen grundlegend unterschiedliche Positionen bezogen auf die Euro-Austrittsforderung ihrer Partei.
Während Parteichef Lucke einen Euro ohne die Südländer bis hin zu Frankreich anstrebt [„Deshalb sagen wir Schluss mit dem Euro – in den Südländern.“], fordert der AfD-Spitzenkandidat für die Europawahl, Hans-Olaf Henkel, den Austritt Deutschlands aus dem Euro und die Einführung einer neuen Währung nur von wenigen, wirtschaftsstarken Ländern. „Arbeitstitel ‚Nordeuro‘ – dafür bin ich“, sagte er.

Immerhin wollen unsere beiden Spitzenkandidaten entsprechend den beschlossenen Programmen diesen Euro beenden. So unterschiedlich sind ihre Positionen auch nicht, doch ich gehe noch weiter: Wir brauchen gar keinen Euro mehr, sondern nur noch nationale Währungen, wobei kleine Länder gerne auch die neue D-Mark benutzen dürfen.

42 Gedanken zu „Ich will raus aus dem Euro

  1. Die AfD und Herr Lucke haben bereits von offizieller Seite diesen kruden Wischiwaschi-„Bericht“ dementiert. Auch wenn ich weiß, dass diese journalistische Leistung wie ein Magnet auf Sie wirken muss, finde ich es nicht hilfreich dass Sie jetzt kurz vor der Wahl eigene Stellungsnahmen zu dem Thema veröffentlichen. Für die Wähler wird es auch nicht einfacher, wenn Sie leicht widersprüchlich schreiben: „Richtig ist allein, dass “nicht alle mit einer Zuge gesprochen haben”, z. B. Herr Kollege Zeller nicht, womit er der AfD schadet statt nutzt. […] Wir brauchen gar keinen Euro mehr, sondern nur noch nationale Währungen, wobei kleine Länder gerne auch die neue D-Mark benutzen dürfen.“

    Als Ökonom kann man sich einen Luxus leisten, den man sich als Politiker leider nicht leisten kann. Man kann nämlich allein mit Fakten arbeiten und auf die optimale, vernünftigste Lösung abstellen.

    In der politischen Praxis geht das nicht. Das ist der Preis der Demokratie. Man muss hier andere Faktoren berücksichtigen. Z.B. den sozialen Frieden. Wenn der Druck zu groß wird ist es klug, den entsprechenden Forderungen nachzugeben, statt die Leute linken Parteien in die Hände zu treiben, was viel schädlicher für die Wirtschaft ist als Konzessionen zu machen. Herr Bismarck, der eigentlich Probleme lieber mit Waffengewalt löste, hat so gehandelt als er in Deutschland das Versicherungswesen einführte.

    In Bezug auf den Euro heißt das, dass dieser so schnell wie möglich in seine Schranken verwiesen werden muss, was übrigens wahrscheinlich auch zu seinem Zerfall führen wird. Daher ist der gangbarste Weg zu wählen, um möglichst viele Menschen für die AfD zu gewinnen und entsprechenden politischen Druck aufzubauen. Schon letztes Jahr wollten die Deutschen, trotz allem, den Euro behalten. Das ist nicht nur auf die massive Propaganda und ebenso billige wie unangebrachte Überlegenheitsgefühle gegenüber anderen Euro-Ländern zurückzuführen, sondern auch Ängsten geschuldet, nämlich der Furcht vor einem hastigen, chaotischen einseitigen Euro-Ausstiegs Deutschlands. Glücklicherweise gilt in Deutschland das Prinzip „Wasch mich aber mach mich nicht nass“. Die Leute sind alle für erneuerbare Energien (ihnen wurde erzählt, das sei was ganz Tolles), nur Stromleitungen und Windräder vor ihrem Haus, das wollen sie dann doch nicht. Und so finden die Leute auch den Euro toll, nur wollen eben nicht dafür zahlen. Das ist das Potential, das genutzt werden muss.

    De facto sind diese Leute alle Eurogegner, weil der Euro nur durch Finanztransfers bzw. die Aussicht darauf überlebt. Und in der Tat war die AfD von Anfang an eine Anti-Rettungspaket-Partei (= gut), wurde aber sehr geschickt zur Anti-Euro-Partei (= schlecht) gemacht. Das Ergebnis ist bekannt: Bundestagseinzug knapp verfehlt.

    Sie schreiben: „Selbst wenn die Mehrheit der Deutschen noch für den Euro ist, ist die große und wachsende Minderheit der Eurogegner die Zielgruppe der AfD.“ Sie geben weder an, wie groß diese Minderheit ist, noch wie schnell sie wächst. Sie übertragen dabei Ihre eigene Stimmungslage auf den Rest der Bevölkerung, was Sie selbst Herrn Zeller zum Vorwurf machen. Tipp: Die Minderheit ist offensichtlich kleiner als 4,7%, denn bei der Bundestagswahl war ein erheblicher Teil der Stimmen Protest.

    Erfolgreiche Politik besteht darin, Mehrheiten zu suchen und zu organisieren. Sie wollen das Gegenteil. Sie wollen einer Minderheit eine Stimme geben. Das ist legitim, nur mit einer Aussicht auf 5 bis 10 Prozent in den nächsten zehn Jahren machen Sie weder Herrn Draghi noch Frau Merkel die Angst, die letztere zum zweiten Atomausstieg bewegt hat. Sie können so in einer Ecke des Parlaments sitzen und zusehen, wie der EU-Superstaat geschaffen wird, ohne daran etwas ändern zu können – weil Sie Millionen Wählerstimmen, die es draußen zu holen gibt, zu Gunsten des Festhaltens an der reinen Lehre nicht haben wollen.In den Büros des Konrad-Adenauer- und des Willy-Brandt-Hauses ist man sich dessen bewusst.

    Die richtige Forderung wäre: Keine weiteren Rettungspakte, Verbot jedweder Umverteilung via EZB, keine weitere Souveränitätsabgabe, Beendigung der Rettungsschirme. Wenn Länder unter diesen Bedingungen nicht im Euro verbleiben können, haben sie ihn zu verlassen. Dies kann ihnen etwa über Schuldenschnitte attraktiver gemacht werden. (Dies führt zu einem Nord-Euro mit oder ohne Süd-Euro, denn ob die Länder zu ihren eigenen Währungen zurückkehren oder einen Währungsverbund schaffen wollen ist deren souveräne Entscheidung.) Falls sie sich weigern so hat Deutschland den Euro zu verlassen. (= Rückkehr zur Mark.) Da weitere nördliche Euro-Länder das dann ebenfalls tun wollen könnten besteht die Möglichkeit, zumindest übergangsweise, einen nördlichen Währungsverbund zu schaffen, falls die anderen entsprechenden Länder das wünschen.

    Der letzte Satz ist sehr unwahrscheinlich, da diese Länder dann Satellitenstaaten der Bundesbank wären. Es liefe also auf eine D-Mark-Rückkehr hinaus. Das Eröffnen eines Euro-Ausstiegs und Verbot von Rettungszahlungen wird ebenfalls auf ein Verschwinden des Euro-Währungsgebiets als Ganzes hinauslaufen, nur langsamer und schonender. Der Trick besteht darin, die am ehesten nachgefragte und für die meisten Deutschen absolut tragbare Position an den Anfang zu stellen und alles Weitere davon abhängig zu machen, ob die anderen Länder mitspielen, also den Schwarzen Peter sozusagen weiterzugeben.

    Eine weitere denkbare Forderung wäre, Rettungszahlungen zu verbieten (dies entspricht ja einfach der Ausgangslage) und Volksabstimmungen in allen Euro-Ländern über einen Verbleib in der Euro-Zone zu fordern. Begründung: Die Situation im Euro-Raum hat sich seit dessen Einführung wesentlich geändert, auch auf rechtlicher Ebene (Vertragsbrüche), daher sind die Vertragsstaaten zu fragen, ob sie sich noch an die Verträge gebunden fühlen wollen. Dies hat über Volksabstimmungen zu erfolgen, da es sich um eine Grundsatzentscheidung handelt, die nicht einer Regierung (die eventuell bald abgewählt würde) überlassen werden soll. Der Euro dürfte dann überleben – als Währungsunion zwischen Deutschland und Luxemburg.

    Was Herrn Zeller und Herrn Erkens betrifft, so sind die Äußerungen in der dargestellten Form in der Tat unprofessionell, um nicht zu sagen schlicht falsch.

    • Wo sehen Sie einen Widerspruch in meiner Position? Seit meinem Beitritt zur AfD vertrete ich stets dasselbe, was leider nicht von jedem behauptet werden kann. Ich habe auch allein wegen der Problematik von Euro, Eurorettung und drohendem Eurosuperstaat die FDP verlassen und die AfD in erheblichem Maße unterstützt. Sollte die AfD irgendwann wie zuvor Die Linke und die Freien Wähler ihre grundsätzliche Eurokritik aufgeben, um mit den etablierten Parteien in den Überbietungswettbewerb einzusteigen, wer das bessere Eurorettungskonzept hat, dann war es das für mich. Dass eine Mehrheit der Deutschen immer noch am Euro festhalten will, ist kein Gegenargument. Als die Grünen angefangen haben, war auch eine übergroße Mehrheit für Atomkraft. Nur durch beharrliches Vertreten der sachlich richtigen Position kann man langfristig überzeugen, nicht durch ständiges Ausrichten nach dem Wind. In der Disziplin ist Frau Merkel ohnehin viel besser als wir.

      • Dass eine Mehrheit der Deutschen immer noch am Euro festhalten will, dürfte der Vermutung nahe liegen, dass diese ursächliche Zusammenhänge und deren Folgen immer noch nicht erkannt hat, oder nicht erkennen will. „Es geht uns ja so gut“. (Und nach mir die Sintflut) Damit enden ihre Sichtweise und Wahrnehmung auch schon. Sonst würde es ihr zu ungemütlich.

      • Es freut mich zu lesen, dass Sie, Herr Prof. Dilger, geradlinig an Ihrer und unserer Position festhalten. Unser Credo war vor einem Jahr: „Wir wollen DIESEN Euro nicht!“ Wenn es den Karrieristen und Pöstchenjägern in der AfD – insbesondere Mitgliedern der zweiten Generation, die erst später in die Partei eingetreten sind – tatsächlich gelingen sollte, unseren Markenkern so zu verwässern, dass er nicht mehr deutlich erkennbar ist, dann wäre ich auch die längste Zeit Mitglied dieser Partei gewesen.

    • @Herr Vorländer
      Ihren Ausführungen vom 22/05/2014 um 04:44 in Absatz 1 stimme ich voll zu. Man muss sehen, dass die Online-Redaktionen z.T. mit Kampf- und Gesinnungs-Journalisten besetzt sind, die zu verkürzenden und verfälschenden Darstellungen neigen. Der größte Fehler von Parteifreunden ist es, daraus Zweifel in die Parteipolitik und vorschnell in Funktionäre abzuleiten und in die eigenen Reihen zu tragen. Ich finde es immer wieder interessant, wie das Foren-Publikum auf solche Beiträge reagiert- wie heute z.B. wieder bei Spiegel Online – sehr erfreulich für die AfD.
      Bleiben Sie cool, Herr Prof. Dilger !

      • Wenn Sie voll zustimmen, können Sie vielleicht die offene Frage beantworten, wo mein Widerspruch liegen soll. Es geht hier auch gar nicht um die Online-Redaktion des Focus, sondern was Parteifreunde vor laufender Kamera des SWR erklärt haben. Es gibt leider tatsächlich einige AfD-Mitglieder und Funktionäre, die den Euro wie die etablierten Parteien retten wollen, wobei ich mich frage, was sie dann zur AfD geführt hat.

  2. Ich will auch raus aus dem Euro und zurück zur DM, ohne wenn und aber. Das und die Ablehnung der „Vereinigten Staaten von Europa“ sind meine Haupt-Beweggründe in der AfD zu sein.
    Herr Prof. Zeller hat schon in Berlin bei der Wahl der Europaliste der AfD eine eigenartige Rede pro Euro gehalten und sich damit isoliert. Er hat dadurch auch einen weit besseren Platz für sich verhindert. Ich dachte mir bei seiner Vorstellungsrede, in welchem Paralleluniversum lebt er mit seinen Aussagen zum Eurokurs der Alternative für Deutschland.

  3. Wer ist Herr Erkens?
    Von diesem Herrn habe ich bis zu diesem Artikel noch nie gehört.

    Immer mehr Gründungsmitglieder der AfD fühlen sich durch die Parteispitze verraten und verkauft.
    Die AfD tut sich offenbar sehr schwer damit, auf einem erkennbaren Kurs zu bleiben und ihre eigenen Grundsätze umzusetzen. Ich sag dazu nur „Wir fordern mehr direkte Demokratie in den Parteien. Das Volk soll den Willen der Parteien bestimmen, nicht umgekehrt.“ (aus dem Wahlprogramm der AfD zur Bundestagswahl 2013).

    Als Mitglied der ersten Stunde kann man leicht den Eindruck gewinnen, dass die AfD von ein paar Handvoll reiner Karrieristen getrieben wird, denen es nur darum geht, irgendwie in die Parlamente zu kommen. Egal mit welchen Inhalten. Entsprechend werden Positionen kurzfristig ausgetauscht und von der Parteibasis auf einem ordentlichen Parteitag beschlossene Leitlinien nach Gusto verbogen.

    Immer öfter stelle ich mir daher die Frage:
    Ist die AfD noch dieselbe Bewegung, in die ich im März 2013 eingetreten zu sein glaubte?

  4. Schlimmer noch. Im selben Bericht charakterisierte die stellvertretende Vorsitzende der AfD Rheinland-Pfalz Beatrix Klingel den angeblichen Euro-Ausstieg lediglich als überwundenen “PR-Knaller”. Wer ist Beatrix Klingel? In einer Eigendarstellung heißt es: “Mit Leidenschaft und Energie engagiert sie sich für den Aufbau langfristiger und verlässlicher Geschäftsbeziehungen zwischen Europa und dem arabischen Raum…und vertraut mit den Werten und Normen beider Kulturen, betreut sie im Rahmen der interkulturellen Wirtschaftskommunikation Akquisition und Projektentwicklung im arabischen Raum, unterstützt das gegenseitige Verstehen und hilft bei Krisen und Konflikten….Von Kindheit an mit der arabischen Welt vertraut, pflegt Beatrix Klingel seit jeher Kontakte mit dem Nahen Osten. Das gemeinsame Ziel, die Geschäftsbeziehungen zwischen den Regionen zu intensivieren, führte schließlich zur Gründung von Klingel Consult.”

  5. „Wir brauchen gar keinen Euro mehr, sondern nur noch nationale Währungen, wobei kleine Länder gerne auch die neue D-Mark benutzen dürfen.“

    Danke. So sehe ich es auch, dem ist nichts hinzuzufügen.

  6. Nun, als Kompromiss könnte man auch über mehrere kleinere Währungsverbünde in der EU , also z.B. über einen Nord- und/oder Süd-Euro sprechen. Entscheidend sollte dabei immer sein, dass die Volkswirtschaften der jeweiligen Länder in einem Währungsverbund zueinander passen. Gleiches gilt dann auch für die Auffasungen dieser Länder zu Preis- und Währungsstabilität, Inflationsrate, Wachstum, u.s.w.. Wenn man bei einem Währungsverbund erfolgreich sein will, dann müssen hierfür ganz strenge Konvergenzkriterien gelten und diese auch gemeinsam angestrebt und angewandt werden. Und da gibt es für Deutschland (leider) wirklich nur sehr wenige Partner für eine gemeinsame Währung innerhalb der EU.
    Bei allem wird immer meine freundliche Frage an die DM Gegner vergessen: „Wie konnte die BRD mehr als 60 Jahre mit einer starken DM als Volkswirtschaft Nr. 3 auf der Welt bestehen, dies auch innerhalb der EU und warum sollte sie dies zukünftig nicht mehr können?“

  7. endlich mal wieder eine klare Ansage: Wir wollen DIESEN Euro nicht.

    Nur so zur Erinnerung: Als die AfD im Erstschwung schnell (binnen Wochen) auf 8.000 Mitglieder stieg, da war noch die Misere des Euro und der damit zusammenhängenden Verschuldung das Thema. Wir waren auch damals nicht wirklich eine Einthemenpartei – es gab eindeutige Positionen zu Zuwanderung, Steuern……

    Aber – Einigkeit bestand nur beim Thema Euro, was den Beweggrund zum Beitritt in eine Partei auismachte. (rund 2/3 der damaligen Mitglieder waren nie Mitglied in einer Partei – oft 30, 40 Jahre hatten sie es nie für nötig gehalten sich politisch zu engagieren)

    Zwei Probleme machen Sie aber hier ebenfalls deutlich: Ein Landessprecher vertritt hier eine Position, die nicht Parteikonsens ist UND die so nicht von der Parteispitze getragen wird.
    Wenn Medien die Position eines LV als gegeben nehmen, dann müssen wir das Thema Euro wieder stärker betonen.

    Das zweite sind die vermuteten Mehrheiten beim Wähler. Natürlich ist es üblich Wahlprogramme so zu verfassen, dass man eine möglichst große Wählerschaft erreicht. Aber bitteschön ohne Verzicht auf seine Kernforderungen.

    Wir wollen schließlich nicht beim Wähler nachfragen: Was hättest Du denn gerne, sondern wir wollen ihn von unseren Botschaft überzeugen.

  8. Haben die Herren Zeller und Erkens – wohl in Ermangelung eines politischen Einfühlungsvermögen – den Ruf zunehmend vieler Bürger aus der Mitte unserer Gesellschaft nicht wahrgenommen und auch die Philosophie unserer Partei nicht verstanden?

    Ein möglicher Austritt aus der Eurozone – und damit aus der Haftungsunion – war eines der zentralen Gründungs- und Kernthemen – wie auch Parameter einer Namensfindung – deretwegen die Alternative für Deutschland (…) nicht gescheiter ist, sondern aus dem Stand fast in den Bundestag gewählt wurde. Eine veränderte Stimmungslage bei unseren potenziellen Wählerinnen und Wählern habe ich als Wahlkampfhelfer auch in diesen Zeiten unseres laufenden Wahlkampfes insofern festgestellt, als dass sich die Stimmen auf der Straße gegen Brüssel mit allen Ungereimtheiten und Ungerechtigkeiten zu Lasten von Deutschland, mehren. Sie scheint zu kippen.
    Der Euro hat sich als ein Flop erwiesen, der dem Grunde nach in Frage zu stellen und die Kuh mit Rückbesinnung auf Landeswährungen wieder vom Eis zu holen ist. Es kann doch nicht sein, dass sich Spekulanten eine goldene Nase verdienen, es den Wirtschaften und Menschen in den EU- Mitgliesländern dabei aber immer schlechter ergeht. Eine solche Logik mögen mir diese beiden Schlaumeier doch bitte einmal erklären.

    Der „Chefstratege Erkens“ sollte sich besser an den von unseren Parteigründern alternativ zu den Fehlentwicklungen des Euro aufgestellten Zielsetzungen orientieren und öffentlich nicht so einen Unsinn verbreiten. Mir ist es unverständlich, warum solche Leute im laufendem Wahlkampf aus ihren Löchern kommen, mit kontraproduktivem Geschwätz auf sich aufmerksam machen, die AfD damit destabilisieren und ihr so schaden. Herr Zeller, ich möchte Sie bitten, Ihren Zungenschlag besser zu zügeln, dem Ruf unserer Wähler zu folgen und diesen gerecht werden. Es sind auch Zeitgenossen wie Sie, die eine Angriffsfläche auf unsere Partei konstruieren und so dafür in der Verantwortung stehen.
    Politisch glaubwürdig zu sein heißt auch, gemeinschaftlich Kontinuität in elementaren politischen Grundsätzen zu wahren und zu vertreten. Haben sie davon schon einmal gehört?

  9. Danke für Ihre klare Aussage, Herr Prof. Dilger!
    Ich habe die Grundrichtung der AfD schon immer so verstanden, dass zuerst versucht werden soll, den Euro zu reformieren (z.B. mittels „Nordeuro“) und wenn dies nicht von Erfolg gekrönt bzw. nicht machbar ist, eine sanfte Rückkehr zur DM angestrebt wird.
    An dieser Grundannahme hat sich doch bis heute nichts geändert, auch wenn es immer wieder von Teilen der Presse so dargestellt wird.
    Dass es AfD-Mitglieder gibt, welche gerne alsbald zur DM zurück möchten und auf der anderen Seiten Mitglieder, welche etwas länger den Euro „reformieren“ möchten, war doch auch schon vor einem Jahr so.

    • Die etablierten Parteien versuchen alle, den Euro zu reformieren, da es so wie jetzt offensichtlich nicht weitergehen kann. Gründungskonsens der AfD war es, sowohl diese Eurorettungsversuche als auch diesen Euro abzulehnen. Was an seine Stelle treten soll, war und ist weniger klar kommuniziert worden. Ein Nordeuro wäre sicher besser als der jetzige Euro, würde aber gründsätzlich an denselben Problemen leiden, nur in abgeschwächter Form. Dasselbe gilt für einen Südeuro, so dass beide höchstens Übergangsphänomene wären.

      • Nord – und Südeuro dienen eher einem politischen Instrumentarium für weiteren Vertrauensverlust in die Europäische Union. Diese sollte die Nichtumsetzbarkeit einstiger Vorstellungen eines Euro anerkennen, konsequent behandeln und sich daraus abzuleitende Entwicklungen korrigieren, bevor das Damoklesschwert einer Infaltion diese Entscheidung abnimmt.
        Mit Wiedereinführung von Landeswährungen sind Wirtschaftsprozesse wieder steuerbar und Entwicklungen so möglich. Der € steckt in einer Sackgasse!
        Die AfD muss (…) als Ergebnis ihrer wirtschaftswissenschaftlichen Erkenntnisse wie auch ihrer Glaubwürdigkeit – auch dabei – ihren Gründungsgedanken treu bleiben um Fehlentwicklungen nachhaltig korrigieren zu können. Es geht hier auch um ihre Überlebensfähigkeit.

  10. Es wurde im BTW-Wahlprogramm mitnichten explizit die Rückkehr zur DM gefordert. Sondern da stand: die Wiedereinführung der D-Mark darf kein Tabu sein. Das war, so wurde und wird es stets klar kommuniziert, zu verstehen als allerletzte Option. Die besteht nach wie vor, das wurde inzwischen auch von Herrn Lucke klargestellt.

    Insofern irren sowohl Sie, Herr Dilger, als auch Herr Zeller. Dass Herr Zeller und der mir bislang unbekannte ‚Chefstratege‘ Erkens in dieser Frage andere persönliche Meinungen haben, ist eine andere Sache.

    • Wo schreibe ich irrtümlich, dass im Bundestagswahlprogramm „explizit die Rückkehr zur DM gefordert“ worden sei? Es geht darum, ob diese Rückkehr ein Tabu ist, wie für die anderen Parteien, oder eine Option (unter anderen) zur Abschaffung dieses Euros. Persönlich favorisiere ich diese Option, während andere andere Optionen favorisieren, was alles vom Programm gedeckt ist.

  11. Als Nationalkonservativer liege ich mit Ihnen im Allgemeinen vermutlich nicht allzu häufig auf einer Linie, aber in dieser Frage stimme ich mit Ihnen zu 100% überein. Wir sollten als AfD unsere potenziellen Wähler nicht mit einer Kakophonie ausgerechnet zu unserem Gründungsthema verwirren. Ein Austritt Deutschlands aus dem Euro muss als ultima ratio Teil der AfD-Problematik bleiben. So sehr ich Herrn Prof. Zeller schätze (als Mitglied im Rhein-Neckar-Kreis konnte ich ihn mehrfach erleben) – seine Position zum Euro kann ich nicht nachvollziehen. Und schon gar nicht kann ich das Argument gelten lassen, wir sollten uns bei unseren Forderungen zum Euro an der Demoskopie orientieren.

  12. Pingback: Verwirrung um AfD | Wirtschaftswurm

  13. Ich stimme Ihnen nicht häufig zu, aber in diesem Punkt haben Sie absolut Recht. Die Landesverbände Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sollten daher bezüglich Zeller und Klingel bei Gelegenheit Konsequenzen ziehen. Was Herrn Erkens angeht: Angestellte der Bundesgeschäftsstelle, welche noch dazu gerade erst von einer anderen Partei (FDP) übergewechselt sind, sollten sich medial zurückhalten (um es diplomatisch auszudrücken).

  14. Klaus-Werner Schröter

    Der Artikel „…raus aus dem Euro“ und die nachfolgende Diskussion zeigt klar: Die überwiegende Zahl der AfD-Mitglieder ist sich in einem einig:
    Der Euro funktioniert nicht! Und weil er nicht funktioniert, muss er fortwährend „gerettet“ werden, was auf Dauer nicht gelingen kann!

    Trotz allem ist der Euro für die Altparteien und die vielen „Europäer des Herzens“ nicht nur eine Währung, sondern zu einer Art „Ersatzreligion“ geworden, zu der man sich gern öffentlich durch das Ablegen eines „Glaubensbekenntnisses“ bekennt: Selbst die Kanzlerin hat sich nicht entblödet zu behaupten: „Stirbt der Euro, stirbt Europa“.
    Die Altparteien und die Mehrheit der „naiven Gutmenschen“ wollen den Euro (und damit vermeintlich das friedfertige Europa) „auf Teufel komm raus“ (d.h. gegen das Wirkungsgefüge der marktwirtschaftlichen „Natur-Gesetze“) retten. Die vermeintliche Rettung besteht im Bezahlen von und im Bürgen für hunderte von Milliarden, womöglich Billionen von Euro. Die (anti-marktwirtschaftliche = zentral-dirigistische) Rettung des Euro kann aber nur temporär gelingen.
    Gründe: Die politische Eliten Europas haben den Euro als politisches Mittel zum Zweck eingeführt: Frieden in Europa, Stärkung des europäischen Wirtschaftsraumes gegenüber den anderen Mächten dieser Welt (USA, China…). Und der Euro sollte das Vereinigungswerk der Länder Europas fortsetzen, der Euro sollte die Länder „zusammenschweißen“,… irgendwie!
    Das politische Projekt „Euro“ kann aber auf dem ökonomischen Feld, den Märkten, nicht bestehen! – (Der derzeit hohe Wechselkurs zum Dollar erklärt sich daraus, dass die USA eine noch viel höhere Geldmengen-Expansion betreiben und ein weltweiter Wettlauf um die Abwertung (=Exportförderung) der eigenen Währung eingesetzt hat).
    – Das ehedem beabsichtigte „Zusammenschweißen“, also die Angleichung der europäischen Volkswirtschaften auf ein annähernd gleiches Niveau, gelingt nicht. Im Gegenteil: Die Volkswirtschaften driften gerade wegen des Euro immer weiter auseinander: Trotz aller „kreativen Buchführung“ ist nicht zu kaschieren, dass die Schulden in Griechenland ständig wachsen. Frankreich ächzt unter dem „schweren“ Euro und fordert Draghi zur Abwertung auf, was dann aber nur wenig nützen kann, weil die Abwertung dann zwangsläufig auch für die Konkurrenz aus Deutschland gilt.
    Warum kann das politisch gewollte „Zusammenschweißen“ der europäischen Volkswirtschaften nicht gelingen? – Offensichtlich sind diese sehr unterschiedlich leistungsfähig. In gewissem Maße könnte die Leistungsfähigkeit allerdings gesteigert werden: Die Länder müssen sich z.B. den Vorgaben der Trioka unterwerfen, d.h. letztlich: Sie müssen ihre Art, sich gesellschaftlich und wirtschaftlich zu organisieren aufgeben: Wenn die Griechen ihr Staatswesen nach nordeuropäischem Vorbild organisieren, ihre Art des Wirtschaftens aufgeben, ihre historisch gewachsenen Eigenheiten aufgeben, überspitzt gesagt, wenn sie „deutsch“ werden, dann könnten sie eventuell im Euro-Raum bestehen. – Die Griechen hätten in diesem Fall nicht eine Währung, die zu ihnen passt, sondern die Griechen hätten sich (unter Inkaufnahme der Verarmung großer Bevölkerungsteile) den Erfordernissen der Währung unterworfen.
    Wer kann Derartiges anstreben?
    Dieses Szenario muss man den Europa-Enthusiasten, die den Euro (koste es, was es wolle) retten wollen, vor Augen halten.
    Das griechische Volk wird das nicht mit sich machen lassen. Das Volk wird jede Regierung, die dieses anstrebt, demokratisch oder auf andere Art hinwegfegen.
    Das Beispiel Griechenland gilt exemplarisch für andere Länder auch!

    Auf den Punkt gebracht: Der Euro ist nicht Demokratie-kompatibel!! – Deshalb die panische Angst der politischen Eliten vor Volksbefragungen, gar Volksentscheiden!!

    Die heute ausgegebenen Rettungs-Milliarden decken die echten Probleme (= Ungleichheit der ökonomischen Leistungsfähigkeit; sowie der gesellschaftlichen Bereitschaft, sich den Geboten der Euro-Rettung zu unterwerfen) nur notdürftig und vorübergehen zu. Sie vergrößern die Probleme jedoch für die nächste Rettungsaktion.
    Der herausgeforderte „Teufel“ der Euro-Rettungen wird dann in Form von wirtschaftlichem Zusammenbruch (heute Griechenland, Frankreich ist bereits stark gefährdet!) und gesellschaftlichen Verwerfungen (das Volk wird seine Unzufriedenheit demonstrieren) in Erscheinung treten (Beispiel: Weimarer Zeit). – Die herrschenden Regierungen in Europa werden immer stärkere Eingriffe einsetzten müssen: Völkerrechtliche Verträge (werden bereits heute bedenkenlos gebrochen) und demokratische Prinzipien werden dann, um des höheren Zieles (=Euro-Rettung) willen, bedenkenlos missachtet.

    Was ist die Alternative? – Klar: Der Euro muss weg!!
    Aber wie? Nord-/Süd-Euro; kleine Währungsverbünde; Nationalwährungen …
    Damit die Antwort nicht wieder zu einem Glaubensbekenntnis wird, muss man nach dem Ziel der neu zu schaffenden Währung fragen, das heißt, welche Aufgaben muss die neue Währung erfüllen: Zahlungsmittel, Wertaufbewahrungsmittel nach innen, sowie einen hinreichend stabilen Außenwert.
    Außerdem hat das Geld (die Währung) eine dienende Funktion in einer Volkswirtschaft: Nur wenn die gegenwärtige Währung eines Landes im Inland, wie im Verhältnis zu den anderen Währungen, funktioniert, ohne wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Schaden anzurichten, dann sollte man diese Währung beibehalten.
    Wenn eine gegenwärtige Währung dem Wohlstand einer Volkswirtschaft schadet (=Ausbreitung von Armut), dann muss man wählen: Anpassung der Volkswirtschaft/des Volkes an die aktuelle Währung (wird derzeit in Griechenland versucht) – oder Schaffung einer Währung, die zu dieser Volkswirtschaft, zu diesem Volk, passt.

    Prof. Dilger plädiert dezidiert dafür, dass jede Volkswirtschaft ihre eigene Währung hat. Denn nur dann kann dieses Land in eigener Verantwortung den Wert seiner Währung nach innen und außen eigenständig gewährleisten. Die Regierung muss sich nicht (wie im Falle einer Gemeinschaftswährung) den Beschlüssen der übrigen Beteiligten anpassen. – Weil unterschiedliche Wertentwicklungen in den einzelner Währungen weitgehend durch Anpassung der (freien) Wechselkurse ausgeglichen werden, werden abrupte Brüche vermieden. Die Anpassungen können in kleinen/kleinsten Schritten vollzogen werden. Für die Marktteilnehmer werden Entwicklungen tendenziell vorhersehbar.
    Dem Argument „kleine Währungen werden so zu Spielball der Spekulation“ kann man entgegenhalten, dass eine Europäische Zentralbank im Zusammenwirken mit den Nationalbanken wirksame Mittel entgegensetzen kann.
    Die europäische „Währungsschlange“ könnte als Vorbild dienen. Im Einvernehmen mit den Nationalbanken könnte die EZB wirksame Mechanismen entwickeln, die europäischen Währungen nach außen hin zu stabilisieren, so dass sie (von außen her betrachtet) wie ein Währungsverbund erscheinen, und zwar unter Beibehaltung einer gewissen Flexibilität innerhalb diese „Europäischen Währungsverbundes.
    Einzelne Länder (z.B. Österreich, Tschechien) könnten ihre Währung an ein anderes Land (z.B. Deutschland) fest binden, so dass die D-Mark auch innerhalb dieser Ländern als tägliches Zahlungsmittel verwendet werden kann. – Beispielsweise hat u.a. Costa Rica seine Währung an den US-Dollar gebunden: In jedem Geschäft kann man mit der einen oder der anderen Währung zahlen, es macht keinen Unterschied.
    Das Fortbestehen der eigenen Währung fungiert quasi für den „Notfall“: Dann könnte man das Tauschverhältnis ändern, wenn es nützlich ist. In diesem Fall legt die Nationalbank ein neues Tauschverhältnis zur D-Mark fest oder lässt die Währung frei floaten.
    Wenn allerdings die Nationalwährung des kleinen Landes im Wirtschaftsalltag immer weiter an Bedeutung verlieren sollte, weil es also praktischer ist, mit der D-Mark zu hantieren, dann könnte eine Entwicklung einsetzen, die D-Mark auch als Nationalwährung einzusetzen und die Nationalwährung zwar gültig, aber nur im Hintergrund zu halten. Derzeit ist die alte D-Mark zwar gültig, mit einem festen Wechselkurs zu Euro, jedoch nur im Hintergrund.
    Diese Entwicklung wäre die Einführung eines Quasi-Euro durch die Hintertür.
    Der Vorteil dieser „Hintertür“ läge in der Freiwilligkeit der beteiligten Länder, und diese Freiwilligkeit wird dann einsetzen, wenn es ökonomisch Sinn macht. Zwar entscheiden die nationalen Parlamente letztlich über diese Entwicklung, aber sie bestätigen dann einen Zustand, der vom Markt vorbereitet wurde. Politik und Wirtschaft haben dann gleichgerichtete Interessen.
    Heute stülpen die Brüsseler Machteliten den Völkern Europas ein Währungssystem über, das den einzelnen Ländern Europas nur schaden kann.

    Nach all den genannten Gründen erscheint die Rückkehr zu nationalen Währungen, die Rückkehr zur D-Mark, die vernünftigste Organisation des Währungswesens. Kleinere Währungsverbünde (Nord-/Süd-Euro) wären nur die Verkleinerung der Schwierigkeiten unter Beibehaltung des grundsätzlichen Problems von Währungsverbünden.

    Dilger hat Recht: Zurück zur D-Mark. – Das ist die richtige Alternative.
    Die AfD sollte diese klare Position beziehen und den Wählern mit geeigneten Methoden vermitteln. Auf die Dauer wird sich unser „Mut zur Wahrheit“ durchsetzen und auch in Wählerstimmen niederschlagen.

  15. Den Griechen geht es doch wieder super, die Jugendarbeitslosigkeit in Spanien sinkt, die Portugiesen haben den rettungsschirm zugemacht, die Ukraine kriegt bald den euro. Die Maßnahmen zu all diesen dingen waren doch richtig, oder? Bald ist das Thema doch sowieso ad acta, wenn ich wieder im Ägäischen Meer schwimme, zumal meine Frau seit gestern 100 Euro mehr Rente bekommt wegen der 3 Kinder. Wozu brauchen wir denn die AfD noch? (Erbitte nur ernsthafte Antworten)

    • Diese Vorgänge haben sehr sehr wenig mit dem Euro zu tun. Sie sind INNERSTAATLICHE Folgen eines Ursache-Wirkung-Prinzips. Die Jugendarbeitslosigkeit war in Spanien übrigens immer sehr hoch und sie ist erheblich niedriger, wenn man sich anschaut, wieviele Jugendliche zur Schule gehen, studieren oder andere Maßnahmen wahrnehmen. In Spanien bedarf es der Investoren, die jedoch durch den Zapatero-Sozialismus abgeschreckt wurden. Jetzt hat man das Dilemma und der großartige Senior Rajoy arbeitet wie ein Beserker um das zu ändern.

      • Die Krise in den südeuropäischen Ländern hat extrem viel mit dem Euro zu tun. Dabei baute sie sich sofort mit der Euroeinführung auf, als die Zinsen für diese Länder auf einmal ganz niedrig und die Kredite extrem hoch waren. Dass die Marktteilnehmer einschließlich Häuslebauern darauf reagiert haben, kann man ihnen kaum vorwerfen. Mangels eigener Währung sind jetzt auch die Gegenmaßnahmen viel schwieriger. Die Jugendarbeitslosigkeit war in Spanien schon früher höher als in Deutschland, aber nicht so exorbitant wie jetzt, wobei viele nur wegen der Krise dem Arbeitsmarkt fernbleiben. Der Euro ruiniert eine ganze Generation, was Sie mit den etablierten Politikern als Erfolg feiern.

      • Die niedrigen Zinsen sind kein Nachteil für die Kreditnehmer, solange sie nicht plötzlich steigen. Liberale sind der Auffassung, dass jeder für die Folgen seines Tuns verantwortlich ist! Es liegt deshalb keine Verführung der Banken vor, wohl aber ein nicht genügend konservatives Verständnis der Ökonomie. Wenn das heute endlich in Ordnung gebracht wird, sollte man es begrüßen. Ich will jetzt meine Aufzählung der Gründe für den Niedergang Spaniens und der sozialistischen Regierung Zapateros nicht nochmal wiederholen, so, wie es auch müßig ist, die kulturellen Traditonen des Landes, die zu einer Gesamtgemengelage von Fatalismus, Siestaglück und „mañana mañana“-Mentalität führten, wiederholt aufzuzählen. Fakt ist, dass all dies, wie auch die familien-mafiöse Kreditvergabe, zu 90% innerstaatliche Gründe haben, die zum Istzustand führten. Der Euro wirkte ein wenig wie ein Katalysator, mehr nicht. Zuletzt: ein hoher Teil der „Jugendarbeitslosigkeit“ resuliert aus arabischen und südamerikanischen Jungarbeitern, die zu jener Masse gehören, die in einer Dekade die Einwohnerzahl Spaniens von rund 40 Millionen, auf knapp 50 Milliionen heraufschraubte und die im Zuge der Krise nun als ungelernte Kräfte überflüssig sind. Verlassen Sie das Land, wird die Bilanz besser aussehen. Dieser Prozess der Rückwanderung muss stärker in den Focus geraten. Matadore, so hört man, werden derzeit in spanischen Arenen hängeringend gesucht.

      • „Liberale sind der Auffassung, dass jeder für die Folgen seines Tuns verantwortlich ist!“ So ist es. Warum wollen Sie dann die Gläubiger und Banken aus der Verantwortung entlassen und um jeden Preis retten? Warum machen Sie nicht die eurobesoffenen Politiker für die Folgen ihres Tuns verantwortlich? Sie haben eine sehr einseitige Sicht auf die Dinge und machen für eine angebliche Freundin Spaniens die einfachen Spanier zu sehr verantwortlich für die von Politikern, auch und gerade deutschen, verursachten Probleme.

      • Ich entlasse die Banken doch überhaupt nicht aus der Verantwortung und die werden dieser durchaus (mit Druck) gerecht – ich halte es nur besser sie zu rekapitalisieren, als bankrott gehen zu lassen, denn die Lehman-Brothers-Pleite sollte eine Warnung sein. Mehr aber geht es um die Ursache der Krise und die Bekämpfung. Da ist Links – und Rechtspopulismus völllig fehl am Platze. Fakt ist, dass all die Probleme Spaniens im Land selber gemacht wurden. AUCH deshalb bin ich keine „Freundin Spaniens“ mehr, da ich mich ob dieser Zustände seinerzeit mit Schrecken abwandte.

  16. Volle Zustimmung, Herr Dilger bis auf einen Punkt: “ Wir brauchen gar keinen Euro mehr, sondern nur noch nationale Währungen, wobei kleine Länder gerne auch die neue D-Mark benutzen dürfen.“
    Auch kleine Länder wie die Schweiz, Holland oder Österreich sollten ihre eigenen Währungen haben. Die Briten haben klargemacht, daß die Schotten im Falle einer Eigenstaatlichkeit das Pfund nicht nutzen können, weil das eine Währungsunion wäre und die haben selbst mit wenigen ähnlichen Ländern (z. B. Skandinavische Währungsunion) nie funktioniert.
    Die Übernahme der D-Mark durch einige Balkan-Länder war ein Fehler, auch sehr kleine Länder sollten eigene Währungen haben, denn selbst die Isländische Krone, die für eine Insel mit weniger Einwohnern als die Stadt Hannover gilt, war für das Land für die Lösung seiner Wirtschaftskrise von unschätzbarem Wert.
    Kurz gesagt: Wir sollten zur D-Mark zurückkehren, aber die D-Mark sollte in Deutschland bleiben. Keine Großmachtpolitik mehr, auch nicht in Währungsfragen, das macht uns nur unbeliebt.

    • Es geht nicht darum, kleinen Staaten eine fremde Währung aufzuzwingen, sondern diesen diese Option nicht zu verbieten. Dabei ging es mir eigentlich um Kleinststaaten, also weniger um Schweiz und Niederlande, sondern Luxemburg und den Vatikanstaat. Auch dabei ist nicht die absolute Größe entscheidend, sondern der Anteil der innerstaatlichen wirtschaftlichen Aktivitäten im Verhältnis zu den grenzüberschreitenden. Für Island war übrigens der Verzicht auf die staatliche Bankenrettung entscheidend, nicht die eigene Währung.

      • Da bin ich mit Ihnen völlig einverstanden. Jedes Land sollte seine eigene Währung haben, aber Mini-Länder wie San-Marino oder der Vatikanstaat sind natürlich eine Ausnahme.
        Nur bei Island gab es zwei Gründe, die die Krise gelöst haben: 1) Der marktwirtschaftliche Verzicht auf die Bankenrettung und 2) die Abwertung der eigenen Währung. Auch den 2. Punkt sollte man nicht unterschätzen, denn die Abwertung des Isländischen Krone machte Export, Fischerei, Landwirtschaft und Tourismus in Island wieder konkurrenzfähig, sodaß es zu einem Touristen- und Exportboom kam, der neue Arbeitsplätze schuf und dem Land half, sich selbst aus der Krise zu ziehen.
        Die isländische Wirtschaftskrise zeigt, daß Referenden (die sich gegen Bankenrettungen aussprachen) und die Existenz einer eigenen Währung von unschätzbarem Wert sind. Deswegen war ich auch immer kategorisch gegen den Euro und dafür, daß jedes Land für immer seine eigene Währung behält. Es wäre gut, wenn die AfD sich in der liberalen Tradition Ludwid Erhards für ein Europa des Freihandels und der souveränen Staaten einsetze würde und dazu gehört die Forderung, das Euro-Gebiet unbedingt komplett aufzulösen und zu Franc, D-Mark, Schilling, Drachme, Lira und Gulden zurückzukehren.

  17. Sich an Namen für Währungen festzubeißen, geht meiner Ansicht nach in die völlig falsche Richtung. Was brächte denn eine D-Mark, wenn dafür weiterhin die EZB verantwortlich wäre, oder wenn die Schuldenunion durch Anleihekäufe einfach weiter ginge? Und selbst, wenn die Bundesbank wieder die Kontrolle gewönne und es keine Schuldenunion mehr gäbe, würde der währungspolitische Irrsinn zumindest in moderaterer Form weitergehen, denn die hohe Staatsverschuldung wäre ja nicht automatisch weg, und so müßte die Zentralbank am eingeschlagenen Weg von Niedrigzinsen und somit Geldflutung bis zum Untergang festhalten, da eine Drosselung der Geldmenge durch eine neue Hochzinsphase angesichts der Staatsverschuldung automatisch zum Staatskollaps führen würde.

    Es geht im Kern also um die Sicherstellung einer stabilen Währung. Und wie sichert man die am besten: Indem man der Politik, die Möglichkeit zur Einflußnahme entzieht, da sie ihrer langfristigen ökonomischen Verantwortung augenscheinlich nicht gerecht werden. Es gibt also überhaupt keine vernünftige Alternative zu einem Währungswettbewerb, da nur dieser Geldwertstabilität sicherstellen kann, und kein Monopol dem alle auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sind.

    Die sinnvolle Alternative lautet also nicht Euro ODER D-Mark, sondern Euro UND D-Mark! Und meinetwegen zusätzlich auch noch Bitcoins, Gold- bzw. Silberwährung und Regionalwährungen etc., die es jetzt übrigens eingeschränkt auch schon in Deutschland gibt. Womit auch gleich die unsinnige Behauptung widerlegt wäre, das so etwas nicht praktikabel wäre. Dabei war Währungswettbewerb in der Geschichte etwas selbstverständliches , und machte den den „Falschmünzern“ das Leben im Gegensatz zu heute recht schwer.

    Renommierte Währungsexperten wie Professor Hankel, haben sogar schon ein genaues Konzept für den Ausstieg aus der Euromisere durch die Einführung eines Parallelwährungssystems vorgelegt: http://www.amazon.de/Die-Euro-Bombe-Hankel-Wilhelm/dp/380041516X/ref%3Dpd_sim_b_2

    • Es geht doch überhaupt nicht um die Namen, sondern um die Sache, also ob es eine Gemeinschaftswährung gibt oder selbständige nationale Währungen. Preisniveaustabilität lässt sich am besten durch eine unabhängige Zentralbank wie die frühere Deutsche Bundesbank sicherstellen, während die EZB zu politisiert ist. Formal gibt es Währungswettbewerb und Sie dürfen schon heute bezahlen, womit Sie wollen. Doch ‚Zentralbanken sind natürliche Monopole‘, weshalb sich in einem Währungsraum auch ohne staatlichen Zwang sehr schnell genau eine Währung durchsetzt (in der Vergangenheit oft eine Edelmetallwährung, bei der dann verschiedene Münzereien den Edelmetallgehalt zertifizieren können). Die Eurozone ist hingegen ein künstlicher Währungsraum, der sofort auseinanderbricht, wenn man ihn lässt. Nicht anderes zeigt Herr Professor Hankel.

  18. Sehr geehrter Herr Professor Dilger,

    Ihre Argumentation überzeugt an mehreren Stellen einfach nicht:

    1. Die Unterscheidung „Gemeinschaftswährung“ oder „nationale Währung“ ist und kann nicht der springende Punkt sein. Denn auch die „Bank deutscher Länder“ hat als Gemeinschaftswährung angefangen, genauso wie der D-Mark Währungsblock inklusive unserer Nachbarländer, die sich jahrelang erfolgreich an die Bundesbankpolitik angehängt haben, im Grunde das gleiche ist, wie der heute diskutierte Nordeuro. Andersherum würde die „nationale Lösung“ uns bei einer weiteren EU-Integration zu einem Bundesstaat wieder in den jetzigen Zustand bringen, weshalb wir besser eine grundsätzliche Neuordnung des Papiergeldwesens brauchen.

    2. Die Bundesbank ist nicht mehr so unabhängig wie früher, da es sich in weiten Teilen auch nur um eine „Scheinunabhängigkeit“ auf Gnaden der Politik handelt, für deren Wahrung es einen politischen Konsens geben muß. Dafür spricht die völlige Kontrolle der Vorstandsberufungen durch die Politik (Für drei Vorstandsmitglieder (Präsident, Vizepräsident und ein weiteres Mitglied) liegt das Vorschlagsrecht bei der Bundesregierung. Die anderen drei Mitglieder werden vom Bundesrat im Einvernehmen mit der Bundesregierung vorgeschlagen.) als auch die in den letzten Jahren immer dreisteren politischen Forderungen, die selbst bis zur Abberufung von ungenehmen Vorstandsmitgliedern führte (Sarrazin).

    3. Wie Sie selbst zugeben, gibt es eben kein Währungsmonopol sondern nur ein Geldpolitikmonopol der Notenbank. Es können daneben also auch andere Währungen existieren, auf welche die Bundesbank theoretisch auch keinen direkten Einfluß hätte, und die eine Wettbewerbssituation darstellen. Ich verstehe nun nicht, wie man auf der einen Seite zwar „liberal“ sein möchte und Wettbewerb befürwortet, diesen aber bei der alles entscheidenden Frage nicht gelten lassen will indem man uns illiberalen Politikerinteressen ausliefert?
    (Kenneth Boulding: “Gib mir die Kontrolle über die Währung einer Nation, dann ist es für mich gleichgültig, wer die Gesetze macht.“ oder — Voltaire (1694 – 1778) An sich ist Papiergeld in Ordnung, vorausgesetzt unsere Obrigkeit ist perfekt und die Könige verfügen über eine göttliche Intelligenz.)

    In London oder vielen anderen Städten ist es beispielsweise völlig normal, das man in Pfund und Euro bezahlen kann. Nun müßte man hier den Wettbewerb allerdings genauso fördern, wie man das sonst auch in allen anderen Branchen tut. Was spricht dagegen, das man zumindest Euro und nationale Währung zu Pflichtwährungen erklärt, die zumindest bei elektronischen Überweisungen akzeptiert werden müssen?

    4. Der jedoch wichtigste Grund für ein Parallelwährungsystem ist ein politischer, denn er schlägt alle Fliegen mit einer Klappe:

    A) Die AfD könnte sehr viel schwerer als „antieuropäische“ Kraft verteufelt werden, die angeblich der Wirtschaft schaden will und den doch noch nach wie vor gerade in Deutschland beliebten Euro bekämpft. (Ganz nebenbei hätte die Bildzeitung mit ihrem Kampf gegen die „Euro-Hasser“ plötzlich ein echtes Problem.)

    B) Die Rettungsproblematik wäre endlich vom Tisch, da sich wieder schwankende Wechselkurse zwischen nationalen Währungen und Euro bilden können, und damit auch alle Eurokritiker besänftigt.

    C) Die Vorteile des Euro (Umtausch etc.) blieben erhalten, wo es vorteilhaft ist. Da die etablierten Parteien teilweise ihr Gesicht wahren können, wäre dies auch der am ehesten und schnellsten umsetzbare Weg. Zudem wäre ein solcher Schritt auch nötig um eine Koalitionsfähigkeit mit der CDU herzustellen, gerade mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen, welche mit einer knallharten Linie sicher nicht umsetzbar ist.

    D) Man hat gleichzeitig das Problem der Geldwertstabilität durch eine Lösung im Sinne der österreichischen Schule (Hayek) langfristig und ohne Abhängigkeit von den jeweils Regierenden gelöst.

    Hier zudem noch mal ein Interview mit Prof. Henkel mit der WiWo, in dem er sein Konzept klar darlegt: http://www.wiwo.de/politik/europa/wilhelm-hankel-wir-brauchen-ein-parallelwaehrungssystem/8518772.html

    • Die Bank Deutscher Länder wurde 1948 gegründet und unterstand bis 1951 den Weisungen der Aliierten. Inwiefern das jetzt ein Gegenbeispiel zu nationalen Währungen sein soll, leuchtet mir nicht ein. Dasselbe gilt für das Anhängen einer nationalen Währung an eine andere. Das ist doch völlig in Ordnung, aber etwas ganz anderes als eine Gemeinschaftswährung, bei der die Währungspolitik gemeinsam gemacht wird und eine Auf- oder Abwertung zwischen den beteiligten Ländern auch im Krisenfall unmöglich ist.

      Seit der Einführung des Euro spielt die Bundesbank nicht mehr dieselbe Rolle wie früher und ist auch ihre Unabhängigkeit weniger bedeutend.

      Sie fordern im Gegensatz zu mir „Pflichtwährungen“. Was soll daran liberal sein? Sie können jetzt Verträge schließen und bezahlen, in welcher Währung Sie (und Ihr Vertragspartner) wollen.

      Ich habe gar nichts gegen Parallelwährungen, solange nur jedes souveräne Land seine eigene Währung bekommt. Ich sage vorher, dass der Euro dann ganz schnell auf die Bedeutung des ECU zurückfällt und selbst Ihre Forderung nach einer Pflichtwährung daran nichts ändern würde. Gut so!

      • In diesem Zusammenhang sind die Forschungen von Prof. Stefan Hamburg (Finanzwissenschaftler an der Uni Hannover) zum Allemendeproblem in Währungsunionen bekannt. Dazu sind auch Arbeiten entstanden, die zeigen, daß auch kleine, homogene Währungsunionen meist scheitern.

        Klicke, um auf dp-521.pdf zuzugreifen

  19. Pingback: Lucke will nur noch Grexit | Alexander Dilger

  20. Sie schreiben: „Ich wollte weder damals im Euro bleiben noch will ich es jetzt. Wer jedoch nie den Euro verlassen wollte, das aber behauptete, hat natürlich gelogen.“

    Ich bin im April 2013 wegen der Ablehnung des Euro in die AfD eingetreten. Wenn wahr ist, daß wir von der Parteiführung über die Euro-Ablehnung belogen wurden, ist der Austritt die Konsequenz. Da ich meine politische Überzeugung aber keineswegs aufgegeben habe, wäre die weitere Konsequenz eine authentische „Wahre Alternative“, welche die Wählerinnen und Wähler nicht belügt. Was meinen Sie dazu?

    • Noch ist es zu früh, ernsthaft über eine Alternative zur Alternative nachzudenken. Doch der Tag könnte kommen, wenn die AfD tätsächlich ihre Kernforderungen für ganz obskure Themen oder reine Machtoptionen aufgeben sollte. Dann ist es auch ganz schnell mit den Wahlerfolgen vorbei. Ich möchte über zwei Millionen Wähler, den Einzug ins Europaparlament und demnächst mehrere Landtage nicht kleinreden, doch Vergleichbares ist vorher schon etlichen neuen Parteien gelungen, die dann bis auf die Grünen doch alle wieder untergingen. Ein Raketenstart ist eine Sache, doch dann beginnt eine neue, noch viel schwierigere Phase.

  21. Ja, es ist wohl noch zu früh, auch wenn die Frustration gewaltig ist. Aber was den Wählerinnen und Wählern versprochen wurde, ist auch klar. Oder ist ein Wahlversprechen ein Versprechen, bei dem man wählen kann, ob man sich daran hält? Nach dem Motto: „Man kann sich ja schließlich mal versprechen!“ Ist Herrn Pretzell auf dem letzten Bundesparteitag ja auch schon passiert.

  22. Ist der „Nord-Euro“ eine Kompromißlinie?

    Lieber Herr Dilger,

    ich mache das hier deswegen zum Thema, weil Sie an anderer Stelle (wenn ich mich richtig entsinne, in dem Thread „Lucke will nur noch Grexit“) erklärt haben, wir sollten an Stelle der exegetischen Beschäftigung mit den sprachlichen Windungen von Herrn Lucke besser darüber diskutieren, was wir inhaltlich wollen.

    Ihnen brauche ich das nicht zu erläutern. Aber vielleicht ist es für einige Leser interessant zu wissen, daß Herr Henkel den „Nord-Euro“ als Ausstiegsoption propagiert hat. Das wären dann Staaten wie die Niederlande und Deutschland, deren Finanz- und Währungspolitiken in den Zeiten von Gulden und DM weitgehend gleiche Interessen aufwiesen. Ich kann mich nicht entsinnen, daß wir in diesen Politikfeldern mit unseren niederländischen Nachbarn jemals Probleme hatten.

    Und dann kämen die Österreicher wohl „mit ins Boot“, die baltischen Staaten, Finnland. Was mit Luxemburg wäre, vermag ich derzeit nicht vorherzusagen. Würden Dänemark und Schweden ihre nationalen Währungen aufgeben?

    Unter dem Strich kann man aber sicherlich sagen, daß im Falle eines so projektierten „Nord-Euro“ Völker vereint wären, deren politische und administrative Führungen zur Lösung der Probleme ihrer Staaten nicht einfach „die Notenpresse rattern“ lassen würden. Dem gegenüber
    haben viele Südeuropäer da überhaupt keine Probleme. Und deshalb, so denke ich, passen wir in dieser Angelegenheit auch nicht zusammen.

    Henkels „Nord-Euro“ wäre keineswegs „die Liebe meines Lebens“, aber sein Gedanke wäre wohl praktikabel. Eben weil die Mentalitäten und Interessen weitgehend harmonieren. Was meinen Sie dazu, Herr Dilger?

    Der wahre Grund, warum Schäuble und Merkel Griechenland im Euro gehalten haben, soll übrigens, wie ich gehört habe, in den massiven deutschen Waffenlieferungen an die griechischen Streitkräfte gelegen haben, neben den Schrottanleihen der Deutschen Bank und der Commerzbank, welche sich an der Dresdner Bank „verschluckt“ hat. Alles in allem haben auch diese Herrschaften die deutsche Öffentlichkeit nach Strich und Faden belogen.

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