Illiberale in der AfD

Die Junge Freiheit berichtet: „Liberale in der AfD formieren sich“. Das stimmt zwar auch und freut mich, aber in diesem konkreten Fall sind die selbsterklärten „Liberalen in der AfD“ alles andere als liberal. Schauen wir bei dieser „Dokumentation: Währungswettbewerb und Steuerfreiheit“, einer angeblichen Alternative zu dem von Bernd Lucke vorgelegten Entwurf von Leitlinien für die AfD, auf die Unterzeichner, fallen etliche Personen auf, die alles andere als liberal sind, vorneweg einmal mehr die Herren Pretzell und Renner (siehe auch Schon wieder Ärger für Bernd Lucke“).

Inhaltlich ist vor allem relevant, was alles nicht in diesen „Leitlinien“ enthalten ist. Der Entwurf von Herrn Lucke, der erklärtermaßen kein Liberaler ist (siehe ‚Gehören liberale Euro-Kritiker noch in die AfD?‘), ist viel liberaler und soll vermutlich gerade deswegen verhindert werden. Außerdem ist dieser Gegenentwurf noch viel eklektizistischer als der ursprüngliche Entwurf (siehe ‚Einladungsmängel‘). Eigentlich sind es überhaupt keine Leitlinien, sondern fünf Einzelforderungen, die nur bedingt überhaupt etwas mit Liberalismus zu tun haben.

Die Präambel ist vermutlich das Beste an diesen „Leitlinien“. Der ersten Forderung „Mehr Freiheit für die Bürger und weniger Macht dem Staat“ können sich auch echte Liberale anschließen.

Die zweite Forderung „Freiheit für den Währungswettbewerb“ zeigt hingegen Mängel in der Wirtschaftskompetenz der Unterzeichner. So ist Papiergeld weder eine notwendige noch hinreichende Bedingung für Inflation. Das Geldmonopol besteht auch nur noch eingeschränkt, da Verträge in Deutschland und Europa inzwischen in jeder beliebigen Währung geschlossen werden dürfen. Das Greshamsches Gesetz besagt das Gegenteil von der Behauptung im Text („Bereits nach kurzer Zeit würde sich, aufgrund der Wahl der Bürger (Gresham´sches Gesetz), die stabilste und wertigste Währung durchsetzen.“), nämlich dass das schlechte Geld das gute verdrängt, allerdings unter Annahme eines festgelegten Kurses. Gäbe es z. B. zusätzlich Euromünzen aus Gold, so würde jeder diese horten und nur mit den weniger wertvollen herkömmlichen Münzen bezahlen.

Die dritte Forderung „Mehr Steuerfreiheit“ ist ebenfalls der Problemlage nicht angemessen. „Über 2/3 unseres Einkommens werden versteuert.“ Es werden oberhalb des Existenzminimums 100 % des Einkommens versteuert, wenn man kein Steuerhinterzieher ist, doch selbst der Spitzensteuersatz liegt mit Solidaritätszuschlag ’nur‘ bei 47,475 %. Wenn man die Sozialversicherungsbeiträge einbezieht, die aber gerade keine Steuern sind, können mittlere Einkommensbezieher tatsächlich auf eine marginale Belastung von gut 2/3 kommen, doch ihre durchschnittliche Steuern- und Abgabenlast liegt deutlich darunter. „Die GEZ sehen wir als versteckte Steuer an.“ Die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) war keine Steuer, sondern zog bis Ende 2012 die Rundfunkgebühren ein. Seit 2013 gibt es den ‚ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice‘, der Rundfunktbeiträge von allen Haushalten kassiert, was in der Tat einer Haushaltssteuer entspricht. Ich lehne das ab, doch man sollte schon wissen, wovon man da schreibt.

Die vierte Forderung „Gegen den Überwachungswahn“ bzw. für den Datenschutz ist liberal. Doch gewichten ausgerechnet die Unterzeichner tatsächlich den Schutz der Privatsphäre höher als die Bekämpfung von Terrorismus und Kriminalität?

Die fünfte Forderung „Gegen die Klimahysterie“ zeigt wiederum eine erschreckend geringe Kenntnis der in diesem Fall naturwissenschaftlichen Faktenlage. „Bis heute gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis dafür, dass der Mensch durch seinen C02 Ausstoß für den Klimawandel verantwortlich ist.“ Das ist nicht richtig, sondern es gibt im Gegenteil zahlreiche wissenschaftliche Nachweise, nur keinen definitiven Beweis, der aber auch nicht erwartet werden kann, zumal jede naturwissenschaftliche Erkenntnis fallibel ist. „Der Mensch selbst jedoch ist laut Umweltbundesamt nur für ca. 1,2 Prozent des vorhandenen CO2 verantwortlich.“ Der Anteil liegt höher und kommt vor allem jährlich hinzu, während sich der natürliche Ausstoss von Kohlendioxid mit der natürlich Absorption ausgleicht. Seit rund 10.000 Jahren lag der Kohlendioxidanteil bei 280 ppm (parts per million) und ist seit dem Beginn der Industrialisierung auf 400 ppm angestiegen. „Von den 0,038 Prozent CO2-Gesamtanteil gerechnet, beträgt der menschengemachte CO2- Anteil an der Luft daher nur lächerliche 0,00046 Prozent, also etwa jedes 217.391ste Luftmolekül.“ Das ist falsch. Da Kohlendioxid physikalisch ein wirksames Treibhausgas ist, reicht auch ein Anteil von 0,3 bis 0,4 Promille, um die Erde deutlich wärmer zu machen, als es ihrem Abstand von der Sonne entspricht. Das sind gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse. In der seriösen Diskusison um den Klimawandel geht es allein darum, ob nicht andere exogene (z. B. Sonnenaktivitäten) oder endogene (z. B. stärkere Wolkenbildung) Faktoren den Treibhauseffekt der menschenverursachten Erhöhung des Kohlendioxidgehalts in der Atmosphäre abschwächen oder sogar aufheben. Eine ganz andere, eher technische und ökonomische Frage ist es, wie wir damit umgehen sollen. Um etwa den Unsinn des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) zu erkennen, muss man keine naturwissenschaftlichen Debatten führen.

Nun ist der Begriff ‚liberal‘ nicht geschützt und als Liberaler könnte ich mich freuen, dass auch andere sich so bezeichnen. Allerdings führt es zur totalen Begriffsverwirrung, wenn sich nun die besonders Rechtslastigen in der AfD nicht mehr nur als Konservative, sondern sogar als Liberale bezeichnen. Was wurde „KOLIBRI – Konservative und Liberale in der AfD“ beschimpft, weil es nicht konservativ wäre, obwohl sich z. B. mit Alexander Gauland ein ausgewiesener Konservativer daran beteiligt und selbst ich im Sinne von Bewahren des Bewährten (siehe ‚Was bedeutet konservativ heute?‘) konservativer bin als unsere Systemgegner. Herr Pretzell verweigerte in Aschaffenburg die Annahme eines KOLIBRI-Flyers. Er wollte also nicht nur nicht zu den „Konservativen und Liberalen in der AfD“ gehören, sondern von diesen nicht einmal eine Information entgegennehmen. Wie liberal ist das denn?

53 Gedanken zu „Illiberale in der AfD

  1. Völlig richtige Deutung, Herr Dilger. Ich habe mir die „liberalen Thesen“ vorab zuschicken lassen, weil ich liberale(re) Thesen aus taktischen Gründen gern unterstützt hätte, um am Ende die Lucke-Thesen durchzubekommen. Ich gehe nämlich davon aus, dass auch weniger liberale Änderungs-/Ergänzungsvorschläge eingereicht wurden und ggf. zur Abstimmung gestellt werden. Dazu wäre dann ein Gegengewicht wünschenswert.

    Vom Entwurf war ich dann in mehrfacher Hinsicht sehr enttäuscht. Allein die inhaltlichen und sprachlichen Fehler sind haarsträubend. Als ich dann hinterher die Unterstützer dieser Thesen vernommen habe, war ich umso glücklicher, nicht mitgezeichnet zu haben. Was wollen Pretzell und Renner damit bezwecken? Dieser Entwurf wird doch nicht einmal die redaktionelle Phase überstehen…

    • Liebe Leute (GL u andere),
      laßt auch doch nicht so aufs Glatteis führen, sicherlich ist Kritik in Ordnung, aber
      der Herr Dilger (so viel ist doch eindeutig) will doch nur verhindern, das die Menschen die Wahrheit erkennen, weil er seine etablierte Partei unterstützt…….
      Wer das nicht merkt, der ist einfach naiv oder hat nicht den nötigen Durchblick.
      Aber lieber Herr Dilger, Sie können negativ über AFD reden, wie Sie wollen,
      es gibt jeden Tag immer weniger Menschen, die den Lügen der Medien oder bestimmter Politiker noch vertrauen. Und zum Thema liberal, da ist die AFD ganz sicher liberaler, als es derzeit die größeren etablierten Parteien sind……..
      Zumal: Die sind doch ganz (EU-gemäß) darauf aus, das zu tun, was von Amerika
      aus gesteuert wird. Das sieht man ganz eindeutig in der Außenpolitik ostwärts usw. und auch in der Innenpolitik. Aber das Recht der Menschen ist ein Recht auf eine freiheitlich demokratische Grundordnung und nicht eine von einer Institution gelenkte Meinungspolitik, die Menschen gängeln und entmündigen will.
      Klar ist die AFD für Europa, für ein friedliches Miteinander, für gute Verständigung
      der Völker und anderer Länder, aber gegen eine Manipulativ-EU!
      Das erkennen immer mehr Menschen und die lassen sich nicht mehr manipulieren, auch nicht von den genannten Gruppierungen und nicht von anderen, die sich nach außen hin als Voll-Demokraten geben!

      • Ist die AfD schon etabliert? Ich unterstütze nämlich die AfD und deren beschlossene Programme, wozu u. a. Kritik an der EU, aber nicht deren vollständige Ablehnung gehört.

  2. Das Thema Geldsystem ist auf jeden Fall schon mal interessant. Frank Schäffler plädiert ja zum Beispiel auch für konkurrierende Privatwährungen http://www.frank-schaeffler.de/tag/privatwahrungen/

    Ich würde es allerdings schon als Fortschritt ansehen, wenn die Währungspolitik erst mal wieder in die Hände der Deutschen Bundesbank.zurückkehrt bevor wir das nächste Experiment starten.

    Die vierte Forderung “Gegen den Überwachungswahn” bzw. für den Datenschutz ist liberal. Doch gewichten ausgerechnet die Unterzeichner tatsächlich den Schutz der Privatsphäre höher als die Bekämpfung von Terrorismus und Kriminalität?

    Für mich ist das alles gleichrangig. Was haben wir vom Datenschutz, wenn das organisierte Verbrechen blüht und durchgeknallte Salafisten Bombentaschen an Bahnhöfen abstellen? Aufgabe der Politik ist es, die Sicherheit auf allen Gebieten zu gewährleisten. Wenn man beispielsweise konsequent Salafisten abschiebt, braucht man sie nicht aufwändig überwachen.

  3. Man muss fast Mitleid haben mit den Autoren (oder dem einen Autoren?). Von Währungsfragen jedenfalls kaum Ahnung. Wir sprechen uns ungefähr Ende 2014 wieder, wenn ihnen das Gegenteil von Inflation überraschend, aber mit Nachdruck die Zähne ausgeschlagen haben wird – es sei denn man ist mit EP-Mandat abgesichert, wo ich lieber Leute sähe, die ihr Thema durchdrungen haben. Ansonsten Populismus zum Gähnen. Jetzt auf „Liberale“ machen zu wollen, ist aber tatsächlich originell. Nur wenig überzeugend und Strategiearmut verratend. Ich hätte etwas mehr von einem ideologischen Parteiputsch erwartet. Die Entzauberung kommt offenbar schneller als erwartet. Doch der Kyffhäuser kreißte und gebar ein Mäuschen. Dieser gemeinsame Nenner der Schein-Liberalen ist dann doch zu klein geraten. Das verpufft, weil man seine eigene Klientel nicht zu lesen vermag. Danach aber Ratlosigkeit. Dann der Wettlauf nach Rechts. Traurig anzusehen, findet aber sein Ende in sich selbst.

  4. Gut, Ihre ganz persönliche Abneigung gegen Herrn Pretzell ist ja bekannt, und auch ich bin enorm skeptisch, wenn etwas von ihm und dem Herrn Renner zu hören ist (den Renner-Auftritt bei der Farage-Rede fand ich z.B. ziemlich übel), aber sollten wir uns gerade deswegen nicht zuerst darüber freuen, was in dem Papier *nicht* steht? Ich schätze, Sie wissen, was ich damit so meine.

    Und bei den fünf Punkten wäre ich jetzt auch nicht päpstlicher als der Papst (selbst als der neue nicht…). Punkt 1 ist abgehakt. Punkt 2 ist in der Tat nichts, was ich bei der AfD sehen möchte – für solch libertäre Anwandlungen gibt es die PdV, die sich selbst auch „liberal“ nennt und mit solchen und ähnlichen Programmpunkt einen spektakulären Erfolg nach dem anderen einheimst – im Internet bei der zugehörigen Filterblase, nur eben leider bei Wahlen nicht…

    Punkt 3 ist als grundsätzliche Forderung m.E. durchaus liberales Gedankengut, auch wenn sich der Professor an den übertriebenen Zahlen stört (man könnte allerdings noch die indirekte Besteuerung mit einbeziehen, wodurch man den 2/3 näher käme – allerdings auch nur in der Spitze). Ob z.B. der GKV-Beitrag wirklich Beitrag oder nicht doch Steuer ist, darüber kann man sich auch streiten – jedenfalls ist die eingebaute Umverteilung ein Hinweis in diese Richtung.

    Punkt 4 sollte für Liberale ebenfalls selbstverständlich sein. Es ist doch um so schöner, wenn sich „gerade die Unterzeichner“ so deutlich positionieren…

    Punkt 5 verdient Ihre Kritik. Ich habe nie verstanden, warum diejenigen, die mit den Auswirkungen der „Klimarettung“ zu Recht ähnlich unzufrieden sind wie mit denen der „Eurorettung“, das Pferd immer von der falschen Seite aufzäumen. Dass die mit einer ähnlichen Autorität wie weiland Moses Tafeln versehenen IPCC-Erkenntnisse zu recht skeptisch betrachtet werden, sollte sich inzwischen zwar herumgesprochen haben. Aber all die bisher bekannten Mängel rechtfertigen nicht das Leugnen einigermaßen gesicherter Erkenntisse. Doch selbst wenn man diese Fakten als gegeben ansieht, führen sie noch lange nicht zwangsläufig zu der Art von Gegenmaßnahmen, die uns von der Politik wieder mal als „alternativlos“ verkauft werden (was uns reichlich bekannt vorkommen muss). Darauf sollte die AfD sich konzentrieren und die Verschwörungstheorien auch bei diesem Thema anderen überlassen. Das Feld ist bereits gut abgedeckt.

    Dass Sie sich bei dem Ganzen dennoch unwohl fühlen, kann ich nachvollziehen. Wenn dieselben, die eben noch den heiligen Patriotismus beschworen haben, von den Gefahren einer Islamisierung redeten und einen „Neue Weltordnung“ aufziehen sahen, jetzt plötzlich im libertären Gewande daherkommen, könnte irritieren. Aber das ist dieselbe Mischung, wie sie zum Leidwesen überzeugter Liberaler bei der Plattform „eigentümlich frei“ Einzug gehalten hat, wahrscheinlich nach dem Motto „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“. Wer seine Ideologie nur nach Feindbildern ausrichtet, kommt mitunter zu sehr widersprüchlichen Ergebnissen…

    • Ich fände gut, wenn Herr Pretzell ehrlich (Mut zur Wahrheit!) aufschreiben würde, was er wirklich denkt. Doch vielleicht stünde dort dann trotzdem nicht viel…

      Auch mit indirekten Steuern kommt man nicht auf 2/3 Steuerlast. Wichtiger ist ohnehin die Staatsquote, die neben den Sozialsystemen auch den schuldenfinanzierten Staatsanteil einbezieht. Diese Quote liegt in Deutschland bei rund 45 %. Die Umverteilungswirkungen der Sozialversicherungen sind übrigens erst progressiv und dann stark degressiv, d. h. die Bezieher mittlerer Einkommen subventionieren die mit niedrigen Einkommen, woran sich Personen mit hohem Einkommen (und Beamte wie ich) weniger oder sogar gar nicht beteiligen.

      Politisch sollte man sich nicht in naturwissenschaftliche Debatten verwickeln lassen bzw. klar zwischen Sein und Sollen trennen. Man kann ganz unabhängig vom menschlichen Einfluss auf das Klima zeigen, dass die gegenwärtige Energiepolitik hierzulande völlig absurd ist.

      Herr Lichtschlag hat „eigentümlich frei“ rein libertär gestartet, was ich ganz interessant fand. Irgendwann kam er jedoch auf die fatale Idee, das mit rechtspopulistischen Positionen verbinden zu wollen. Inhaltlich ist das unvereinbar, doch jetzt versuchen sich offensichtlich auch andere an der Verknüpfung dieser Richtungen.

      • Lieber Herr Dilger,
        offensichtlich gibt es bei der JF neben einer politischen Verirrung auch noch eine ziemliche intellektuelle Verwirrung: die angeblich Liberalen im AfD sehen ganz und gar aus wie Libertäre die man in den USA in der Tea-Party verordnen würde. Staatsfeindlich, den Klimawandel leugnend und nationalkonservativ und isolationistisch in Ihren außenpolitischen Vorstellungen!
        Sie haben das bereits hinreichend kommentiert, so das ich mich weitestgehend über Ihre Aussagen zu den sogenannten Liberalen im AfD freuen kann!
        Herzliche Grüße aus Bonn,

        Siebo M. H. Janssen

    • Rayson,
      Sie haben größtenteils sehr gut und aus meiner Sicht Wahrheit geschrieben,
      es gibt ja ohnehin nicht „das oder den, der perfekt ist. Genauso ist es mit
      Parteien und Politikern (wie auch im Privatleben). Aber die AFD steuert einen
      guten Gegenkurs zur bisherigen schon altbekannten und einseitigen Politik
      der Bundestagsparteien.
      Aber was stört Sie an einem libertären Gewande entgegengesetzt einer zunehmenden Islamisierung, und was stört Sie an Verschörungstheorien?
      Verschwörungstheorien sind schon lange keine Verschwörungstheorien mehr….!
      Das weiß doch inzwischen jeder (außer denen, die naiv sind oder wirklich gar keine Ahnung haben) dass die Medien Dinge in der Weltpolitik einseitig darstellen
      und es als abströse „Verschwörungstheorien“ darstellen. Den Medien (Mainstream) glaubt doch keiner mehr, nicht mal mehr Teenager…..Dennoch
      versuchen, die immer wieder ihre Dinge permanent und einsilbig und
      wiederkehrend zu behaupten (z.B. Die bösen Russen“, JFK Attentat von einem
      Täter, 11. September wusste USA nichts, aber gleichzeitig können vier Flugzeuge
      stundenlang entführt, aber völlig ungehindert durch den bestgesicherten Luftraum der Welt fliegen!!!) u.anderes.
      Und das der Islam Gefahren birgt (Radkale wie z.B. Al-kaida oder Salafisten), und
      sich zunehmend ausbreitet hier, das ist doch wirklich jedem bekannt oder?? Das
      dann kritisch mit dem Wort liberal oder libertär zu sehen kann ich überhaupt nicht
      nachvollziehen, denn diese Dinge sind durchaus vereinbar, lieber Rayson.
      Das heißt aber nicht, gegen Moslems, gegen gute Menschen oder gegen Ausländer zu sein, sondern, man will nur warnen vor Gefahren, und das tut auch
      anscheinend not, denn diejenigen, die verharmlosen u.a. sind ja, wie man an
      entsprechenden Aussagen sieht, auch genügend vorhanden.
      Und nachher heißt es, „das wussten wir nicht“, „das konnten wir nicht ahnen“,
      „darüber hat uns niemand informiert“ , oder „wie konnte das nur geschehen“.
      Das hat nichts, aber auch gar nichts mit Patriotismus zu tun, es hat mit Recht und
      mit Vorsicht und Warnung zu tun. Mit Recht und Gerechtigkeit zu tun, AFD tut
      unserem Land anscheinend sehr Gut.

      • Verschwörungstheorien sind genau dann richtig, wenn es eine entsprechende Verschwörung gegeben hat. Das lässt sich in der Regel nicht nachweisen, was für den Verschwörungstheoretiker nur ein weiterer Beleg für die Verschwörung ist, während anderen Leuten andere Erklärungen eher einleuchten, z. B. Dummheit, Zufall, ganz offensichtliche Motive.

        Dass es gefährliche Islamisten gibt, bestreitet niemand. Doch nicht jeder Moslem ist ein Islamist. Der Staat sollte Straftaten ahnden, nicht eine Religion verbieten.

  5. Lieber Herr Dilger,

    mit dem Klimawandel ist das so eine Sache. Die diversen Aussagen zu diesem Themen beruhen auf Computermodellen, in die bestimmte Annahmen gesteckt wurden. Und Ihnen als Wirtschaftswissenschaftler dürfte bestens bekannt sein, dass man die Annahmen, die man in ein Modell hineinsteckt, auch wieder als Resultat herausbekommt 😉 Konkret geht es um ein positives Feedback zwischen CO2 und Wasserdampf, d.h. einen unterstellten Zusammenhang, nach dem CO2 den Wasserdampfausstoß erhöht und damit für weitere Erwärmung sorgt, was wieder mehr Wasser verdampft, was wieder… usw. Diese Annahme klingt plausibel, vernachlässigt allerdings einen Einfluss der Wasserdampfkonzentration auf Wolkenbildung und auf die Rückstrahlung der Sonnenstrahlung durch diese.

    Das Problem ist, dass diese Modelle zwar die Daten aus der Vergangenheit so leidlich wiedergeben können. Nur in der Vorhersage sind alle diese Modelle gescheitert, z.B. bei der Beschreibung des nicht-Temperaturanstieges der letzten 17 Jahre. Sie sind also schon falsifiziert.

    Nun ficht das einen typischen Vertreter des Klimawandels nicht an. Egal, was es gerade für Wetterphänomene gibt, alles wird in der öffentlichen Diskussion auf den Klimawandel zurückgeführt – zu warm, zu kalt, zu stürmisch, zu … Gerade das Scheitern der korrekten Vorhersage wird als Beweis gewertet, dass es hinterher noch um so dicker kommt.

    Damit hat sich die Theorie des Klimawandels der Falsifizierbarkeit entzogen und kann damit auch keinen Anspruch mehr auf Wissenschaftlichkeit erheben. Es erinnert eher an einen mittelalterlichen Christen, der jedes Phänomen mit „Weil Gott es so will“ hinreichend erklärt zu haben glaubt. Man kann Menschen, die so argumentieren, auch als Gläubige einer neuen Klimareligion betrachten, einschließlich Ablasshandel durch CO2-Credits.

    Mit Liberalität hat das alles gar nichts zu tun.

    • Konkret geht es um ein positives Feedback zwischen CO2 und Wasserdampf, d.h. einen unterstellten Zusammenhang, nach dem CO2 den Wasserdampfausstoß erhöht und damit für weitere Erwärmung sorgt, was wieder mehr Wasser verdampft, was wieder…

      Mit Wasser hat das erst mal nichts zu tun. Der Treibhauseffekt beruht auf der Absorption kurzwelliger UV-Strahlung durch die Erdoberfläche und deren Umwandlung und Abstrahlung als langweillige Wärmestrahlung (Infrarot). Die IR-Abstrahlung der Erde an das Universum wird durch Treibhausgase vermindert,
      In welchem Maße die kurzwellige Strahlung überhaupt absorbiert oder reflektiert wird, hängt wiederum von der Oberflächenbeschaffenheit ab.

      • Wasser ist ein besonders wirksames Treibhausgas, welches Wärme auf der Erde zurückhält. Ganz ohne Treibhausgase wäre die mittlere Temperatur der Erde übrigens nicht 15 Grad, sondern minus 18 Grad.

      • Dass Wasserdampf in der Luft ist, ist etwas ganz Natürliches. Allerdings verschwindet dieses Wasser nach den Gesetzen der Thermodynamik auch wieder aus der Atmosphäre, weswegen das h-x-Diagramm bei 30g/kg endet. Es kann sein, dass es in Zukunft stärkere Wolkenbildung gibt, aber diese vermindert dann auch wieder die UV-Absorption der Erdoberfläche. Wasserdampf in der Atmosphäre ist zwar ein guter NIR-Absorber (und deswegen klimarelevant), trägt aber zur UV-Absorption aus dem Weltall kaum etwas bei.

      • Nicht nur Wasserdampf ist ganz natürlich und verschwindet wieder aus der Atmosphäre (kommt aber auch laufend wieder hinzu), sondern ebenso Kohlenstoffdioxid. Zur Bedeutung als Treibhausgas schreibt Wikipedia: „Der größte Teil des Treibhauseffekts wird mit einem Anteil von ca. 36–70 % (ohne Berücksichtigung der Effekte der Wolken) durch Wasserdampf in der Atmosphäre verursacht. Kohlenstoffdioxid in der Erdatmosphäre trägt ca. 9–26 % zum Treibhauseffekt bei, Methan ca. 4–9 %, und Ozon ca. 3–7 %.“

  6. Ein hervorragender Beitrag. Die genannten „Leitlinien“ sind in mehrfacher Hinsicht ein Desaster:

    1) Die Überschrift „Liberale in der AfD“ und Inhalt passen wenn überhaupt nur teilweise zueinander.

    2) Ein Teil der Unterzeichner passen wie zutreffend ausgeführt überhaupt nicht zur Überschrift, denn sie sind keine Liberalen.

    3) Die Forderungen, die dem Liberalismus zuzuordnen sind, sind jedenfalls keine Hauptanliegen des Teils der Unterzeichner, die keine Liberalen sind. Was sie damit bezwecken, sich als solche zu bezeichnen, bleibt rätselhaft.

    Man kann nur hoffen, dass die wirklich Liberalen in der AfD sich tatsächlich einmal formieren. Denn die AfD sollte weiterhin für Wirtschaftskompetenz stehen, nicht rechts der CDU.

  7. Kopiere meinen Facebook-Kommentar hier ein:

    „Erinnerung an Vormärz aber aus inhaltlichen Gründen: Tradition der Freiheitsbewegung, Aufbegehren der Bürger gegen den Obrigkeitsstaat, Ausdruck der Mündigkeit der Bürger – damals gegen die Bevormundung von oben und heute gegen die Bevormundung von oben, gegen die Zumutung, etwas für alternativlos halten zu müssen. Die AfD ist eine Freiheitsbewegung – Eine Freiheitbewegung gegen die Gängelung und Entmündigung von oben.“ (http://ef-magazin.de/2014/04/01/5141-dokumentation-waehrungswettbewerb-und-steuerfreiheit)

    Hört sich gut an. Aber das 19. Jahrhundert war nicht gerade durch soziale Marktwirtschaft geprägt, die man doch angeblich ebenfalls will. Sondern durch Raubtierkapitalismus (den ich hier FÜR SEINE ZEIT nicht kritisieren will: Das war halt DAMALS so. Brauchen wir aber heute nicht mehr.) und einen Nachtwächterstaat. Seit jenen fernen Zeiten ist das Leben sehr viel komplexer geworden. Ich selber habe mich vor Zeiten hier bei FB in einigen Gruppen heftig mit Libertären gefetzt. Das waren persönlich durchaus nette Menschen; unser Streit war ausgesprochen heftig (ich selber bin insoweit ja auch kein Waisenknabe), aber nie bösartig. Aber eine ernsthafte politische Alternative ist das nicht.
    Und das Programm, was wir hier sehen, neigt eben tendenziell doch in die libertäre Richtung.
    Auch wenn ich selber fest auf dem Boden der Marktwirtschaft stehe (hatte ja z. B. für Prof. Alexander Dilger agitiert, was nicht allen meiner FB-Freunde gefallen hat) sehe ich sehr wohl, dass die Karten im Spiel unserer Wirtschaft letztlich zu Gunsten der Begüterten gezinkt sind. Da muss der Staat schon eingreifen und ausgleichen.

    Wenn ich dann aber lese
    „Geprägt von der Vorstellung dem Individuum seine von Natur aus zustehende Freiheit einzuräumen, die nur an der Freiheit des Anderen ihre Grenze findet“
    und
    „Wenn sich staatliches Handeln hauptsächlich darauf konzentriert das Leben, die Freiheit und das Eigentum seiner Bürger zu schützen und seinen eignen Einfluss auf ein nötiges Mindestmaß minimiert, wird ein friedvolles Miteinander zur dauerhaften Realität“
    dann weiß ich, dass hier der Wind eher nicht aus Richtung der sozialen Marktwirtschaft weht. Das im Text zwar enthaltene Bekenntnis dazu bewerte ich als ein Lippenbekenntnis.

    „Die Finanzkrise der jüngeren Zeit ist nicht nur durch geldgierige, skrupellose Spekulanten an der Börse verschuldet, sondern viel mehr durch ein Problem, das schon viele Liberale seit langer Zeit an unserem Geldsystem kritisieren. Das System des staatlichen Geldmonopols und der daraus entstehenden Möglichkeit der Zentralbanken unbegrenzt Geld zu drucken. Die Folge – Fiat Money. Ungedecktes Papiergeld, ausschließlich durch Aufnahme von Schulden erschaffen, überschwemmt den Markt und Inflation ist vorprogrammiert. Das bedeutet Enteignung durch Entwertung der Sparguthaben und andauernde Reduzierung der Kaufkraft. Das Geldmonopol muss dem Staat genommen werden und der Währungswettbewerb gefordert werden. Es könnten diverse Währungen entstehen. Bereits nach kurzer Zeit würde sich, aufgrund der Wahl der Bürger (Gresham´sches Gesetz), die stabilste und wertigste Währung durchsetzen.“

    Gäbe es bei uns die Freiheit, private Währungen einzuführen, dann
    1. Wären diese ebenfalls Papiergeld, also Fiat-Währungen. Also ebenfalls „ungedecktes“ Geld (in Wahrheit ist Geld jedoch über Kredite gedeckt: wenn der Staat nicht pennt, und alle Regulierungssicherungen ausschaltet). Oder wie stellen die Autoren sich das sonst vor?
    2. Würde sich nicht die beste Währung durchsetzen, sondern diejenige, hinter der das meiste Kapital stünde (Werbung usw.: Auch bei den Marken setzen sich ja keineswegs zwangsläufig die besten durch; vielmehr zeichnet sich eine Tendenz zu Oligopolen und Monopolen ab. DARÜBER haben sich ECHTE LIBERALE Gedanken gemacht („Freiburger Schule“). Nachtwächter-Liberale aus dem 19. Jahrhundert, angewärmt von Tea-Party-Tendenzen, machen sich eher überhaupt keine Gedanken. Und lustiger Weise erwarten sie sogar selber, dass sich EINE Währung durchsetzt. Deren Herausgeber dann ein PRIVATES Geldmonopol hätten. Ich muss schon sagen: Wir haben wirklich einige geniale Parteifreunde in unseren Reihen. Von denen es einer sogar bis in den Bundesvorstand geschafft hat. Wo er allerdings zum Glück auf ECHTE ökonomische Kompetenz trifft.
    3. Im 19. Jh. gab es in den USA KEINE Zentralbank. Aber jede Menge Finanz- und Wirtschaftskrisen. Woran sich die „Austrians“ (die libertär-„österreichische“ Schule der Wirtschaftswissenschaft, aus deren Gedankengut die Idee von der Währungskonkurrenz stammt) aber offenbar nicht erinnert.
    Zusammenfassend: Die geldpolitischen Gedanken unserer angeblich „Liberalen“ (in Wahrheit tendenziell eher Libertären) sind Müll.

    „‚Wir werden solange kein anständiges Geld bekommen, bis es anderen frei steht, uns ein besseres anzubieten als die jeweils herrschende Regierung’ – Friedrich August von Hayek
    Im Zuge der bisherigen AfD-Positionen für eine Umstrukturierung der Eurozone, der Auflösung der Währungszone und Befürwortung von mehr Wettbewerb, wäre dies ebenfalls eine logische Ergänzung.“
    Voodoo-Wirtschaft!

    „Die GEZ sehen wir als versteckte Steuer an. Sie gehört abgeschafft.“

    Wie ich an anderer Stelle schon gesagt hatte, habe ich selber bereits in München an einer Demo der Libertären gegen die GEZ (die ich gerne als GEZ Gebühren Gier Ganoven bezeichne) teilgenommen (http://beltwild.blogspot.de/2013/03/im-kampf-gegen-die-kettenhunde-der-gez.html).
    Dennoch bin ich gegen eine VOLLSTÄNDIGE Abschaffung. Für eine mediale GRUNDversorgung will ich gerne bezahlen. Ich möchte NICHT das Berieselungsopfer von Hugenberg Nachfolger, Murdoch, Berlusconi usw. werden. Auch an dieser Stelle zeigt sich, dass die eigentlich gut gemeinten Gedanken von Selbstverantwortung, Marktfreiheit usw. einfach aufgrund der Macht des Faktischen (also des Kapitals) entgleisen müssen, wenn der Staat nicht bis zu einem gewissen Grade gegensteuert. Die Tea-Party ist eine Partei der Freiheit – für die Reichen. Die sich von einem Haufen von Naiven unterstützen lassen (Sarah Palin lässt grüßen!).

    „Der Schutz der Privatsphäre und der Datenschutz gewährleisten Würde und Freiheit des Menschen. Diese Freiheit wurde in der Vergangenheit hart erkämpft und gilt als absolute Grundbedingung für ein selbstbestimmtes Leben. Weder Unternehmen noch der Staat haben das Recht hier, ohne Zusage des Einzelnen, einzugreifen, Daten zu speichern und erst recht zu missbrauchen.“

    Auch wenn es hier bei einigen unpopulär sein wird, halte ich dem knallhart entgegen: Die organisierte Kriminalität und die islamistischen Terroristen werden uns den Datenschutz zu danken wissen! Deutschland ist ja schon jetzt ziemlich fest im Würgegriff der Mafiosi aller Länder.

  8. Ich habe auf der FB-Seite der Gruppe folgendes geschrieben: Hm, also: Die Partei hat sch nirgendwo für die Marktwirtschaft ausgesprochen, sie ist eher etatistisch ausgerichtet und ähnelt der 5 – Sterne-Bewegung dieses italienischen Clowns. Auch halte ich es für verkehrt – erst recht angesichts des Bitcoin-Desasters – in dieser Situation allzu sehr auf das Papiergeld abzuheben, sondern fände es zielführender, wenn man sich für die Beachtung ordentlicher ökonomischer Prinzipien, z.B. der Austäritätspolitik aussprechen würde. Aus Furcht hat man es zwar nicht allein bei Bankenschelte belassen, doch den wahren Schuldigen wieder einmal unterschagen: die Gier der „kleinen Leute“, die FAST ALLEIN schuld an der Schuldenmisere tragen. Zuletzt: diese Datenhysterie taugt nichts, denn es läuft immer nur auf eine kalkulierte Schimpfe an die Adresse der USA aus. Daran anknüpfend frage ich mich angesichts der Unterzeichnerliste, wie die vielen Pro-Russen für die postulierte Liberalität stehen können? Alles in allem: ein Bonbon für ein paar Liberale, veröffentlich auch bei den „Libertären“, die im letzten Jahr beinahe irre wurden, resp. sich so offenbarten.

  9. Sehen Sie es einfach positiv. Spätestens wenn es 80 Mio. Parteiprogramme oder Parteiflügelprogramme vorhanden sind, dann ist die AfD eine echte Volkspartei. Für jeden Bürger ein Programm, mehr Demokratie geht doch gar nicht, oder ?! 😉

    Vor nicht allzu langer Zeit konnte man in Ihrem Blog nachlesen, dass es sich bei den Unterzeichnern um Ultrakonservative handeln würde, ganz früher wurden diese Personen unter vorgehaltener Hand als Rechtspopulistisch geführt. Jetzt sind sie immerhin nur noch opportunistisch. Es geht doch voran, so mit Ihren Busenfreunden.

    Man sieht dem Programm die Unerfahrenheit der Verfasser an. Aber was erwarten Sie, fundierte Gesellschaftswissenschaften werden in Schulen heute nicht mehr gelehrt. Es ist quasi ein zarter und wackeliger Beginn in Richtung Ideologie. Eigentlich wird das Pferd hier auch falsch herum aufgezäumt. Normalerweise schafft man sich ein ideologisches Fundament und geht dann an die Einzelfälle heran. Aber wie dem auch sei, es ist erst einmal ein brauchbarer Start, vorausgesetzt der Flügel setzt den Reifeprozess fort und verharrt nicht beim Status Quo und kaschiert das Ganze mit oberflächlichen und substanzlosen Populismus.

    • Meine Einschätzung der Herren hat sich seit vielen Monaten nicht geändert, wie Sie in den Kommentaren nachlesen können. Herr Renner ist meiner Ansicht nach ultrakonservativ (also nicht mehr konservativ das Grundgesetz bewahrend, sondern reaktionär mit der Absicht, Grundfreiheiten und den Sozialstaat abzubauen). Herr Pretzell richtet seine politischen Äußerungen rein opportunistisch aus. Momentan will er vielleicht wirklich liberal erscheinen, kürzlich hat er noch rechtspopulistisch parteiintern Stimmen geholt. Mal sehen, was der morgige Tag bringen mag. In gewisser Weise ist er derjenige in der AfD, der nicht inhaltlich, aber von der Art des Verhaltens am ehesten einem etablierten Politiker entspricht. Diese sind nicht ohne Grund relativ erfolgreich.

  10. Die Leitlinien dürften weniger liberal als „libertär“ sein. Hier gibt es deutliche Überschneidungen mit UKIP, aber auch mit Teilen der amerikanischen Tea Party Bewegung etwas mit Ron Paul und dessen Campaign for Liberty, die sich allerdings auf die „anti-föderalistische“ amerikanische Tradition stützen kann.,Es fehlt nur die Forderung danach, jeder Bürger solle sich ein Schnellfeuergewehr zulegen können, um selbst das Recht zu verteidigen. Die Verfasser dürften eher radikale, jedoch anti-etatistische Konservative sein, zum Teil auch wie im Falle Dr. med. Fiechtners mit Tendenzen zum christlichen Fundamentalismus. Daß jemand der seinerzeit für den CDU Abgeordneten Hohmann eingetreten ist, nun ein klassischer Liberaler sein soll, ist jedenfalls eher wenig glaubhaft (http://www.kritische-solidaritaet.de/anz12-04.pdf), und ähnliches gilt mutatis mutandis sicherlich für viele der anderen Verfasser. Jedenfalls geht es hier auch, wie in Amerika, um die radikale Abschaffung des Sozialstaates.

  11. „…von Herrn Lucke, der erklärtermaßen kein Liberaler ist“

    Die Äußerung scheint Sie immer noch zu wurmen, obwohl Herrn Luckes eigenen Angaben nach der Satz „Ich bin kein Liberaler.“ eine vielleicht bewusst aus dem Kontext gerissene Verkürzung einer mehrere Sätze umfassenden Antwort war.

    „Ich lehne das ab, doch man sollte schon wissen, wovon man da schreibt.“

    Die Bezeichnung „GEZ“ für den neuen Beitrag (weiterzu)verwenden ist falsch, es haben aber die Autoren nicht damit angefangen. Freilich mag das in der Alltagskonversation akzeptabel sein, in diesem Zusammenhang eher nicht.

    „Doch gewichten ausgerechnet die Unterzeichner tatsächlich den Schutz der Privatsphäre höher als die Bekämpfung von Terrorismus und Kriminalität?“

    Ich verstehe nicht, warum es hier „ausgerechnet“ heißt, oder was die Unterzeichner bislang getan haben, um Gegenteiliges zu signalisieren. Warum Sie jetzt als ehemaliges FDP-Mitglied, das nach eigenem Bekunden gegen den großen Lauschangriff votierte, der CDU-Denkweise, „Sicherheit“ (im Sinne eines Präventionsstaates mit „Schuldvermutung“) und Freiheit gegen einander aufzuspielen, anhaften, verstehe ich nicht ganz. Tatsache ist dass es in der jüngeren Vergangenheit Grenzüberschreitungen gab, deren Sinn ziemlich zweifelhaft ist. Die Amerikaner wurden in der Ukraine von den Ereignissen und von Russland ziemlich kalt erwischt, obwohl sie die ganze Menschheit ausspionieren. Ich hoffe dass richtige Gedanken nicht allein deswegen schlecht werden, weil Herr Pretzell und Herr Renner sie aussprechen.

    „Um etwa den Unsinn des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) zu erkennen, muss man keine naturwissenschaftlichen Debatten führen.“

    Das ist zu 100% richtig.

    „Herr Pretzell verweigerte in Aschaffenburg die Annahme eines KOLIBRI-Flyers. Er wollte also nicht nur nicht zu den “Konservativen und Liberalen in der AfD” gehören, sondern von diesen nicht einmal eine Information entgegennehmen. Wie liberal ist das denn?“

    Sie haben hier sehr gekonnt an halbgaren Behauptungen Kritik geübt. Jetzt lese ich dass ich nicht liberal bin, wenn ich keine Werbe-Flyer annehme. Ich bekenne, dass ich mich schon mehrmals schuldig gemacht habe. Einmal war es ein NPD-Flyer, den ich nicht haben wollte. Da Herr Pretzell weiß, was Kolibri ist, und diese Plattform ins Gerede gekommen war, weil wenigstens eine Person, die wegen ihres Verhältnisses zur Presse und zur eigenen Partei umstritten war, daran beteiligt war, kann ich seine Handlung zur Abwechslung mal nachvollziehen. Oder wurde Herr Pretzell eingeladen, auf der Kolibri-Seite zu veröffentlichen? Bzw. wer bestimmt, wer dort publizieren darf?
    Sie stützen hier nur die Position der Kolibri-Kritiker, weil Sie der Plattform quasi ein Monopol auf „konservativ und liberal“ zusprechen, nur weil es „da drauf steht“. Wer sich dem nirgends demokratisch beschlossenem Kolibri-Duktus nicht unterordnet, ist demnach weder konservativ noch liberal, also rechtsextrem, irgendwie links oder versponnen. Es kann Sie dann doch nicht mehr überraschen, dass Kolibri als „Parteispaltung“ und nicht legitimierte Konzentration der Wortführerschaft in den Händen Weniger tituliert wird, wenn so ein simples anti-individualistisches „wir (gut) und die anderen (böse)“-Schema gepflegt wird. Dann ist die Seite kein Debattenbeitrag mehr, sondern ein Versuch, Meinungen auszugrenzen und Diskussionen abzuwürgen, also eine Art innerparteiliche political correctness, designt von Wenigen, legitimiert von niemandem. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie das so meinen. Wie liberal wäre das denn?

    „…wenn sich nun die besonders Rechtslastigen in der AfD“

    Es ist mir leider bislang nicht möglich, irgendetwas an diesen Leuten als „besonders rechtslastig“ zu erkennen. Ohne Erläuterung ist das ein reiner Vorwurf, schlimmer noch eine Unterstellung. Ich weiß dass Herr Renner gesagt hat, die freie Gesellschaft könne nicht überleben, wenn man in Deutschland keine positive Beziehung zur eigenen freien Gesellschaft hat und deswegen eine komplett unkritische Haltung gegenüber Einwanderung im Sinne eines „es kann ja nur besser werden“ einnimmt. Wenn ich in der FAZ lese dass Asylantragssteller aus Tschetschenien T-Shirts tragen mit der Aufschrift „Der Islam wird siegen“ und angeben „nur eine Zukunft zu suchen“ für ihren Sohn, dann frage ich mich ob es in dieser Zukunft Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau sowie Hetero- und Homosexuellen gibt. Man sollte sich das gerade als Liberaler fragen, denn als Steinzeitreaktionärer kann man am Verbot von Homosexualität und Frauen „in der Küche“ vielleicht Gefallen finden.

    Jedenfalls wäre es wünschenswert zu lesen, woran Sie die Rechtslastigkeit dieser Personen fest machen, außer daran, dass Sie sie (aus nachvollziehbaren Gründen) nicht mögen. Für mich sieht das alles nämlich nach exakt der Art von Ausgrenzung aus, die der AfD in der Parteienlandschaft widerfährt. („Gefällt mir nicht, nenne ich mal rechtsextrem.“) Dabei ist es gar nicht notwendig, sich auf so dünnes Eis zu begeben. Herr Renner und Herr Pretzell haben sich, nur auf ihr Ego bedacht, in einer Art absolutistischer Willkür über basisdemokratische Entscheidungen und Entschlüsse der eigenen Partei hinweggesetzt und destabilisieren diese. Das kann niemand leugnen – anders als eine diffuse Rechtslastigkeit – und solche Leute kann auch niemand in der eigenen Partei haben wollen, egal wo man steht. Es sind solche Dinge, die Sie konsequent hervorheben sollten, statt zum Akteur in dem Spiel dieser Herren zu werden. Es wäre auch besser sich damit zu beschäftigen (noch besser: mit dem Wahlkampf) als damit, wer liberal ist und wer sich nur so nennt und wer es vielleicht ist aber falsch zitiert wird, zumal sich Ihrem eigenem Bekunden nach jeder so nennen kann. Ansonsten sieht es nämlich so aus dass sehr viel geredet wird ohne dass man wirklich weiß, worüber eigentlich. Was ausdrücklich nicht bestreiten soll dass z.B. die obigen Ausführungen zu Geld und Klima auf einem sehr hohen Niveau waren.

    • Es wurmt mich nicht, dass Herr Lucke kein Liberaler ist. Ich habe von Anfang an gewusst, dass er ein Konservativer ist (dass er sich selbst noch als „Christdemokrat“ bezeichnet, finde ich hingegen verwunderlich, da es sehr CDU nah klingt; ich bezeichne mich jedenfalls nicht als „Freidemokrat“). Wichtiger ist die Frage, wie er sich zu Liberalen einerseits und Ultrakonservativen andererseits verhält.

      Privatsphäre und Datenschutz sind wichtig, doch auch sie sollten nicht verabsolutiert werden. Es geht um die richtige Balance der Grundrechte.

      Niemand muss Werbeflyer annehmen. KOLIBRI ist keine feste Gruppe, sondern ein Gemeinschaftsblog, auf dem grundsätzlich jeder schreiben darf, der liberale und/oder konservative Auffassungen vertritt. Damit ist auch kein Monopolanspruch verbunden. Liberale und Konservative können sich natürlich auch anderswo äußern (wie ich z. B. auf diesem Blog). Was soll daran nicht liberal oder spaltend sein?

      Sie lesen doch schon länger diesen Blog und diskutieren kritisch mit. Da sollte Ihnen bereits aufgefallen sein, dass die Herren Pretzell und Renner nicht nur mich, sondern auch die Herren Lucke und Henkel angegriffen haben sowie sich entgegen Parteibeschlüssen gerne mit Herrn Farage treffen. Ihr Gegenkurs zur Parteilinie ist sicher nicht liberal, sondern kommt von der rechten Seite, die nicht zwangsläufig rechtsextrem sein muss, wie ich bereits häufig betont habe. Doch ich stimme Ihnen zu, schlimmer als die Richtung ist das Faktum, demokratische Beschlüsse zu missachten, und der Versuch, die AfD zu destabilisieren.

  12. Nur eine Anmerkung zum Thema Namensverwirrung: die rechtsnationalistische Partei in Rußland (Vorsitzender Vladimir Schirinowski) führt den Namen „Liberaldemokratische Partei“

    • Man muss nicht bis nach Russland laufen. Wir haben auch in Deutschland eine rechtslastige Partei, die „Freiheit“ heißt.

  13. Werter Parteifreund,
    auch wenn ich nicht zu dne Unterzeichnern dieser Präambel gehöre, muss ich Ihnen hier in einigen wesentlichen Punkten widersprechen. Zunächst jedoch noch etwas zum gegenwärtigen Streit unter den Liberalen/Libertären beitragen, was denn überhaupt Liberal oder klassisch Liberal (Libertär) ist und meinen Standpunkt darlegen:

    Links-Liberal = Neoliberal = liberale Beliebigkeit („Liberallala“) = Neosozialismus = der Weg in die Knechtschaft
    Da klassicher Liberalismus nicht auf Beliebigkeit aufbaut, sondern auf (individuelle) Verantwortung, steht er naturgemäß ’nicht links‘ sondern als Individuum im Zentrum des Universums mit seinen (Natur-)Gesetzen. Der ‚krtische Rationalismus‘ ist sein Werkzeug das Universum zu erforschen. Was von vom falschen Links-liberalen rationalisierenden Konstruktivisten aus betrachtet, naturgemäß „rechts“ erscheint.

    ..jeder möge sich hier mal zunächst selbst einordnen.
    ……
    Zu der „Wirtschaftkompetenz“ die Sie für sich einnehmen, aber imho offenbar zumindest nicht richtig rüberbringen. (Vlt hab ich auch nur was falsch verstanden)

    1) Die Unterzeichner schreiben nirgends von Papiergeld als „Bedingung für Inflation“, sondern von einem „ausschließlich für Schulden erschaffenes Papiergel“ – das ist ein großer Unterschied, den Sie wahrscheinlich wohlwissend nur als „rhetorischen Trick“ eingesetzt haben, um ihre persönlichen Verletzungen, die Ihnen zumindest einer der Unterzeichner beigebracht hat, zu überspielen. Denn mit einem ‚klassisch liberalen‘ (also kritisch rationalen)Verständnis hat Ihre Behauptung hier nichts zu tun.

    Mit der Anführung des ‚Greshamschen Gesetzes‘ unterstreichen Sie alles andere, aber leider nicht keine Wirtschaftskompetenz. Denn dieses Gesetz gilt nur in einem freien Markt und nicht in einem Zwangsgeldsystem, in dem wir uns befinden (Haben sie schon mal versucht Ihre Willkür-Steuerschuld in ws anderem als Euros zu bezahlen?)

    .. und dem Zitat “ Gäbe es z. B. zusätzlich Euromünzen aus Gold,..“ machen Sie imho klar das Sie einem regelrecht ‚haarsträubenden‘ Mißverständnis aufsitzen: Nicht das „Drucksymbol“ auf einer (Bullion-)Goldmünze macht ihren Wert aus, – sondern allein ihr Gewicht(!)…welches – im Gegensatz zu Symbolen – nicht vermehrbar ist. (ich habe übrigen mehrere solcher „Euromünzen aus Gold“ zu Hause und werde den Teufel tun, sie für den aufgeprägten „EuroMünzWert“ herzugeben. Ich werde sie aber dann hergeben, wenn ich damit die €-Papiergeldkönige bei einer Versteigerung nicht mit dem Nominal- sondern dem Goldwert überbieten kann, – …bzw. mir der Verkäufer einen saftigen Rabatt für Geld einräumt, das sich nicht über esoterische Symbolik definiert, sondern über physische Zusammenhänge.

    Ergo: Der Verbraucher bestimmt in einem freien Geldsystem – und niemand anders, ob er Wert gegen Wert tauscht – auch und gerade dann, wenn andere ihre „schwarzen Peter“ los werden wollen! Und damit gilt das in den „liberalen Leitlinien“ gesagte (und das Greshamsche Gesetz) vollumfänglich!

    2) „Klimahysterie“
    Sie streiten anderen ihre wissenschaftliche Sachkunde ab, mehmen diese aber für sich selbst in Anspruch obwohl diese, wie Sie selbst sagen „grundsätzlich fallibel“ ist.
    Aber hier nehme ich Sie einfach mal beim Wort und bitte Sie mir die Stellen im Weltklimabericht zu zeigen, aus denen hervorgeht, inwieweit dieser die natürlichen (a-biogenen) Ausgasungen von CO2 und v.a Methan der Erde berücksichtigt und in welche Relation, diese zu menschlicher (biogener) „Treibahusgaserzeugung“ stehen?
    (Das sollte man doch von einer wissenschaftlichen Beschäftigung mit diesem Thema erwarten können, die das Prädikat „wissenschaftlich“ in Anspruch nehmen will)
    ..und bei dieser Gelegenheit können Sie sich vlt. auch noch erklären lassen woher diese enormen und immer wieder neu entdeckten (und unoxidierten!) Methan- bzw. Erdgasvorkommen herkommen, die man u.a. in der Norddeutschen Tiefebene mittels „Fracking“ auszubeuten gedenkt? Glauben Sie das die Methanvokommen (bekanntlich ein 1.000 mal stärkerer „Klimakiler“ als CO“) auf anderen Planeten ebenfalls biogenen Urspungs sind, wie man das (ausschließlich) für das auf der Erde gefundene Methan behauptet?

    Mit freundlichen Grüßen

    Wilfried Hein

    • Liberal hat im Deutschen eine andere Bedeutung als im Amerikanischen. Lesen Sie einmal die liberalen Klassiker, dann stellen Sie fest, dass diese nicht libertär sind, was eine relativ neue Idee darstellt. Es geht beim Liberalismus auch nicht um Naturgesetze, sondern menschliche Werte und soziale Zusammenhänge.

      Sie sollten ebenfalls nachlesen, was das Greshamsche Gesetz besagt und unter welchen Bedingungen es gilt. In den Leitlinien steht: „Ungedecktes Papiergeld, ausschließlich durch Aufnahme von Schulden erschaffen, überschwemmt den Markt und Inflation ist vorprogrammiert.“ Das ist sachlich nicht richtig, was auch auf Ihren Goldfetischismus zutrifft. Es gibt keine physischen, sondern soziale bzw. genauer ökonomische Zusammenhänge, die sowohl Gold als auch Papiergeld ihren Wert geben.

      Schließlich mögen Sie selbst in den Weltklimabericht oder auch einfach ein Physiklehrbuch schauen, wenn Sie echte naturwissenschaftliche Zusammenhänge nicht glauben.

      • Sorry, Herr Dilger
        – Ich habe Ludiwg von Mises in seinen Originalen gelesen – und weis das noch sehr wenig von seinen Ideen im heitigen (deutschen) Liberalismus vorhanden ist. Sicher noch bei Frank Schäffler und wenigen anderen. Es besteht daher ein guter Grund hier eine Trennungslinie zu ziehen und dieses „kleine gallische Dorf“ als Libertär zu bezeichnen.

        Und selbstverständlich geht es (auch ) um Naturgesetze (und Evoltuion). Nicht aus Zufall haben Ökonomie und Ökkologie den gleichen Wortstamm. Ich war übrigens lange bevor ich die „österreichische Schule“ kennen lernen durfte jahrelang Moderator eines wissenschaftsnahen Forums über Quantenphsysik. Naturwissenschaftliche Erkenntnisse und Philosophien, die ich – wie vom Donner gerührt – nahezu 1:1 bei Ludwig von Mises wieder fand. (Auch kein Wunder, nachdem ich Karl Popper ebenfalls als „Austrian“ entdeckt hatte)

        Das Greshamsche Gesetz kann man auch bei wikipedia nachlesen und dort sagt es nichts anderes was ich gesagt habe (und das Gegenteil von dem was Sie gesagt haben): Die ‚Wahlfreiheit‘ ist ader zentrale Punkt… Es heisst dort konkret: “ Es gilt, wenn für den Zahlenden Wahlfreiheit besteht, ob Zahlungen in gutem, werthaltigem Geld oder schlechtem, weniger wertvollem Geld geleistet werden können, der Empfangende aber das schlechte Geld zum gleichen Kurs annehmen muss wie das gute Geld.“

        Zitat: „Es gibt keine physischen, sondern soziale bzw. genauer ökonomische Zusammenhänge, die sowohl Gold als auch Papiergeld ihren Wert geben.“

        Erstaunlich – Das Gold pyhsisch begrenzt ist, hat also keine Relevanz wenn es sich analog der kapitalistischen Arbeitsteilung teilen (und icht vermehren) lässt?

        Zur „Klimahysterie“: Ich dachte ich hätte gesagt, das ich im Weltklimabericht nichts zu dieser eminent wichtigen (und wissenschaftlich begründeten) Frage gefunden habe!?

        (Und habe mir Aufklärung darüber von Ihnen erhofft, da Sie ja die Behauptung in den Raum gestellt haben, das der Mensch durch seinen CO2 Beitrag das Klima der Art ändert, das er als „die Ursache“ bezeichet werden muss und damit abiotische Ursachen der Ausgasungen der Erde und deren bedeutenden Umfang negieren)

        So muss ich einfach auf Grund meines kritsch rationalen Verstandes annehmen, das wissenschaftliche Befunde von diesem „Klima-Bericht“ unberücksichtig bleiben (und daher ihre Behauptungen anzweifeln):
        http://www.spektrum.de/alias/geologie/beherbergt-der-erdmantel-weit-mehr-kohlenwasserstoffe-als-bislang-vermutet/758858

        Mit freundlichen Grüßen

        Wilfried Hein

      • Klassische Liberale sind z. B. John Locke, Charles de Montesquieu, David Hume, Adam Smith oder John Stuart Mill. Die Österreichische Schule der Nationalökonomie kommt viel später und ist auch nicht rein libertär.

        Tja, was soll man machen, wenn Sie selbst bei Wikipedia nicht richtig nachlesen können? Dort steht, was ich geschrieben habe und das Gegenteil von den „Leitlinien“ und Ihrer Behauptung:

        Als Greshamsches Gesetz, auch Gresham-Kopernikanisches Gesetz genannt, wird das folgende ökonomische Prinzip benannt: Wenn eine Regierung eine Geldsorte gegenüber einer anderen Geldsorte gesetzlich unterbewertet, wird die unterbewertete Geldsorte das Land verlassen oder durch Hortung aus dem Umlauf verschwinden; die überbewertete Geldsorte hingegen wird den Geldumlauf dominieren.[1] Zur Zeit der Edelmetallstandards war oft beobachtet worden, dass „schlechtes Geld das gute Geld aus dem Umlauf verdrängt“, sofern ein Zwangskurs für das Verhältnis von gutem und schlechten Geld durch die Obrigkeit festgelegt war.

        Dass Gold physisch begrenzt ist, spielt eine Rolle, ist aber nicht allein ausschlaggebend für seinen Wert. Andere Dinge sind knapper, aber weniger wertvoll. Außerdem lässt es sich durch Bergbau etc. vermehren, sogar durch Atomumwandlung, was aber viel zu teuer ist.

        Ich habe an keiner Stelle behauptet, dass „der Mensch durch seinen CO2 Beitrag das Klima der Art ändert, das[s] er als ‚die Ursache‘ bezeichet werden muss[,] und damit abiotische Ursachen der Ausgasungen der Erde und deren bedeutenden Umfang negieren“. Ist es Ihnen wirklich nicht möglich, einfache Texte zu lesen und zu verstehen?

      • Da es offenbar nicht mehr möglich ist, auf Ihren Kommentr zu antworten, tue ich es hier.

        Zum Greshamschen Gesetz. Hier darf ich Sie an das erinnern, was Sie ursprünglich sagten: (Zitat) „. Gäbe es z. B. zusätzlich Euromünzen aus Gold, so würde jeder diese horten und nur mit den weniger wertvollen herkömmlichen Münzen bezahlen.“

        ..und jetzt zitieren Sie wikipedia: „„schlechtes Geld das gute Geld aus dem Umlauf verdrängt“, sofern ein Zwangskurs für das Verhältnis von gutem und schlechten Geld durch die Obrigkeit festgelegt war.“

        Erkennen Sie die Unisnnigkeit Ihrer „Argumentation“ – oder muss ich nochmal nachhelfen?

        Das Greshamsche Gesetz, gilt dann, wenn es ’neben‘ „Euromünzen aus Gold“ – auch anderes (zulässiges) Geld aus (zum Beispiel) Gold gibt! – und nur in Umkehrung dann, wenn gegenüber der Eurowährung eine Zwaggsannahme (für Verbindlichkeiten) herrscht!

        Sie „widerlegen“ also die Aussage im oben stehenden Artikel, indem Sie das Gegenteil in das hineininterpretieren, was er aussagte! Bravo für diesen Winkelzug. Auf ein tieferes nachbohren, warum Sie das tuen verzichte ich.

        Zum Gold-Wert:

        Zitat Dilger “ Dass Gold physisch begrenzt ist, spielt eine Rolle, ist aber nicht allein ausschlaggebend für seinen Wert“

        ..und wo habe ich gesagt das es einen (inhärenten) Wert hat?

        Zur Erinnerung: ich sagte das Gold (für einen Kapitalismus brauchbare) ‚physikalische Eigenschaften‘ hat!

        Auch das scheint nur eine gewisse Methode zu sein, eine Diskussion rhetorisch, also unsachlich abzuwürgen

        ..

        Die „Leseschwäche“ die Sie mir vorwerfen wollen muss ich bezüglich der „Klimadiskussion“ ebenfalls zurückweisen. Ich stellte Ihnen Fragen – zu Ihren Behauptungen.

        Kennen Sie den Unterschied zwischen (kritischen) Fragen bezüglich (selbstgerechten) Behauptungen?

        Da aber wohl nur letzters Ihrerseits zu erwarten ist, haben wohl weitere Fragen keinen Sinn.

      • Leider vermag ich Ihren Ausführungen nicht zu folgen. Es ist eindeutig so, dass das Greshamsche Gesetz aussagt, dass das schlechte Geld das gute verdrängt und nicht umgekehrt, wie es in den „Leitliniene“ behauptet wird. Nun ist das Greshamsche Gesetz außerdem noch an eine Bedingung geknüpft, nämlich einen gleichen Nennwert wie bei meinem Beispiel mit den Euromünzen aus Gold und unedlen Metallen. Bei einem völlig freien Währungswettbewerb ist diese Bedingung nicht erfüllt (während Sie umgekehrt behauptet haben: „Denn dieses Gesetz gilt nur in einem freien Markt und nicht in einem Zwangsgeldsystem“), so dass das Greshamsche Gesetz dann gar nicht anwendbar ist. Auf keinen Fall kann aus dem Greshamschen Gesetz gefolgert werden, dass sich „die stabilste und wertigste Währung durchsetzen“ wird. Das ist meine Argumentation. Was ist Ihre dagegen?

        Beim Gold hatten Sie behauptet, dass sein Wert im Gegensatz zu dem von Papiergeld „sich nicht über esoterische Symbolik definiert, sondern über physische Zusammenhänge“. Das ist nicht richtig, sondern Geld und sein Wert beruht immer auf einer sozialen (nicht zwingend staatlichen) Konvention. Knappheit ist eine notwendige, keine hinreichend Bedingung dafür.

        Wenn Sie hinsichtlich der Klimadiskussion gar nichts behaupten, sondern nur rhetorische Fragen stellen, sehe ich dort auch keinen Diskussionsbedarf mehr.

      • Sie hatten im Rahmen einer Veranstaltung des Hayek-Clubs bereits ausgeführt, daß liberal in den USA eher als Synonym für linksliberal zu verstehen ist. Inwieweit die von Ihnen zitierten Klassiker zu dieser Einordnung passen, ist indes die Frage. Freilich, in Schule und Vorlesung hatte ich es noch so gelernt wie Sie, Herr Dilger, und natürlich auch daran geglaubt! Doch dann erfuhr ich, daß Thomas Jefferson etwa 200 Sklaven gehabt haben soll. Was soll ich jetzt von einer Lehre halten, die mir dies verschwiegen hatte?

      • Dass liberal in den USA linksliberal bedeutet, ist eine relativ neue Entwicklung, und zwar für beide Worte! Liberal bedeutete in den USA vor gut 200 Jahren (ungefähr) dasselbe wie in Europa, also ein Eintreten für individuelle Freiheitsrechte, die vor allem als Abwehrrechte gegen den Staat verstanden wurden und nicht als positive Freiheiten im Sinne von Ansprüchen an den Staat. Linksliberal bedeutete im 19. Jahrhundert allerdings auch nichts anderes, während die rechtsliberalen Parteien mit Herrn Bismarck gemeinsame Sache machten, also mehr die Freiheit der Nation als der einzelnen Menschen in den Vordergrund stellten. Inzwischen wird linksliberal allerdings als sozialliberal verstanden mit dem entsprechenden Fokus auf soziale Rechte und sogar Gleichheit, allerdings ebenfalls aus eine individuellen und nicht kollektivistischen Perspektive.

  14. Zum CO2 und der zitierten Behauptung “Der Mensch selbst jedoch ist laut Umweltbundesamt nur für ca. 1,2 Prozent des vorhandenen CO2 verantwortlich.”: Dieses Argument scheint neuerdings bei „Klimaskeptikern“ beliebt zu sein (wahrscheinlich weil vermeintlich durch das Umweltbundesamt bestätigt). Die Prozentzahl ist in etwa auch richtig, bezieht sich jedoch nicht auf den Anteil am vorhandenen CO2 sondern auf die jährlichen CO2-Emissionen. Änderung des Anteils CO2 in der Atmosphäre = Emissionen minus Absorption von CO2. In der vorindustriellen Zeit standen Emission und Absorption in fast perfekte Gleichgewicht, der CO2-Gehalt blieb also praktisch konstant. Die 1 Prozent menschengemachten (anthropogenen) Emissionen kommen jedoch obendrauf, das scheint zwar nicht viel zu sein, hat aber praktisch gereicht, den CO2-Gehalt der Atmosphäre um ein Drittel im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu erhöhen, Tendenz steigend (der Treibhauseffekt hat sich deshalb aber um weniger als ein Drittel erhöht, denn hinsichtlich seines Beitrags zum Treibhauseffekt ist CO2 nur das Treibhausgas Nr. 2, nach H2O, wobei die H2O-Konzentration zumindest der Troposphäre aber gar nicht weiter steigen kann da das Wasser oberhalb einer bestimmten Konzentration wieder rausregnet). Und wie Prof. Dilger schon richtig bemerkte: Die Treibhausgas-Theorie (und keine andere mir bekannte Theorie) erklärt, warum es auf der Erde (und anderen Planeten) so warm ist wie es ist, d.h. warum wir eine Durchschnittstemperatur von +15°C statt im besten Fall –18°C haben. Und von daher sollte man natürlich erwarten, dass der Treibhauseffekt steigt wenn die Konzentration der Treibhausgase steigt (und wie das Beispiel Venus zeigt gibt es da noch Luft nach oben). Der genaue quantitative Zusammenhang allerdings ist alles andere als trivial. Die oft zitierte Stagnation des Anstiegs der Erderwärmung während der vergangenen 15 Jahre beweist gar nichts, ähnliche Stagnationen gab es auch in der Vergangenheit, und dann ging es weiter aufwärts mit der Temperatur.

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  20. Soweit es den NRW-Landesvorsitzenden Markus Pretzell angeht, möchte ich anfragen, ob der Artikel in der FAZ hier bekannt ist. Meine sehr geehrtennDamen und Herren, wie kann jemand, der Europa-Parlamentarier ist, keinen festen Wohnsitz haben und von der Schufa mit einem Zahlungsausfallrisiko von 72% (privat) sowie 80% (Kanzlei) bewertet werden?

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  22. In der Tat lag der Ausstoß von CO² am Ende der „Kleinen Eiszeit“ bei 280 ppm. Davor waren es mehr, wenn auch die ca. 402 ppm, welche auf dem Mount Mauna Loa auf Hawai egemessen werden. Das sind ca. 120 ppm mehr als 1810/1820 oder 43,5%.

    Besteht eine Korrelation zwischen dem CO²-Gehalt der Atmossphäre und ihrer Erwärmung?
    Ja, auch nach den Erkenntnissen der Klimaskeptiker, nur ist nach ihrer These der Kausalzusammenhang genau umgekehrt: Die CO²-Kurve folgt der Temperaturkurve mit einer zeitlichen Verzögerung. Dafür gibt es einen Grund, die Weltmeere erwärmen sich langsamer als das Land und geben das gespeicherte CO² später ab.

    Die globale Erwärmung kommt von den Gasexplosionen auf der Oberfläche der Sonne („Sonnenfleckentheorie“). Und in der Tat waren diese Gasexplosionen während der „Kleinen Eiszeit“ wesentlich niedriger als heute.

    Und nur so lassen sich das Klimaoptimum während des Atlantikums wie auch im Hochmittelalter erklären. Weinbau an der Ostsee, Feigenanbau bis in das mittlere Baltikum, Dinkelanbau auf Grönland unter den Wikingern. Beweise? Sie müssen nicht in einen Klosterkeller gehen, wo die alten Urkunden aufbewahrt werden. „Googeln“ Sie einfach mal, wo Mönkeberg („Möncheberg“), Weinberg-Siedlung in Raisdorf und Vineta liegen! Daß Sie von diesen Orten noch niemals etwas gehört haben, ist verständlich. Der Weltklimarat – IPCC – hatte das mittelalterliche Klimaoptimum Jahrzehnte lang weggelogen. Denn was nicht sein durfte konnte nicht sein: Im Hochmittelalter war es bei einer niedrigeren CO²-Konzentration wärmer als jetzt.

    Es sei denn, man hält die Zwergbirkenwälder in Südwestgrönland zur Zeit Eriks des Roten für verschwörungdtheoretischen Unsinn, – wie auch Behauptung, die Wikinger hätten dort Landwirtschaft betrieben. Und natürlich sind die Berichte über den Weinanbau in England im Hochmittelalter reine Verschwörungstheorie. Ebenso wie die Behauptung, Wissenschaftler hätten ihre Unterschriften unter Erklärungen des IPCC widerrufen.

    Auch Pollenanalysen, welche zeigen, wie in Skandinavien während des Atlantikums die Baumgrenze ca. 200 Meter höher lag, sind natürlich reines Teufelswerk.

  23. „Dass liberal in den USA linksliberal bedeutet, ist eine relativ neue Entwicklung, und zwar für beide Worte! Liberal bedeutete in den USA vor gut 200 Jahren (ungefähr) dasselbe wie in Europa, also ein Eintreten für individuelle Freiheitsrechte, die vor allem als Abwehrrechte gegen den Staat verstanden wurden und nicht als positive Freiheiten im Sinne von Ansprüchen an den Staat. Linksliberal bedeutete im 19. Jahrhundert allerdings auch nichts anderes, während die rechtsliberalen Parteien mit Herrn Bismarck gemeinsame Sache machten, also mehr die Freiheit der Nation als der einzelnen Menschen in den Vordergrund stellten. Inzwischen wird linksliberal allerdings als sozialliberal verstanden mit dem entsprechenden Fokus auf soziale Rechte und sogar Gleichheit, allerdings ebenfalls aus eine individuellen und nicht kollektivistischen Perspektive.“

    Jefferson Davis, der Präsident der Konföderierten, hatte die Sezession ausdrücklich als die „Zweite amerikanische Revolution“ bezeichnet und sich gegen ebenso ausdrücklich gegen Diktatur gewandt. Gemeint waren Abraham Lincoln und seine Republikanische Partei!

    • Der amerikanische Bürgerkrieg kann in gewisser Weise als ein liberaler Krieg betrachtet werden, bei dem zwei liberale Prinzipien in Konflikt miteinander gerieten. Die Freiheit von Sklaverei ist ein wichtiges liberales Anliegen (sobald man die Sklaven als vollwertige Menschen anerkennt, was historisch nicht immer so war), das Sezessionsrecht ist allerdings auch ein liberales Prinzip auf staatlicher Ebene, insbesondere wenn nicht klar ist, ob es sich um einen Bundesstaat oder einen Staatenbund handelt.

      Bei genauer Betrachtung waren die realen historischen Vorgänge allerdings doch komplizierter. Abraham Lincoln wollte anfangs gar nicht unbedingt die Sklaverei abschaffen, während die Südstaaten durch Auszug aus dem Kongress ihre eigene Position ungemein schwächten und dann auch noch ohne Not den Bürgerkrieg begannen. Es wäre durchaus eine politische Lösung ohne Bürgerkrieg möglich gewesen, die dann vermutlich etwas später zur Abschaffung der Sklaverei geführt hätte.

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