Rechner weg

Mein Rechner ist weg. Das ist leider kein Aprilscherz. Doch zum Glück wurde er nicht gestohlen (hoffe ich), sondern nur zum Rechenzentrum der Fakultät gebracht, wo man ihn nach einer Datensicherung neu formatieren und einrichten wollte, um sich dann noch heute zwecks Abholen zu melden. Gemeldet hat sich jedoch niemand und schon am frühen Nachmittag war ebenfalls niemand telefonisch zu erreichen, während am späten Nachmittag vor Ort alles verschlossen war. So muss ich jetzt von einem anderen Rechner aus bloggen.

Meine eigentliche Arbeit leidet jedoch mehr, da wesentliche Dateien und Programme dafür nur auf dem Rechner sind. Deshalb wäre es wirklich schlimm, wenn der Rechner doch gestohlen oder die Daten ungesichert gelöscht würden. Denn leider funktionierte heute morgen auch meine externe Festplatte nicht, auf der jetzt höchstens noch deutlich ältere Sicherungskopien zu finden sind. Wegen dieser technischen und personellen Probleme schiebe ich solche Sachen immer auf und bin froh, wenn alles leidlich funktioniert.

Eine Alternative wäre es, alles ins Inter- und Intranet zu verlagern, um nicht mehr von einem einzigen Rechner abhängig zu sein. Dafür gibt es dann andere Risiken beim Netzzugang und auf den Servern. Für welche Lösung haben Sie sich entschieden?

12 Gedanken zu „Rechner weg

  1. „Für welche Lösung haben Sie sich entschieden?“
    Also ich nehme abwechselnd Mikrofilm und Tontafeln mit babylonischer Keilschrift zum Sichern meiner Daten.
    Ist beides schwer zu entziffern…

  2. Wenn die Problematik fortbesteht, empfehle ich vor allem Redundanz. Ich z.B. habe einen Dropbox-Account, bei dem bestimmte Verzeichnisse durch Boxcryptor (bzw. alternative Linux-Lösungen) gesichert sind, und ich habe eigenen Webspace bei einem der vielen Provider, auf dem sich auch Daten ablegen lassen – wenn man will, natürlich auch verschlüsselt. Owncloud ist hier eine Möglichkeit unter vielen.

    Alternativ könnte man sich auch zu Hause einen Backup-Server einrichten, wenn man den mobilen Rechner regelmäßig mit nach Hause nimmt.

    Und wer sicher gehen will, der addiert(!) zu all dem auch noch die regelmäßige(!) Sicherung zumindest der Daten, die ja meist eher weniger Platz wegnehmen, auf Speichern wie DVD oder USB-Stick.

  3. Erste Regel: Niemals ohne Datensicherung!
    Zweite Regel: Datensicherung immer in mehreren Generationen!

    Hier wie folgt gelöst: Die wenigen Windows-Rechner, die wir noch haben, werden über einen HomeServer täglich einmal komplett gesichert. Ist über Gigabit-Netzwerk kein Problem, geht auch über W-Lan, nur dann eben deutlich langsamer, was aber nicht juckt, da das Backup in der Nacht angestossen wird und unbemerkt durchläuft. Die tägliche Arbeit lasse ich im Stundenabstand per rsync-Script auf eine extra Platte sichern. Von denen gibt es zwei, die sich von Tag zu Tag abwechseln – eine liegt immer im Safe.

    Alles mobile Geraffel hab ich auf Apple umgerüstet. Am MacBook hängt eine USB-Platte für TimeMachine. So nennt sich die Backup-Lösung, die in OSX enthalten ist und selbst von Apple-Hassern gelobt wird. Stündlich eine Sicherung unaufdringlich und zuverlässig im Hintergrund. Das PDF Nummer 0815 von Vorgestern 17:00 Uhr – kein Problem, ist in Sekunden rekonstruiert. Kompletter Plattenausfall – auch kein Thema.

    Sicherung in der Cloud – kann man machen, jedoch nur verschlüsselt. Ein komplettes Backup dauert aber ewig. Zwar ist DSL im Download inzwischen relativ schnell, der Upload hinkt hingegen noch gewaltig.

    Was wäre zu empfehlen? Automatische Sicherung über das heimische Netzwerk mit Fehlermeldung per eMail, wenn was schiefläuft. NAS von Synology haben ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, sichern Windosen und auch Macs zuverlässig und haben reichlich Funktionen an Bord, die in Heim und Büro sehr nützlich sein können. Zu diesem Gürtel noch nen Hosenträger: Sicherung der Arbeitsverzeichnisse auf zwei USB-Platten, wie oben beschrieben. Eine der beiden Platten kann man auch außer Haus lagern, etwa im Büro in der Hochschule mit wöchentlichem Wechsel. Apropos: Ein Dienstrechner sollte auch immer eine Datensicherung auf dem Dienst-Server auslösen – sonst müsste der Admin sein Lehrgeld zurückerstatten.

  4. Ich hoffe dass sich in den nächsten Stunden der Verbleib des Geräts klären wird. Ansonsten sollten Sie nämlich über eine Kontaktaufnahme mit der Polizei nachdenken.

    Was Datensicherung betrifft, so kann ich jede „Cloud“-Lösung nur für völlig unsensible Daten empfehlen, weil damit alles faktisch bei einem gewissen amerikanischen Dienst eingestellt wird.

    Zur externen Festplatte: Sie haben gute Chancen, diese repariert zu bekommen, was sogar privat möglich ist. Eine externe Festplatte besteht aus der eigentlichen Festplatte (sieht aus wie eine interne im PC) und dem Gehäuse, das u.a. für die Stromversorgung zuständig ist. Ich habe mal den Fehler gemacht eine externe Festplatte ohne An/Aus-Schalter zu kaufen; das Ein- und Ausschalten übernahm ein Chip. Dieser Chip hatte leider einen Hau so dass die Festplatte sich ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr aktivieren ließ. Daraufhin habe ich das Gehäuse aufgeschraubt, die Festplatte heraus genommen und in ein passendes externes Gehäuse (gibt es in Elektronikmärkten und im Internet zu kaufen) eingebaut. Ich konnte dann wieder auf meine Daten zugreifen. Ob das in Ihrem Fall auch funktionieren würde kann ich unmöglich sagen, aber professionelle Datenrettungsdienste könnten die Daten eventuell auch von einer wirklich defekten Festplatte auslesen. Das wäre aber sehr aufwändig und teuer und hier wohl allenfalls ultima ratio. (Wichtig ist ob die externe Festplatte nicht mehr anspringt oder ob sie merkwürdige Geräusche macht und dann den Geist aufgibt; im letzteren Fall dürfte die eigentliche Festplatte beschädigt sein.)

    Wenn Sie nur Dokumente und Grafiken sichern wollen, dann benötigen Sie dafür natürlich deutlich weniger Speicherplatz als wenn es um Videos und Musik geht. Sie können heute zu vergleichsweise geringen Preisen USB-Sticks mit hoher Speicherkapazität bekommen (über 30 Gigabyte). Wenn Sie die Daten auf so ein Medium sichern können Sie sie auch leicht überall hin mitnehmen, was freilich das Risiko des Verlustes beinhaltet. Wenn Sie z.B. 8 Gigabyte zu sichern haben und nicht ständig viel dazu kommt, könnten Sie auch mehrere kleinere Sticks kaufen und jedes halbe Jahr eine Sicherungskopie auf einem Exemplar anfertigen, die dann sicher verwahrt wird. CDs und DVDs kann ich dagegen nicht empfehlen, weil die handelsüblichen sehr empfindlich sind und durch bloße Temperaturschwankungen Schaden nehmen können.

    (Wie viel Speicherplatz Sie für Ihre Arbeit brauchen kann ich mir leider nur schwer vorstellen, da ich weiß dass zehntausende Dokumentseiten auf so ziemlich jedem heutigen Medium unterkommen.)

    Ich persönlich benutzte für Sicherungskopien ein kostenloses Windows-Programm, das erkennt welche Daten neu sind bzw. verändert wurden und diese dann auf das Sicherungsmedium überspielt (bzw. alte Daten ersetzt): https://de.wikipedia.org/wiki/SyncToy

    • Das ist keine Sache für die Polizei, sondern hochschulinterner Abläufe. Mit der AfD hat es auch nichts zu tun, weshalb der Alarm von manchen (insbesondere auf Facebook) ziemlich unpassend ist. Natürlich lasse ich einen Dienstrechner von der Hochschule warten, deren Profis ich trotz der geschilderten kleinen Probleme auch viel mehr vertraue als manchem Ehrenamtlichen der Partei.

  5. Wenn man an verantwortlicher Stelle tätig ist und mit entsprechenden Daten zu tun hat und KEINE Datensicherung macht, handelt man grob fahrlässig. Wenn man ein bisschen recherchiert, findet man Gerichtsurteile dazu. Es ist auch nicht mehr allzu schwer, und externe Festplatten sind nun wirklich billig. Also gibt es im Prinzip keine Entschuldigung, und die Lage ist als 100% selbstverschuldet anzusehen. Manche sagen es auch in 4 Worten: Das kommt von dem. End of story.

    • Ich sichere meine Daten, doch leider nicht oft genug, falls wirklich etwas passieren sollte. Schon wenn mir z. B. ein einziges Word-Dokument verloren geht, an dem ich gerade ein paar Stunden gearbeitet habe, ist das sehr ärgerlich. Es gibt dann aber kein Gerichtsurteil gegen mich, da allein ich selbst den Schaden habe und alles noch einmal machen muss. Allerdings muss ich mich auch im Wesentlichen selbst um die Datensicherung kümmern, so dass es auf einen Trade-off hinausläuft, bei dem ich vielleicht etwas weniger risikoavers bin als andere.

  6. Als sich mein Rechner Anfang Januar verabschiedete, hatte ich das gleiche Problem. Fast alle meine selbst erstellten historischen Dokumente meines Heimatortes Kripp waren weg, über zehn Jahre Recherche. Mit b/u discs bin ich nicht so sehr vertraut, so habe ich mir trotzdem etwas helfen können. Im letzten Jahr hatte ich mir meine Dokus auf einer externen Festplatte gespeichert, einiges hatte ich auch auf meiner HP http://www.geschichte-kripp.de. Mit meinem neuen Computer bin ich jetzt wieder up to date, hat mich aber einiges an Zeit und Nerven gekostet.
    Die geschmacklosen Kommentare auf facebook ihnen gegenüber zu ihrem Missgeschick, sind menschentypisch. Cést la vie!

  7. Pingback: Computerauswahl | Alexander Dilger

  8. Pingback: Computerauswahl | FreieWelt.net

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