Die Europawahlliste der AfD

Die komplette Europawahlliste der AfD sieht folgendermaßen aus (siehe „Unsere Kandidaten für Europa“):

1. Prof. Dr. Bernd Lucke, Niedersachsen
2. Prof. Dr. Hans-Olaf Henkel, Berlin
3. Bernd Kölmel, Baden-Württemberg
4. Beatrix von Storch, Berlin
5. Prof. Dr. Joachim Starbatty, Baden-Württemberg
6. Ulrike Trebesius, Schleswig-Holstein
7. Marcus Pretzell, Nordrhein-Westfalen
8. Dr. Marc Jongen, Baden-Württemberg
9. Paul Hampel, Niedersachsen
10. Prof. Dr. Jörg Meuthen, Baden-Württemberg
11. Dirk Driesang, Bayern
12. Dr. Hugh Bronson, Berlin
13. Dr. Christiane Gleissner, Hessen
14. Jochen Seeghitz, Bayern
15. Eberhard von dem Bussche, Hessen
16. Alfred Heitmann, Nordrhein-Westfalen
17. Alexander Beresowski, Baden-Württemberg
18. Prof. Dr. Jens Zeller, Baden-Württemberg
19. Dr. Christina Baum, Baden-Württemberg
20. Prof. Dr. Jörn Kruse, Hamburg
21. Kerstin Burkhardt, Bayern
22. Petr Bystron, Bayern
23. Peter Würdig, Niedersachsen
24. Prof. Dr. Michael Wüst, Bayern
25. Prof. Dr. Claudia Koch-Brandt, Hessen
26. Thomas de Jesus Fernandes, Mecklenburg-Vorpommern
27. Bernhard Vogel, Niedersachsen
28. Dr. Oliver Zielke, Nordrhein-Westfalen

Insgesamt finde ich die Liste hervorragend wählbar. Ein Frauenanteil von über 20 % ist für die AfD ganz ohne Quote schön, einen Professorenanteil von fast 30 % finde ich noch besser. Dass einem ein, zwei Kandidaten nicht gefallen (siehe ‚Disziplinlosigkeit kann auch zu Erfolg führen‘, während Herr Professor Zeller als Mediziner meinte, mich in seiner Vorstellung wegen meiner ökonomischen Analyse des Euro kritisieren zu müssen und zu können), ist bei einer so umfangreichen und kompetenten Liste auch nicht so schlimm.

Wer rein national denkt, dem ist es vermutlich egal, doch meinem föderalen Verständnis missfällt es, dass es nur einen Kandidaten aus den neuen Bundesländern gibt und auch sonst die kleinen Bundesländer kaum vertreten sind, während ein Viertel der Kandidaten allein aus Baden-Württemberg kommt (davon gleich vier in den Top 10). Aus Nordrhein-Westfalen kommen immerhin drei auf der Liste, wobei die AfD schon ca. 17 % bekommen müsste, damit der vernünftige Herr Heitmann ins Europaparlament einzieht, und 30 % benötigen würde, damit dies auch Herrn Dr. Zielke vergönnt ist, der es als einziger ‚NRW-Bewerber‘ von den fünf auf der Mitgliederversammlung in Erkrath Nominierten auf die Liste geschafft hat.

8 Gedanken zu „Die Europawahlliste der AfD

  1. Ich lebe in Hamburg, welche Chancen gibt es eigentlich einen dieser Kandidaten hier in einem Bürgerdialog zu erleben, so im Sinne von Mut zu Bürgernähe ? Oder ist zu erwarten, dass wir Wahlberechtigten uns nur im Internet, youtube , blog`s oder gar facebook die , Entschuldigung „allgemein Phrasen“, zu Gemüte führen dürfen. Eine Diskussionsrunde mit Wahlberechtigten, das dürfte doch mal spannend werden, oder?

    Wenn es den 28 Kandidaten nicht gelingt, andere Weg des Wählerkontakt zu suchen als es die anderen Parteien machen, dann sehe ich ein Ergebnis von deutlich unter 7 % weil das Imperium und die angeschlossenen Medien sehr genau wissen, wenn man sich dort von der Liste rauspickt und der Öffentlichkeit als unwählbar beschreibt.

    Herr Prof. Dilger, dieser Prototyp AfD Eu Wahlliste bedarf vieler Besserungen, da bin ich bei Ihnen, nicht die jetzige Liste, sondern wie man eine bessere Auswahl mit Einbindung der Basis hinbekommt. Aber genau da sind Sie als Akademiker sowie ihre Kollegen gefragt, ein Konzept zu erarbeiten. Basisdemokratie in Parteien ist bis heute eine Pharse. Eckpunkte, wie Lebensbiographien, Rhetorik, Geld, Zeit und auch Bildung unter einen Hut zu bringen, ist nicht gelöst.

    Diese EU Wahl sollte eigentlich für die Gründerväter der AfD die Besinnung auf die Wahre Kompetenz der Bildungsträger zu lenken. Wissen schaffen, als Wissenschaftler und nicht Wissen schaffen zu vorgegebenen Zielantworten. Denn diese Zielantwort Basisdemokratie des Imperium ist keine Demokratie im ursprünglichen Sinn.

  2. Es freut mich außerordentlich, dass Sie nach vorne schauen und weiterhin an Bord bleiben, Herr Prof. Dilger. Der gestrige Tag war zweifellos ein Schlag in die Magengrube – offensichtlich war die Delegiertenzusammensetzung leicht „verzerrt“. Aber letztlich kann man doch festhalten, dass sich auch die liberalen Kräfte relativ gut in der Europawahlliste wiederfinden können (bspw. in Henkel oder Starbatty, aber natürlich auch in Lucke). Eine hundertprozentige Übereinstimmung mit seinen persönlichen Präferenzen wird man ohnehin nie haben.

    Die Abwesenheit von ostdeutschen Vertretern auf der Liste rächt sich hoffentlich nicht. Ich befürchte, dass die dortige Bevölkerung die AfD verstärkt als „Westpartei“ wahrnimmt und wir die guten Ergebnisse dort vom vergangenen September nicht wiederholen können, stattdessen die Linkspartei von EU- und Euroskepsis profitiert. Umso mehr freut es mich für Herrn de Jesus Fernandes, zumal auch (konservative, vernünftige) Homosexuelle in der AfD ihre politische Heimat selbstverständlich finden sollten und auch können.

    Nun gilt es, das Europawahlprogramm in die richtige Richtung zu biegen. Ihren Einlassungen vom vergangenen Donnerstag stimme ich voll und ganz zu. Die Teilnahme am Bundesparteitag in meiner ehemaligen Studienstadt Erfurt ist deshalb schon fest eingeplant.

  3. Bevor im Mai 2014 die Europawahlen und in NRW die Kommunalwahlen mit AfD Beteiligung stattfinden möchte ich anmerken, dass am 16.März 2014 erst mal die Kommunalwahlen in Bayern stattfinden. Manch einer mag fragen, was wir in NRW damit zu tun haben. Ich finde, eine ganze Menge.

  4. Den Gesichtspunkt der regionalen Gewichtung der Liste halte ich persönlich für überbewertet. Zwar kann er innerparteilich eine Rolle spielen, ich glaube aber nicht, dass die meisten Listenmitglieder über die Parteigrenzen hinaus besonders wahrgenommen werden. Die durchschnittlichen Wähler interessieren sich vielleicht für Herrn Lucke und Herrn Henkel und das war es dann. Das hat nichts mit der AfD oder den auf die Liste Gewählten zu tun, sondern ist ganz allgemein so. Ich habe mich früher nie mit der Frage beschäftigt, wie welches Bundesland auf irgendeiner Liste repräsentiert ist oder wer – vielleicht abgesehen vom Spitzenkandidaten – dort drauf steht. Ich weiß auch jetzt nur, dass bei der CDU Herr McAllister und bei der SPD Herr Schulz Spitzenkandidaten sind, mehr weiß ich nicht. Eventuell wäre es auch ein Fehler gewesen, starkes Personal aus den Ost-Verbänden als „Hinterbänkler“ ins – selten beachtete – Europaparlament zu schicken, wo die Leute doch in den Landtagen bzw. bei den entsprechenden Wahlen gebraucht werden. Wirklich wichtig sind ein intensiver Wahlkampf vor Ort (unter Beteiligung der Spitzenkandidaten) sowie eine motivierte Basis.
    Ansonsten hat der Wettbewerb gewirkt. Landesverbände, die nicht geschlossen und als Team aufgetreten sind, wurden bestraft. Alles andere wäre eher schädlich als nützlich gewesen.
    Was die Linke betrifft, so sollte die Partei konsequent angegangen werden, wenn sie umstrittene Passagen aus ihrem Wahlprogramm entfernt. Zumal die Partei ja auch Euro-Skeptiker in ihren Reihen an den Rand gedrängt hat. Da muss klar gesagt werden dass die Linke dabei ist, sich zum überflüssigen Steigbügelhalter von Rot-Grün zu machen und dass sie vor den Medien einknickt; und dass sie damit erst recht bei EU/Euro allenfalls scheinbar eine Alternative ist. Und das ist für den Osten genau so schlecht wie für den Westen.
    Potential sehe ich in Ostdeutschland zugleich bei CDU- und FDP-Anhängern. Die Linke hat dort gute Ergebnisse, weil sie von Stammwähler getragen wird. Diese sind allenfalls schwer abzuwerben. Union und FDP sind hingegen weniger in der Bevölkerung verwurzelt.
    Mit den bisherigen Europawahlthesen streckt die AfD allen infrage kommenden Wählergruppen die Hand aus und schreckt keine ab.

  5. Ich finde, dass wir eine hervorragende Europwahlliste aufstellen, die neben Kompetenz auch Lebenserfahrung bündelt – eben Menschen mitten aus dem Leben, mitten aus der Gesellschaft.
    Daher hat diese Liste auch die Chance, bei den Bürgerinnen und Bürgern zu punkten. Ich freue mich außerordentlich, dass ich ein Teil dieser Kandidatenliste sein darf und danke allen Unterstützern. Ich kann versichern, dass ich genau wie im Bundestagswahlkampf mein Bestes geben werde, damit der 25. Mai ein BLAUES WUNDER für Merkel, Gabriel und die anderen Altparteivertreter wird. Unser Motto – MUT ZU D-EU-TSCHLAND ist ein weiterer Beleg dafür, dass wir die wahren Europäer sind, die für ein Europa der Vaterländer eintreten, dabei aber nicht die legitimen deutschen Interessen auf die Zahlmeisterfunktion reduzieren.

  6. Pingback: Ich will raus aus dem Euro | Alexander Dilger

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  8. Pingback: Wahlergebnisse in Deutschland | Alexander Dilger

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