An die Delegierten für Aschaffenburg

Sehr geehrte Delegierte,

am Samstag findet die Wahlversammlung der Alternative für Deutschland zur Aufstellung einer Bundesliste zur Europawahl statt, bei der wir Delegierten die entscheidende Rolle spielen. Wir stimmen darüber ab, wer für unsere Partei in den Wahlkampf und dann je nach Wahlerfolg auch ins Europaparlament einziehen wird. Die Wahl der Kandidaten sollte gut überlegt werden. Ein wichtiges Entscheidungskriterium werden die Vorstellungsreden vor Ort sein. Doch die Erfahrung lehrt, dass man niemanden allein wegen einer guten Leistung über fünf Minuten wählen sollte. Vernünftigerweise ist eine solche Rede eher ein Hygienefaktor, der zur Wahl nicht reicht, bei zu schlechter Leistung jedoch gegen eine Wahl spricht. Denn wer keine fünf Minuten überzeugend sprechen kann, möglichst ohne vom Blatt abzulesen, der wird auch im Wahlkampf und Parlament Schwierigkeiten mit unserer stärksten Waffe haben, dem Wort.

Eine andere Form des Wortes sind die schriftlichen „Kandidatenvorstellung“en, wovon es inzwischen 73 gibt. Es ist bereits aufwendig, diese alle zu lesen, während die mündliche Vorstellungs- und Befragungszeit für einen Tag zu lang werden könnte, insbesondere wenn noch weitere Bewerber hinzukommen. Ein weiterer Hygienefaktor sollte deshalb sein, Kandidaten sehr kritisch zu betrachten, die spontan auftreten und sich nicht schriftlich vorgestellt haben.

Ein sogenannter Motivator kann hingegen die offizielle Nominierung durch einen Landesverband sein. Bisher kenne ich drei Landesverbände, die Bewerber nominiert haben, nämlich Bayern, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Morgen kommt Hessen hinzu. Bayern hat Torsten Heinrich, Jochen Seeghitz, Dagmar Metzger und [Name auf Wunsch des Betroffenen am 12.08.16 entfernt, AD] in dieser Reihenfolge nominiert. Die fünf gewählten ‚NRW-Bewerber‘ sind neben mir Dr. Jörg Himmelreich, Manfred Pühringer, Prof. Dr. Menno Aden und Dr. Oliver Zielke. In Schleswig-Holstein wurde auf dem ersten Platz Ulrike Trebesius nominiert und dahinter Prof. Dr. Karin Kaiser und Thomas Thomsen. Natürlich gibt es bei der AfD im Gegensatz zu anderen Parteien keine Quoten für Länder oder Geschlechter, doch es macht Sinn, wenn Sie sich mit den von ihren jeweiligen Ländern vorausgewählten Kandidaten zumindest näher beschäftigen (ohne Vorauswahl vielleicht mit den gewählten Vorstandsmitgliedern, die in Aschaffenburg kandidieren) und innerhalb ihres Landes unterlegene Kandidaten, die trotzdem meinen, (vorne) antreten zu müssen, besonders kritisch betrachten. Warum hat sie der eigene Landesverband nicht nominiert und wie diszipliniert werden sie zukünftig in der Partei mitarbeiten?

Nach der Listenaufstellung in Aschaffenburg müssen alle Parteimitglieder gemeinsam konstruktiven Wahlkampf für die Partei und die Liste machen, auch wenn man selbst vielleicht nicht jeden auf der Liste gewählt hat. So funktioniert Demokratie: Betrachten Sie die Kandidaten vorher kritisch, auch kritische Fragen auf der Versammlung oder im Vorfeld, z. B. bei den Veranstaltungen am Vorabend oder hier im Blog, sind erlaubt. Doch nach der Wahl müssen alle das demokratische Ergebnis akzeptieren und vertreten. Ich gelobe, mich auf jeden Fall weiter für die AfD einzusetzen und die Liste im Wahlkampf zu unterstützen, ob ich nun recht weit vorne auf ihr stehe, weiter hinten oder gar nicht.

Ich hoffe, wir bekommen am Samstag in angemessener Zeit die Aufstellung einer hervorragenden Liste hin, mit der wir dann auch im Wahlkampf und im Europaparlament überzeugen können. Bitte arbeiten Sie daran mit und machen Sie sich ein Bild zumindest von den wichtigsten Kandidaten.

Wir sehen uns in Aschaffenburg!

Alexander Dilger

4 Gedanken zu „An die Delegierten für Aschaffenburg

  1. Hallo Herr Dilger,

    wie hat der Bundesvorstand die Nachfolgeregelung entscheiden, sollte ein AfD Europaabgeordneter (falls 3 % erreicht 😉 aus welchen Gründen auch immer aus dem Parlament ausscheiden müssen?
    Wird es direkte Stellvertreter der jeweiligen Plätze* geben oder rückt dann der nächste auf der Liste nach? Dann könnte es passieren, dass z.B. große Landesverbände gar nicht mehr vertreten sind.
    Danke & viel Erfolg morgen, Angela Ulonska (LV Berlin)

    *Stellvertreter müssten morgen auch gewählt werden, oder?

    • Die Versammlung morgen wird darüber entscheiden. Der Bundesvorstand hat sich u. a. von mir überzeugen lassen, nicht alle Wahlgänge verdoppeln zu wollen (es dauert schon so lange genug). Er wird also vorschlagen, dass jeweils der nächste Listenkandidaten nachrücken soll, wie es auch bei anderen Wahlen üblich ist. Dass große Landesverbände (oder auch Berlin) gar nicht vertreten sind, kann übrigens auch so passieren. Jeder muss mit Mehrheit gewählt werden.

      • Danke für die schnelle Info 😉
        Ich halte allerdings die Stellvertreterregelung für die Bessere. Im Vorfeld hätte man bei der Kandidatensuche das Auswahlverfahren in den Ländern organisieren müssen (siehe NRW), damit die Mitglieder auch mitentscheiden können und dieses unsägliche Verfahren mit 100 Bewerbern, die sich alle für schrecklich qualifiziert halten, gar nicht erst aufkommen lassen.
        In Berlin scheute man allerdings den internen Wettbewerb, so gibt es nun keine Berliner Kandidaten, sondern nur Kandidaten AUS Berlin 😉

  2. Da ist ja schrecklich, was da in Aschaffenburg alles passiert ist. Gott sei Dank geben Sie nicht auf, sondern halten durch. Solche Abweichler hätte man früher [nicht mit dem Grundgesetz vereinbare Ausführungen gelöscht, AD].

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