Energiewende ist teuer, unzuverlässig und dreckig

Es gibt einen „Aufstand der Länder gegen Gabriels Ökostrom-Pläne“. Doch im Grunde ist das nur eine Form des Länderegoismus und -lobbyismus, wobei jedes Land genau die Art von Ökostrom besonders subventioniert haben will, in der es führend ist. Tatsächlich steigt aber nicht nur der Anteil der erneuerbaren Energien für viel Geld, welches vor allem private Stromverbraucher aufbringen müssen, sondern auch der Anteil an Braunkohle. The Economist bringt es auf den Punkt: „Germany’s energy transition: Sunny, windy, costly and dirty“. So sind die Kosten für Wind- und Sonnenenergie besonders hoch:

The difference between the market price for electricity and the higher fixed price for renewables is passed on to consumers, whose bills have been rising for years. An average household now pays an extra €260 ($355) a year to subsidise renewables: the total cost of renewable subsidies in 2013 was €16 billion.

Die Kosten sind jedoch nicht das einzige Problem. Im Grunde wurde die Planwirtschaft wieder eingeführt:

Cost is not the only problem with the Energiewende. It has in effect turned the entire German energy industry into a quasi-planned economy with perverse outcomes.

Die angeblichen Klimaschutzziele werden nicht erreicht, sondern die Emissionen sind sogar noch gestiegen:

The Energiewende has, in effect, upset the economics of building new conventional power plants, especially those fired by gas, which is cleaner but more expensive than coal. So existing coal plants are doing more duty. Last year electricity production from brown coal (lignite), the least efficient and dirtiest sort, reached its highest level since 1990. Gas-fired power production, by contrast, has been declining (…). In effect, the Energiewende has so far increased, not decreased, emissions of greenhouse gases.

Im Ergebnis zahlen wir alle mehr für eine weniger zuverlässige und dreckigere Energieproduktion. Das ist das Gegenteil von vernünftig und zeigt einmal mehr, wie wichtig eine bzw. die Alternative für Deutschland ist.

14 Gedanken zu „Energiewende ist teuer, unzuverlässig und dreckig

  1. Hallo Herr Professor Dilger,

    als Naturwissenschaftler verstehe ich diesen Blogbeitrag und stehe zu 100% dazu.

    Aber ist es m.E. nicht ersichtlich, auf welche Meinung dieser Beitrag basiert. Ist die Basis

    1) die Ansicht von Gabriel (also pro Gabriel)
    2) die Ansicht der bevorzugten Länder (also contra Gabriel)

    Eine kurze Antwort würde Klarheit schaffen.

    Dipl. Chem. Bernd Hellwege
    Mitglied der AfD

    • Vielleicht war mein Beitrag doch nicht so verständlich wie erhofft. Jedenfalls halte ich weder die Ansicht von Herrn Gabriel noch die von den ihn kritisierenden Ländern für sinnvoll, sondern die ganze Energiewende müsste grundlegend überdacht werden, um zugleich ökologischer und ökonomischer zu werden. Wirtschaft und Umwelt sind nämlich keine Gegensätze. Man kann beides zugleich befördern oder durch die jetzige Politik zugleich ruinieren.

  2. Volle Zustimmung Herr Prof. Dilger.

    Sie sollten vielleicht noch erwähen, dass durch die hoehen Strompreise in DE und dem
    Fracking-Boom in den USA die Aluminumindustrie und die chemische Industrie an
    Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren.

    Diese werden dann wegen der teueren Energie ihre Produktionsstätten in die USA oder
    andere Länder mit billigerer Energie – wie z.B Kanada – verlegen.

    Die ganze Energiewende ist ein planwirtschaftliches und bürokratisches Monster.

    Es braucht wirklich eine Alternative für Deutschland. Weil wir eine Alternative für die
    Menschen und eine Alternative für die Wirtschaft brauchen.

    Und Alternative heißt in diesem konkreten Fall, eine Politik die auf den Realitäten des Lebens aufbaut und nicht auf planwirtschaftlichen Allmachtsphantasien eines omnipotenten Staates. Realismus und Sachlichkeit statt Ideologie und Bürokratie.

    • Die energieintensiven Industrien werden abwandern (müssen), sofern sie es nicht bereits getan haben. Global betrachtet steigen dadurch der Energieverbrauch und die Emissionen, weil Deutschland relativ energieeffizient produziert. Unsere Kernkraftwerke sind auch sicherer als die in den Nachbarländern, aus denen wir zunehmend Strom beziehen.

      „Die ganze Energiewende ist ein planwirtschaftliches und bürokratisches Monster.“ Dem kann ich leider nur zustimmen.

  3. Pingback: Energiewende ist teuer, unzuverlässig und dreckig | FreieWelt.net

  4. Energiewende heißt für mich, dass das Endziel heißen muss, dass wir weg sind von der Kernspalterei. Eine alternative gesättigte Energiegewinnung zu schaffen ist selbstverständlich ein schwerer und kostenintensiver Weg. Jedwede Technik dazu wird uns Gewinn bringende Patente bringen, vor allen Dingen wenn nicht viele diesen Weg gehen und schlussendlich lediglich Abnehmer bleiben. Das Idealziel wäre für mich die Kernfusion, das geht ohne Radioaktivität. Geforscht wird auch mit so genannten Osmosekraftwerken. Gezeitenkraftwerke sind schon weit in der Planung und die Gedanken werden konzentriert bei der Energiegewinnung durch Strömungswasser, des weiteren die Energiegewinnung durch die hohen Temperaturen in 1000 Meter Tiefe. Auch die Methanisierung von Kohlenstoffdioxyd und Wasserstoff um synthetisches Erdgas herzustellen ist in der Forschung. Windenergie wird man bald erzeugen können durch Windkraftanlagen, die nicht auf dem Boden stehen sondern dahin bewegt werden, wo Wind ist.
    Erneuerbare Energien sind etwas mehr als momentane Kosten. Sie sind ein Geschenk an spätere Generationen die dann sicher sind, nicht ausgelöscht zu werden.

    • Kernfusion lässt sich im Moment überhaupt nicht wirtschaftlich oder auch nur energiegewinnend betreiben, außerdem ist sie durchaus mit Radioaktivität verbunden. Es wäre sinnvoll, mehr Geld in die Erforschung und Erfindung von besseren Wegen zur Erzeugung erneuerbarer Energien zu stecken. Momentan werden dagegen riesige Summen für technisch recht simple und ökologisch fragwürdige Anlagen mit schlechter Energiebilanz verschwendet. Die Produzenten finden sich auch kaum noch in Deutschland, sondern vor allem in China, eben weil es sich um ein recht anspruchsloses Massengeschäft handelt. Sowohl wir als auch spätere Generationen und die Umwelt hätten viel mehr davon, wenn jetzt Braunkohle durch Gas ersetzt würde.

  5. Ich freue mich, daß die AfD endlich beginnt, grundsätzlicher und damit klarer über die Energiepolitik nachzudenken.

    Die nachfolgende Studie haben wir auch mit Blick auf die neuen Parteien im freiheitlichen Spektrum (darunter AfD) geschrieben. Sie heißt „Energiepolitik im Konzeptnebel“. Der Untertitel lautet: „Ein Plädoyer für das Aufräumen in den Köpfen“:

    http://www.ke-research.de/downloads/KN-Summary.pdf
    http://www.ke-research.de/downloads/Konzeptnebel.pdf

    Die Analyse macht klar, daß es inzwischen um noch viel mehr geht als die Energie: es geht um die Freiheit an sich.

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