Kandidatur fürs Europaparlament

Kurz vor Einsendeschluss um MItternacht habe ich noch eine Kurzvorstellung zur Nominierung als ‚NRW-Bewerber zur Europawahl‘ verfasst, die Sie voraussichtlich bald hier lesen können. ‚Mein Rücktritt‘ als Sprecher bedeutet nicht, dass ich bei der Alternative für Deutschland aufhöre, sondern ich fange im Gegenteil gerade erst richtig an. Bitte unterstützen Sie deshalb ‚Jörg Burger als Sprecher‘ mit einem guten Vorstandsteam und mich als Kandidat fürs Europaparlament.

17 Gedanken zu „Kandidatur fürs Europaparlament

  1. Die Idee als solche finde ich nicht schlecht. So kann man feststellen daß diese Idee weit verbreitet ist . Möge der Beste gewinnen ! ( ich stelle mein Modell erst in Berlin vor 😉 …)

  2. Herr Prof. Dilger,
    Sie können sich meiner weiteren Loyalität und Unterstützung sicher sein.
    Ihr hoher moralischer Anspruch und Ihr Verständnis von Fairness entsprechen dem Geist ihres Sein. Ihnen gebührt unser aller Respekt. Aber auch ich habe Grenzen. So ist es mir z.B. nicht möglich einen Kandidaten zu unterstützen, der Differenzen und/oder Probleme -mit wem auch immer- nicht qualifiziert zu lösen bereit oder in der Lage war und so Zweifel an seinem Anforderungsprofil begründet.

  3. Das hat jetzt nichts mit Ihnen als Person zu tun, aber ich stehe einer Kandidatur Ihrerseits für das Europaparlament etwas kritisch gegenüber. Wie ich schon einmal ausgeführt habe, wird die AfD aufgrund des Wahlsystems nur als kleine Gruppe im Europaparlament vertreten sein. Diese Gruppe nun sollte einen guten „Mix“ darstellen, und nicht nur aus Wirtschaftsexperten bestehen. Es sollten sich Europarechtler ebenso wiederfinden wie eventuell ein mittelständischer Unternehmer, ein IT-Fachmann und vielleicht auch der „Durschnittssdeutsche“. Wenn nun bereits Herr Lucke antritt und Sie von seiner Aufstellung ausgehen, dann sollte nicht ein weiterer Ökonomie-Professor dabei sein. Dadurch würde ein sehr einseitiges, nicht repräsentatives Bild der AfD in der Öffentlichkeit und in Europa entstehen, und die Partei könnte ihre enormen Kompetenzen nicht voll ausspielen. Ich möchte auch nicht, dass die AfD nicht möglichst viele Themenfelder durch eigene Experten besetzen kann, und dann vom Fraktionspartner abhängig ist. Dieser wird im Zweifelsfall immer doch wieder an sich und seine nationalen Interessen denken. Eine breitere Mischung würde auch die Chance erhöhen, dass die AfD in der betreffenden Fraktion attraktive Posten besetzen kann, und nicht nur als „Beiwerk“ wahrgenommen wird.

    (Und einer Fraktion (egal welcher) sollte man schon angehören, ansonsten hat man fast null Rechte und muss gar nicht hinfahren. Es wird dann heißen „die sitzen da rum, machen nichts, aber kassieren Diäten“. Dann kann man die Landtagswahlen und die Partei an sich wohl abschreiben.)

    Außerdem sollten Sie auch an die persönliche Belastung durch das Reisen nach Brüssel/Straßburg in Kombination mit der Parlamentsarbeit denken. Ich weiß dass Sie, wenn die Dinge anders gekommen wären, jetzt im Bundestag säßen. Ihr Nichteinzug in selbigen ist aber auch die Chance, sich mehr um Ihre wachsende Familie zu kümmern. Ich persönlich sehe Sie dann doch eher z.B. in der Landespolitik, wo Sie neben Wirtschaftsfragen auch etwa Bildungs- und Rundfunkfragen besetzen können.

    Hingegen würden Sie als zweiter Ökonom in Brüssel neben Herrn Lucke quasi als irrelevanter Zusatz sitzen. Da würden Sie sich und die AfD unter Wert verkaufen. Das ist nichts Persönliches, ich habe Ihre Kandidatur für den Bundestag unterstützt, nur wäre die AfD bedingt durch die Prozenthürde sowieso mit etwa 40 Abgeordneten als Minimum vertreten gewesen. Im Europaparlament werden es wohl maximal 10 sein, selbst bei einem sensationellen Ergebnis. Es wäre der parlamentarischen Arbeit wie angeführt nicht dienlich, wenn die Abgeordneten wie gesagt alle das gleiche Metier haben.

    In Ihrem Fall sieht es auch so aus, als würden Sie nach Brüssel weggelobt werden. Das will ich nicht. Demgegenüber besteht für Sie die Chance auf einen guten Platz etwa im NRW-Landtag, sozusagen vor der Haustür.

    Ich respektiere Ihre Entscheidung, und werde die AfD im Europawahlkampf so oder so unterstützen. Ich hoffe zugleich, dass Sie sich meine Argumente unvoreingenommen durch den Kopf gehen lassen. Es sind keine Argumente „gegen“ Sie, im Gegenteil. Ich weiß, dass Sie die Partei über die Person stellen können und Sachargumenten nicht verschlossen gegenüberstehen, wie Ihr konsequenter Rücktritt als Sprecher zeigt. Und ich werde mich definitiv nicht über Ihre Kandidatur beschweren. Sie ist Teil Ihres gut gemeinten Engagements und Ihr gutes Recht.

    • Ihr Argument verstehe ich, teile es jedoch nicht. Der Wirtschaftsbereich ist die Kernkompetenz der AfD und sollte deshalb auch in Brüssel und Straßburg gut vertreten sein, zumal Herr Lucke als Bundessprecher der Partei nicht mit ganzer Kraft dort wird wirken können. Über den NRW-Landtag können wir dann in dreieinhalb Jahren reden.

      • Danke, das ist ein sehr akzeptables Gegenargument. Auch wenn ich dabei bleibe, dass eine Fußballmannschaft nur aus Weltklasse-Stürmern und ohne Tormann ein etwas unglückliches Bild abgeben wird. Ich würde mir wünschen, dass die AfD möglichst viele Themenbereiche besetzen kann, um auch in den deutschen Medien bei möglichst vielen Themen präsent sein zu können – was alles Mögliche sein kann, von Verbraucherschutz bis Außenpolitik. Die mediale Präsenz ist – leider – ungeheuer wichtig, auch um möglichst viele Leute davon zu überzeugen, dass die AfD (im Hinblick auf vielfältige Politikbereiche) eine wählbare Alternative ist, und um die Vorstellungen der AfD bei einem möglichst großen Kreis von Menschen nahe zu bringen.

        Gleichzeitig begrüße ich Ihre Kandidatur unter dem Gesichtspunkt, dass ich weiß dass mit Ihnen kein Chaot oder peinlicher Brandredner ins Parlament käme, wobei ich keinem Kandidaten so etwas unterstellen möchte.

        Sie sollten aber angesichts der mutmaßlich niedrigen Zahl von Sitzen für die AfD – die vor allem durch die Verteilung nach Länderkontigenten zustande kommt – nur dann mit einem Einzug ins Parlament rechnen, wenn Sie einen sehr guten Listenplatz ergattern. Falls Sie nicht auf den besten Plätzen landen sollten, rate ich Ihnen, sich keine übertriebenen Hoffnungen zu machen, auch wenn ich um jede Stimme kämpfen werde.

        Den Rest möge die Partei entscheiden; Ihnen jedenfalls viel Erfolg.

  4. Ist nicht das Wichtigste, erst einmal Ruhe in die Partei zu bekommen? Wir haben mit Prof. Dilger einen Kandidaten für Brüssel, der das Kernthema der AfD hochkompetent bedienen kann. Das Thema „Euro“ hat die AfD aus der Taufe gehoben, mit diesem Thema muss die AfD im Mai überzeugend an den Start gehen. Wir sollten froh sein, dafür den richtigen Mann zu haben und diesen ohne Wenn und Aber unterstützen. Das -zum Teil wirklich haarsträubende- Gezänk der letzten Wochen hat die AfD in der öffentlichen Wahrnehmung geschwächt. Das kann nur dadurch repariert werden, dass man sich bald, d.h. nach dem Parteitag, in starker Form präsentiert und nicht weiterhin mit tausend Bedenken alles zerfasert. Die AfD hat eine umso größere Chance, je eher ihre Mitglieder kapieren, dass nicht jeder Häuptling oder Häuptlingsberater sein kann. Wenn die AfD im Sattel sitzt, hat sie Zeit, sich weiterzuentwickeln. Aber sie sitzt noch nicht im Sattel. Warum macht sich das nicht jeder klar?!

  5. Hallo Herr Noack,
    Leute wie Dilger sollte man nicht im EU Parlament verschleißen. Die Europroblematik wird zum Generationenprozess, da muss er sich doch langweilen. Die Experten sollte man mittelfristig im Lande behalten, um den Druck aufrecht zu erhalten.

    Hallo Herr Wilhelm,
    ich las gerade mein post an Sie zu einem anderen Thema. Dort habe ich Sie einfach mit Reinhardt bezeichnet ohne eine bestimmte Absicht. Der Grund ist sicher nicht meine Lockerheit, eher das Phänomen des „small talk“ mit Computer. Also hier entschuldige ich mich.

    • Ganz meiner Meinung, Herr Krebs, wir brauchen die fähigsten Köpfe unserer Partei dringendst in Deutschland. Wir wollten doch den Austritt einiger schwacher Länder aus dem Euro erzwingen, indem Deutschland, quasi als Notbremse, die Hilfszahlungen verweigert. Geht das überhaupt auf der Strassburger Bühne, ist das nicht durch und durch nur als nationale Aufgabe realistisch? Der Gedanke an ein europäisches Bürgerbegehren mit gewissen Koalitionsbildungen ist zwar auch sehr schön und wohlklingend und brilliant gedacht, durch meine Brille gesehen aber doch noch sehr, sehr weit entfernt. Der nationale Spatz in der Hand ist mir, mit meinen 60 Jährchen lieber, als die europäische Taube auf dem Dach.

      • Auch ich stimme Ihnen voll und ganz zu Herr Werle, Herr Krebs.
        Ich bin ebenfalls der Meinung, die AfD benötigt dringend die fähigsten Köpfe hier in Deutschland. Gleichlautendes habe ich bereits zu der Kandidatur von Herrn Lucke gepostet, den ich für das Gesicht der AfD halte und der meiner Meinung nach dringendst in Deutschland benötigt wird, um unser Partei den nötigen Zusammenhalt und Ruhe zu bringen. Die aktuellen Strömungen innerhalb der Partei belegen das meiner Meinung nach eindeutig.
        Ebenso teile ich Ihr Argument sowie das von Herrn Bernemann. Ich denke nicht, daß die wenigen Stimmen, die, sollten wir es schaffen in das EU Parlament einzuziehen, irgendeinen Efffekt auf die Politik der EU haben werden können.
        Zumal die Positionen unserer Partei bis dato in diesem Fall noch nicht eindeutig definiert sind. Da stellt sich für mich schon die Frage, welche Positionen die Damen und Herren, die sich für ein EU Mandat bewerben denn letztendlich im Erfolgsfall in unserem Sinne vertreten möchten, ganz konkret.
        Ich befürchte daß, wenn ich mir so die Bewerberliste anschaue, letztendlich die Leute, die ich persönlich für immens wichtig für die AfD in Deutschland halte im Erfolgsfall hier nicht mehr in dem nötigen Umfang präsent sind und sich das zum Nachteil unserer Partei entwickeln wird.

      • Sie übersehen das kleine Detail, dass die AfD den Einzug in den Bundestag knapp verpasst hat. Zumindest für Herrn Professor Lucke ist es definitiv so, dass wir ihm den gewünschten Spitzenplatz für die Europaliste gewähren sollten, gerade damit er in Deutschland für die Partei präsent bleiben kann. Andernfalls wird er sich auf seinen Lehrstuhl zurückziehen (müssen). Außerdem ist die AfD insgesamt am Ende, wenn der Einzug ins Europaparlament misslingt. Wir sollten deshalb unsere besten Leute ins Rennen schicken. Ob Sie mich dazu zählen (was mich freuen würde), ist eine ganz andere Frage.

    • Hallo Herr Krebs,

      ich habe dies auch nicht böse aufgenommen. Ich bin es vielmehr gewohnt, Personen, die ich nicht weiter kenne, einfach zu siezen. Das ist ebenfalls nicht wertend gemeint.
      Allerdings halte ich Herrn Dilger schon für den richtigen Mann im EP. Immerhin wissen wir, dass wir einen kompetenten und vernünftigen Mann ins EP schicken. Der Vorstand wird vermutlich eher wieder ein Wagnis sein, da ja doch zu hoffen ist, dass er sich komplett neu konstituieren wird. Ideal wäre es, wenn Vorstand und EP auch noch mit einander förderlich umgehen würden, denn Herr Dilger und Herr Lucke haben zwischenzeitlich praktische Erfahrungen auf Vorstandsebene gesammelt und können dem Vorstand ausgesprochen hilfreich zur Seite stehen, bestimmte Hürden und Klippen zu umschiffen.

      Mit besten Grüßen
      Reinhard Wilhelm

  6. Sehr geehrter Herr Dilger,
    sicher zähle ich Sie zu den fähigsten Köpfen, deswegen ja auch mein Hinweis, daß Sie meiner Meinung nach hier in Deutschland viel wichtiger für unsere Partei sind. Sie haben meine volle Loyalität und ich wünsche Ihnen viel Erfolg.
    Allerdings teile ich Ihre Meinung nicht, daß die AfD insgesamt am Ende ist, wenn wir den Einzug in das EU Parlament nicht schaffen. Ich schätze das ganz anders ein, es finden Kommunalwahlen zu dem gleichen Termin statt und man wird dann sehen, wie die Bevölkerung zu unseren Zielen steht. Wir haben immer noch große Zustimmuing für unsere Themen bei den Menschen.
    Ich würde mich nicht soweit aus dem Fenster lehnen und den Einzug in das EU Parlament mit dem Schickal der AfD zu massiv verbinden.
    Es gibt eine Menge Menschen, die die Institution EU in der jetzigen Form in keiner Weise anerkennen und die werden mit Sicherheit nicht zur Europawahl gehen.
    Das ist allerdings nicht gkleichzusetzen damit, daß diese Menschen gegen Euro wären.
    Nein, die sind dafür, nur nicht in dieser Form und exakt da liegt der Knackpunkt.
    Ja, die Thematik mit Hn. Lucke sehe ich auch so, es ist in gewisser Weise eine Gradwanderung, die sich da abzeichnet. Wobei ich absolut volles Verständnis für die berufliche Situation habe.

  7. Frage an Hernn Lucke:

    Was für Themen wollen sie in Brüssel vorantreiben und mit wem wollen Sie zusammenarbeiten?

    Seine Antwort:

    Ich würde mich im Europaparlament für den währungspolitischen Ausschuss interessieren. Jenes Gremium, indem die gesamte Euro-Politik diskutiert wird. Ich möchte mich dafür engagieren, dass die überschuldeten Euro-Staaten aus dem Euro aussteigen dürfen. Der gesamten Euro-Zone ginge es besser, wenn wir währungspolitische Flexibilität hätten. Zusammenarbeiten wollen wir mit denen, die unsere Positionen teilen. Das können auch wechselnde Partner sein. Wichtig sind die Positionen, nicht die Partner.

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