Da waren es nur noch drei…

Gestern trat Christian Rombeck als achtes von elf gewählten Landesvorstandsmitgliedern zurück (siehe ‚Einladungen rausgeschickt‘ für den siebten Rücktritt mit weiterer Verlinkung). Noch nicht zum Parteitag (oder sofort) zurückgetreten sind damit die Herren Dr. Michael Balke, Andreas Keith und Martin Renner. Sie bestätigten heute noch einmal, bis nach der Europa- und Kommunalwahl am 25. Mai 2014 im Amt bleiben zu wollen.

Inzwischen würde ich es begrüßen, wenn sie nicht auch noch zurücktreten (denn dann hätten wir uns doch gleich auf einen diskreteren gemeinsamen Rücktritt einigen können). In dem Fall fällt die eigentliche Entscheidung bei den Abwahlanträgen auf dem Landesparteitag am 30. November in Arnsberg. Wenn die Mehrheit gegen die Abwahl stimmt, dann habe ich demnächst wieder mehr Zeit für Beruf und vor allem meine wachsende Familie. Erfolgt hingegen die Abwahl, können die Abgewählten schlecht nach fünf Minuten wieder antreten, so als wäre nichts gewesen.

Ich kann es verstehen, wenn der Parteitag dann nur neue Personen in den Vorstand wählen will, was mir ebenfalls viel Zeit bei einer hoffentlich besseren Zukunft für die Partei verschaffen würde. Ein Problem ist jedoch, dass trotz über 3.200 Mitgliedern in NRW der Kreis geeigneter Landesvorstandskandidaten leider recht überschaubar ist, da man neben viel Zeit und Engagement auch mehrere Kompetenzen mitbringen sollte. Also schauen Sie sich bitte um, wen Sie für geeignet halten, wobei Sie auch sich selbst prüfen sollten.

46 Gedanken zu „Da waren es nur noch drei…

  1. Ich frage mich langsam was dieses Affentheater eigentlich soll ? Da reist man durch halb Deutschland, nimmt am Demos teil und was weiß ich noch alles. Dann scheinen wohl einige die die Oberen repräsentieren wollten sich mal eben vor der Verantwortung drücken, weil´s mit den BT nicht gereicht hat. Das zeigt mir das es einigen nur um Posten ging und nicht wirklich um den Mut zur Wahrheit und nun den sogenannten Schwanz einziehen weil´s nicht geklappt hat. Das zeigt mir das ihr in Wirklichkeit nicht zu Eurer Sache steht (Damit meine ich die Zurückgetretenen) Ihr seid mir ja tolle Vorbilder. Hauptsache die Basis (Das Kleinmitglieder-Pack macht die Drecksarbeit, zahlt und spendet fleißig weiter). Leider bin ich politisch nicht versiert und nicht so Kompetent wie viele Andere, sonst würde ich mich selbst zur Wahl stellen. Doch wenn ich es wäre währe ich mit Herzblut dabei. Aber wie heißt es doch noch: Viele Köche verderben den Brei. Wenn nicht Langsam die so gepriesene Einigkeit einkehrt, mach ich mir ernsthaft Gedanken mich wieder von der AfD abzuwenden und mich um mein eigenes Leben zu kümmern. Ich hatte echt gedacht eine Alternative gefunden zu haben. Aber so wie es aussieht wollen die Hochgebildeten Akademiker unter der Mitgliedschaft noch ein wenig ihre Rente aufstocken und dann, wenn es nicht läuft wie erwartet, ´nen Rückzieher machen. Ich nenne so etwas einfach Charakterlos.
    Nun ich werde heute den Kreisparteitag beiwohnen und mir mal ansehen was da so abgeht. Danach werde ich mein persönliches Urteil bilden.

    • Na, da machen wir es uns mal wieder sehr einfach.

      1.) Herr Dilger ist zurückgetreten, um eine aus seiner Sicht nicht anders zu behebende, die Partei-Arbeit schädigende Situation zu beheben. Man kann diese Entscheidung unterschiedlich bewerten, was auch völlig in Ordnung ist. Wenn es ihm nur um seine Position ginge, dann hätte er aber schlicht die „Gegenseite“ den Kurs bestimmen lassen und es sich aufs einem Posten (er war ja gewählt) bequem gemacht. Da er zur Erkenntnis kam, dass die Konstellation im Vorstand unhaltbar war und der Vorstand nicht als Ganzes zurücktreten wollte, war sein Rücktritt schlicht konsequent. Dass andere das mit Verspätung ebenfalls so sehen und es der Partei leichter machen wollen sich personell neu aufzustellen, ist eher anständig als verwerflich.

      2.) „mal eben vor der Verantwortung drücken“ (…) „Das zeigt mir das es einigen nur um Posten ging (…) und nun den sogenannten Schwanz einziehen weil´s nicht geklappt hat. Das zeigt mir das ihr in Wirklichkeit nicht zu Eurer Sache steht (Damit meine ich die Zurückgetretenen)“
      Herr Dilger kandidiert doch erneut, d.h. er stellt sich anderen zur Wahl. Was wollen Sie also? Hätte er den in Bezug auf Arbeit und Zukunft der Partei diametral andere Positionen vertretenden Vorstandsmitgliedern mal heldenhaft die Zähne einschlagen sollen?

      3.) „Das Kleinmitglieder-Pack macht die Drecksarbeit, zahlt und spendet fleißig weiter“
      Dass Sie mich als Kleinmitglieder-Pack titulieren ist das eine, dass Sie Herrn Dilgers und z.B. Herrn Luckes Einsatz in Abrede stellen das andere. Herr Lucke wurde im Wahlkampf persönlich angegriffen, wenn auch nicht so schwer wie andere Parteimitglieder. Er musste auch unerträgliche Diffamierungen in den Medien über sich ergehen lassen. Von Herrn Dilger weiß ich, dass er ebenfalls finanzielle Beiträge für die Partei geleistet hat. Auch er wurde von Journalisten übel und grotesk diffamiert und ging damit wesentlich souveräner um, als Sie es angesichts dieses platten Lamentierens (andere sprächen von „Affentheater“) wohl täten.

      4.) „Aber so wie es aussieht wollen die Hochgebildeten Akademiker unter der Mitgliedschaft noch ein wenig ihre Rente aufstocken“
      Anti-Intellektualismus ist ein typisches Merkmal von Rechtsextremismus und Nazismus. Eventuell entgeht Ihnen darüber auch, dass es eben nicht der zurückgetretene Herr Dilger ist, der am Sessel klebt. Ohne die „Hochgebildeten Akademiker“ würde es übrigens überhaupt keine AfD geben.

      5.) „mach ich mir ernsthaft Gedanken mich wieder von der AfD abzuwenden und mich um mein eigenes Leben zu kümmern.“
      Das ist ein Skandal. Das nenne ich charakterlos. Sie ziehen ja sofort den Schwanz ein, wenn es nicht 100pro so läuft wie Sie wollen. Das zeigt, dass Sie nicht mit Herzblut dabei sind und es Ihnen nur um Posten geht… Nein, nanu?

      • @.B.Bernemann
        1.) Nach meiner Sichtweise ist Herr Dilger das Problem
        Er hatte(hat) einen unbequemen unbezahlten Posten
        und möchte den nur dann wenn es keine Kritik gibt.
        2.) Er kandidiert nur, wenn andere nicht kandidieren
        3.) Dilgers unsägliches Interview zur EU ist Selbstdiffamierung
        4.) Mitglied verunglimpft Mitglied als Rechtsextremist
        das ist wirklich der Anfang vom Ende
        5.) Nein das ist kein Skandal wenn man feststellt dass es Ent-
        wicklungen Richtung Mainstream gibt.

      • „Herr Dilger ist zurückgetreten“

        ist er nicht. Er amtiert ja weiterhin. Ein zu einem in mittelferner Zukunft liegenden Parteitag terminierter Rücktritt samt Ankündigung, dann sogleich wieder antreten zu wollen, ist de facto kein Rücktritt. Sondern, so jedenfalls kommt es bei mir an, ein Schauspiel von Anstand, um Punkte bei den Wählern zu sammeln.

        Bitte nicht mißverstehen: damit werte und/oder beurteile ich nicht, ob Herr Dilger anständig ist oder nicht, ob für den Vorstand geeignet oder nicht etc. Das entzieht sich völlig meiner Beurteilung. Es geht rein um diese Rücktrittshow. Die hat, wie meine Landsleute im Südwesten sagen, a Gschmäckle.

      • Natürlich bin ich zurückgetreten, wenn auch nicht mit sofortiger Wirkung, die zu weiteren Problemen führt, die wir am sofortigen Rücktritt des Schatzmeisters sehen, der gar nicht beabsichtigte, den Vorstand beschlussunfähig zu machen. Ob ich wieder antrete und in dem Fall überhaupt wieder gewählt werde, ist völlig offen. Dabei geht es nicht um Show, sondern die zukünftige Ausrichtung der Partei.

      • Schöne Rede, Applaus. Erzählen Sie doch mal was neues. Und das mit dem Rechtsextremismus und Nazismus, werde ich mir im Zusammenhang mit ihren Namen merken für evtl. rechtliche Schritte.

    • Ihre Bewertung der Rücktritte ist nicht richtig. Niemand will sich vor der Verantwortung drücken, im Gegenteil. Wir kleben nicht an den Ämtern, sondern stellen uns dem Votum des Parteitags, der die weitere Richtung von Landesvorstand und -verband entscheiden soll. Ich bin dafür, dass die Partei Kurs hält und dem beschlossenen Bundestagswahlprogramm sowie Herrn Professor Lucke weiter folgt

  2. Nun, die Bewertung von Herrn Kleinhenz teile ich prinzipiell. Die AfD hat ihre eigenen Maßstäbe nicht verwirklicht. Der Maßstab war einmal, besser zu sein als die etablierten Parteien, eine Alternative zu sein. Man wolle sich u.a. für Bürgernähe stark machen und für direkte Demokratie einstehen. Seit dem Scheitern an der 5%-Hürde ist es hingegen offensichtlich, dass auch in der AfD nur um die Fresstöpfe gegrunzt wird. Die Fressnäpfe sind jetzt einfach weniger geworden, also keilt man jetzt besonders intensiv darum. Außerdem versucht man innerparteilich neue zu schaffen. Das blöde ist nur, dass in dem ganzen Gegrunze die Fressnäpfe kaputt getrampelt werden. Man mobbt die Reputation raus und vergrault die Basis. Das äußere Erscheinungsbild ist mindestens bedenklich. Aber selbst wenn die AfD sich selbst überlebt, bleibt die Frage, ob die sich durchsetzenden Personen wirklich den Verlockungen anderweitiger Fressnäpfe ( Lobbyismus, Korruption, Postenreiterei ) widerstehen, wenn sie sich schon im kleinen so unkontrolliert verhalten, wie verhalten sie sich erst einmal, wenn die großen Näpfe winken ?
    Wenn man meine Auffassung teilt, dass die Egomanien von Politikern die Parteien unwählbar gemacht haben, dann wird man wohl zu dem Ergebnis kommen, dass sich viele Aktiven der AfD inzwischen nicht mehr alternativ verhalten. Der Vorstand hat die Vorschusslorbeeren und das Vertrauen, die Partei ordentlich zu führen, total verspielt. Und Herrn Dilger ist recht zu geben, dass die Frage berechtigt ist, ob überhaupt ein einziges Vorstandsmitglieder oder ein Mitglied aus deren Zirkel überhaupt (wieder) wählbar ist. Ich persönlich stelle mir die Frage, ob ich an den Veranstaltungen am 30. Nov. / 1. Dez. überhaupt teilnehme. Einerseits habe ich keine Lust als Spielball auf der Bühne Mitgliederversammlung zu erscheinen und ggf. Zeit zu verschwenden, weil die Beschlüsse durch einen oder mehrere resignierte Vorstände angefochten werden, und andererseits habe ich derzeit nicht den Eindruck, dass mir auf dem Landesparteitag etwas Wählbares geboten wird. Ich habe keine Lust vor der Wahl zu stehen, welchen Vorstand und / oder welche Säge / Mobber ich als neuen Vorstand wählen soll.
    Für mich stellt sich ferner die grundsätzliche Frage, ob in Deutschland überhaupt noch eine Kultur für Politik besteht. Kultur hat ja eigentlich die Aufgabe, dass niedere Instinkte mit Hilfe des Verstandes einem höheren geistigen Anspruch untergeordnet werden. Aber seitdem die 68er die Kultur und die Erziehung zur Kultur zugunsten der Freizügigkeit beseitigt hat, scheint keine Basis mehr für eine kultivierte Politik zu bestehen. Bleibt die weitergehende persönliche Frage, ob es eine derartige Kultur z.B. in Skandinavien, noch gibt, oder ob die Vereinbarkeit von Kultur und Politik Illusion ist…

    • Diese Einstellung finde ich zu passiv und konsumorientiert. Wer für Basisdemokratie ist, muss auch etwas dafür tun, statt auf ideale Vorstände und Politiker zu hoffen und sich dann abzuwenden, wenn die realen Akteure leider nicht ideal sind. Jeder kann selbst kandidieren und sollte aus den Kandidaten die relativ besten auswählen. Die politische Kultur bessert sich auch nicht von allein, sondern nur dann, wenn viele darauf drängen und klar differenzieren, wer sich wie verhalten hat. Dass alle Politiker gleichermaßen schlecht seien, ist eine unpolitische und nicht wirklich demokratische Einstellung.

      • Im Bewusstsein meiner Schwächen scheidet eine Führungsaufgabe für mich aus. Mich hätte man noch schneller zerlegt als man Sie zerlegt hat. Ihre Schwäche liegt im Bereich effektives Netzwerken, was gerade in der Politik essentiell wichtig ist, aber in der Wirtschaft aufgrund des Lohnabhängigkeit fast unerheblich ist. Die Widersacher sind hingegen gerade auf diesem Gebiet extrem stark, aber dafür in jeder anderer Hinsicht haushoch unterlegen.
        Bei nüchterner Betrachtung hätten die Vorstandsmitglieder diese gegenseitigen Fehler ganz toll ausgleichen können, was ja auch weitgehend bis zur Bundestagswahl klappte. Aber der Vorstand explodierte ja nicht wegen der Fehler, sondern wegen der charakterlichen Schwächen. Nach der „verlorenen“ Bundestagswahl wurde abgerechnet. Es wurden sämtliche Hemmungen fallen gelassen und Kriege gegeneinander geführt. Die gegnerischen Schwächen wurden und werden jeweils ausgenutzt. Nur was verkannt wird ist, dass das Ausnutzen der „gegnerischen“ Schwächen nicht dazu führt, dass eigene Schwächen kompensiert würden. Das Ergebnis ist eine kollektive Selbst- und Demontage des Vorstandes. Dass ich keine Lust habe, das Spielchen mitzumachen und einen Sieger durch Wahl zu bestimmen, dürfte eigentlich einleuchten. Irgendwo segne und belohne ich mit meiner Stimmabgabe ein solches Benehmen. Das will ich aber nicht. Das blöde ist, ich kann noch nicht einmal jemanden außerhalb des Vorstandes empfehlen, zu kandidieren. Es spricht nichts dafür, dass man mit ihm anders umgehen würde. Es mangelt grundsätzlich an Kultur. Es gilt, der Stärkere setzt sich durch, nur eben leider auf Kosten der AfD.

    • Herr Kollege Wilhelm. Wenn man zu einer gemeinsamen Anstrengung etwas beitragen will, kann man mehreres tun. Man kann etwas positives sagen. Man kann konstruktive (!) Kritik üben, die die Sache voranbringt. Man kann auch einfach schweigen und arbeiten. Was dagegen niemandem weiterhilft, sind rein negative Äußerungen.

      Nun habe ich in diesem Sommer einiges an Zeit, Nerven und auch etwas Geld in eine gemeinsame Anstrengung investiert. Ich habe dabei vielerlei Menschen getroffen, die das neben mir und mit mir ebenfalls getan haben und weiterhin tun. Und wissen Sie was? Keiner hat dabei gegrunzt. „Freßnäpfe“ waren weit und breit keine zu sehen. Es hatte aber auch gar niemand welche gesucht.

      Und bei aller berechtigten Kritik am Landesvorstand – die haben, ob sie sich nun untereinander grün sind oder nicht, jeder für sich nochmals weitaus mehr Zeit, Geld und Nerven für diese Partei aufgewandt als ich oder Sie. Das muß man nicht würdigen. Sollte man aber. Wirkt sich auch auf die allgemeine Stimmung viel positiver aus, als wenn man seine Partei pauschal mit Vokabeln aus der Borstenviehhaltung belegt.
      In diesem Sinne – man sieht sich im Kommunalwahlkampf.

      Mit freundlichem und kollegialem Gruß,
      Goggelmoggel der Mittelgroße

  3. Der Beitrag von Herrn Kleinhenz macht deutlich, dass wir es in der AFD nicht nur mit rechten, sondern auch mit linken Strömunungen zu tun haben.
    Wir sollten dies aber nicht nur negativ sehen, denn unterschiedliche Meinungen und Strömungen machen eine Partei doch erst lebendig.
    Allerdings wünsche ich mir in den Diskussionen mehr Fairness und Sachlichkeit.

    • Ich sehe in Herrn Kleinhenz keine linke Strömung. Herr Kleinhenz ist einfach jemand, der aus der Mitte der Gesellschaft kommt, der sich bewusst ist, dass der Erfolg seiner Leistung ganz stark davon abhängig ist, dass Verantwortliche ihre Verantwortung wahrnehmen. Herr Kleinhenz kann mit seiner Leistung Erfolge feiern, wenn der Vorstand im konstruktiven Sinne Gas gibt. Dann lohnt sich für ihn die Basisarbeit. Das hat nichts mit rechts oder links zu tun. Es ist die konsequente Sichtweise aus der Mitte der Gesellschaft heraus.

      • Das sehe ich ein bischen anders. Herr Kleinhenz sieht sich selber als Teil seines sogenannten „Kleinmitgliederpacks“, ganz im Gegensatz zu den „charakterlosen hochgebildeten Akademikern“. Das ist in meiner Wahrnehmung typisch linkes Gedankengut, bzw. Schwarzweißdenken. Jeder Mensch hat es in der Hand,wie andere ihn wahrnehmen. Wenn er sich allerdings verbal selbst degradiert und kleinmacht, darf er sich nicht wundern, dass andere ihn auch so wahrnehmen.

      • Super Herr Suntum, Sie meinen also zu beurteilen ob ich links oder rechts bin. Dieses Richtungsgeschwafel geht mir dermaßen auf den Zeiger. Was ist wenn ich oben oder unten bin ? Ich bin verdammt noch mal ein stink normaler verwitweter Geringverdiener und alleinerziehender, Steuerzahlender Bürger der seine Pflichten nachgeht. Und hab mir einfach mal das bürgerliche Recht genommen und meine Meinung gesagt. Wenn einige damit nicht klar kommen, kann ich denen auch nicht helfen. Das ist kein Grund hier zu diskutieren in welche Schublade ich zu stecken bin. Zuletzt möchte noch mal bemerken, dass ich in meinem Kommentar niemand persönlich Angesprochen habe. Weder Herrn Dilger noch Herrn Lucke oder sonst jemanden.
        Schönen guten Abend.

      • Ich würde eher darin die zeitlose Einstellung suum cuique sehen: „Jeder soll das Seine tun, und zwar in Art und Umfang so, wie es seinem Wesen, seinen Möglichkeiten und den individuellen Umständen entspricht (Idiopragieformel). Ergänzend erklärte Platon, dass auch jeder das Seine bekommen und dass niemandem das Seine genommen werden soll (433e).“ Man könnte auch sagen: „Schuster bleib` bei Deinen Leisten.“ Das funktioniert aber auch immer nur dann, wenn sich jeder verantwortungsvoll daran hält.

  4. Wie sieht ein perfekter Sonntag aus? Lange schlafen, dann gemütlich frühstücken, anschliessend ein Spaziergang im Wald oder am See, Mittagsessen in einem guten Restaurant, danach Gemütlichkeit in der warmen Stube?
    Oder trifft man sich um 10 Uhr morgens mit sechzig anderen Sprechern und Vorstandsmitgliedern der AfD in einer Lokalität in Essen, der noch deutlich die Vorzeichen der Karnevalsfeier des Vorabends anzusehen sind?
    Ja, meine perfekter Sonntag sah gestern so aus.
    Endlich kamen Tatsachen auf den Tisch. Gerüchte, die sich in den letzten Tagen wie ein Lauffeuer verbreitet haben, wurden ausgeräumt oder bestätigt. Dass der Vorstand in der Konstellation seine Probleme hat, ist wohl kein großes Geheimnis gewesen. Aber jeder der Anwesenden wollte endlich mal die Ursachen und Gründe für diese Uneinigkeit, die bis zur jetzigen handlungsunfähig des Landesvorstands geführt hat.
    Fakt aus meiner Sicht ist: einige der Personen können nicht miteinander und ich hege die Vermutung, dass auch in Zukunft kein Miteinander möglich ist. Durchaus menschlich und absolut nachvollziehbar, gibt es für mich doch auch Menschen, die ich auf den Tod nicht ausstehen kann.
    Aber wie heisst es so schön. In jedem Ende steckt ein Neuanfang.

    Wichtig war für mich letztendlich, dass sich der Grund bestätigt hat, warum ich eigentlich in der AfD bin: Mut zur Wahrheit!
    Gestern konnte man sehen, was diese Partei ausmacht. Erwachsene Menschen, die auch die unangenehmen Dinge höflich und respektabel ausdiskutieren können, um danach an einer zufriedenstellenden Lösung zu arbeiten. Obwohl manche niemals mehr die besten Freunde werden können, haben letztendlich alle bestätigt, dass wir tatsächlich in der AfD sind, weil wir in ihr die letzte Chance für dieses Land sehen, der desaströsen Euro-Politik der Regierung die Vernunft entgegenzuhalten.
    Das konnte man gestern vielmals spüren. Der Wille, weiterzumachen, verdeutlichte sich in vielen Reden und Äusserungen.
    Was ist schon letztendlich eine Umgestaltung oder eine Neuwahl des Landesvorstandes NRW für eine Partei, die aus dem Stand 4,7% der Wähler erreichen konnte? Peanuts!

    Wenn wir es schaffen, und davon bin ich fest überzeugt, diese Energie, die sich momentan nach innen richtet, zu bündeln und auf den Wahlkampf und die Wähler zu konzentrieren, werden wir nächstes Jahr Einfluss (wenn auch erst mal einen kleinen) auf die Kommunal-und Europapolitik ausüben können.

    Wir haben das know-how, wir haben die Kapazitäten und wir haben diesen Geist in der AfD, der es uns ermöglicht. Allen Anfeindungen zum Trotz, alle Hindernisse überwindend, die uns auch weiterhin in den Weg gelegt werden. Wir sind schon weit gekommen, aber uns Ziel ist noch nicht erreicht. In der AfD sind viele Menschen, die konsequent in ihrem Leben ihre Ziele verfolgt und Stück für Stück erreicht haben. Gestandene Männer und Frauen, Macher und Malocher. Mit dem Willen zur Veränderung.

    • Mögen Ihre Zeilen auch bei denen ankommen, die in den letzten Wochen zu einem konstruktiven Miteinander nicht fähig waren und die Kritik von Herrn Wilhelm befeuerten.

      „Man muss die Menschen nehmen, wie sie sind, andere gibt’s nicht“, sagte Adenauer. Sicher gibt es Grenzen, die auch für die AfD gelten und Wunder ins Reich der Träume verweisen.
      Aber die naturgegebene Variationsbreite menschlicher Eigenschaften und die Bandbreite an Fähigkeiten ist groß genug, dass man nicht alle Politiker nehmen muss, wie sie sind. Es gibt immer auch bessere. Auswahlkriterien sind z.B. fachliche Kompetenz, geschichtlich-kulturelle Bildung, kultiviertes Benehmen, überzeugendes Auftreten.
      Ebenso wichtig ist jedoch die Fähigkeit zu erkennen, was jeweils dem Ziel dient und was nicht. Genau hier scheint es bei der NRW-AfD besonders zu hapern, denn offenbar maßen sich bestimmte Leute an, den Lucke-Kurs in Eigenregie grundlegend verändern und die Ziele selbst definieren zu können. Das zeugt von Egomanie und Selbstüberhöhung.
      Wenn solche Kandidaten den Ton in der AfD angäben, wäre die Partei nicht mehr die, die die Bürger gewählt haben. Es ist daher unbedingt nötig, allen Delegierten reinen Wein einzuschenken: Wer steht zur Wahl, welche Ziele hat er, wie steht er zum Gründer der AfD, was erwartet er von sich selbst?

    • Das klingt nach Friede, Freude, Eierkuchen, ganz anders, als das Statement von Prof. Dilger.
      Um der Reputation der AfD/NRW willen empfehle ich den verbliebenen Vorstandsmitgliedern Dr. Michael Balke, Andreas Keith und Martin Renner, ebenfalls von ihren Parteiämtern zurückzutreten und sich bei Neuwahlen dem Votum der Mitglieder zu stellen.
      Es gibt die schon vor der Bundestagswahl erwartete Richtungsdiskussion und die sollte niemand Kraft seines Amtes in eine bestimmte Richtung manipulieren.

  5. Pingback: Drei Landesvorstände kleben an ihren Posten | Presseschau

  6. Das Problem ist, dass wir in NRW in vielen gleich geebneten Grüppchen gemeinsam wurschteln, ohne zu wissen, dass wir externe Filter brauchen, um das gedankliche Neugut zu teilen und nicht zu verteilen. Dazu braucht man Gruppenexterne, die für Profilierungen innerhalb eines Landesverbandes nicht zuständig sind. Die Lösung dieser Befriedung ist ziemlich einfach. Alle Landesverbände in ein und demselben Portal. Der eine erzieht den anderen. Wenn Renner einen Alleingang startet und der Landesvorsitzende von Bayern und Schlesig und all die anderen dies absurd finden, dann läßt er es. Er wird dann verpönt und würde deshalb die Säge, um an Dilgers Stuhl zu sägen, erst garnicht in die Hand nehmen. Dieses Bundesnetzwerk fehlt uns, dann könnten die Spielchen nicht gespielt werden, die gespielt werden und werden sie in unteren Netzwerken gespielt, hätten wir dann die höhere Institution, um ausgelacht zu werden. Das obere Netzwerk beinhaltet alle 16 Landesverbände in einem Portal. Wir sind eine einzige Partei, wir sind keine 16 Parteien. Der Vorteil für uns alle wäre, dass jeder etwas über Politik, Gemeinschaft und Gemeinsinn mehr lernen würde. Das hat enorme Vorteile auf Entscheidungen, Selbstwertgefühl und Parteizugehörigkeit. Alle unter einen Hut bedeutet eine behutsame Einführung, die nach und nach gelingen könnte. Das würde gleichzeitig bedeuten, dass ein Forum wie dieses nicht mehr notwendig wäre. Ein 16er Portal mit einem gemeinschaftlichen Einerportal auf der gleichen HP, dann hätte ich als Mitglied, Wähler oder Nichtwähler die Partei im Griff, für meine Zugehörigkeit würde der Horizont unendlich.

  7. Ein Stück weit würde schon die Einsicht helfen, dass die Partei in dieser Lebensphase noch die Führung bzw. den Zusammenhalt „von oben“ braucht. Wenn jetzt schon jeder lokale Verband partout sein eigenes Ding ausleben will, wird die AfD nicht stark, sondern eine zerfaserte Kleinpartei, die mit sich selbst beschäftigt ist. Prof. Lucke hat eine in sich schlüssige Konzeption vorgelegt.Wer jetzt schon weiß, dass ihm die Richtung nicht passt oder die Schwerpunktsetzung, wer nur nach Posten strebt oder es seinem eventuell ehemaligen politischen Umfeld mal so richtig zeigen will, schadet der Sache.

    • Das halte ich für diskutabel. Wir sind, laut Prof. Lucke, eine Graswurzelbewegung. D.h., die Demokratie wirkt sich auch von unten nach oben aus. Gerade die bedingungslose Stallorder von oben nach unten hat viele dazu bewogen, aus ihrer alten Partei auszutreten und zur AfD zu wechseln. Wir werden bei vielen Themen nicht immer unbedingt eine 100%ige Deckungsgleichheit finden. Das Parteiprogramm muß allerdings bindend sein, wenn es von der Mehrheit der Mitglieder bzw. von den Deligierten beschlossen wurde. Blinde Obrigkeitshörigkeit und das Nichthinterfragen ist sicherlich nicht das Gesicht der AfD. Bei kommunalen Themen wird es von Nöten sein, dass jeder lokale Verband sein „eigenes Ding“ ausleben muss, da der Bund unmöglich ein verbindliches Programm bis in die untersten Ebenen erstellen kann. Bei den beiden letzten Punkten sind wir uns nahe.

      • D’accord. Das widerspricht dem, was ich schrieb, aber kaum Es geht mir nicht um blinden Gehorsam. Ich finde es nur kontraproduktiv, wenn in dieser höchst sensiblen Phase Eitelkeiten und notorische Rechthaberei mit Demokratie verbrämt wird. Ich habe leider den Eindruck, dass es eine Reihe Leute gibt, die sich jetzt schon nicht um das noch gültige Parteiprogramm scheren, weil sie sich selbst zu sehr im Blick haben. Damit meine ich nicht die zukünftigen Kommunalpolitiker, die sich natürlich auf einem etwas anderen Terrain bewegen müssen, als die Vertreter, die bundesweit und international wahrgenommen werden. Diese sollten sich mit dem Bundesvorstand absprechen, ehe sie z.B. im Alleingang englische Konservative treffen. Dass es irgendwann auch ein paar Seehofers geben wird, die geräuschvoll mit den Flügeln schlagen, ist zu erwarten und völlig okay. Aber dazu ist es zu früh. Wir sind noch nicht im Sattel.
        Graswurzelwachstum und Basisdemokratie sind gut, aber sie dürfen uns nicht zerfleddern, ehe wir überhaupt wer sind.

      • So ist klar ist die Struktur leider nicht. Eine eindeutige Partei aus der graswurzel-Bewegung ist die Grüne. Sie entstand tatsächlich von unten, aus den sog. Friedens-, Anti-Atom und Hippie-Bewegungen. Aus diesen Bewegungen, aus dieser Graswurzel wurde das Personal rekrutiert.
        Bei der AfD ist das anders. Eine klare Graswurzel-Bewegung gibt es nicht. Der geistige und personelle Überbau wurde durch wenige Personen ( Stichwort: Professoren-Partei ) geschaffen. Die Graswurzel hat sich später darunter gestellt. Die ersten Graswurzeln haben dann Wahlprogramm und Satzungen durchgewunken. Heute knirscht es, weil viele Graswurzeln erst jetzt merken, dass sie etwas anderes durchgewunken haben als sie eigentlich dachten. Ferner ergeben sich Konflikte, weil sich einige stark mit dem Prinzip der Graswurzelbewegung identifizieren, was zu großen Spannungen führt, wenn der persönliche Eindruck entsteht, dass an der Graswurzel andere Ansichten (z.B. UKIP) vertreten werden als in dem personellen Oberbau (z.B. Tories). Normalerweise wäre diese Spannung lösbar, indem auf einem Bundesparteitag auf der Sachebene über die Differenzen gesprochen und abgestimmt wird. Nur wurden und werden die Spannungen leider auf die Spitze getrieben und in letzter Konsequenz inzident sogar daran Personalfragen geknüpft, indem man öffentlich die Autoritäten des Oberbaus in Frage stellte, also auch die Machtfrage stellte. Diese Spannung spitzt sich in der Diskussion um den zukünftigen Landesvorstand wieder.
        Aber: Ein Haus ohne Dach funktioniert genauso wenig wie ein Dach ohne Haus.
        Die AfD unterscheidet sich eben von vielen anderen Anti-EURO-Parteien durch eine kompetente Repräsentanz durch Personen wie Lucke oder Dilger ( „Professorenpartei“ ). Außerdem sind diese beiden Personen argumentativ extrem stark und behaupten sich auch in öffentlichen Diskussionsrunden. Deshalb: Eine AfD ohne Professoren wäre wie ein Haus ohne Dach.
        Umgekehrt wäre die AfD ohne Graswurzel keine Partei, sondern ein Professoren-Club, vergleichbar mit einem Debattier-Club oder einem Rotarier-Club. Also auch hier gilt, eine AfD ohne Graswurzel wäre wie ein Dach ohne Haus.
        Mein Vorschlag: Sollen die Professoren in das EP gehen, sie stehen als Repräsentanten und Fachleute für die AfD stets zur Verfügung. Die Graswurzel stellt den Vorstandssprecher, der aber integrativ ist, also eine konstruktive Kommunikation nicht nur zur Basis, sondern auch zum EP und zur Bundespartei auf die Reihe kriegt und diese als Wahlhilfe einbeziehen kann, mittelfristig auch Vertreter des EP in den Vorstand integriert bekommt.

  8. Meine Meinung: Der Vorstand gehört komplett auf neue Beine gestellt. Also neue Parteifreunde, die das Wort Freunde auch als Team mit Inhalt füllen können und werden. Der Landesvorstand hat sich als Mittler zwischen den Ebenen zu verstehen und keinen Kindergartentanz zu veranstalten. Ebenso wäre es Klasse wenn der neue LV sich um die anliegenden und liegen gebliebenen Aufgaben kümmert, ohne das der ein oder andere Ambitionen auf einen lukrativen Posten im Europaparlament hat. Wer sich für die AfD in NRW als Vorstand einsetzten möchte, braucht nicht noch einen EU-Job. Jetzt ist ehrliche Arbeit angesagt, das gleiche Chaos braucht kein Mensch noch mal.

  9. Herr Dilger, Sie haben Ihren Rücktritt angekündigt, um andere Vorstandsmitglieder ebenfalls zum Rücktritt zu bewegen. Dies in der Absicht, durch Neuwahl einen Ihnen genehmen Vorstand wählen zu lassen. Sie instrumentalisieren die Parteimitglieder und das Wahlergebnis des Gründungsparteitags, weil Sie unfähig sind, mit einem aus hochqualifizierten Personen bestehenden Vorstand zusammenzuarbeiten. Statt um Rücktritte zu kämpfen hätten Sie besser daran getan, die Streitereien im Vorstand zu schlichten, und zwar durch Zusammenarbeit. Wer überstimmt wird im Vorstand, hat eine demokratische Entscheidung zu akzeptieren! Er darf zurücktreten, aber nicht mit dem Ziel, sich unter Ablösung des Vorstandes wiederwählen zu lassen.
    Solche Tricks braucht die AfD nicht!

    • Besondere Umstände erfordern eine besondere Vorgehensweise.
      Ich kann nicht erkennen, was daran falsch ist. Jeder verdient eine zweite Chance, das ist fair und demokratisch.

    • Da haben sie aber viele Statements zusammengewürfelt, gebündelt und zu Tricks degradiert. So geht das aber nicht. Wenn wir bei der Wahrheit bleiben wollen, dann wissen wir nichts. Vom ganzen Gebündel wissen wir lediglich ein wenig, zu wenig um hier brilliante logische Schlüsse zu ziehen. Aus meiner Lebenserfahrung und meinem physikalischen Wissen weiß ich, dass es der Tropfen ist, der das Fass zum Überlaufen bringt. Dass das Ziel der Partei geringer erachtet wird als menschliche natürliche Schwächen ist fatal. Als Deligierter sind meine Alternativen aber beschränkt. Gut, ich könnte mich für jemanden entscheiden, dessen Namen ich heute noch nicht kenne. Ein verdammt hohes Risiko wäre das. Vielleicht sollte man vorher den Laufsteg etwas ändern. Wählen wir Dilger, fangen die anderen wieder an zu sägen. Wählen wir Balke oder Renner bleibt die Offenheit verborgen, wählen wir ein anderes Team müssen wir auf das Glück hoffen.

      • Statt auf das Glück zu hoffen, verlasse ich mich lieber auf meinen Verstand 🙂
        Wir sehen uns in Arnsberg.

      • Das Problem haben Sie schön zusammengefasst. Nur bei bei den Widersachern gegen Herrn Dilger im Vorstand gibt es zudem das Problem, dass teilweise die UKIP-Tour von Herrn Renner laut und deutlich gut geheißen worden ist. D.h. würde aus dem Lager ein Vorstand gebildet werden, kann sich jeder, der es mit sich besser will als mit dem Vorstand und der AfD seine öffentlichkeitswirksamen Eigenmächtigkeiten auf diese Aussage stützen. M.E. wäre die beste Lösung, wir deligieren unsere repräsentative Wirtschafts- und EURO-Koryphäe Dilger ins EP und bilden einen komplett neuen und unbelasteten Vorstand, der aber auch nicht die Zusammenarbeit mit dem zukünftigen MdEP scheut. Der neue Vorstand darf ruhig etwas unbedarfter sein, denn einiges an Fehlern könnte Herr Dilger, was dann auch ausdrücklich seine Aufgabe wäre, durch Beratung und Repräsentanz ausgleichen.

    • Die anderen Vorstandsmitglieder wollte ich vor meinem individuellen Rücktritt zu einem gemeinschaftlichen Rücktritt bewegen, wozu jedoch nicht alle bereit waren. Da ich in der bestehenden Konstellation keine Grundlage mehr für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zum Wohle der Partei gesehen habe, bin ich zurückgetreten, allerdings nicht sofort, um ordnungsgemäß mein Amt noch bis zum Parteitag ausüben zu können, zu dem auch jemand einladen musste etc. Auf die weiteren Rücktritte hatte ich keinen Einfluss, auch die Abwahlanträge haben andere gestellt. Ob ich wieder antrete, ist völlig offen, ob ich dann wieder gewählt würde, auch. Das ist alles demokratisch und transparent. Tricks wenden andere an.

    • Sind nicht inzwischen alle „hochqualifizierten Personen“ (Originalton Christian Bill) solidarisch aus dem Vorstand zurückgetreten? Ist es nicht ein Zeichen von Courage und aufrichtiger Führungsverantwortung, sich das Mandat durch die Mitglieder erneut bestätigen zu lassen? Schade, dass sich die verbliebenen Vorstandsmitglieder diesem Votum offenbar entziehen wollen. Wovor fürchten sie sich?

      • Was ist, wenn diese sich nicht vor etwas fürchten, sondern schlicht und ergreifend, keinen relevanten Grund (Verfehlungen jeglicher Art) für einen Rücktritt sehen?
        Jede Partei ist immer und ständig im Wandel. Dies kann also kein Grund sein, das Versprechen zu brechen, die übernommene Aufgabe über die volle Amtszeit zu erfüllen. Demokratie hat ja etwas damit zu tun, dass eine Mehrheit sich für etwas ganz bestimmtes entscheidet. Das heißt eben nicht, dass damit die Freiheit verbunden ist, diesen „Vertrag“ jederzeit von allen Beteiligten in frage zu stellen.

        Die Verantwortung der Wähler liegt eben darin, dass sie zu ihrer Entscheidung die komplette Amtszeit stehen müssen – und das gilt natürlich gleichermaßen für den Gewählten auch!

        Wenn dies nicht grundsätzlich gelten würde, es also gar zur Regel würde, dann würden wir alle paar Monate unseren Vorstand neu wählen mit der bedauerlichen Konsequenz, zur eigentlichen politischen Arbeit, also dem Existenzgrund unserer Partei nicht mehr kommen zu können. Und was soll dann der Wähler wählen?

        Noch einen Aspekt möchte ich in diesem Zusammenhang erwähnen:
        Jeder der in eine Vorstandsposition kommt, kann dies mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch nicht ausfüllen. Deshalb gibt es ja diese 100 Tage Regel, die besagt, dass ein neuer Leiter in den ersten drei Monaten doch bitteschön vorsichtig mit großen Entscheidungen sein sollte, da er im Zweifel einfach noch nicht genug eingearbeitet ist. Das ist natürlich für wirklich wichtige Positionen gemeint – also solche, wie die eines Landesvorstandes. Man wächst halt leider nur allmählich in so eine Position hinein. Da muss jede Menge gelernt werden. Und der Vorteil hinterher ist, dass man eine kompetente Leitung hat. Dies ist aber bei einer zu kurzen Amtszeit nicht gewährleistet. Deshalb sollten wir für jede Vorstandsbesetzung im Auge haben, dass wir nur dann eine kompetente Führung werden haben können, wenn wir die Geduld aufbringen können, die gewünschte Kompetenz auch wachsen zu lassen.

        Und auf der anderen Seite müssen wir die Gewählten auch dazu verpflichten, die komplette Amtszeit miteinander so zu gestalten, dass eine konstruktive Zusammenarbeit unsere Partei voranbringt. Und dies muss dann konsequenter Weise für den Vorsitzenden bedeuten, dass er zuallererst diese Zusammenarbeit mit genau den anderen Gewählten unter der optimalen Nutzung derer Fähigkeiten durchsetzen muss. Nur dann, wenn er erkennen sollte, dass er dies nicht kann und auch absehen kann, dass er es auch nicht mehr erlernen wird, wäre ein Rücktritt sinnvoll und auch wünschenswert.

      • Lieber Herr Dietmar Behm,
        was die Amtsausübung und die Mandatsdauer betrifft, stimme ich Ihnen für den „Normalfall“ zu. Was die AfD seit Ihrer Gründung bis zur Bundestagswahl auf die Beine gestellt hat war, allerdings im positiven Sinn, überhaupt alles andere als „normal“. Es ist bemerkenswert, dass der Vorstand in NRW überhaupt gewählt wurde und unter dem Kapitän Dilger und seiner Crew das unbekannte Parteischiff sicher alle Klippen umschifft hat.
        Die NRW-AfD sieht mit inzwischen mehr als 3000 Mitgliedern anders aus. Da stärkt ein erneuertes Mandat die Legitimation der Amtsausübung. Auch Prof. Dilger hat nicht wegen eines persönlichen Fehlverhaltens seinen Rücktritt angekündigt. Ebenso wird den anderen Vorstandsmitgliedern kein Fehlverhalten vorgeworfen.
        Niemand aus dem Vorstand, und das gilt auch für die Vorstandsteams der untergeordneten Parteiebenen, hatte die Möglichkeit, seine Arbeit dem 100-Tage.Check zu unterziehen, dazu war zu viel Aufbauarbeit nötig und der Bundeswahlkampf vorzubereiten.
        Jetzt geht es darum, dem neuen Vorstand, selbst wenn es wieder die bisherigen Amtsinhaber sein sollten, auf breiter Basis den Rücken zu stärken und das Vertrauen auszusprechen. Das halte ich im Sinne der Glaubwürdigkeit unserer Partei für unerlässlich.

  10. Zu Dirk Kleinhenz möchte ich folgendes sagen:

    Ich habe sehr genau gesehen, wie sehr Du Dich in aller Stille für die AfD eingesetzt hast. Du warst immer da und hast sogar gespendet – warst ein durch und durch engagierter Wahlkämpfer. Ich betone dies hier ausdrücklich, weil ich befürchte, dass Dein großes Engagement zu wenig gesehen wurde. Das war wirklich super, herzlichen Dank an Dich Dirk! 🙂

    Du hast dabei unterstellt, dass Du Dich auf das Funktionieren der Parteiführung verlassen kannst und musstest nun feststellen, dass Du Dich dabei geirrt zu haben scheinst. Ich verstehe Deinen Frust vollkommen und hoffe, dass Du Dir die Zeit gibst, darüber hinweg zu kommen. Vielleicht hilft Dir der Umstand, dass Du es mit Menschen zu tun hast, die, egal wie hoch sie auch immer gebildet sein mögen, schlicht und ergreifend Fehler machen, genau so wie Du und ich – andauernd! Das ist eben verbunden mit dem Werden jedes Menschen. Fehlerfreiheit dürfen wir realistischerweise nur von Göttern jeglicher Art erwarten.

    Das nun der Landesvorstand in eine Krise geraten ist, hat damit zu tun, dass dieser noch einen gewissen Lernbedarf hat. Die Rücktritte sehe ich auch als eine falsche Lösung der bestehenden Kommunikationsprobleme. Falsch deshalb, weil ja die Ursache für diese Probleme durch Rücktritte nicht behoben, sondern nur verdeckt werden können. Das ist tragisch und enttäuscht, weil die erhoffte Sicherheit, sich für die richtigen Leute eingesetzt zu haben, verloren gegangen zu sein scheint. Aber tatsächlich hat dies mit den Inhalten, für die wir uns stark gemacht hatten, überhaupt nichts zu tun. In Wirklichkeit hast Du ja nicht für die Kandidaten gekämpft, sondern für die Korrektur der Entwicklung beim Euro und der in der EU und das ist nicht dadurch verloren gegangen, dass wir den Einzug in den Bundestag verpasst haben! Die Bevölkerung hat uns gerade in der Wahlnacht besonders wahrgenommen und das ist ein tolles Ergebnis, für das wir alle gekämpft haben. Vor dem Wahlkampf hatten wir eben nicht mehr als 5 % jetzt schon!
    Die Entwicklungen in die Führung in der Landespartei sind so gesehen nur nebensächlich und wohl auch ärgerlich, aber sie verraten nicht unsere Ziele und wir dürfen hoffen, dass wir Mitglieder aus den Fehlern lernen werden – denn schließlich ist das ja immer der Grund, dass irgendetwas besser werden kann. Also, Dirk, nichts ist verloren, wir können einfach weiter machen! Auf der Vorstandsebene muss halt richtig was gelernt werden – aber da bin ich noch zuversichtlich, dass nun doch verstanden werden wird, worauf es beim Führen ankommt – nämlich auf das Zustandekommen konstruktiver Arbeit!

  11. Lieber Herr Martin Haase,
    ich fürchte, dass wir in der Beurteilung der Ursache für unser Problem sehr weit auseinder liegen.
    Sie halten es für wichtig, dass bspw. bei Verdopplung der Mitglieder eine erneute Legitimation erforderlich sei. Ich glaube hingegen, dass das wichtigere sein muss, dass sich bei der Amtsführung die erforderliche Kompetenz entwickeln kann, damit es überhaupt einmal gut werden kann. Dies wäre nach Ihrer Strategie nur zufällig dann möglich, wenn der Amtierende von den neuen Mitgliedern immer wieder bestätigt würde und dann aber erwiese sich die Bestätigung stets als überflüssiger Kraftakt. Es wäre dann besser gewesen, die Energie der Mitglieder auf die Erarbeitung von besseren politischen Inhalten zu lenken.

  12. Eigentlich verstehe ich diese (manchmal auch unsachlichen) Diskussionen nicht. Sollte man sich nicht mehr auf das gemeinsame Ziel konzentrieren: Wir wollen doch alle dringend notwendige Veränderungen in Deutschland. Da die etablierten Volksparteien gegen das deutsche Volk handeln, haben wir alle unsere Hoffnung in die AfD gesetzt. Statt sich gegenseitig in einem ständigen Kleinkrieg aufzureiben, sollte man das Ziel im Auge behalten und seinen eigenen Frust in positive Energie für die Gemeinschaft und für das gemeinsame Ziel wandeln. Unsere Regierung hat es geschafft Deutschland vor die Wand zu fahren…….es ist bereits Viertel nach Zwölf. Um zu retten, was noch zu retten ist, sollten wir zusammenhalten und diesen Zusammenhalt auch nach außen tragen. Nur so kann man das Vertrauen der Wähler gewinnen.

    Hier mal etwas für das mangelnde Zusammengehörigkeitsgefühl:

    • Ich bin nicht sicher, ob alle in der Partei dasselbe grundlegende Ziel haben. Auf jeden Fall gibt es Differenzen über die Grundausrichtung der Partei. Ich bin für eine seriöse Partei, die dem Kurs von Herrn Professor Lucke und dem Bundestagswahlprogramm folgt. Andere wollen die Parteiführung stürzen, die EU abschaffen und die AfD weit rechts aufstellen. Mit diesen Leuten strebe ich keinen Zusammenhalt an, sondern sie sollten am besten die Partei verlassen und eine eigene gründen oder zumindest von der Mehrheit der vernünftigen Mitglieder von allen Positionen abgewählt werden. Denn falls sie sich durchsetzen sollten, wird die AfD als rechte Splitterpartei wie viele andere auch enden.

      • Ich denke schon, dass alle ein Grundziel haben: Veränderung und Mitbestimmungsrecht. Dass der eine oder andere seine persönlichen Ziele hat ist offensichtlich. Nur diese persönlichen Ziele sollten nicht im Vordergrund stehen oder gar aggressiv ein verlangt werden. Auch diese unseligen Streitereien um Geld und Posten sind wegen der momentanen höchst brisanten Lage in Deutschland absolut unangebracht. Wenn jetzt nicht alle an einem Strang ziehen, verlieren wir (auch die anderen europäischen Staaten) alles: Freiheit, Wohlstand, Mitbestimmungsrecht.
        Ich kenne keinen, der einen Posten in AfD hat oder anstrebt, persönlich, daher kann ich auch kein Urteil fällen, was der einzelne für persönliche Ziele hat. Aber wer nur persönliche Ziele hat, der sollte schleunigst die AfD verlassen, damit die anderen die großen Probleme angehen können.
        Für eigene persönliche Ziele ist man in den etablierten Parteien besser aufgehoben. Die AfD sollte eine Alternative sein und kein Sprungbrett.

    • Ein sehr schöner Kommentar, Frau Evers. Allerdings bringt die Intention des Videos ja deutlich zum Ausdruck, woran es derzeit mangelt: Nämlich an der kulturellen Identität. Aus dieser Identität könnte jede Menge persönlicher Anspruch und Ansporn be- oder entstehen. Tatsächlich ist alles auf das technische und pragmatische abgeflacht. Es gibt kein Bewusstsein für die eigene Wertigkeit, auch in Bezug auf die nationale Herkunft nicht. Die Wertigkeit der eigenen Person erfolgt heute von außen und zwar über die Erfolge aufgrund von Leistung, egal ob diese destruktiver oder konstruktiver Natur war oder ist. Die Wertigkeit definiert heute in letzter Konsequenz der kommerzielle Erfolg. Die Frage ist, ob dieses Rad noch zurückgedreht werden kann. Ich bin da eher pessimistisch. Meinen Kindern bringe ich deshalb bei, dass an erster Stelle die Familie und noch einmal die Familie steht ( und da ist kommerzieller Erfolg völlig nachrangig ). Auf den Rest der Gesellschaft kann man sich heute nicht verlassen, weil es grundlegend an ( deutscher ) Kultur mangelt. Das Belohnungssystem ist letztlich so geschaffen, dass derjenige, der hemmungslos strategisch und taktisch agiert, belohnt wird. Es wird auch hier in der AfD um Vorstands-, Macht- und geldwerte Posten genau so agiert, weil auch hier die unterschwellige Vermutung gilt, dass nur der Erfolg zählt und belohnt wird. ( Auf die Gefahr habe ich im übrigen schon sehr früh in meinem Blog hingewiesen, allerdings hatte ich mir damals nicht vorgestellt, dass die Gefahr so schnell präsent sein könnte und dass sich so schnell ein Konsens bilden würde, die Aushängeschilder der AfD abzusägen und dass auch noch so zeitig. Der Sieg wird sich zwar letztendlich als Pyrrhus-Sieg erweisen, aber der befriedigende Erfolg, die Belohnung und die Bestätigungen werden ggf. erst einmal da sein. ).

      • Ja, es sieht düster aus für die Deutschen……
        National- bzw. Zusammengehörigkeitsgefühl wird uns bereits im Kindergarten abtrainiert und das Gefühl Angehöriger eines Schuld- und Tätervolkes zu sein
        aufdiktiert. Kein Wunder, dass die Deutschen sich wurzellos und frustriert fühlen und dann auch so handeln.
        Jüngstes Beispiel: Abschaffung des St. Martinzuges bzw. Umwandlung in ein Sonne-Mond und Sterne Fest………weil wir diese Tradition den Migranten nicht zumuten können????

  13. Ich bin, so habe ich geglaubt in eine seriöse Partei eingetreten, die die besten Aussichten hat
    in unserem Leben etwas zu verändern. Bernd Lucke ist das Beste was uns passieren konnte.
    Ich habe geglaubt das ist jetzt für uns alle ein Neuanfang mit den besten Vorraussetzungen,ich habe mir eingebildet jeder hat nur eins im Auge unser gemeinsames Ziel ,eine Altenative zu bieten für die Alternativlosigkeit unserer Regierung. Und ich war Stolz darauf dabei sein zu können. 4,7 % fand ich war eine super Leistung , ich bin immer noch der Meinung das man uns betrogen hat. Das man jetzt allerdings versucht Bernd Lucke aus dieser Parei zu befördern, ist
    entweder Dummheit oder grenzenlose Selbstüberschätzung.Für mich steht und fällt diese Partei
    mit Bernd Lucke und so denken viele andere, ist er weg werden viele gehen . All diejenigen die
    unser Wahlprogramm nicht mehr vor Augen haben, sollten es sich noch einmal verinnerlichen
    dafür haben wir mit voller Überzeugung Wahlkampf gemacht. Und wenn sie nicht mehr dahinter stehen wäre es für alle das Beste sie würden das Weite suchen. Wir wollten miteinander, nicht
    eigensinnig und schon gar nicht gegeneinander dieser Partei zum Sieg verhelfen, und der ist möglich.

    • Dem gibt es eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, liebe Marga.
      Ich nehme meine Austrittserklärung vorsichtshalber zum LPT mit. Von diesen „Schmierlappen“, die unseren mehr als seriösen Vorsitzenden nicht das Wasser reichen können, in keiner Richtung, lasse ich mir nicht meinen Ruf ruinieren. Keine Rep 2.0. Wenn man sich FB anschaut, hat man den Eindruck, die Hassprediger wären nicht mehr nur Islamisten. Viele haben sich genau auf dieses Niveau begeben. Man kann aber auf diesem Niveau keine Probleme lösen und schon gar nicht mit einer Partei, die in dieser Liga spielt, dazu braucht man sich nur die Zahlen der fanatischen Splitterparteien anzuschauen.
      Wir wollten die andere Partei sein, konservativ, liberal, modern. Eine Partei für jedermann mit Menschen an der Spitze, die unseren Politikern mehr als die Stirn bieten konnten und zwar nicht nur mit Sprüchen, sondern mit Intelligenz.
      Ich hoffe, lieber Herr Prof. Dilger, dass wir das gemeinsam hinbekommen. Unser ganzes Herzblut schlägt in dieser Partei. Wie müssen Sie u. Prof. Lucke sich fühlen, so angegangen zu werden. Ich bewundere Sie und wünsche Ihnen nicht nur für den LPT viel Kraft. Wir rocken das schon.

      • Für den Landesparteitag bin ich recht zuversichtlich, dass die richtige Seite, die hinter Herrn Professor Lucke steht, gewinnt. Doch selbst wenn das scheitern sollte, wäre es noch zu früh für Austrittserklärungen. Entscheidend ist die Bundesebene. NRW trägt als größter Landesverband „nur“ einen wichtigen Teil dazu bei.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.