Tories als potentieller Bündnispartner

Heute wurde ich von einem Journalisten u. a. gefragt, mit wem die Alternative für Deutschland im Europaparlament zusammenarbeiten könnte. Ich denke, es gibt eine Reihe von eurokritischen, aber grundsätzlich europafreundlichen Parteien außerhalb Deutschlands. Denn dies ist kein Widerspruch, sondern umgekehrt die einzig konsequente Haltung. Wer für den Euro ist, ist in Wirklichkeit gegen Europa und die Europäer. Konkret genannt als potentiellen Bündnispartner habe ich die Tories, die britischen Konservativen. Den Euro will niemand in Großbritannien, weshalb Bernd Lucke (siehe dieses Interview) auch die Labour Party als der AfD ähnliche Partei anführt, die jedoch zusammen mit der SPD der europhilen Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialisten und Demokraten im Europäischen Parlament angehört, während die Conservative Party konsequent die Fraktion der Europäischen Volkspartei und Europäischen Demokraten verließ, in der z. B. CDU und CSU ihre Euro-Euphorie ausleben. Mit der Kritik daran ist die Alternative für Deutschland in guter Gesellschaft und könnte z. B. der Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformisten beitreten, die von den Tories mitbegründet wurde.

62 Gedanken zu „Tories als potentieller Bündnispartner

  1. Ob das für eine Reise nach Brüssel ausreicht ?

    Aber ich denke Sie bleiben Ihren Treuen daheim eh erhalten . Ich wäre da eher für Realität als für Geplänkel . Die Realität ist dieser Herr : Nigel Farage

    Der spricht mit Sicherheit gut 80% der AfD ler die ich kenne aus dem Herzen .

    • Herr Farage von der United Kingdom Independent Party (UKIP) ist vollkommen gegen die EU. Das ist nicht die Position der AfD, die wie die etablierten britischen Parteien für grundlegende Reformen ist, doch die EU im Gegensatz zum Euro grundsätzlich erhalten will.

      • Herr Dilger: UKIP und Farage wollen den Briten eine Volksabstimmung zur EU-Mitgliedschaft vorlegen. Das entspricht letztlich der AfD-Position, zu EU-Grundfragen Referenden durchzuführen das Votum der Bevölkerung zu respektieren.

      • Die Tories wollen und werden einen Volksentscheid dazu herbeiführen, bei dem sie auch noch auf der aus AfD-Sicht richtigen Seite stehen, nämlich für eine reformierte EU. Wer in der AfD kann ernsthaft wollen, dass Deutschland zukünftig in einer von Großbritannien verlassenen und damit noch ungehemmteren EU verbleiben soll?

      • @Alexander Dilger sagte am 29/10/2013 um 00:35:
        Ich teile Ihre Ansicht ja im Grunde, ich widerspreche nur der Argumentation. Im Endeffekt wollen Sie die Briten in der EU halten, weil das für uns besser wäre. Völlig richtig, finde ich. Nur weltanschaulich bin ich der Ansicht, dass die Menschen in Großbritannien jederzeit das Recht haben sollten, über einen EU-Austritt zu entscheiden, und dabei nicht darüber nachdenken sollten, was das für uns bedeutet. Letztlich siegt auch bei mir das Hirn und nicht das Herz. Ich mache Farage nur keinen Vorwurf, dass er den Briten JETZT die Möglichkeit zum EU-Austritt einräumen will. Wie ausgeführt habe ich andere Kritikpunkte.

        Leider sieht es im Moment so aus, als ob GB 2015 eine Labour-Regierung bekommt und UKIP gar nicht im Unterhaus landen (vote UKIP get Labour), eine Konsequenz des britischen Mehrheitswahlsrechts. Tatsache ist auch, dass UKIP ein Referendum 2015 in Aussicht stellt. Cameron möchte hingegen, von UKIP getrieben, angeblich die EU-Verträge nur für Großbritannien (das nützt Deutschland nichts!) irgendwie ändern und dann die Briten abstimmen lassen. („Ich möchte… wenn das… und wenn dann das…“). Soweit ich weiß hat er auch behauptet, er werde die Briten über den Vertrag von Lissabon abstimmen lassen; nachdem er an die macht kam war es ihm egal.

        Ich plädiere für eine Vernunftehe zwischen AfD und Tories, aber ohne es sich mit UKIP zu verderben. Es wäre strategisch falsch und könnte sogar Stimmen kosten. Ich würde ohne handfeste Notwendigkeit nichts in Stein hauen und AfD-Basis und Wählerschaft alles gut vermitteln. Man kann mit den Tories eine Fraktion bilden ohne Spinne Feind mit UKIP zu sein und es sich dadurch mit den deutschen Farage-Fans zu verderben. In den letzten Jahren sind Abgeordnete der Tories im EU-Parlament zur UKIP-Fraktion gewechselt und umgekehrt. Man sollte also (zum eigenen Wohl) keine Gräben aufreißen wo weder welche sind noch gebraucht werden.

        Eine reformierte EU nur zum Wohl Großbritanniens (also mit Sonderregelungen) und ganz viel „Integration“ in der Eurozone, wie von Cameron beworben, das nützt Deutschland nichts. Und Europa übrigens auch nicht.

      • UKIP vertritt plausible Positionen, es sind nur nicht die der AfD. Großbritannien hat auch jedes Recht, die EU zu verlassen, nur ist das weder im Interesse Deutschlands noch der AfD. Am besten ist es, wenn wir auf die Tories einwirken. Großbritannien sollte in der EU bleiben und mit uns auf allgemeine Reformen hinwirken, nicht nur ein paar nationale Ausnahmen und Sonderregeln. Schließlich ist UKIP die vierte größere Partei in einem Zwei-Parteien-System, was zu ganz seltsamen Mehrheiten führen kann.

    • Es stimmt, dass Herr Farage bei der AfD-Basis populär ist und wohl auch das ausspricht, was sich viele AfD-Wähler von der AfD wünschen.

      Das Problem ist hier, dass a) UKIP nur Teil einer größeren Fraktion ist (solche Fraktionen im EU-Parlament müssen multinational sein), der einige Quertreiber angehören. Und b) wiegt noch viel schwerer, dass sowohl Herr Farage wie auch andere UKIP-MEPs in der Vergangenheit leider sehr unangenehm verbal ausfällig wurde. Dazu gehörte, dass Farage Herrn van Rompuy (kein Freund von mir) über Gebühr beleidigte und Belgien als „so ziemliches Nicht-Land“ bezeichnete, was zwar zutreffen mag, aber na ja…

      Die AfD muss aufpassen, mit wem sie sich einlässt, weil man ansonsten versuchen wird, die Schmierenkampagne mit „Drittmaterial“ gegen sie fortzusetzen. Die Tories – die nicht nur aus Cameron bestehen – sind da der bessere Partner, da man hier alle Vorwürfe an die Adresse der AfD im Endeffekt auch gegen Merkel erheben könnte, die kein Gegner Camerons ist.

      Ich möchte aber noch dazu etwas mehr in einem „eigenen“ Post sagen.

  2. Entsprechende Gerüchte machen schon seit Längerem die Runde.

    http://www.telegraph.co.uk/news/politics/david-cameron/9990805/Tories-build-secret-alliance-with-Eurosceptics-behind-Merkels-back.html

    Ich wäre auch dafür, wenn sich das anbieten würde. Ich sehe aber einige Konfliktlinien. Da wäre a) dass die Tories keine homogene Gruppe sind. Cameron ist z.B. in der eigenen Partei unter Beschluss, weil er für das „Milieu“ vergleichsweise pro-EU-Positionen vertritt. Jetzt ist die AfD – wie auch ich – gar nicht gegen die EU als Grundidee, aber manches was „Dave“ so einfällt geht etwas weit:

    http://www.theguardian.com/world/2013/jul/01/eu-extend-soviet-union-david-cameron

    „We have to make this organisation flexible enough to include both sorts of country. In my view the euro countries clearly need to integrate more. If you have a single currency you need to have an integrated banking system, you need to have an integrated fiscal system. You need to make sure you have quite a lot of rules. You need solidarity.“

    „Solidarität“ (wir wissen, was das heißt), Fiskalunion – keine AfD-Positionen. Da muss man aufpassen, dass man die nötige Distanz hält.

    Deshalb würde ich vorschlagen, dass die AfD sich einen Fraktionswechsel zu Farage vorbehält. Ich meine das nur so, dass man sich nicht alle Karten aus der Hand nehmen lassen sollte. Auch weil eine Fraktionsgemeinschaft von Tories und AfD eventuell zu Verwicklungen im Verhältnis Cameron-Merkel / GB-Deutschland führen könnten. Falls die AfD „vor die Tür gesetzt“ werden sollte oder das Bündnis gar nicht erst zustandekommt, sollte man eine Ausweichsoption haben. Tatsache ist dass UKIp bzgl. des Euros konsequenter ist als die Tories und der AfD näher steht.

    Ein anderes Problem ist die britische Spionage. Da muss man aufpassen, dass man sich nicht verzettelt und als scheinheilig dasteht. („AfD beschwört deutsche Souveränität und biedert sich bei britischer Regierung an“, oder so.) Noch so ein Grund, warum man sich eine Alternative offen lassen sollte.

    Ich bin grundsätzlich Ihrer Ansicht – das Problem mit gewissen Farage/UKIP-Darbietungen habe ich ja an anderer Stelle schon angesprochen – es muss aber klug gehandhabt und daheim überzeugend vermittelt werden.

    Wenn im Wahlkampf entschieden für die eigenen Positionen geworben wird und auf diesen auch bestanden wird (EU-Verschlankung, Euro, etc) dann ist es für die Wähler und das Ergebnis nicht wichtig, wo man im Parlament sitzt. Richtig ist aber auch, dass man keine unnötigen Angriffsflächen bieten sollte.

    • Alternativen sind immer gut, doch die Tories sind sowohl den AfD-Positionen näher als auch wahltaktisch interessanter. Dass die Briten nicht beim Euro mitmachen, uns aber kluge Ratschläge für eine stärkere Integration der Eurozone geben wollen, stört mich auch am Economist ungemein. Sollte es zu einer gemeinsamen Fraktion kommen, müssen die Tories grundsätzlich gegen den Euro eintreten und nicht nur für ihr Land.

  3. Gute Nacht 😉 egal mit wem

    ***müssen die Tories grundsätzlich gegen den Euro eintreten und nicht nur für ihr Land.***

    was bei Engländern erfahrungsgemäß immer der Fall ist ! * Nicht für Ihr Land ! *
    Sind das plötzlich Deutsche geworden ?

    • Eine Regierung sollte immer für ihr eigenes Land eintreten, aber eben nicht nur und ausschließlich. Langfristig zahlt sich die Unterstützung auch von anderen und das Verfolgen auch von übergreifenden gemeinsamen Interessen in der Regel aus, da ungehemmter Egoismus zu negativen Reaktionen führt. Dasselbe gilt auf individueller Ebene. Jeder hat eigene Interessen, die er verfolgen darf und soll, nur nicht ohne jegliche Rücksicht auf andere.

  4. Es gibt zwei unterschiedliche Fraktionen im EP, denen Anhänger der UKIP und der Tories angehören. Die Anhänger der UKIP gehören überwiegend der Fraktion „Europa der Freiheit und der Demokratie“, der Rest ist fraktionslos. Es gibt also innerhalb der Partei keine einheitliche Linie. Der Fraktion „Europa der Freiheit und der Demokratie“ gehören u.a. „Lega Nord“ und die „Wahren Finnen“. Nicht dazu gehören zum Beispiel die Front National oder FPÖ ( beide fraktionslos ). Die Fraktion ist wenig geschlossen. Die UKIP träumt von einem Commonwealth of Nations als Alternative zur EU. Die Lega Nord will mehr Regionalisierungen und umgekehrt keinen oder weniger Zentralismus. Insgesamt ist die gemeinsame Basis dünn. Die Intention der UKIP, eine eigene Freihandelszone in Opposition zur EU errichten zu wollen, wirft die Frage auf, ob sie letztlich nicht als anti-(kontinental-)europäisch einzustufen ist. Letztlich stellt die UKIP die EU als Friedensunion in Frage, wenn sie ein wirtschaftliches Bündnis direkt gegen Kontinental-Europa aufbaut. Es droht die Spirale, dass danach zwei politische Unionen und / oder zwei militärische Blöcke entstehen. Das erscheint mir äußerst gefährlich, denn die Ursprünge der zwei Weltkriege lagen eben halt auch in dem übersteigerten British-Empire. Ich würde trotz einiger gleichlautender Antworten in Anbetracht der Intention nicht in ein Boot, in eine Fraktion mit der UKIP gehen. Die Kiste ist mir zu heiß ! Die Tories gehören geschlossen der Fraktion „Europäische Konservative und Reformisten“ an. Diese Fraktion ist konservativ, aber trotz allem pro-europäisch. Es geht um Reformen der EU. Wenn es eine brauchbare Fraktion gibt, dann ist es diese.

  5. Zur Klarstellung: Meine Vorstellung ist ein Europa souveräner Nationalstaaten, die friedlichst miteinander leben und deren Intention es ist, ihre Völker mit Wohlstand zu versorgen. Ich habe überhaupt keine Lust, ein Knecht eines Empires namens EU zu sein, das meint, sich mit China und USA global messen und um eine Hegemonialstellung erkämpfen zu müssen. Ich kenne keine historisch belegten Beispiele, dass der Bürger jemals etwas davon gehabt hätte, wenn der eigene Staat oder Staatenbund meinte, Hegemonialmacht werden zu müssen. Der Hegemonialstatus kam stets immer nur sehr wenigen zugute. Mir graut die Vorstellung die UKIP würde mit ihrem Commonwealth of Nations durchdringen. Zwangsläufig würde ein Gegenbündnis aus Kontinentaleuropäern – mit oder ohne Norwegen – von Spanien bis an die chinesische Grenze entstehen. Demokratie- und Wohlstandsverluste sind absehbar. Es würde eine neue Weltordnung entstehen…

  6. Pingback: Tories als potentieller Bündnispartner | FreieWelt.net

  7. Ich denke , es wird hier jede anständig vorgetragene Meinung zugelassen und nicht ausgesiebt. Mir wurden diesbezüglich bereits mehrfach Bedenken geäussert das hier nicht jede Meinung Gehör findet . ( Was ich eigentlich so nicht glauben möchte , deshalb bekomme ich diese Beiträge jeweils in in Kopie ! ) Ich kenne Herrn Prof. Dilger von der ersten Stunde an und weiß , das er für freie Meinungsäusserung einsteht .

  8. Die ersten Reaktionen aus dem “ platten Land “ Die ersten Unzufriedenen denken darüber nach was “ SIE “ so wollen !

    Eine mail !
    ES wird sich in den nächsten Tagen noch einiges mehr ergäben………die Wut der Mitgliedschaft BUNDESWEIT!! ist so groß, dass glaubst Du nicht. Wir haben heute schon den ersten Austritt !!

    • Das ist in dem Punkte doch ganz einfach: Eine Lesestunde aus dem Wahlprogramm der letzten Bundestagswahl….

      • Ja, das Bundestagswahlprogramm war so eine Art Gründungskonsens der Alternative für Deutschland. Mir fällt auf, dass es zunehmend Stimmen gibt, sei es von Mitgliedern oder auch Nichtmitgliedern, die von diesem Konsens nach rechts (z. B. grundsätzlich gegen die EU) abweichen wollen. Das ist nicht verboten, doch ich frage mich, was diese Personen von oder gar in der AfD eigentlich wollen.

  9. Ich sehe bei der UKIP mehr Gemeinsamkeiten zu den Positionen der AfD-Basis als bei den Tories. Außerdem ist die Partei von Nigel-Farage ganz klar auf dem Vormarsch und wird in Zukunft zu einer echten Alternative zur Cameron-Partei. Mit dem geplanten Referendum über die EU-Mitgliedschaft machen sich die Tories unglaubwürdig, da sie mit dieser Aktion lediglich versuchen wollen, die Abwanderung konservativer Wähler an die UKIP zu verhindern. Die Conservative Party und natürlich auch die Labour Party gehören in GB zu dem alten Parteiensumpf, wie wir ihn in Deutschland durch SPD, CDU, FDP, Grüne und Co. ebenfalls kennen. Da sollte man sich eine Zusammenarbeit wirklich sehr gut überlegen…

  10. War nicht die anfangs Idee , ein friedliches Europa mit souveränen Staaten.Warum jetzt diese
    Diskusion mit wem oder mit wem nicht.All diese Bürgerbewegungen zeigen uns doch nur es tut
    sich was in Europa und wir liegen mit der AfD genau richtig.Jedes Land hat seine eigenen Probleme, und auf die in unserem Land sollte man sich konzentrieren. Gedankenaustausch ist gut,aber dabei sollte man es doch belassen. Zusammen mit England, Frankreich oder sonst jemanden unsere Probleme zu lösen ,,daran fehlt mir jeglicher Glaube. Wollen wir uns noch mehr in eine Abhängichkeit bringen.Darum möchte ich doch bitten, die Zeit rennt uns weg.Sinnlose und mühsame Diskusionen bringen nichts, fangt enlich mal an für uns und unser Land eure Köpfe anzustrengen. Unsere Wähler brauchen jetzt die Gewissheit, da tut sich was,sonst sind sie weg und wir fangen bei Null an.

      • Es gibt halt unterschiedliche Ziele ! Vor zwei Wochen hatte ich das Ziel Dortmund zu besuchen. Letztes Wochenende zog es uns nach Essen.
        Da ich bochumer bin gebe ich jetzt die Werung bekannt :

        Dortmund liegt bei dem Erscheinungsbild um Jahre vorn , gefolgt von Essen und auf Platz drei dann Bochum . Dort steht die goldene Zukunft aber bereits ab Januar vor der Tür !

        Ach , mein heiliges Europa ! Wo gehst du hin ?

  11. „Dass die Briten nicht beim Euro mitmachen, uns aber kluge Ratschläge für eine stärkere Integration der Eurozone geben wollen, stört mich auch am Economist ungemein. Sollte es zu einer gemeinsamen Fraktion kommen, müssen die Tories grundsätzlich gegen den Euro eintreten und nicht nur für ihr Land.“

    Das ist doch völlig normal, Herr Dilger, dass britische Parteien britische Interessen vertreten – und britische Wirtschaftszeitungen ebenfalls.
    Dass der Massen-Michel das schon bei Obama (für die USA) nicht kapiert hat, stellt ihm nicht das beste Zeugnis aus.

    Wir müssen also zunächst einmal analysieren, wie sich die britischen Interessen in Sachen Euro OBJEKTIV mutmaßlich darstellen.

    Man darf wohl annehmen, dass Großbritannien, genau wie Frankreich, eine Rückkehr Deutschlands zur DM fürchten wie der Teufel das Weihwasser. Eine starke und harte DM würde das Pfund wesentlich schlechter aussehen lassen, als ein Vergleich mit dem maroden Eurotz.
    London wäre für vagabundierendes Fluchtkapital out; das ginge alles nach Deutschland. Damit wäre auch die Stellung Londons als internationales Finanzzentrum bedroht.
    Das alles kann kein Brite wollen: Die Konservativen nicht, und, wenn es hart auf hart kommt, am Ende vielleicht nicht einmal die UKIP.

    Der Economist gibt uns also keine „klugen“ Ratschläge (auch wenn Sie das natürlich ironisch gemeint haben): Der Economist gibt uns EIGENNÜTZIGE Ratschläge.
    Und jede britische Regierung wird alles tun, um den maroden Euro zu erhalten, und Deutschland die Kosten dafür aufzubürden.

    Vielleicht ist eine gemeinsame Fraktion der AfD mit den britischen Konservativen im europäischen Parlament dennoch sinnvoll; schließlich ist das kein Parlament der Eurozone.
    Nur muss, wer solche Zweckbündnisse abschließt, das illusionslos tun, und sich über die objektive Interessenlage der Partner im Klaren sein.

    Ich stimme Alexander Gauland darin zu, dass wir auf Bismarcks Spuren wandeln sollten.
    ABER: Für mich heißt „Bismarck“ nicht in erster Linie Freundschaft mit Russland (obwohl ich die, im Hinblick auf den russischen Rohstoffreichtum, ebenfalls für sehr wichtig halte!), sondern politische Intelligenz.
    In diesem Sinne hatte ich in meinen Änderungsvorschlägen zum AfD-Programm http://blockiblocker.blogspot.de/2013/04/anderungsvorschlage-zum-parteiprogramm.html u. a. dafür plädiert, dass Deutschland seinen Partnern die bittere Pille des – potentiellen – Euro-Austritts versüßt, indem es ihnen eine komplette Vergemeinschaftung der Außen- und Verteidigungspolitik (vielleicht mit Ausnahme der Kultur- und Wirtschaftsbeziehungen) vorschlägt (vorbehaltlich der Zustimmung der Völker).
    Damit könnten wir Befürchtungen unserer Freunde über deutsche Alleingänge entgegentreten, und zugleich den Schwarzen Peter der schlechten Europäer an die Franzosen usw. weitergeben. Denn die werden natürlich eine solche Einigung ablehnen; die wollten ja lediglich die DM vom Tisch haben, und wollen jetzt die deutsche Wirtschaft und den deutschen Staatshaushalt schwächen.

    Aber solche Manöver setzen politische Intelligenz und Kreativität voraus. Beides ist in Deutschland leider deutlich unterentwickelt.

  12. Ob die Tories tatsächlich die richtigen Bündnispartner sind? Ich habe da meine Zweifel. Cameron macht eher den Eindruck eines Gehetzten und versucht den Niedergang seiner Partei dadurch aufzuhalten, in dem er etwas mehr auf die Linie der UKIP einschwenkt und sogar mit einem Referendm winkt. Referendum? Ja, aber nicht jetzt sondern erst in 2017, wenn alles andere mehr oder weniger in Europa manifestiert ist. Dann kann er sagen: „Seht, ich war immer für ein Referendum – leider ist es ein wenig spät..“ Nein, das ist so eine Art Wendehals, den im Grund niemand braucht. Und auch bei der AfD brauchen wir Köpfe, die Ihr Fähnchen nicht nach dem Wind richten, wir brauchen Hunde, die nicht nur bellen sondern auch beißen. Ich warne davor, sich an die Falschen anzuschmiegen. Wir brauchen Leute in Brüssel und Strassburg, die dem Farage auch rethorisch das Wasser reichen können und die dürfen polarisieren und die dürfen auch mal ausfallend und auffallend sein. Der Kuschelkurs muss spürbar zu Ende sein. Das ist sicherlich der Lackmustest für unsere Partei aber er ist wichtig. Was bei Farage für manchen eine Beleidigung ist, ist für andere aber eine schöne bildhafte Zusammenfassung der Realität. Insbesondere seiner Bewertung des Belgiers möchte ich unbedingt zustimmen. Und ich frage mich, wer hätte sich das bei uns getraut zu sagen? Das ist nicht immer nett und freundlich – aber es schafft Aufmerksamkeit, der man sich nicht entziehen kann und wird auch zu Mehrheiten führen, weil die Leute es satt haben immer die gleichen Typen da vorne zu sehen, von denen sie Tag ein Tag aus verschaukelt werden.

    • Es geht doch um Fraktionsbildungen und nicht um Bündnisse und um „anschmiegen“. Bei der Frage, ob man in die Fraktion mit den Tories oder mit den UKIP geht, geht es um die grundsätzliche Ausrichtung. Wie schon gesagt, wollen die UKIP die Mitgliedschaft von GB in der EU beenden und darüber hinaus die bisherige Freihandelszone durch den mit den commonwealth of nations als globale Freihandelszone ersetzen, obwohl die EU schon längst mit die USA über eine gemeinsame Freihandelszone verhandelt. Sie möchte also der EU den Rücken zukehren und eine alte Welt aufleben lassen. Wer sich von der EU wie die UKIP trennen will, der will letztlich die totale Nationalstaatlichkeit ( zumal Deutschland im Gegensatz zu GB gar kein Alternativszenario hat, das mit dem commonwealth vergleichbar wäre ). Das erscheint mir in Hinblick auf die Vergangenheit äußerst bedenklich, weil damit die Friedenssicherungsinstitute, die immerhin fast 70 Jahre funktionierten, beseitigt würden. Unabhängig davon, dass die Träumerei der UKIP vermutlich nicht funktionieren wird, denn für Kanada, Neuseeland und Australien spielt die Musik in Asien und nicht in Europa, ist die Intention bedenklich. Für Churchill stand zur Zeit der Montanunion und EURATOM fest, dass neben dem Ring um den Commonwealth, ein weiterer Ring mit die USA und noch ein weiterer mit der EWG bestehen muss, um den eigenen Frieden und Wohlstand zu sichern. Das aufgeben zu wollen, erscheint mir auch aus britischer Sicht dümmlich; zumal die globale Bedeutung GB stark gesunken ist. Ich habe letztlich nicht den Eindruck, dass die UKIP eine Partei ist, mit der man eine Fraktion bilden sollte.

    • Es bezweifelt wohl niemand, dass UKIP britische Interessen vertritt und keine deutschen. Das ist für eine britische Partei auch in Ordnung. Wer in der AfD UKIP nacheifert, ist dementsprechend dafür, dass die AfD deutsche Interessen vertreten soll. Das finde ich ebenfalls in Ordnung. Zum Problem wird es dann, wenn ausschließlich, ganz direkt und ohne jede Rücksichtnahme deutsche Interessen vertreten werden sollen. Diese werden dadurch nämlich viel schlechter vertreten, als wenn man zu Kompromissen bereit ist, auch seine europäischen Partner einbezieht etc., natürlich ohne seine eigenen Interessen zu verleugnen, wozu man diese überhaupt erst einmal definieren müsste.
      Ein weiteres Problem bei einer EP-Fraktion von jeweils nur am eigenen nationalen Interesse orientierten Parteien ist, dass diese Interessen durchaus unterschiedlich sein können. Was hält diese Fraktion dann eigentlich zusammen?

      • Wenn die nationalen Interessen in bestimmten Punkten übereinstimmen. Das hält zusammen. Die Sowjetunion und die Westalliierten haben gemeinsam Hitler bezwungen, obwohl sie sich eigentlich herzlich abgeneigt waren.
        Die Tories vertreten genauso nationale Interessen Großbritanniens wie UKIP. Sie definieren diese nur anders. Die Tories sind immerhin die, die Europa aushorchen und die Pressefreiheit einschränken wollen. („Großbritannien hat keine ewigen Verbündeten, nur ewige Interessen.“) Sie haben aber Recht, dass die AfD europapolitisch mehr Gemeinsamkeiten mit den Tories als mit UKIP hat. Deshalb sollte man es zuerst mit den Tories versuchen, auch weil unsere Freunde bei der Presse dann nicht sagen können, wir arbeiteten mit „Rechtspopulisten“ zusammen. Ich persönlich bin nur (!) gegen eine „Auschließeritis“ (auch weil uns das Optionen nimmt) und darüber hinaus sollte die AfD jedwedes UKIP/Farage-Bashing unterlassen, was nicht heißen soll, dass man andererseits Lob darüber ausschütten sollte. Farage ist schon länger aktiv als die AfD, er hat auch hierzulande seine Fans und die sollte man nicht vom AfD-Wählen abbringen. Es sollte dann auch klar gesagt werden, dass die AfD es jedenfalls fürs Erste mit den Tories, also einer EU-Reform, statt mit einem EU-Austritt versuchen möchte; aber auch dass dies kein Misstrauensvotum gegen UKIP ist. Es geht hier mehr um „diplomatische Vermittlung“ als um nackte Tatsachen, die schnell auf den Punkt gebracht werden können.

      • In meinem eigentlichen Blog-Beitrag kommt UKIP doch gar nicht vor. Auch in den Kommentaren greife ich diese Partei nicht an, sondern stelle wie Sie heraus, dass die Tories meiner Ansicht nach aus mehreren Gründen der bessere Partner im EP wären. Es fällt aber bei dieser und anderen Fragen auf, dass wir einige Mitglieder mit ganz starken Überzeugungen haben, die sie unbedingt von jedem vertreten sehen wollen. Dies führt dann in der Folge zu stärkeren Abgrenzungen, als sie bei einer offeneren Haltung nötig gewesen wären. Auch hier sehe ich eine Parallele zwischen individuellen politischen Überzeugungen und nationalen Interessen: Wer zu viel will, erreicht weniger. (Wer dagegen gar nichts will, erreicht auch nichts.)

  13. Ich habe mir einige Video Clip’s von Herrn Farage UKIP, im Internet angesehen.
    Herr Farage ist eigentlich gegen die überbordende Brüsseler EU. Er will nicht von einem Barroso, der eigentlich überhaupt nicht legitimiert ist Gesetze für ganz Europas zu erlasssen regiert werden. Jedenfalls denke ich, vieles was Herr Farage kritisiert kann die AfD mit tragen.
    Eigentlich möchte er den Zustand der damaligen EWG wieder hergestellt wissen. Ich möchte auch, dass jeder EU Staat seine Souveränität behält. In Brüssel wird jeder Präsident in erster Linie an sich und sein Land denken.

    • UKIP hat dasselbe Problem wie die AfD. Es ist eine liberale Partei, die sich für die Souveränität Großbritanniens einsetzt. Interessierte Medien und Politiker machen eine nationalistische und rassistische Partei daraus. Das gelingt leider auch, weil es in der Vergangenheit verbale Ausfälle und innerparteilichen Streit gab.
      Tatsache ist auch, dass die Tories nicht den Euro an sich ablehnen und es bei ihren EU-Reformwünschen auch nur um Extrawürste für die Nicht-Euro-Staaten, insbesondere GB, geht.
      Ich würde es aber trotzdem mit den Tories versuchen, weil diese einflussreicher sind als UKIP und auch besser beleumundet. So unsinnig es sein mag, wenn die AfD mit UKIP zusammengeht wird man alles, was man UKIP vorwirft (begründet oder nicht), Herrn Lucke in Talkshows um die Ohren hauen. Da ich aber auch Konfliktlinien mit den Tories sehe, wozu auch diplomatische Verstimmungen zwischen GB und Merkel-Deutschland gehören können, sollte man eine Zusammenarbeit mit UKIP nicht grundsätzlich ausschließen und Porzellan zerschlagen. Ich will nicht, dass die AfD ins Europarlament kommt, nur um einsam und etwas dumm dazustehen.
      Allerdings muss man ohnehin sehen, welche Fraktionsbildungen nach der Wahl möglich sind. Ich denke hier an die „Protest“-Stimmung in vielen EU-Ländern.

      • Genau das habe ich gemeint Herr Bernemann, „Zusammenarbeit“. Um im Europaparlament etwas durchsetzen zu können, braucht man Mehrheiten. Jede Partei die den Eurowahnsinn nicht mehr mittragen will, müsste der AfD willkommen sein.

      • Von Mehrheiten sind wir leider noch weit entfernt. Zuerst geht es um einen Wahlerfolg bei der Europawahl, zu dem es durchaus beitragen kann, wenn die Wähler wissen, wohin die Reise gehen soll und wie seriös die AfD ist. Dann kommt die hier diskutierte Fraktionsbildung. Danach kann man über Koalitionen nachdenken, z. B. mit allen eurokritschen Parteien, ob diese nun grundsätzlich für oder gegen die EU sind.

  14. „…..deutsche Interessen….. werden dadurch nämlich viel schlechter vertreten, als wenn man zu Kompromissen bereit ist, auch seine europäischen Partner einbezieht etc., natürlich ohne seine eigenen Interessen zu verleugnen, wozu man diese überhaupt erst einmal definieren müsste.“

    Eben; sagte ich ja oben, dass wir die objektive Interessenlage, beispielsweise auch verständliche Befürchtungen, unserer Partner einkalkulieren und insoweit Zugeständnisse machen müssen. Soweit vitale eigene Interessen nicht entgegenstehen.

    „Ein weiteres Problem bei einer EP-Fraktion von jeweils nur am eigenen nationalen Interesse orientierten Parteien ist, dass diese Interessen durchaus unterschiedlich sein können. Was hält diese Fraktion dann eigentlich zusammen?“

    Gemeinsame Interessen. Die ja nicht zwangsläufig konträr zu nationalen Interessen stehen müssen. Die AfD tritt für eine Beschneidung der Macht Brüssels ein, sicherlich auch für eine Verminderung der europäischen Gemeinschaftshaushalte usw.
    Dafür kann man sich durchaus mit denjenigen Partnern zusammentun, die dasselbe wollen.
    Wobei allerdings das bloße (angebliche) Wollen nicht ausreicht; die Partner müssen auch bereit sein, eine solche Strategie aktiv zu betreiben.
    Ob das eher bei den Konservativen der Fall ist, oder eher bei der UKIP, weiß ich nicht. Ich habe die Debatten im europäischen Parlament nicht verfolgt.
    Wenn die UKIP wohl weit über die AfD-Positionen zu Europa hinaus eine Rückkehr zur bloßen Freihandelszone fordert (?), wäre eine gemeinsame Fraktionsbildung allerdings auch für mich problematisch.

  15. Die AfD ist proeuropäisch. Aber ist sie auch pro-EU? Ist die EU überhaupt reformfähig oder müsste sie nicht vielmehr beseitigt werden, um etwas neues aufzubauen, was unseren deutschen Interessen und den Interessen anderer europäischer Staaten sehr viel näher käme? Wer von uns glaubt denn wirklich, die EU von innen heraus reformieren zu können. Dabei geht es gar nicht um 750 Europaprlamentsabgeordnete und deren tausende Mitarbeiter. Es geht um zehntausende EU-Beamte und genausoviele Lobbyisten, die die Strukturen gekapert haben. Das kann man nicht mit einem halben Dutzend oder Dutzend Europaparlamentariern aufräumen. Das Europaparlament ist eine phantastische Bühne und vor allem die einzig bundesweit sichtbare Bühne, die wir in den kommenden vier Jahren erhalten. Da Brüssel weit weg ist, kommt jedes dort gesprochene Wort nur gedämpft in Deutschland an. Wenn wir dort auf uns aufmerksam machen wollen, dann müssen wir auch einmal die Axt auspacken und nicht in Hinterzimmern einfach nur Gesetzesvorlagen zerlegen. So wichtig das zweite ist, ohne die Axt, wird das hier in Deutschland niemand zur Kenntnis nehmen. Und unter diesem Gesichtspunkt ist uns UKIP (bzw. eigentlich Nigel Farage, denn der Rest taugt kaum) viel viel näher als die Tories. Vielleicht kann man mit UKIP kein gemeinsames Europa aufbauen, aber davon sind wir ohnehin weit entfernt und wenn es so weit kommt, dann können wir uns gerne mit den Tories unterhalten. 2025 wäre dafür ein gutes Datum. Bis dahin räumen wir zusammen mit UKIP und anderen den Saustall auf, der sich EU nennt.

  16. Ich bin etwas erstaunt darüber, wie intensiv hier über mögliche Koalitionen im Europaparlament diskutiert wird, bevor wir dort auch nur mit einem einzigen Abgeordneten vertreten sind. Ich denke, wir sollten uns zunächst darauf konzentrieren, überhaupt ins Europaparlament einzuziehen, und das bitte mit möglichst vielen Sitzen.

    Dazu müssen wir uns in erster Linie auf INHALTE einigen und für diese bei den Wählern werben. Viele Inhalte, die bereits jetzt im Parteiprogramm der Alternative für Deutschland stehen, wie die Beschneidung der Brüsseler Bürokratie und die Rückverlagerung von Kompetenzen auf die nationalen Parlamente bzw. die stärkere Gewichtung der Volkssouveränität durch Volkentscheide, werden von sehr vielen Wählern und auch von verschiedenen Parteien unterstützt. Deswegen sollten wir uns nach der Wahl mögliche Koalitionspartner genauer ansehen und ausloten, mit wem die Gemeinsamkeiten am größten sind und mit wem wir am meisten erreichen können.

    Natürlich kann man dabei die Meinung vertreten, dass Parteien mit sehr klarem Profil und polarisierenden Führungspersönlichkeiten wie die UKIP nützlichere Verbündete sein können als „weichgespültere“ konservative Parteien wie die Tories. Ich selbst hätte aber Bedenken, dass Parteien, die im Wesentlichen von einer einzigen prominenten Führungsperson wie Nigel Farage abhängen, schnell wieder an Bedeutung verlieren, wenn diese Person, aus welchen Gründen auch immer, abtritt. Außerdem, um im Bild von Herrn Pretzell zu bleiben: Eine Axt mag beeindruckend wirken, aber sie macht auch vielen Menschen Angst, die eigentlich unsere Ansichten teilen. Gezielte Schnitte mit scharfem Werkzeug bringen oft mehr als wildes (verbales) Herumholzen …

  17. Ich sehe in einem harten Beispiel ( Axt ) als Sportschütze nichts Beängstigendes. Beispiele werden bei folgenden Kommentaren häufig missbraucht 😉 . Ich denke , es wird sich niemand Sorgen machen wenn ich hier über Waffen rede , die ich nutze um auf einer Scheibe ein Loch zu stanzen.
    Ich sehe eher , das Herr Pretzell ähnlich wie ich, die Sorge hat , das dieses Deutschland nicht mehr die Zeit bekommen wird das Ruder herumzureissen. Sehen Sie sich die fortlaufend stärker werdenden Besiedlungen , sowie die monetären Dinge an , gehen Sie vom Punkt Null aus und erklären Sie mir was Sie von der Einführung des Euro bis heute sehen !!! Dann erklären Sie mir bitte wie es nun weitergeht ! Glauben Sie an einen Stopp ? Ein Halt an unseren momentanen , für mich bereits unerträglichen Anforderungen an unsere bürgerliche Toleranz in wirtschaftlicher und auch an gezielter Armut für ganze Bevölkerungsschichten ? Es geht immer schneller weiter !

    Und dagegen wird der Schmusekurs einer neuen Partei mit dem Namen AfD nicht helfen.
    Entweder wir nennen das Kind bei´m Namen , oder wir schicken Leute zum Empfang guter
    Abgeordnetengehälter los , die sich dann im Bewusstsein der fetten Weidegründe, genau wie Andere vor Ort, genüsslich zurücklehnen und die Zeit geniessen. Mit Denen die uns bislang in Europa verscheissern möchte ich nichts zu tun haben. Und wenn dann , wie hier als wichtiges Argument vorgetragen , ein Van R. beleidigt wurde … Ich habe den Beitrag gesehen. Der N.F. hatte Recht ! Dieses Kunstwerk mit Oberbürgermeistern aus Würselen und den Bankern in gehobenen Stellungen einer ! amerikanischen Bank kann man nur entgegentreten. Diese Bande hat nur eine Aufgabe , und die erledigt sie präzise .
    So lange hier Leute unterwegs sind , die das Ganze für einen kleinen Fehler der Politik halten , ist uns nicht zu helfen. Egal wen wir da entsenden.

    Warum ist eigentlich unser mühsam in NRW , anschliesend auch als Bundesarbeitskreis erarbeites Papier , welches unserer Basis entspringt, nicht Bestandteil unserer Diskussionen ? Wir werden doch jemanden finden , der diese Linie , von der Basis erarbeitet , vertritt . Ist das hier ein Privatanliegen oder die Aussage unseres Landessprechers für die Zukunft ? Ich muss ja nicht alles einfach mitmachen … auch nicht als einfaches Mitglied 😉

    Wir ! haben nämlich ein Problem !!! Ich zähle gewiss zu den Jägern die den Bären erlegen sollen, wozu ich durchaus bereit wäre ! Das wir hier bereits das Fell verteilen …, und wen wir darauf betten …
    Es könnte durchaus sein , das ich mir vorher anschaue wer mich da in den Wald schicken möchte !

    Man kämpft ja nicht nur für die Idee … es stehen immer Leute die davon profitieren wollen bereit . Mir wäre es schon wichtig, wie weit ich bei meinen Gedanken und Wünschen bei diesem Prozess berücksichtigt werde .

  18. Eines noch !
    Ich weiß was 3 oder 5 Prozent sind :-))) Bei 99 Deutschen oder Leuten mit deutschem Ausweis , werden wir ca 4,2 Parteimitglieder entsenden 😉 Wenn diese Splittergruppe dann auch noch an König Arthurs Tafel Platz nimmt wird man diese leicht übersehen .
    Ich habe leider immer so eine praktische Ader . Tut mir echt leid !

  19. Die Torries sollen unser möglicher Partner sein? Das soll wohl ein Scherz sein? Und ein mutiger Nigel Farage ist für uns zu radikal? Ich glaube, die afd hat beim Farage nicht richtig zugehört! Er will dieses undemokratische Brüssel nicht und hält es für unreformierbar! Außerdem beharrt er auf einem Europa mit souveränen Nationalstaaten! Offensichtlich machen sich in der afd schon einige in die Hose, wenn sie das Wort „Nationalstaat“ hören!

    Helmut Bernemann, Hessen

    • Wenn meine Kinder mir erklären, sie müssten Pipi oder Großes machen, dann weise ich sie immer auf ihre große Hose hin, da geht ja viel rein. Also, machen Sie sich keine Sorge, es geht bei mir schon einiges rein.
      Aber zu den sonst durchaus wichtigen Thema: Farage will nicht die GB als Single-Nationalstaat. Sie hören nicht genau genug hin. Er will gar kein Europa, er will die GB in der globalen Freihandelszone commonwealth. Lassen Sie die Franzosen den gleichen Unsinn mit der Grande Nation spinnen, dann haben wir das unfriedliche Europa vor 1945 oder glauben Sie, wenn solche Spinnereien tatsächlich Erfolg haben sollte, das bliebe ohne politische Konsequenzen ?!
      Die EU hat ihre Berechtigung soweit es um die Friedensinstitute wie Freihandel und bürgerliche Freizügigkeit geht. Die EU liegt da falsch, wo eine politische Union geschaffen werden soll, weil diese ggf. bürgerfern und damit undemokratisch ist. Da eine Währungsunion ohne politische Union nicht geht, geht sie allenfalls mit Staaten, die in währungs- und wirtschaftspolitischer Hinsicht gleich gestrickt sind, und sich in vielen Dingen sehr einig sind.

      • http://www.hossli.com/articles/2013/02/03/fur-die-eu-bin-ich-eine-biblische-plage/

        „Was wird passieren, wenn Grossbritannien aus der EU austritt?
        Dann zerfällt die EU. Was ausgesprochen aufregend ist für mich. Genau das fürchten die Deutschen. Merkel weiss: Gehen die Briten, geht ganz Skandinavien. Und sie weiss, dass sie Griechenland um jeden Preis im Euro halten muss. Treten die Griechen aus, folgen bald schon Spanien, Italien und Portugal.

        Statt Europa sollen die Briten wieder mehr Amerika folgen?
        Auf keinen Fall. Ich möchte die Beziehung zu den Amerikanern lockern. Es sind unsere Freunde, aber die US-Aussenpolitik schadet uns.

        Dann begrüssen Sie die Isolation?
        Nein, wir haben etwas viel Besseres: den Britischen Commonwealth.“

  20. <<ich stimme Herr Bernemann voll und ganz zu. Der derzeitige Kurs der AfD ist der falsche Weg . Die Bundesliste zur Europawahl wird zeigen welcher Richtung den Vorzug gegeben wird, das wird die Basis genau verfolgen !

  21. Pingback: Welt-Interview und Kontroverse | Alexander Dilger

  22. Ein Wahlprogramm für die Europawahl haben wir noch nicht. Ein Parteiprogramm haben wir auch noch nicht. Wir haben bislang einen Arbeitskreis für die Europäische Union. Wenn der auf dem Tisch liegt, sollten wir darüber reden. Vorher hat das doch keinen Sinn. Ich hatte schon einmal gesagt, dass sich die Alternativen für Österreich vor 3 Wochen gegründet hatten. Da wäre eine linguistische Annäherung schon mal von Nöten. Sie haben auch gute Chancen, ins Europaparlament zu kommen. Daraus formieren sich meine Visionen eine einheitliche Alternative für Europa zu installieren. Wir werden bald etwas von den Niederlanden hören.

    • Das ist ein guter Ansatz ! Vor allem lebt der Bär jetzt noch 😉
      Wir werden eben nicht alleine sein , sondern Mitstreiter bekommen .Da scheint mir die hier von Dr. Dilger angesprochene Allianz wenig förderlich .

  23. Danke Wolfgang Demolsky. Danke Helmut Bernemann. Danke Marcus Pretzell, beim Lesen der Kommentare dachte ich schon, ich bin in falschen Partei!

    • Dem möchte ich mich anschließen. Und ich denke, dass ca. 70-80% der aktiven Basis in Warendorf das genauso sieht!

  24. Pingback: Welt-Interview und Kontroverse | FreieWelt.net

  25. Ich bin zwar, unter den gegenwärtigen Bedingungen, Gegner eines EU-Superstaates.
    Und definitiv ein Feind einer europäischen Transfer- und Schuldenunion.
    Aber macht euch bitte keine Illusionen darüber, liebe Leute, dass es uns bei einer Rückkehr zu einer Nationalstaatlichkeit besser gehen würde.
    Eine Re-Fragmentierung der Staaten kommt uns alle teurer, als die EU-Bürokratie. Und sie ist einfach nicht zeitgemäß bei dem heutigen Stand der Kommunikations- und Transporttechnik.

    Außerdem würde ein AfD, die „Europa“ als Wirtschaftsgemeinschaft wieder abwickeln wollte, eine Nischenpartei bleiben, oder sogar eine Splitterpartei werden.
    Bei der dann sogar ich selber abwägen müsste, was mir wichtiger ist: Der Kampf gegen die eurozonäre Transferunion, die uns ausbeuten würde, oder meine Überzeugung, dass die EU als Wirtschaftsunion uns bisher einen großen Nutzen gebracht hat, und dass deren Auflösung uns einen riesigen Schaden bringen würde.

    Und schlussendlich könnt ihr mit einer solchen Partei auch jegliche Wirtschaftskompetenz abschreiben: Ökonomieprofessoren wie Bernd Lucke oder Alexander Dilger stünden für eine Anti-EU-Partei mit Sicherheit nicht zur Verfügung.
    Dann wären wir keine Professorenpartei mehr, sondern wirklich nur noch ein Populistenhaufen!

    Also Freunde, hört auf mit nostalgischen Träumereien! Entweder wollt Ihr Einfluss auf die Politik nehmen, und die Euhaftomanie der Blockparteien, sowie den Weg in einen EU-Superstaat bekämpfen.
    Oder ihr wollt euch am Glanz vergangener Zeiten erwärmen.
    Was ihr am Ende aber nur noch in einer politischen Kleinstgruppe tun könntet.

    • Ich denke auch, wer mehr als die Einschränkung der politischen Union unter demokratischen und bürgernahen Aspekten und die Abschaffung der Währungs- und damit verbundenen Haftungsunion will, der kippt das Kind mit dem Wasser aus. Die EU als Handels- und Friedensunion war nun wirklich ein Fortschritt. Fast 70 Jahre Frieden – abgesehen von den neuerlichen Interventionen – für Deutschland, das gab es vermutlich noch nie in der Geschichte Deutschlands. Es gab auch noch nie soviel friedlichen Austausch zwischen den europäischen Bürgern wie seit dem Bestand der EU, bzw. deren Vorgänger. Das muss man bei ausgewogener Betrachtung einfach anerkennen.

      • Gut 1460 Leser über AfD Bochum . Ca 40 Kommentare auf Afd Bochum ,
        Einige wegen schädigender Äußerungen gelöscht ( auch übliche Verdächtige)
        auf meiner Seite ca 8 Kommentare . zum Teil unter verschiedenen ? ( Teilen ) noch ein paar ….. Quintessens: ** die meisten positiven Stimmen hat eigentlich Frau Fischer ! ** für ihre Meinung erhalten.

      • Frau Fischer hat auf Ihrer (facebook ?)-Seite ein Statement veröffentlicht ? Auf der facebook-Seite der afd-Bochum stelle ich zudem eher fest, dass es dort eher sehr krude zugeht. Der Tenor lautet dort: UKIP über alles und hin und wieder kommt die Forderung „Die Freiheit“ wieder zu aktivieren. Wahrscheinlich ist den dortigen Personen entgangen, dass die AfD zwar EURO-Skeptisch, EU-reformistisch, aber nicht europafeindlich ist.

        Ein Auszug aus dem Wahlprogramm:

        “ Wir bejahen ein Europa souveräner Staaten mit einem gemeinsamen Binnenmarkt. Wir wollen in Freundschaft und guter Nachbarschaft zusammenleben.
        Wir bestehen auf dem uneingeschränkten Budgetrecht der nationalen Parlamente. Eine Transferunion oder gar einen zentralisierten Europastaat lehnen wir entschieden ab.
        Wir werden dafür sorgen, dass Gesetzgebungskompetenzen zurück zu den nationalen Parlamenten verlagert werden.
        Wir werden uns für eine Reform der EU stark machen, um die Brüsseler Bürokratie abzubauen und Transparenz und Bürgernähe zu fördern.
        Das europäische Parlament hat bei der Kontrolle Brüssels versagt. Wir unterstützen nachdrücklich die Positionen David Camerons, die EU durch mehr Wettbewerb und Eigenverantwortung zu verschlanken.“

        Und wie schon dargelegt, hat die UKIP mit Europa und dem europäischen Frieden überhaupt nichts am Hut.

  26. „Ich denke, es gibt eine Reihe von eurokritischen, aber grundsätzlich europafreundlichen Parteien außerhalb Deutschlands. Denn dies ist kein Widerspruch, sondern umgekehrt die einzig konsequente Haltung. Wer für den Euro ist, ist in Wirklichkeit gegen Europa und die Europäer.“

    Verehrter Herr Dilger: Europa ist nicht die EU! Europa ist ein uralter Kontinent, die EU hingegen ein politisches Konstrukt. Ein politisches Konstrukt, über das uns ständig eingeredet wird, es alternativlos sei. Und dies, obwohl seine mangelnde demokratische Legitimation, seine dröhnende Ineffizienz und seine Bevormundung nationaler Parlamente offensichtlich sind. Von Auswüchsen wie dem ständigen Parlamentsumzug von Brüssel nach Straßburg und sinnfreien Gängelungen wie dem Glühbirnenverbot will ich gar nicht erst anfangen. Dieser ganze EU-Moloch ist völlig unreformierbar und zudem überflüssig wie ein Kropf. Eine euopäische Freihandelszone wäre völlig ausreichend.

    Davon abgesehen sollte man das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt worden ist. Noch sind wir nämlich nicht im EU-Parlament. Etwaige Fraktionsüberlegungen sind deshalb meines Erachtens zweitrangig. Den Vorschlag, mit den britischen Konservativen zusammenzugehen, halte ich gleichwohl für bedenkenswert. Die Positionen bezüglich der EU sind sich sehr ähnlich. Wobei ich mich auch für Nigel Farage und seine UKIP erwärmen könnte. Es ist doch völlig skurril: Die Union distanziert sich von der AfD, die AfD distanziert sich von UKIP in Großbritannien, UKIP distanziert sich von der Front National in Frankreich und die Front National distanziert sich von Jobbik in Ungarn und der Goldenen Morgenröte in Griechenland. Eine derartige Distanzierungsorgie wäre im linken Spektrum absolut undenkbar.

  27. Ich finde die Aussage von Herrn Dilger recht einfach. Der Euro schafft Unfrieden. Die Südeuropäer hassen die Spardiktate und die Nordeuropäer, insb. Deutschland eine dauerhafte Transfer-Union. Wenn sich die Verhältnisse weiter hochschaukeln sind wir wieder da, wo wir lange Zeit nicht waren, nämlich bei Franzosenkäfern, Spaghettifressern, pp., also beim Nationalismus mit Hasskomponenten. Dies alles nur wegen einem Euro und einer europäischen Union, die von den europäischen Bürgern nicht gewollt sind, aber von den politischen Entscheidungsträgern, die von einem europäischen Nationalstaat im globalen Kampf um die Vormachtstellung träumen.
    Dass einige nationalistische Bewegungen letztlich den beschriebenen Zustand sogar wollen und gegen den EURO und gegen die politischen Union Hass treiben, weil sie heimlich von einem britischen Empire, einer Grande Nation oder einem Deutschen Reich träumen, macht diese Bewegungen nicht gut, denn es geht denen eben letzter Konsequenz nicht um ein friedliches Europa mit Bürgern, die freien Handel treiben, sondern um nationale Vormachtstellungen. Nur, ich habe drei Kinder und bilde mir ein, dass meine Frau und ich selbst auch noch ca. 40 Jahre vor uns zu haben. Ich habe schon die Hoffnung, dass wir unsere Lebensjahre in Wohlstand und Frieden verbringen können. Ich habe weder Lust wie mein Vater Vertriebener zu werden, Armut zu erleben oder wie mein Großvater, mein Leben im Gefangenschaft zu lassen. Ich empfinde keine Begeisterung an den Gedanken für ein europäisches Empire oder einem deutschen Nationalstaat als Untertan maschieren zu müssen. Ich möchte vielmehr als Deutscher – und auch mit dem Bewusstsein in dieser schönen Tradition und Kultur zu leben – , mit möglichst umfangreichen und bürgerlichen Rechten ausgestattet, mein Leben in Selbstbestimmung und Eigenverantwortung gestalten. Dieser Gestaltungsraum soll mir und meinen Kindern weder durch eine zentralistische EU, einer durch die Finanzindustrie gesteuerte Politik, noch durch Schulden genommen werden. Ich lehne es auch ab, als Deutscher durch die griechischen, italienischen ( jeweils mit Anspielung an ein Viertes Reich, weil sie Vorkehrungen treffen sollen, Kredite zurück zu zahlen ) oder türkischen Politiker ( die es ja ohne mit der Wimper zu zucken, fertig bringen, deutsche Raketenabwehr als [zweifelhaften] Bündnisfall anzufordern und im gleichen Atemzug, zeitgleich die aus Afghanistan abmaschierenden deutschen Soldaten mit größter Missachtung zu behandeln ) schlecht behandeln zu lassen. Da erwarte ich einfach mehr Rückgrad von Seiten der Poltik. Das gleiche gilt in Bezug auf das sog. „neoliberale“ Unwesen [ was eigentlich gar nicht neoliberal ist, sondern einfach nur als als Kampfbegriff von den Linken so geschaffen worden ist; ähnlich wie Begriffe Faschisten, Populisten, pp. ] , das sich auf Kosten der Steuerzahler finanzielle Vorzüge, egal ob es direkte Subventionen, „Rettungspakete“, EEG oder durch sog. Aufstockungsunterhalt subventionierte Lohnkosten handelt. Den Marktteilnehmern muss klargemacht werden, dass es nationale Interessen gibt, die im Rahmen der Marktbeteiligung einzuhalten sind, dass sonst andernfalls empfindliche Konsequenzen drohen. Nur es wird auch mal Zeit, dass „nationales Interesse“ auch mal in aller Deutlichkeit formuliert und positioniert wird. Dazu gehört m.E. auch das Interesse an einem europäischen Frieden und in dem Zuge auch an einem europäischen Binnenmarkt. Naturgemäß gehören dazu auch europäische Institute, aber eben auch nicht die zentralistische EU. Veränderungen sind auf EU-Ebene durchaus möglich, nämlich einfach durch Kündigung der Verträge, z.B. Vertrag von Lissabon, als ultima ratio, bzw. durch Nachverhandlungen. Irgendwelche Bündnisse mit Parteien wie UKIP, Front National sind entbehrlich, sogar kontraproduktiv, weil der nationale Chauvinismus dem friedlichen Miteinander in letzter Konsequenz ein höherer Stellenwert eingeräumt wird. Der europäische Frieden ist im Grundsatz nun einmal der Boden für Wohlstand und bürgerlicher Freiheit.

    • Das finde ich nachvollziehbar. Anders formuliert ist die Alternative für Deutschland eine bürgerliche Partei, die Reformen und keine Revolution will, weder in Deutschland noch in Europa. Der Euro ist unreformierbar und gehört abgeschafft. Das ist aber keine große revolutionäre Sache, sondern eine Rückkehr zu dem besseren Zustand zuvor, wobei man auch noch über Zwischenschritte und Alternativen diskutieren kann. Die ersatzlose Abschaffung der EU käme hingegen einer Revolution auf europäischer Ebene gleich, wodurch Frieden und Wohlstand gefährdet würden. Daraus folgt nicht, dass mir die EU in ihrer gegenwärtigen Form gefallen würde, eher im Gegenteil. Wir brauchen unbedingt Reformen, weshalb die AfD als seriöse Reformpartei nicht scheitern darf. Wer eine rein national ausgerichtete Politik (oder umgekehrt einen Eurosuperstaat) bevorzugt, kann doch aus einer Reihe anderer Parteien wählen.

  28. Wie toll Herr Renner hinter dem Parteiprogramm der AfD und als Vorstand hinter den Mehrheitsentscheidungen seiner Partei – so als Vorstand – steht, dokumentiert er gerade mit Hilfe der Vorzeige-AfD Bochum mit seinen netten Freunden aus „Die Freiheit“ und „Deutsche Nationalversammlung“ auf facebook:

    https://www.facebook.com/AlternativeFurDeutschlandAfdBochum?ref=ts&fref=ts

    Dass Herr Dilger in Anbetracht eines solchen Vorstandes die Brocken hingeworfen hat, verwundert mich nicht.

    Nun, ich habe gerade meine Kandidatur zur Vorstandsarbeit im HSK zurück gezogen, nicht weil sie strittig gewesen wäre, sondern weil wir – meine Frau und ich – beschlossen haben, Deutschland dauerhaft zum nächsten Schuljahr zu verlassen. Unser Wohlbefinden ist in Anbetracht der politischen Rahmenbedingungen, der Neidkultur, der behördlichen Willkür und Schikanierei negativ und wir stufen die Zukunftsaussichten in Deutschland in diesen Aspekten, aber auch in Bezug auf die finanziellen Rahmenbedingungen ( Steuererhöhungen, hohe Energiekosten, Maut, Vermögenssteuer, pp. ), bedingt durch die hohen Schulden, Bürgschaften, ideologische Bevormundung und Demografie, als ausgesprochen schlecht ein. Wir haben also die Reißleine gezogen.

    Nichtsdestotrotz möchte ich verhindern, dass dubiose Gesellen, die die Parteien „Die Freiheit“, „ProNRW“, „Deutsche Nationalversammlung“, pp., als Parteimitglieder oder deren Sympathisanten nicht etablieren konnten, ihre Hoffnung, ihr nicht mehrheitsfähiges Gedankengut über die AfD politische Geltung verschaffen zu können, verhindern. Ich habe dazu einfach viel zu viele tolle und engagierte AfDler kennengelernt und es wäre schade, wenn deren Engagement und dessen persönliches Einstehen für die Ideen der AfD (siehe Parteiprogramm) durch Leute wie Renner, Keith, pp. konterkariert würde. Vor diesem Hintergrund werde ich den Antrag stellen, dass der Vorstand zum nächsten Landesparteitag komplett abgewählt wird.

    Wer ProNRW oder Die Freiheit oder Deutsche Nationalversammlung, Die Republikaner oder NPD will, der soll sich in diesen Parteien engagieren und diesen Parteien zu Mehrheiten verhelfen. Aber sie sollen gefälligst ihre Pfoten aus der aktiven Parteiarbeit der AfD nehmen. Wer geistig auf der Linie der UKIP steht, also die EU komplett auch als Friedens- und Handelsgemeinschaft abschaffen will, und meint die Zukunft würde in der Ära british commenwealth liegen, der soll seinen Weg in die NPD suchen, und sich nicht feige unter dem Deckmäntelchen Euro-kritisch verstecken.

  29. Ich finde es sehr bedauerlich, dass Ihre Vorstandskollegen Herr Renner & Co. zu Herrn Farage gefahren sind und ihm ihre volle Sympathie versichert haben. Mal abgesehen davon, dass die Erklärung auf der Facebookseite der AfD NRW in seiner Großmauligkeit peinlich an den Verlautbarungsstil in der früheren DDR (oder an den von Pro Köln) erinnert, halte ich das dadurch gesetzte Zeichen für fatal. Herr Farage und seine UKIP sind nicht nur radikal gegen den EURO sondern gegen die EU und die europäische Einigung als Ganzes. Er und seine Gesinnungsgenossen fallen in der Regel dadurch auf, dass sie demokratisch gewählte Repräsentanten, die anderer Auffassung als sie selbst sind, auf das Übelste beleidigen. Mit solchen radikalen Außenseitern ist keine seriöse und konstruktive Politik möglich, vermutlich von denen auch gar nicht gewünscht. Daher halte ich Ihren Kurs, Herr Dilger, für völlig richtig sich starke und seriöse Partner wie z.B. die Tories zu suchen. Ansonsten landet die AfD am Ende noch wirklich dort, wo andere sie gerne sehen würden, als radikale Außenseiter weit rechts außen. Ob sie dann jedoch noch den Zuspruch bekommen würden wie zuletzt bei der Bundestagswahl, halte ich für fraglich. Dafür halte ich die Masse der Deutschen für zu intelligent.

  30. Pingback: Dementi zu “Machtkampf in der AfD” | Alexander Dilger

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