DAX überschreitet erstmals 9.000 Punkte

Der DAX, der berühmte Performanceindex der 30 wichtigsten börsennotierten Unternehmen in Deutschland, überschritt heute erstmals die 9.000 Punkte-Marke. Am Morgen stand der DAX noch bei 8952 Punkte, kletterte dann bis auf 9.006 Punkte, um am Abend mit 8.985 Punkten zu schließen. Trotzdem handelt es sich nicht um ein einmaliges Maximum, sondern wir werden voraussichtlich jetzt oft die 9 vorne sehen, während auch 10.000 Punkte in Reichweite scheinen.

Der DAX wurde vor 25 Jahren mit 1.000 Punkten gestartet. Wer damals Geld entsprechend anlegte, alle Dividenden reinvestierte und Änderungen der Unternehmenszusammensetzung kostenfrei nachvollzog, hat sein Geld bis heute verneunfacht. Das entspricht einer nominalen Rendite von gut 9 %. Aus meiner Sicht spricht das klar für Aktien als langfristige Anlageform.

Wer gegenwärtig Geld anlegen möchte, sollte allerdings ein paar Punkte beachten. Langfristig steigen zwar die Kurse, aber kurz- und mittelfristig kann es große Rückschläge und Schwankungen geben (siehe ‚Wirtschaftsnobelpreis 2013‘). Vor allem ist ein momentaner Börsenrekord nicht unbedingt der optimale Einstiegszeitpunkt. Außerdem ist der Kursanstieg weniger realwirtschaftlich motiviert, sondern vor allem eine Folge der weltweit lockeren Geldpolitik. Bei mäßigem Konsum steigen weniger die Verbraucherpreise und damit die gemessen Inflation, sondern vor allem die Kapitalgüterpreise und damit u. a. die Börsenkurse. Doch auch andere Anlagemöglichkeiten sind davon betroffen, so dass der beste Anlagetipp auch hier die Diversifikation ist: Aktien sind gut zur langfristen Kapitalanlage geeignet, doch man sollte viele verschiedene davon kaufen oder z. B. mehrere Indexfonds von verschiedenen Ländern, während auch andere Anlageklassen wie Immobilien, Anleihen, Edelmetalle und Geld einen sinnvollen Platz im Depot haben.

15 Gedanken zu „DAX überschreitet erstmals 9.000 Punkte

  1. Nur der DAX spiegelt ja nicht das Ausfallrisiko wieder. Wenn ein Börsenriese den Bach herunter gegangen ist, dann rückt eben der nächste nach. Das gibt eine kleine Delle. Der Anleger muss diese Aktie allerdings teilweise oder komplett abschreiben. Das blöde ist, dass selbst sichere Häfen wie AEG, Karstadt (-Quelle) oder (international) GM, Nokia, pp. nicht wirklich sicher sind. Früher, als zumindest die deutsche Währung in Ordnung war, galt die Devise, dass Geld, was übrig ist und als Verlust getragen werden kann, in Aktien investiert werden kann. Geld, das benötigt wird oder abrufbar, insbesondere wenn es zu bestimmten Terminen, z.B. Altersvorsorge, abrufbar sein soll, eher nicht in Aktien angelegt werden sollte. Dass diese alten Prinzipien richtig sind, erkenne ich an folgenden Dingen. Wer zwischen 2000 und 2010 Geld benötigte und sein Geld in Aktien angelegt hatte, der hatte ein echtes Problem, denn die Kurse standen insgesamt nicht gut. Den wenigsten war es möglich, den Renteneintrittszeitraum zu verändern. Ich kenne zwei Personen, die sich mit Geschäften mit Unternehmensanteilen um ihr Vermögen gebracht haben. Der eine legte sein Geld – gleich zweimal – im grauen Markt an. Der Verlust belief sich auf 220.000 EUR. Die andere schichtete auf Anraten ihres Bank-Beraters das Geld um. Damals nahm sie das Geld aus klassischen, aber sich schlecht und langsam entwickelnden Aktien raus, und investierte das Geld in dem sog. neuen Markt. Das Ergebnis ist bekannt.
    Heute ist das Problem, dass die Sachwerte sich toll entwickeln. Wie Sie richtig klarstellen, ist dies u.a. dadurch bedingt, dass die Vermögenswertinflation die Anleger in die Sachwerte treibt. Die Frage ist gerade bei Aktien, wie man als Anleger bestimmen soll, wann der Marktwert überzogen ist und sich gerade eine Spekulationsblase bildet und wann nicht. Bleiben die Währungen in den nächsten Jahren instabil, dann bleiben Spekulationsblasen bis auf weiteres erhalten. Die unternehmerische Entwicklung hält dann allerdings nicht mit dieser spekulativen Wertentwicklung Schritt mit. Spätestens, wenn die Geldmenge abnimmt und / oder sich wieder vernünftige Geldanlagemöglichkeiten ergeben, wird das Aktieninvestment wieder kritischer gesehen. Dann wird die Diskrepanz zur Abwertung führen. In dem Augenblick werden dann viele – vormals sehr gut aussehende – Sparvermögen vernichtet.

    • Wenn sich ein Börsenwert des DAX schlecht entwickelt, wird er durch einen anderen ersetzt. Das erfolgt zu einem bestimmten Stichtag und kann von Anlegern nachvollzogen werden. Wer clever ist, zieht das sogar ein wenig vor, da der Wechsel angekündigt wird, doch institutionelle, kurzsbeeinflussende Anleger z. T. bis zum Stichtag warten müssen. Alternativ können Sie auch Indexzertifikate kaufen, die den DAX nachbilden. Sie haben dann gerade nicht das Risiko, dass einzelne Unternehmen insolvent werden, während natürlich durchaus das Risiko besteht, dass der Index insgesamt fällt und sich vielleicht erst nach Jahrzehnten wieder erholt. Wer also relativ bald Geld benötigt, sollte dieses besser nicht in Aktien investieren, doch bei einem langen Zeithorizont lohnt sich deren Übergewichtung.

      • Bei Fonds müssen zumeist erhebliche Ausgabeaufschlaege hingenommen werden. Diese müssen erst einmal erwirtschaftet werden. Hinzu kommt gegenwärtig, dass man möglicherweise jetzt und in den nächsten Jahren wegen der Geldwertpolitik zu hohe Preise für Aktien zahlt. Leider sind die Kursentwicklungen in der Vergangenheit nicht wirklich ein Indikator für zukünftige Wertentwicklungen, denn eine derartige globale Geldentwertungspolitik gab es in den letzten 70 Jahren nicht. Ich habe zwar auch Geld in Aktien liegen und kaufe hinzu, aber eigentlich nur als Schutz gegen einen Totalausfall und um staatliche Foerderungen abzugreifen.

      • Indexfonds haben meist keine Ausgabeaufschläge und nur ganz geringe Gebühren. Wichtig ist, dass die Aktien als Sondervermögen irgendwo existieren und nicht nur eine insolvenzgefährdete Bank für die Indexnachbildung haftet. Von aktiv gemanagten Fonds würde ich wegen der hohen Gebühren und der im Schnitt schlechteren Performance grundsätzlich abraten. Es handelt sich um eine milliardenschwere Branche, die eigentlich niemand braucht.

        Natürlich folgt aus der vergangenen Kursentwicklung nichts für die zukünftige. Doch die Geldentwertungspolitik brauchen Sie bei Aktien gerade nicht zu fürchten. Wenn alle Preise steigen, verdienen auch die Unternehmen mehr, zumindest nominal, und steigen die Aktienkurse entsprechend.

  2. auch wenn ich Ihre Einschätzung zum Vorteil einer Geldanlage in Aktien natürlich teile, möchte ich auf zwei Umstände hinweisen:
    Der DAX ist einer (der wenigen) Perfomanceindeszes – das bedeutet, dass alle Dividenden eingepreist sind.
    Im Jahr 2000 erreichte er mit 8.070 Punkten einen Höchstand. Die heutigen 9.000 Punkte sind mithin nur ein Gewinn von rund 12 % in 13 Jahren. (< 1 % p.a.)

    In der gleichen Zeit stieg der Dow Jones Average um 38 % und man durfte sich zusätzlich noch über Dividenen um die 3 % pro Jahr freuen.

    Der Eurostoxx 50 ist ein Kursindex wie der DJ – liegt aber mit heute 3.030 Punkten immer noch rund 45 % unter seinem Höchststand (knapp 5.500). Selbst wenn man die Dividenden mit einbezieht bleibt unterm Strich ein Verlust.

    Fazit: Es ist kaum möglich in Deutschland, wie in Euroland, sein Geld noch so anzulegen, dass man nach Steuern und Inflation noch einen Gewinn macht. Zinsanlagen decken schon eine ganze weile mit Garantie nicht Steuern und Inflation.

    Das gilt auch für Immobilien. Da sollte man eben nicht die Preisentwicklung der letzten 3-4 Jahre sehen, sondern die langfristige. Zumal man Immobilien aus steuerlicher Sicht zumindest 10 Jahre halten sollte (muß).
    Zudem fallen Erwerbsnebenkosten an, die leicht 10 % des Kaufpreises ausmachen können.
    (In Köln bedient sich die Stadt alleine mit 5,9 % Grunderwerbssteuer)
    Die müssen erst einmal verdient werden.
    Als Vermieter werden zudem die Regelungen, die unmittelbar ins Eigentum eingreifen immer gravierender.

    Herr Dilger hat vollkommen recht: Verwerfungen konnte man immer durch Streuung auf verschiedene Assets begegnen – schon die klassische Aufteilung auf Immobilien – Anleihen – Aktien bescherte nur selten Verluste – fast in jedem Jahr stand selbst nach Steuern und Inflation ein Gewinn.

    Aus deutscher Sicht ist dies in jüngster Vergangenheit vorbei – und ich sehe kein Licht am Horizont.

    Und das trifft eben den 'Normalo', der versucht die Ausfälle der gesetzlichen Rentenversicherung aufzufangen, in dem er spart.

    Wie ich meine wäre das auch ein sehr guter Programmpunkt der AfD – auch Sparen muss sich wieder lohnen!

    (Und B. Luckes Ausführungen im Focus das Geld einfach auf dem Girokonto zu belassen sehe ich da nicht als 'guten' Tipp)

    • „(Und B. Luckes Ausführungen im Focus das Geld einfach auf dem Girokonto zu belassen sehe ich da nicht als ‚guten‘ Tipp)“

      Herr Lucke hat niemandem empfohlen, dies so zu handhaben. Er hat schlicht wahrheitsgemäß geantwortet, er habe nicht die Zeit dazu sich eine vernünftigere Lösung zu suchen. Sie sollten bedenken dass Herr Lucke nicht mit Sicherheit weiß, was er heute in einem Jahr wo „macht“.

      Und wenn ich mich nicht sehr täusche hat die AfD die Belastungen für Sparer im Wahlkampf immer wieder angesprochen.

      • Denke ich auch nicht, daß Herr Lucke so eine Empfehlung ausspricht.
        Zumal ja immer das Risiko besteht, daß Herr Schäuble oder sein Nachfolger bzw. jemand ganz wichtiges aus der EU auf DEN Knopf drückt und plötzlich alles, was über einem bestimmten Betrag liegt, sich in Luft auflöst.

      • Die Sparer sind doppelt belastet: Die Zinsen sind nominal lächerlich niedrig und real negativ, während es keine risikolose Anlageform mehr gibt. Vielleicht war deren Existenz immer eine Illusion, doch die ist jetzt weg.

    • Ein Performanceindex wie der DAX ist ein sinnvolleres Maß als ein reiner Kursindex wie der Dow Jones. Immerhin verdient man die Dividenden zwischenzeitlich und kann diese erneut anlegen. Man sollte sein Vermögen über verschiedene Anlageklassen, aber auch Länder und Kontinente streuen. Inzwischen geht das auch mit kleinen Summen.

  3. Das schöne an dieser Blase ist ihr Ende . Als Teilnehmer am neuen Markt weiss ich davon zu berichten. Wenn dann der Letzte , in seiner Gier , die Rente auszahlen liess um dem Lachen der Anleger in 1&1 (united internet ) SAP , Nokia u. A. nicht mehr nur zuhören wollte , sondern auch zu den Erfolgreichen zählen wollte ….. Ach … glaube bei ca. 116 rum habe ich Nokia noch nachgekauft 😉 ist lange her !

    Batsch ! alles wieder auf Null !

    Hat schon mal jemand gehört , daß sich die “ Großen “ bei Aktien so massiv verspekuliert haben ? Die sind alle weg , wenn der Zahnarzt , Die Putzfrau und auch ich mit all den guten Tipps auf dem Trockenen sitzen.

    Bei dieser Blase , bei der das Ende in Kürze abzusehen ist , gibt es nur eine Anlagemöglichkeit . Der Zeitpunkt ist günstig , und man darf es nicht als schnelle Spekulation betreiben wollen.
    Mit dieser Anlage bezahlen Sie in tausend Jahren immer noch ! Sie verfällt nicht , steigt dauerhaft im Wert und man ärgert sich nicht wenn man es einfach weg legt und unbeobachtet “ arbeiten “ lässt . Zinsen bekommt man eh die nächsten Jahre nicht , und wenn … dann hatte man zwischenzeitlich eine Währungsreform verpasst . Gut … dann wäre es vorteilhaft bei einem Zusammenbruch etwas Land für wenig Gold zu nehmen. Evtl .auch ein paar Häuser zu kaufen wenn man den Stress mit der Obrigkeit und deren Ideen nach der Reform 😉 uns ab zu kassieren ertragen kann.
    Noch eine Möglichkeit … Alkohol bis zum Abwinken und bis zur Bewusstlosigkeit ! Warum ?

    Da gibt es die meisten Prozente !

    • Solange das Blut keine Prozente aufweist, könnten die Prozente vielleicht keine brauchbare Lösung für manch einen aber ein brauchbarer Lebensstil darstellen. Wenn der Staat keine Rahmenbedingungen für einen konstruktiven und nachhaltigen Lebensstil bildet, dann stellt die Dekadenz häufig die zweifelhafte, aber durchaus schlüssige Alternative dar.
      Gold wird vermutlich nie den kompletten Wert verlieren. Die Volatiltät birgt aber auch das Risiko des Teilverlustes. Da das Gold kaum einen realen Nutzen aufweist, sondern sich die Nachfrage jenseits der Finanzmärkte vorwiegend auf ästhetische Aspekte gründet, gibt es im Grunde genommen reichlich Spielraum nach unten. Es gab Zeiten, da galten Pelze als Wertanlagen….
      Das Hauptproblem sehe ich darin, dass sich der Staat nicht bemüht, die Waehrung als Medium für Vermögensbildung zu erhalten. Der Normalbürger hat kaum Chancen, die Kapitalmaerkte zu über- oder durchzuschauen. Die Informationen erhaelt er regelmäßig zu spät, ihm fehlen Zeit und Geld. Er sieht einem Banker nicht an, ob er redlich – meistens ist er dies aufgrund interner Zielvorgaben auch nicht – ist.
      Derzeit ist auffallend, dass die Normalbürger ihr Geld in Eigenheime und Konsumgüter stecken. Er stellt auf den konkreten und gegenwärtigen Nutzen ab. Die Rahmenbedingungen für langfristige Investitionen werden vom Normalbürger insgesamt als sehr schlecht eingestuft und ich meine, zu Recht.

      • Gute Analyse! Es ist zum Haare ausreisen. Vielleicht ist die selbst genutzte Immobilie noch die einzig sinnvolle Lösung für den „Normalo“.

  4. Pingback: DAX über 10.000 Punkte, da EZB Strafzinsen fordert | Alexander Dilger

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