Eventualplanung

Die letzten Wochen und Monate hatte ich viele Parteitermine. Auch sonst gab es immer wieder Termine, die ich mir fest in meinen Kalender schreiben konnte. Für nächste Woche habe ich hingegen bereits ein halbes Dutzend an Terminen, die noch nicht definitiv feststehen, sondern von einem Ereignis abhängen, nämlich dem Einzug der Alternative für Deutschland in den Bundestag. Ich gehe davon aus, dass das klappt, vielleicht sogar mit einem sehr hohen Ergebnis. Die Stimmung ist gut, die offiziellen Umfrageergebnisse bessern sich auch, so wies gestern INSA als erstes traditionelles Meinungsforschungsinstitut 5 % für die AfD aus, während die Journalisten, die uns lange ignorierten, jetzt schon Schlange stehen. Trotzdem ist das Ergebnis noch nicht sicher, so dass ich mir meine Berlin-Fahrkarte für Montag frühestens Sonntagabend kaufen werden, wenn sich am Rande der ‚Wahlpartys‘ eine Gelegenheit dazu ergibt.

Dabei ist nicht nur meine Planung der nächsten Woche von diesem Wahlausgang abhängig, sondern die nächsten vier Jahre mit Auswirkungen auch auf den Rest meines Lebens. Wahrscheinlich werde ich Berufspolitiker, vielleicht bleibe ich aber doch Hochschullehrer. Damit könnte ich gut leben, doch die Auswirkungen für unser Land und Europa wären viel dramatischer. Mit der Alternative für Deutschland im Bundestag können sich die Dinge zum Besseren wenden, insbesondere weil die CDU ihren Kurs nicht wird fortsetzen können, der nicht alles so belässt, wie es gerade ist, sondern immer weiter verschlimmert, angefangen bei bereits angekündigten weiteren ‚Rettungspakekten‘ über Eurobonds und Bankenunion bis hin zur kompletten Transferunion im Rahmen eines undemokratischen Eurosuperstaats. Sie haben die Wahl. Bitte helfen Sie der AfD, in den Bundestag zu kommen und dort möglichst stark zu sein.

8 Gedanken zu „Eventualplanung

  1. Wir bauen auf Sie!

    Ihrer Zeilen klingen nachdenklich, und das sicher zurecht. Wie Sie ja auch, gehe ich davon aus, dass Sie und einige andere Parteifreunde ab nächste Woche viel Zeit in Berlin verbringen werden, was hoffentlich Auswirkungen auf unser Land haben wird, aber sicher Auswirkungen auf Ihr Leben, die Sie sich vor einigen Monaten noch nicht vorgestellt hatten.

    Ich persönlich bin froh das mein Terminkalender ab Montag fast leer ist 🙂
    Auch für uns wird es aber nur eine kurze Pause zum Durchatmen sein, denn die Europawahl und die Kommunalwahlen stehen dann ja schon fast wieder vor der Tür.

    Wer gestern Abend in die hoffnungsvollen Augen von Herrn Prof. Hankel gesehen hat wird auch morgen noch einmal alles geben und um jede Stimme kämpfen.

    • Danke! Wir sollten alle morgen noch einmal um jede Stimme kämpfen. Die Wahl ist noch nicht entschieden, auch wenn die Aussichten sehr gut sind. Außerdem geht es nicht nur um die 5 %-Hürde, sondern um ein möglichst gutes Ergebnis. Je mehr Stimmen und Sitze wir haben, desto ernster muss man unsere berechtigten Anliegen nehmen.

  2. Wie schon in anderen Städten hat der heutige Wahlkampf in Menden gezeigt, dass uns ein erheblicher Anteil der Bürger sehr positiv gegenübersteht. Wenn es am Sonntag in den Wahllokalen ähnlich ist, sind wir sicher drin!

  3. Bei den Umfragen muss ich etwas anmerken. Kurz nach der Gründung der AfD hat INSA in der BILD schon mal 5% vorhergesagt.
    Danach ging es dann plötzlich bergab.
    Entweder entsprach das der Realität, oder es ging – wie im Wahlometer – nach diesen anfänglichen 5% weiter nach oben, was das „Korrigieren“ nach unten eingeläutet hat.
    Was auch Aufmerksamkeit verdient ist der Trend kurz vor der Wahl. Sowohl Herr G. von Forsa wie auch Allensbach bescheinigen der AfD jetzt einen „plötzlichen Aufwärtstrend“ mit unklarem Ausgang. Das deute ich so, dass man sich absichern will. („Wir haben ja gesehen, dass es am Schluss doch nach Bundestag aussah.“)

    „Wahrscheinlich werde ich Berufspolitiker“
    Entscheiden Sie das nach Ihrem ersten Jahr im Bundestag. Sie werden wahrscheinlich eine Mischung aus dauernder Schlammschlacht sowie lautem Niederbuen im Parlament erleben, denn es kann ja nicht sein, was nicht sein darf. Vielleicht möchten Sie eventuell lieber aus dem Bundestag, wenn die Zeit gekommen ist, zurück nach NRW wechseln und in die etwas ruhigere Landespolitik gehen. Etwas mehr Kompetenz im NRW-Landtag wäre wünschenswert.

    PS: Wenn die AfD und die Linke genügend Prozente zusammenbekommen, dann könnten beide Parteien gemeinsam Untersuchungsausschüsse beantragen. Die bringen zwar nichts Greifbares, können aber Politiker unter Druck setzen und die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf gewisse Dinge lenken. Ich wüsste z.B. gerne, ob es Verbindungen zwischen Frau Merkel und einer etwas dubiosen Großbank gibt. Für so einen Untersuchungsausschuss benötigt man glaube ich 25% der Bundestagsabgeordneten, was sehr knapp werden wird, sollten nicht andere Parteien kooperieren. Ich sage das, weil ich eigentlich kein besonderer Fan der Linken bin, wenn es sich anbietet sollte die AfD aber nach der Wahl Gespräche mit selbiger Partei führen und kein Porzellan zerschlagen.

  4. Hallo Herr Dilger, ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen: Ich sehe Sie schon vor meinem imaginären Auge am Sonntag am Rand der Wahlparty stehen – zig freudige AFDler um Sie gescharrt und unter Jubel ihr Zugticket in den Bundestag zu buchen. X the fingers.

  5. Die Entscheidung, welches Leben Sie führen wollen, ist sicher nicht leicht.Die Tretmühle in Berlin erhöht nicht gerade die Lebensqualität, und es ist möglich, dass Sie sich nach dem beschaulichem Leben an der Alma mater in Münster zurücksehnen werden.
    Sie haben aber auch eine Aufgabe übernommen, die wichtig ist-für uns alle! Und für die Politik in Deutschland und Europa. Also ans Werk! Jeder Plan ist bei Beginn des Gefechts gegenstandslos.

    • Meine Entscheidung für den Bundestag ist doch schon längst gefallen. Es wäre nicht in Ordnung, wenn ich mich erst wählen ließe und dann das Mandat nicht antreten würde. Die vielen Wahlkämpfer haben auch für die Kandidaten einschließlich mir gekämpft. Entscheiden müssen jetzt nur noch die Wähler, ob sie eine, ob sie die Alternative für Deutschland im Bundestag wollen. Ich hoffe schon und fahre dann Montag nach Berlin.

  6. NRW ist ein schwieriges Terrain
    Nicht-linke Parteien hatten es in NRW schon immer schwer. Das betraf sowohl den „Bund freier Bürger“(BfB) ebenso wie die Partei rechtstaatlicher Ordnung (PRO) und auch die Republikaner (REP).
    Gegenüber dem Bundesdurchschnitt lagen diese Parteien in NRW um ca. die Hälfte der Stimmanteile zurück und im Münsterland halbierte sich dieser Antail noch einmal um bis zu 50 %.
    Wenn es auch sicherlich bei allen diesen Parteien programmatische Unterschiede gab und gegenüber der AfD gibt, so war doch die Behandlung in den lokalen Medien ähnlich verfälschend und unfair.
    Unter diesem Gesichtspunkt ist das Ergebnis hierzulande sogar recht gut.

    Ich glaube, dass NRW und auch der Bezirk Münsterland keine wesentlichen politischen oder handwerklichen Fehler gemacht hat. Natürlich muß die Partei jetzt professioneller werden, das ergibt sich allein schon aus den Zwängen, möglichst viel von den Mitteln aus der Wahlkampfkostenerstattung.heraus zu schlagen. Stichwort: Auslagenverzichtserklärungen.
    Ein Landesbüro mit Vollzeitarbeitsplätzen ist etwas unverzichtbares.
    Ebenso müssen die Kreisverbände ihrer Aufgabenstellung gerecht werden können. Da steht viel Arbeit ins Haus.
    Ein Trost vielleicht zum Schluß:
    Unsere Kandidaten für die Landesliste wurde zu einem Zeitpunkt gewählt, als sich die Mitglieder kaum kannten. Mancher wäre bei einem Sieg in das Parlament gekommen, ohne daß sich die Parteisolidarität, die „Corporate Identity“, zuvor hätte ausbildfen können. Womöglich wäre die Fraktion mit unnötiogen Querelen belastet worden.

    Reinhard „Hardy“ Rupsch, Münster

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