Willkommen in der EU, Kroatien!

Seit heute ist Kroatien das 28. Mitglied in der Europäischen Union (EU). Ich finde das grundsätzlich gut und beglückwünsche sowohl Kroatien als auch die EU dazu. Natürlich läuft nicht alles ideal in der EU, aber grundsätzlich ist sie eine gute Sache. Bei einer Entscheidung zwischen Erweiterung oder Vertiefung der EU bin ich klar für Erweiterung. Das ist ein echter Erfolg, der auch die Länder im Umfeld zu Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Marktwirtschaft motiviert. Bei der Vertiefung gibt es hingegen schon deutliche Fehlentwicklungen wie z. B. den Euro, der Europa spaltet statt eint. Außerdem soll die Einigung nicht zu einem autoritären Eurosuperstaat, sondern einem friedlichen, demokratischen und wohlhabenden Europa der Vaterländer führen. Dafür steht die Alternative für Deutschland und dafür will ich in den Bundestag einziehen.

52 Gedanken zu „Willkommen in der EU, Kroatien!

  1. Herzlich, ehrlich, logisch.
    Wir drücken die Daumen für die Länder, die die EU bereichern, ohne sich als Staaten aufzugeben.

  2. Ihre Freude über den EU-Beitritt Kroatiens kann ich leider nicht teilen: Ich finde es eher befremdlich, dass immer neue Länder aufgenommen werden, obwohl die EU sowieso schon mit großen wirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten kämpft. Kroatien ist noch dazu alles andere als ein wirtschaftlich solider Staat – nein, es ist ein Scherbenhaufen.
    Dazu nur ein paar Daten: Im Beitrittsjahr 2013 wird ein Haushaltsdefizit von 5 % des BIP erwartet. Erlaubt sind aber nur 3 %. Das Wirtschaftswachstum wird 2013 bei -0,5 % liegen. Die Arbeitslosenquote liegt bei 23 % (Griechenland: 26,4 %), die Auslandsverschuldung beträgt
    100 % des BIP. Korruption ist allgegenwärtig. Auf der Rangliste von Transparency International liegt Kroatien auf Platz 62, hinter Kuba und Namibia (Deutschland Platz 13). Die Wirtschaft ist schwach, der öffentliche Sektor aufgebläht, die Kroaten konsumieren auf Pump. Waren 2008 rund 4 % aller Kredite notleidend, sind es jetzt schon 14 %. Ich könnte die Negativ-Liste fortsetzen – nein, ich freue mich nicht darüber, dass wir dieses Land jetzt auch noch in der EU mitschleppen müssen!

    • Liebe Frau Fischer, ich unterschreibe Ihre Bedenken.
      Es ist mir unbegreiflich warum sich Herr Dilger angesichts der vielen unstreitigen Ungerechtigkeiten und gravierenden Nachteile für Deutschland und seine Nachfolgegenerationen für eine Erweiterung der EU einsetzt.
      Meine Vorstellungen tendieren, neben einer Wiedereinführung der DM, in Richtung Auflösung, bzw. Dezimierung und Neuordnung dieses höchst ungleichen Staatenbundes.
      Es passt nicht zusammen was nicht zusammen gehört.
      Ich bin auch nicht bereit mit diesen sich in unserem Land niederlassenden unterschiedlichen Problemfällen bei überproportional vielen Kriminellen zusammenzuleben, noch diese dauerhaft zu sponsern.
      Wir müssen unsere Probleme beim Namen nennen und qualifiziert lösen, anstatt zu verschleiern oder im Sumpf von Opportunismus untergehen zu lassen.

  3. „Bei einer Entscheidung zwischen Erweiterung oder Vertiefung der EU bin ich klar für Erweiterung.“

    Als AfD-Mitglied muss ich bei diesen Worten schwer schlucken! Den Satz halte ich für grundsätzlich falsch, weil die Alternative nicht zwischen Vertiefung und Erweiterung liegt. Beides ist nämlich aus meiner Sicht abzulehnen!

    „Das ist ein echter Erfolg, der auch die Länder im Umfeld zu Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Marktwirtschaft motiviert.“

    Dies halte ich – mit Verlaub – für eine äußerst naive und blauäugige Sichtweise. Ein Blick auf Bulgarien und Rumänien, ja sogar auf Griechenland, zeigt, dass dies nur ein frommer Wunsch bleiben wird. Und die EU ist alles andere als ein Vorbild für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Marktwirtschaft.

      • Und die Türkei dafür ein schlechtes!

        Tut mir leid Herr Dilger, aber ich persönlich kann an der EU nicht Positives mehr sehen! Und bevor Sie auf das Parteiprogramm verweisen:

        „Wir bejahen ein Europa souveräner Staaten mit einem gemeinsamen Binnenmarkt. Wir wollen in Freundschaft und guter Nachbarschaft zusammenleben.“

        Daraus lese ich nicht, dass die AfD DIESER EU das Wort redet. Sondern dass wir ein Europa der Kooperation wollen, in dem wir gemeinsam ohne große Schranken Handel treiben. Dafür braucht’s kein EU-Parlament und schon gar keine EU-Kommission, die meint mit diktatorischem Gehabe bis in die letzte Bäckerstube von Klein-Pusemukel hineinregieren zu müssen.

        Bevor Sie weiter das hohe Lied der EU singen, sollten Sie sich vielleicht mal etwas mehr mit der Basis unterhalten.

      • Auch die Türkei ist ein Beispiel dafür, dass die Hoffnung auf EU-Mitgliedschaft die Demokratisierung vorantreiben kann. Kaum ist diese Hoffnung gesunken, geht es mit der Demokratie dort schon wieder bergab. Ob die Türkei zu Europa gehört und in absehbarer Zeit aufgenommen werden sollte oder auch nur könnte, ist eine ganz andere Frage.

        Die Alternative für Deutschland will Änderungen bei der EU, wovon auch welche im Wahlprogramm stehen. Aber von einer Ablehnung und Auflösung der EU steht da nichts. Einzelne an der Basis mögen das befürworten, was eine legitime Meinung ist, aber nicht mit der Parteimeinung verwechselt werden sollte. Sie sollten auch wahltaktisch bedenken, dass es schwer genug ist, mit Eurokritik die 5 %-Hürde zu nehmen. Mit der viel weitergehenden Forderung nach einem EU-Austritt ist das nicht möglich.

      • Sehr geehrter Herr Dilger, ich habe mich vielleicht etwas missverständlich ausgedrückt. Sie haben natürlich recht, dass die AfD nicht die Abschaffung der EU bzw. den Austritt aus derselben fordert. Das Wahlprogramm fordert aber auch nicht den Fortbestand der EU! Wie die zukünftige Zusammenarbeit auf europäischer Ebene aussehen soll oder kann, bleibt schlicht offen!
        Ich kann nur Ihre grundsätzliche Begeisterung (so kam das bei mir zumindest an) für diese anti-demokratische Organisation nicht so richtig nachvollziehen.

        Und Ihren Hinweis auf die Türkei halte ich für sachlich falsch. Die vermeintliche Demokratisierung durch die AKP unter Erdogan war immer nur der Versuch, die Macht des kemalistischen Militärs als letztes Bollwerk gegen die Islamisierung zu brechen. Erdogan hat sich dazu bereits Ende der 90er-Jahre klipp und klar in diese Richtung geäußert.
        Die EU war für Erdogan nur nützlicher Idiot!

        Aber vielleicht hätten wir uns diese ganze Diskussion ersparen können, wenn Ihre Freude über den Beitritt Kroatiens nicht so überschwänglich gewesen wäre. Nicht dass ich es den Kroaten nicht gönnte, Teil der EU zu sein. Ich sehe nur weder für die EU noch für Kroatien einen Vorteil. Meine kroatischen Freunde sehen das übrigens genau so.

      • In meinem Beitrag geht es doch gar nicht darum, dass bzw. ob ich die EU und all ihre Institutionen toll finde. Es geht um den Beitritt Kroatiens, den ich für ein Win-Win-Ereignis halte. Die EU, wie gut oder schlecht Sie sie finden mögen, wird dadurch besser, ihre Zentralisierung wird erschwert und der gemeinsame Markt größer. Die Partizipation an diesem Markt ist für alle Beteiligten von Vorteil, wenngleich für Kroatien auch der Zugang zu regionalen Handelspartnern eingeschränkt wird. Das AfD-Wahlprogramm fordert übrigens nicht den Fortbestand der EU, weil dieser als unstrittig vorausgesetzt wird. Man macht sich nicht „für eine Reform der EU stark“, wenn man diese ganz abschaffen möchte.

    • ***** Bei der Vertiefung gibt es hingegen schon deutliche Fehlentwicklungen wie z. B. den Euro !!! *****, *****der Europa spaltet statt eint *****. Außerdem soll die Einigung **** nicht zu einem autoritären Eurosuperstaat ******, sondern einem friedlichen, demokratischen und wohlhabenden ****** Europa der Vaterländer !!! führen.

      Es fällt mir auch immer schwer einen Professor zu verstehen. Mein Magen kann ein Lied davon erzählen. Aaaber….. wenn man aufmerksam hinschaut , nachdem der Magen wieder einmal auf den ersten Blick zuckte … ist alles richtig ! ( Wenn diese Glückwünsche nicht wären , die mir unangemessen scheinen . Wer bezahlt gratuliert nicht noch dazu, die uns gewiss ein paar Milliarden bis zu der Zeit *** der Vaterländer *** und bis zur Beseitigung oder Fall des Euro kosten werden )
      Ich hätte lieber auf das Bezahlen verzichtet !

      Grüße aus Bochum
      Wolfgang Demolsky

    • Gut, beim Thema Kroatien-Beitritt kommen wir beide halt nicht zusammen. Ich kann die Win-Win-Situation nicht erkennen, wie auch alle Kroaten, die ich kenne. Aber da haben wir halt unterschiedliche Meinungen.
      Ich glaube auch nicht, dass der Beitritt die Zentralisierung erschwert. Kroatien braucht Hilfe, und wie ich die Barrosos und Schulzes dieser EU kenne, werden sie Kroatien notfalls erpressen, um die Zustimmung zu ihrem feuchten Traum von einem zentralistischen Europa zu bekommen.

      Zum Thema EU: Sie setzen den Fortbestand der EU als gegeben voraus. Und da liegt der Dissenz zwischen uns. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Sollte es wirklich gelingen, die EU von Grund auf zu reformieren, wäre ich der letzte, der sich dagegen sträubt. Ich bin nur der Überzeugung, dass das Ausmisten des Augias-Stalles leichter war.
      Ich glaube schlicht nicht an die Reformierbarkeit der EU! Und wenn sie nicht reformierbar ist, dann darf die Auflösung derselben bzw. der Austritt kein Tabu sein. Hier gilt das gleiche wie beim Euro: Wenn man in eine Sackgasse gefahren ist, fährt man nicht weiter, sondern legt zuerst den Rückwärtsgang ein, fährt wieder auf die Hauptstraße und versucht die richtige Abbiegung zu finden.

  4. Dobrodošli Hrvatska – Willkommen Kroatien
    Die Eurokrise hat deutlich aufgezeigt, daß die Defizite in der EU nicht allein bei den schwächelnden Kandidaten liegen, sondern in Brüssel und bei der fehlenden Kontrolle durch die
    starken Euro-Länder, die jetzt in der Haftung stehen.
    Aus der Krise lernen heißt, die Perspektive für Kroatien entwickeln, die Entwicklung begleiten und frühzeitig , wenn erforderlich, gegensteuern.
    Bei aller berechtigten Kritik, Kroatien braucht und verdient unsere Unterstützung.

  5. Ich glaube nicht, dass der letzte Satz so ganz richtig ist :“Dafür steht die Alternative für Deutschland und dafür will ich in den Bundestag einziehen.“
    Den Teil 1 bestreite ich ganz energisch, es handelt sich keinesfalls um die Meinung der AfD. Zum Teil 2 kann ich nichts sagen, jeder hat seinen Grund, den Bundestag erstümen zu wollen, ob das aber mit der Stellungnahme und der AfD gemeinsam klappt, stelle ich mal in Zweifel.
    Es ist schade, dass manche Probleme, besonders wenn es dazu noch keine gemeinsame Stellungnahme innerhalb der AfD gibt, öffentlich als Feststellung in den Raum geworfen werden…..

    • Vielleicht sollten Sie einfach einmal ins Parteiprogramm schauen und nachlesen, was dort über Europapolitik steht, z. B.: „Wir bejahen ein Europa souveräner Staaten mit einem gemeinsamen Binnenmarkt. Wir wollen in Freundschaft und guter Nachbarschaft zusammenleben.“ „Wir unterstützen nachdrücklich die Positionen David Camerons, die EU durch mehr Wettbewerb und Eigenverantwortung zu verschlanken.“

      • Auf der Seite der AfD klingt die offizielle Stellungnahme anders :“Seit heute ist das hoch korrupte, verschuldete, überalterte, überregulierte Kroatien Neumitglied der EU. Beitrittsfehler gegenüber Rumänien und Bulgarien wurden inzwischen erkannt und zugegeben. Warum hat man sie bei Kroatien wiederholt?“ Sie schreiben :“Natürlich läuft nicht alles ideal in der EU…“ Ich sage : Es läuft nichts mehr so, wie die Gründungsväter der EU sich den Zusammenschluss dereinst vorgestellt haben. Vielmehr versuchen die dortigen Politiker, zusammenzuschustern, was nicht zusammen gehört. Wir können der ungezügelten Erweiterung nicht zujubeln, solange die drängendsten Probleme Europas nicht gelöst sind. Der Einzug Kroatiens vergrößert die Probleme, die wir eígentlich vermeiden wollen. Bevor diese Probleme nicht beseitigt sind, schafft jeder Beitritt neue, nicht mehr oder nur unter Schmerzen korrigierbare Probleme.

      • Es gibt keine solche offizielle Stellungnahme. Sie zitieren von der Facebook-Seite, die nicht das offizielle Sprachrohr der Alternative für Deutschland ist, sondern z. T. sehr einseitig zweifelhafte Meinungen postet. Im Gegensatz dazu bin ich ein gewählter Landessprecher und Bundestagskandidat der Alternative für Deutschland, der das Wahlprogramm kennt. Der Beitritt Kroatiens wurde im Übrigen bereits 2011 beschlossen und vertraglich besiegelt. Er vergrößert die Probleme der EU nicht, das tut der Euro.

  6. Tut mir Leid, auch ich kann Ihrer Freudenmeldung nichts abgewinnen. Das ist ein weiterer schwarzer Tag für Kroatien und für die EU…
    Außerdem widerspricht es der AfD Leitlinie wie bereits von Nowa45 angedeutet. Natürlich sind eigene Meinungen wichtig, aber ich verstehe nicht, wie Sie als Vorstand in NRW andauernd gegen die offizielle AfD Argumente wettern müssen.

  7. Wenn man die Ausführung von Professor Dilger sorgfältig ließt kann man dem Inhalt durchaus zustimmen. Man muß aber auf die Feinheiten achten „grundsätzlich gut“ ist relativ.

    Mir fehlt darin die Betrachtung der tatsächlichen Auswirkungen, auch auf Deutschland. Ein immer größer werdendes Europa schafft karmpfhaft einen engen Zusammenschluß sehr unterschiedlicher Nationen. Jeder EU Staat drängt auch in die Eurozone. So wie Europa derzeit konstruiert ist kann ich der Freude von Professor Dilger nicht folgen. Dem Wunsch der im letzen Satz zum Ausdruck kommt sehr wohl.

  8. Ja, Herr Dilger,
    „Wir bejahen ein Europa souveräner Staaten mit einem gemeinsamen Binnenmarkt.“
    Dafür brauchen wir die EU nicht !!!!!!!!!!!!
    Selbst die späte EG war schon deutlich überreguliert.
    Das EU-Parlament als Alibi-Veranstaltung und reiner Kostenfaktor bei erwiesener Sinnlosigkeit (wo ist das „europäische Volk“, das durch dieses Parlament „vertreten“ werden soll?) kann sofort ohne Schaden aufgelöst werden, ebenso die Kommission.
    Schon der Vertrag von Brüssel 1965 (Einsetzung Kommission und Rat) geht zu weit.
    Die einzig akzeptable Einrichtung wäre eine Art Normen-Harmonisierungsbehörde, die auf ganz niedrigem Niveau gemeinsame Standards setzt:
    – Netzspannung, Stromabnahme und Elektrostecker
    – einheitliche Bezeichnungen für verwendete Materialien und Rohstoffe
    – einheitliche technische Zeichnungen und Bezeichungen
    – einheitliche Normen bei Kraftstoffzusammensetzung
    – …
    – dazu eine Art europäisches Vertragsrecht für grenzüberschreitende Geschäfte, um Haftung und Verantwortlichkeiten zu klären.

    Maximal auf diesem Niveau. Alles andere muß den „Vaterländern“ überlassen werden.
    Wer ansonsten exportieren will, wird sich mit den speziellen Vorlieben der Kunden und der Gesetzgebung im Ausland rumschlagen müssen.

    Schon das EU-Biosiegel ist eine Regelung zu viel (ich verdiene mein Geld in diesem Bereich), weil es deutlich hinter den Standards des ehemaligen deutschen Siegels zurückbleibt und in den ehemaligen Ostblockländern de facto nicht kontrolliert wird. Wird zwar bei der BioFach jedes Jahr hinter vorgehaltener Hand getuschelt („Hast Du den Stand gesehen? Das ist niemals Bioware. Da hat wieder irgendwo einer die Hand aufgehalten und das Siegel vergeben.“), aber eingeschritten wird nicht. Da kann man die EU einfach völlig vergessen, weil die so genannten „Standard“ in Deutschland mit extremer Strafandrohung durchgesetzt werden und die deutschen Hersteller Zeit, Geld und Nerven kostet, während das woanders eher „laissez faire“ gehandhabt wird bei mittlerweile enormer Wettberwerbsverzerrung.

    Wir brauchen die EU nicht !! Fertig. In einem „Europa der Vaterländer“ erübrigen sich somit irgendwelche „Beitritte“, zumal wichtige Vertragsklauseln wie „No-Bail-Out“, 60/3 oder Verbot von Gelddrucken durch direkten Aufkauf von Staatsanleihen ohnehin kein Schw… mehr interessieren. Wieso sollte ich mich also an irgendwelche Verträge oder Regeln halten und dann auch noch den nächsten Pleitekandidaten willkommen heißen? In D verfallen Straßen und Schulen, verdummen Schüler und werden Steuergelder von unfähigen Vollpfosten für fehlgeplante Prestigeobjekte (Elbphilharmonie, Flughafen B-B usw.) versenkt, während bereits Millionen auf einem Niveau leben müssen, das keinerlei Sozialteilhabe mehr ermöglicht.
    Good Bye, EU, wir behalten unser Geld für uns.

  9. „Alexander Dilger sagte am 02/07/2013 um 19:50 : (…) Sie zitieren von der Facebook-Seite, die nicht das offizielle Sprachrohr der Alternative für Deutschland ist, sondern z. T. sehr einseitig zweifelhafte Meinungen postet.“

    Als Sympathisantin der AfD, die regelmäßig die Facebook-Seite verfolgt und dadurch gelegentlich schon ins Zweifeln kam, erleichtert mich diese Aussage. Die Reden von Herrn Lucke und anderen führenden Köpfen sind ebenso wie das Parteiprogramm durchweg überzeugend, ausgewogen und konstruktiv – Tonfall und Positionen auf der FB-Seite hingegen teils mehr als befremdlich (umso wohltuender die sachlich differenzierte und respektvolle Diskussion hier). Ich hoffe sehr, dass die AfD bei ihrer seriösen Linie bleibt und nicht als Sammelbecken von Querulanten und Zukunftsverweigerern endet.

  10. “Wir bejahen ein Europa souveräner Staaten mit einem gemeinsamen Binnenmarkt. Wir wollen in Freundschaft und guter Nachbarschaft zusammenleben.”
    Nun, was hat denn die BRD in der EU verloren? Souveränität ist doch in Deutschland noch nicht angekommen. Und wenn man Herrn Schäuble und seinen Freunden glauben darf setzen diese doch alles daran auch den wirklich souveränen Staaten ihre Kompetenz zu entziehen. SIE sollten eigentlich die Wahrheit kennen, doch wie ich glaube, verfolgen Sie die Theorien von Schäuble ebenfalls. Diese gehen zurück auf die Denkschrift von Werner Daitz, verfaßt 1940. Ein Zitat hieraus:
    „Wenn wir den europäischen Kontinent wirtschaftlich führen wollen, wie dies aus Gründen der wirtschaftlichen Stärkung des europäischen Kontinents als Kernraum der weißen Rasse unbedingt erforderlich ist und eintreten wird, so dürfen wir aus verständlichen Gründen diese nicht als eine ‚deutsche‘ Großraumwirtschaft öffentlich deklarieren. Die deutsche Führung ergibt sich von selbst“
    Die Verfolgung dieser Theorien stehen im krassen Gegensatz zum obigen Grundsatz der Alternativen.
    Daher sollte dieser Punkt auch absolut klar gestellt sein und dann kann man darüber
    diskutieren ob ein armer Staat wie Kroatien Vollmitglied der EU sein sollte.

    • Deutschland ist ein souveräner Staat. Kein Staat sollte seine Souveränität für die EU oder einen Eurosuperstaat opfern. Ebenso ist deutsche Hegemonie abzulehnen, auch wenn es da gerade untaugliche Versuche gibt, diese über das Verteilen von Geld zu erkaufen.

      • Lieber Herr Dilger,
        wenn Deutschland souverän wäre, hätte es sich gegen die Spionage durch die USA gewehrt und auch diesen Vertrauensmissbrauch nicht so hilflos hingenommen.
        Welchem EU-Mitgliedsstaat außer dem größten Nettozahler in Europa, nämlich Deutschland, sollte denn eine Vorherrschaft in der EU zugestanden werden? Nur die Besten geben die Richtung vor. So ist das Leben.
        In einem Gedicht von Emanuel Geibel heißt es: am deutschen Wesen soll die Welt genesen. Noch nie wurde Deutschland dieser Tatsache so gerecht wie heute…
        In Ermangelung eines wirklich gesunden staatlichen Selbstwergefühls „leiden“ wir immer noch unter dem Ergebnis von „45“. Anders sind so einige Fehlentwicklungen in unserem Land nicht mehr zu erklären.

  11. Grundsätzliche Bejahung der EU – sicher, insbesondere der sog. Grundfreiheiten des Binnenmarktes. Die Bejahung noch weiterer EU-Erweiterung allerdings, sowie die zum Ausdruck gebrachte Begeisterung über den aktuellen Beitritt Kroatiens irritiert mich allerdings als (noch) AfD-Mitglied. Die „Demokratisierung“ der Türkei führte dort zu einer Art National-Islamismus mit erheblichen Gefahren und Unterwanderungspotential für Europa, insbesondere Deutschland (Stichwort: Zustände GB /Vorstädte in Frankreich). Ebenso gut könnte man jubeln, in Ägypten sei mit der Wahl der Muslimbrüder eine „Demokratisierung“ vonstatten gegangen (diese ist jedenfalls nach 1-jährigem Experiment gescheitert). Lange Rede, kurzer Sinn: Eine AfD, die sich nicht klipp und klar GEGEN einen wenigstens mittelfristigen EU-Beitritt der Türkei ausspricht, kann ich im Sept. NICHT wählen. Natürlich war Kroatien längst (demokratisch ?) beschlossene Sache. Aber man kann einem angeschlagenen EU-Dampfer keine weiteren Lasten in Form weiterer ungeeigneter Beitrittskandidaten zumuten. Ich dachte eigentlich, hierüber würde in der AfD Konsens bestehen. Am wenigsten der EU zumuten kann man die Türkei in ihrem jetzigen islamistischen Zustand. Ich erwarte von Deutschlands Volksvertretern, insb. aber von AfD-Funktionären, sich einmal gründlich über den Islam zu informieren, bevor jetzt reflexartig ´Paranoia´ und ´Populismus´ gerufen wird.

    • Dass Sie grundsätzlich die EU und die Grundfreiheiten des Binnenmarktes bejahen, begrüße ich. Dass wir (Sie, ich und die AfD insgesamt) nicht jeden Auswuchs der EU gutheißen, versteht sich von selbst. Dissens besteht offensichtlich bei der Erweiterung der EU. Kroatien gehört eindeutig zu Europa, es ist westlich orientiert und war lange mit Österreich verbunden. Mir ist nicht klar, was die Kritiker hier an dem schon 2011 beschlossenen und viel länger verhandelten Beitritt auszusetzen haben. Selbst wenn man sich ein anderes Verhandlungsergebnis gewünscht hätte oder jetzt (wie unsere Partei) Reformen in der EU möchte, gehört es sich doch einfach, den längst eingeladenen Gast, wenn er durch die Tür kommt, willkommen zu heißen.

      Was die Türkei angeht, so steht deren Beitritt doch weder kurz- noch mittelfristig überhaupt auf der Agenda. Langfristig muss man schauen, was für Entwicklungen sowohl die Türkei als auch die EU nehmen. In einen Eurosuperstaat ließe sich die Türkei auch die nächsten 100 Jahre keinesfalls integrieren, zumal sie das sicher selbst nicht wollte (eigentlich will doch keine Nation diesen Irrsinn, nur in Deutschland träumen einige davon). Doch was spricht dagegen, eine eines Tages wirklich demokratische, marktwirtschaftliche und prosperierende Türkei in einen Binnenmarkt zu integrieren? Ob das dann EU-Mitgliedschaft oder Assoziationsabkommen heißt, ist eigentlich egal. Schließlich bin ich nicht glücklich, wer in der Türkei oder auch Ägypten gewählt wurde und was diese Regierungen jetzt tun, doch dass dort überhaupt einigermaßen fair und frei gewählt wurde, ist bereits ein großer Fortschritt. Demokratie ist grundsätzlich besser als Diktatur, auch wenn einem nicht jede einzelne demokratische Entscheidung gefällt.

      • „EU“ und „Europa der Vaterländer“ sind Widersprüche. Niemand hat bestritten, daß Kroatien zur EU gehört, nur ist die „EU“ eben nicht gleich „Europa“.
        Die Grundlagen der EU wurden bereits in den Verträgen der 60er-Jahre gelegt, und das Endziel ist ein europäischer Superstaat. Die EU ist ein Zwischenschritt auf dem Weg dahin, das darf man also nicht aus den Augen verlieren.
        Es geht daher um nicht um eine Reform der EU, wie auch immer diese aussehen könnte, sondern um deren Abschaffung. Es sei denn, man ist für das Endziel europäischer Bundesstaat. So habe ich aber das Parteiprogramm der AfD bisher nicht verstanden.
        Und Fr. Merkel hat in ihre Alternativlosigkeit auch die EU einbezogen, hat sogar zugegeben, daß sie auch gegen den Willen der Menschen das Ziel „europäisches Haus“ weitertreiben würde.
        Eine Partei, die „Alternative“ im Namen trägt, sollte daher nicht den Alternativlosigkeiten nachlaufen, sondern eben diese Alternativen konkret aufzeigen, das ist fast nirgendwo anders so einfach wie beim Thema „EU“.
        Sonst verdient sie den Namen „Alternative“ nicht!

        EU=Europas Untergang
        siehe auch: http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/07/03/eu-macht-ernst-kommission-zur-einfuehrung-der-schulden-union-gebildet/
        Da hilft keine Reform, sondern nur noch ausmisten, diesen Augiasstall!

      • Das ist Ihre Meinung, aber nicht die der Alternative für Deutschland. Sie schreiben: „Es geht daher um nicht um eine Reform der EU, wie auch immer diese aussehen könnte, sondern um deren Abschaffung.“ Im Wahlprogramm steht dagegen: „Wir werden uns für eine Reform der EU stark machen“. Ich bin wie die überwältigende Mehrheit der Partei für Reform statt Abschaffung.

      • „was spricht dagegen, eine eines Tages wirklich demokratische, marktwirtschaftliche und prosperierende Türkei in einen Binnenmarkt zu integrieren?“

        Nun, eine drohende und forcierte Islamisierung Deutschlands und Europas und weiterer Zuzug unterschiedlicher Problemfälle in die EU sprechen gegen eine Aufnahme der Türkei. Mehrheitlich lassen sich Islamisten im europäischen Haus auf Grund ihrer religiösen und weltanschaulichen Sichtweisen nicht integrieren. Das hat diese immer nur fordernde Volksgruppe doch schon hinreichend bewiesen. Hilfsweise stelle ich fest, dass sowohl die Mehrheit der französischen wie auch die der deutschen Bevölkerung diese Meinungsbildung mitträgt und Türkei nicht in der EU wünscht.

        Die von „Experten“ immer wieder geforderte Erweiterung und diktatorische „Gleichmacherei“ der Union haben schon einen eher pathologischen Karakter.
        Es reicht für ein friedliches miteinander Umgehen aus, wenn Völker sich anständig und auf allen Ebenen auf Augenhöhe begegnen.

    • Sehr geehrter Herr Alexander Heumann, „als (noch) AfD-Mitglied“….,
      wir sollten unsere Mitgliedschaft bei Meinungsverschiedenheiten nicht zur Disposition stellen.
      Diese begründet sich ja mit dem Wissen um zwingend erforderliche Veränderungen zur Stabilisierung unseres Staates.
      Als Mitglied der Alternative für Deutschland bitte ich Sie, die Meinungsbildungen Dritter hier einfach zu tolerieren und Mehrheitsentscheidungen unserer Partei auch weiterhin mitzutragen. Wir müssen nicht immer einer Meinung sein.
      Kontroverse, auch emotional aber fair geführte, Diskussionen entsprechen unserem demokratischen Verständnis.
      Übrigens: Wussten Sie, dass Einigkeit stark macht?

      • Das ist für mich nicht irgendeine „Meinungsverschiedenheit“, sondern betrifft aus meiner Sicht – leider – ebenso fundamental Wichtiges wie die EURO-Krise (teile insoweit die Meinung von Herrn Prof. Schachtschneider). Herr Luck schließt mit: „Wussten Sie, dass Einigkeit stark macht?“ Sehr geehrter Herr Luck, wollen Sie mich ´veräppeln´ ? Ich wollte es jetzt wissen und wenn Herr Prof. Dilger – der ja nicht nur irgendein Partei-Mitglied ist – gesagt hätte, ich bin FÜR einen Beitritt der Türkei, wäre ich ausgetreten, ohne dass ich mich da weiter um die Zustimmung Anderer geschert hätte, es ist schließlich meine persönliche Entscheidung, oder ?. So aber vertraue ich vorerst darauf, dass auch die AfD-Führung zunehmend die Bedeutung des Themas ´schleichende Islamisierung Deutschlands´ – sowie auch die vielen damit unmittelbar zusammenhängenden Topoi wie zum Beispiel Entkernung von Familie, Nation, Religion – zu erkennen vermag.
        Mit freundlichen Grüßen

      • Noch einmal ein Schritt zurück zum Thema EU und EU-Erweiterung. Vormals wurde insb. mit der Montanunion, Euratom, EVG / NATO und EWG eine Friedensunion und die Basis für einen gemeinsamen Binnenmarkt geschaffen. Den Erfolg kann man eigentlich nicht in Frage stellen. Das Bild der europäischen Nachbarn untereinander, insb. auf bürgerlicher Ebene, hat sich vom Feindbild zum positiven Bild gewandelt. Das Bild von Europa wandelte sich in ein Bild eines vielseitigen und spannenden Europas, was es zu erleben gilt. Man möge sich vergegenwärtigen, dass bis in die Nachkriegszeit hinein sich die europäischen Nachbarländer bis auf die bürgerliche Ebene, also nicht nur die Institutionen, herunter beschimpft haben. Diverse Schädlinge wurden mit den Namen eines Nachbarlandes deklariert. Die Montanunion schaffte Transparenz, was die Produktion von schweren Waffen in Europa anging, die NATO mit den zahlreichen Wehrübungen und der Wehrpflicht führte zu einem inneren Zusammenhalt und Gemeinschaftsgefüh und die EWG führte zu einem intensiven Umgang der Bürger auf ziviler Ebene.
        Heute verdüstert und verschlechtert sich das Europa-Bild wieder und auch das Bild der Bürger über die Nachbarländer. Im Grunde genommen verschlechterte sich das Bild mit der Schaffung und Intensivierung der politischen Union. Der Prozess fing mit den monetären Transfers und den EU-Vorschriften an. Die EU schreibt den Bürgern und den Gewerben immer mehr vor und stoßen immer häufiger auf Unverständnis, weil die Vorschriften nicht den kulturellen Gegebenheiten gerecht wurden. Erschwerend kommt hinzu, dass nationale Parteien über den Umweg über die EU bürgerfeindliche Regelungen durchsetzten, die sie auf nationaler Ebene nie hätten durchsetzen können, z.B. die FFH-Gebiete, div. Umweltgesetze, pp.
        Im Ergebnis ist also festzuhalten, dass die EU/EWG/EG als Friedensunion, militärische Union und Binnenmarkt ein großer Stern am dusteren Himmel war(en). Die Wolken kamen allerdings mit der politischen Union und verdichteten sich zuletzt mit der Währungsunion zu Gewitterwolken.
        Auf die Aufnahme Kroatiens bezogen bedeutet dies: Solange uns Kroatien nicht den Krieg mit den Nachbarstaaten mitbringt, spricht überhaupt nichts dagegen, dass sie an der Friedensunion und am Binnenmarkt teilnehmen. Die politische Union und die Währungsunion sind unerwünscht. An der Währungsunion nimmt Kroatien nicht teil. An der politischen Union wird der Staat teilnehmen. Allerdings ist nicht die Teilnahme selbst das Problem, sondern das Bestehen dieser politischen Union, weil dies gegen das von den meisten Bundesbürgern gewünschte Gebilde einer Union souveräner Vaterländer / Nationalstaaten spricht. Vom Grundsatz her begrüße ich also die Begrüßungsrede des Landesvorsitzenden. Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die politische Union nebst Währungsunion unerwünscht ist. Letztere ist wohl auch die Auffassung des Landesvorsitzenden.

        Kollegiale Grüße
        Reinhard Wilhelm

      • Danke, Herr Wilhelm, so sehe ich das auch. Die wirtschaftliche Union ist zu begrüßen, die politische Union ist problematisch, die Währungs- und drohende Schuldenunion sind katastrophal und gefährden sogar die erreichte Friedensunion.
        Die Aussicht auf wirtschaftliche Integration hat stark zur Befriedung des Balkans beigetragen und ich halte sie für eindeutig begrüßenswert. Der Euro-Beitritt Kroatiens steht vorerst nicht auf der Agenda, so dass nur noch die Neumitgliedschaft in der politischen Union kontrovers sein könnte (bzw. ist, wenn man die Kommentare hier liest). Da denke ich nun rein taktisch, dass Kroatien den Weg zum Eurosuperstaat hemmt statt fördert. Wir haben hier einen Verbündeten gewonnen und nicht nur einen weiteren Kostenfaktor.

  12. „nowa45
    sagte am 02/07/2013 um 18:48 :
    Auf der Seite der AfD klingt die offizielle Stellungnahme anders :”Seit heute ist das hoch korrupte, verschuldete, überalterte, überregulierte Kroatien Neumitglied der EU. Beitrittsfehler gegenüber Rumänien und Bulgarien wurden inzwischen erkannt und zugegeben. Warum hat man sie bei Kroatien wiederholt?”

    „Alexander Dilger
    sagte am 02/07/2013 um 19:50 :
    Es gibt keine solche offizielle Stellungnahme. Sie zitieren von der Facebook-Seite, die nicht das offizielle Sprachrohr der Alternative für Deutschland ist, sondern z. T. sehr einseitig zweifelhafte Meinungen postet. Im Gegensatz dazu bin ich ein gewählter Landessprecher und Bundestagskandidat der Alternative für Deutschland, der das Wahlprogramm kennt. Der Beitritt Kroatiens wurde im Übrigen bereits 2011 beschlossen und vertraglich besiegelt. Er vergrößert die Probleme der EU nicht, das tut der Euro.“

    Als Mitbegründer der Facebookseite, Alternative für Deutschland, und als Mitglied der Koordinatoren-Gruppe der Facebook Länderseiten, stelle ich hiermit fest:
    1. der Facebookauftritt der Alternative für Deutschland ist im Gegensatz zu Herrn Prof. Dr. Dilgers Aussage sehr wohl der offizielle Auftritt der Partei Alternative für Deutschland.
    2. Alle Posts und Berichte sind in enger Abstimmung mit dem Bundesvorstandsbevollmächtigten für Facebookangelegenheiten erfolgt.

    Für diesbezügliche Rückfragen wenden sie sich bitte an: Roland Klaus. Stellvertretender Sprecher des Bundesvorstandes,

    • Herr Kloth, Sie wissen genau, dass Sie die Seite Alternative für Nordrhein-Westfalen unabhängig vom und zeitweise sogar gegen den Landesvorstand betrieben haben. Auch bei der Bundesebene ist die Anbindung über einen Bevollmächtigten des Vorstandes offensichtlich viel weniger, als wenn der Bundesvorstand selbst etwas offiziell verlautbaren lässt. Die Meldung kürzlich, was der Bundesvorstand verlautbaren ließe, war sogar falsch (siehe ‚Falsche Distanzierung‘).

  13. Alexander Dilger sagte am 02/07/2013 um 20:40 :

    Es geht um den Beitritt Kroatiens, den ich für ein Win-Win-Ereignis halte.

    Win-Win Ereignis, das müssen sie näher erklären. Ich kenne Kroatien. Für viele Bauern wird es ein böses Erwachen geben. Die vielen kleinen Familienbetriebe, die gerade so existieren, sind nach den EU-Richtlinien nicht mehr überlebensfähig. Ich bin gespannt auf ihr Win-Win Ereignis.
    Das Geld was dann nach Kroatien fließt wird von den Clans vereinnahmt werden und nicht dort ankommen, wo es gebraucht wird. Siehe Rumänien, Bulgarien oder Ungarn.
    Eine neue Partei, die denkt mit Mrd. von deutschen Steuergelder um sich werfen zu können, braucht Deutschland nicht.

    • Win-Win bezog sich auf die Länder bzw. Völker insgesamt. Leider können einzelne Personen kurzfristig durchaus verlieren, wenn sich der Branchenmix durch wirtschaftliche Integration verändert. Langfristig steigt aber auch ihr Lebensstandard. Den neuen EU-Ländern, die nicht im Euro sind, geht es jetzt deutlich besser. Dazu trägt das Verschleudern von Steuergeldern allerdings nichts bei. Das sollten EU und Bundesregierung einstellen.

      • Jetzt frage ich mich ernsthaft, worin die AfD sich von den anderen Parteien in dieser Beziehung sich unterscheidet.

      • Mir fallen da zahlreiche Beispiele ein: Die Alternative für Deutschland ist gegen die Erweiterung der Eurozone, sondern für deren Verkleinerung oder sogar Auflösung, sie ist gegen ständige Kompetenzanmaßungen aus Brüssel und für die Durchsetzung des Subsidiaritätsprinzips, wir sind gegen eine Schulden-, Transfer- und Subventionsunion und stattdessen für Selbstverantwortung sowie Wohlstand für alle, wir sind gegen weiteren Demokratieabbau in Europa und für Volksentscheide.

      • Wobei natürlich die EU als politische Union und Transfer-Union Veränderungen hervorruft, die durchaus fragwürdig sind. Die hohen Transferleistungen (nebst den billigen Krediten) haben dazu geführt, dass viele Bevölkerungsteile ihre traditionelle Selbstversorgung sein ließen und auch die traditionelle Einkommensgenerierung aufgaben, bzw. gar nicht erst aufnahmen und in die bequeme Dienstleistungsbranche (inkl. der staatlichen) mit guten und scheinbar sicheren Verdienstmöglichkeiten wechselten, bzw. starteten. Nur leider, das zeigt ja die Gegenwart recht eindrucksvoll, beruht ein Großteil der Dienstleistungsbranche nicht darauf, dass Volkseinkommen generiert werden würde, sondern dass Volkseinkommen, welches letztlich auf billigen Krediten und Transferzahlungen basiert, letztlich nur verteilt wird, bzw. wurde. Es entstanden in der Bevölkerung strukturelle Veränderungen, die nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Ein landwirtschaftlich orientiertes Land verwandelt sich in kürzester in eine gut verdienende Dienstleistungsgesellschaft. Im Ergebnis hat die Transfer-Union einen unnatürlichen Vorgang geschaffen, nämlich langsame, aus eigenem Antrieb wachsende und fundierte Prozesse katalysatorartig ohne eigenem und soliden Fundament vorangetrieben. Das Ergebnis ist erschütternd. Es gibt keinen Weg zurück, aber auch keine Perspektive nach vorne. Die Lehre muss also sein, nicht nur die Währungs-, sondern auch die Transfer-Union im Rahmen der politischen Union in Frage zu stellen.

  14. Sehr geehrter Herr Dilger, dann erklären Sie mir bitte, wie die AfD die von mir beschriebenen Widersprüche auflösen will.
    Wie will die AfD eine Institution reformieren, deren erklärtes Ziel die Abschaffung der Nationalstaaten zu Gunsten eines europäischen Bundesstaates ist? Und wozu, wenn doch die AfD die Eigenständigkeit der Mitgliedsländer erhalten will?
    Wenn die Vorstellung ein „Europa der Vaterländer“ ist, ist die Institution „EU“ nicht nur überfüssig, sondern schädlich. Eine Reform verschlingt Ressourcen, die anderswo dringender gebraucht werden. Abgesehen davon müßten für eine Reform, die sowohl eine „EU“ als auch die Eigenständigkeit der Mitglieder unter Beibehaltung des Binnenmarktes erhalten soll unter Rückgabe von Souveränitätstrechten, die sich die EU bereits angeeignet hat, nahezu sämtliche europäischen Verträge rückwirkend bis Brüssel 1965 geändert werden. Dazu bräuchte man aber die Zustimmung anderer Mitgliedsländer, für die teilweise Volksabstimmungen erforderlich sind. Glauben Sie wirklich, daß das um-setzbar ist?? Geschweige denn in irgendeiner Form tatsächlich durch-setzbar?

    Natürlich ist Politik die Kunst des Machbaren und der Kompromisse, und sicher kann sie Maximalforderungen nur unter großen Schwierigkeiten umsetzen, weshalb langfristige Ziele wichtig sind und deshalb formuliert werden müssen.
    Aber eine „Reform“ der EU erscheint mir unter den gegebenen Vorraussetzungen eine vollkommen blauäugige und unrealistische Forderung zu sein. Zumal zumindest die Bürger, die ich kenne, und das sind durch mein großes Umfeld eine Menge, mit ganz wenigen Ausnahmen mittlerweile ziemlich allergisch auf Alles reagieren, was aus Brüssel kommt. Für eine „Reform“ wird die AfD weder wahrgenommen noch gewählt werden. Die Menschen haben auf gut Deutsch die Schnauze voll von Brüssel und wollen eher heute als morgen damit nichts mehr zu tun haben. Selbst wenn etwas anderes im Wahlprogramm steht, wahrgenommen wird die AfD als die Partei, die das gescheiterte Experiment EU/ro beendet.

    Und sollten Sie so nett sein, mir zu antworten, dann nehmen Sie doch bitte freundlicherweise Stellung zu meinem Link. Wenn die Schuldenunion tatsächlich noch vor der BT-Wahl kommen sollte, ist es fast schon egal, wer die Wahl gewinnt, weil die Haftung für sämtliche Defizite anderer Staaten im Prinzip keinen Spielraum mehr für verantwortungsvolle und zukunftsweisende Poltik bietet.

    Vielen Dank im Voraus

    • Die EU hat nicht das Ziel der Abschaffung der Nationalstaaten. Mit einem solchen Ziel stimmen auch die Alternative für Deutschland und ich nicht überein, während wir umgekehrt Ihr Ziel der Abschaffung der EU statt ihrer durchaus grundlegenden Reform ebenfalls nicht teilen. Dennoch stellt sich die Frage, ob Sie und andere EU-Gegner nicht trotzdem die Alternative für Deutschland wählen sollten. Immerhin ist es die einzige eurokritische Partei mit realistischen Wahlchancen. Wer gegen die EU ist, muss erst recht gegen den Euro sein, wenn man diesen nicht dialektisch für den Sprengsatz hält, der die EU zerstören wird. Mit dem Euro kommt die Schuldenunion ganz sicher, aber nicht schlagartig an einem Stichtag vor der Wahl. Teile davon sind längst verwirklicht, doch es kommt immer noch mehr nach. Dagegen hilft hierzulande nur die Wahl der Alternative für Deutschland. Außerdem helfen EU-Mitglieder, die nicht der Eurozone angehören. Dass nun Lettland gegen den Willen der Bevölkerung den Euro bekommen soll, halte ich deshalb für schlimm, nicht aber den Beitritt Kroatiens zur EU.

  15. Ich sehe die Erweiterungspolitik der EU dann kritisch, wenn sie einen völlig anders gestrickten Kulturkreis als den europäischen betrifft. Die Türkei hat meiner Meinung nach in der EU nichts zu suchen, das Assoziationsabkommen sowie das Sozialabkommen gehören beendet (jährlich fließen 10 Millionen aus deutschen Krankenkassen in die Türkei)! Bosnien und Albanien sehe ich ebenfalls kritisch – die haben mit den kulturellen Errungenschaften Europas nicht viel am Hut.

    Die Kroaten sind aber astreine Europäer! Und sie sind supernett, sehr aufgeschlossen, weltoffen, interessiert. So habe ich die Kroaten in ihrer Heimat und hier kennengelernt und ich bin stolz, dass ich kroatische Freunde habe.

    Und die Kroaten mögen umgekehrt Deutschland. Die, die ich kenne, lieben unser Land genauso wie ihre Heimat. Das habe ich noch von keinen anderen Einwanderern gehört. Auf jeden Fall gibt es da eine Harmonie. Die Kroaten sind auch ziemlich emsig und fleißig. Wir werden alle staunen, wie Kroatien aufblühen wird!

    Die Nachwehen des Sozialismus sind dort leider nicht zu übersehen. Umso wichtiger ist es, den Sozialismus einzudämmen, den die EU verbreitet. Sozialismus zerstört Wohlstand und Werte. Niemand weiß das besser als die Kroaten, die diese Phase endlich hinter sich lassen wollen.

    • Willkommen in der EU, Kroatien??? Herr Dilger das ist ein Schlag ins Gesicht des deutschen Steuerzahlers wie er täglich von den „etablierten“ Parteien verabreicht wird.

      • Das trifft nicht zu. Die direkten Kosten sind zu vernachlässigen. Jeder Tag im Euro kostet mehr. Eine umfassende Kosten-Nutzen-Abwägung führt zu einem positiven Ergebnis, nicht nur in Kroatien, sondern auch in Deutschland und selbst für den hiesigen Fiskus.

    • Türkei ist kein europäischer Staat und hat in der EU nichts zu suchen,
      Gerade mit Anhängern dieser Volksgruppe haben wir schon mehr als genug Probleme.

  16. „Bedenken, dass es schwer genug ist, mit Eurokritik die 5 %-Hürde zu nehmen“
    Für wahr.

    Eine breite Masse unserer Bevölkerung reduziert uns auf unser Kernthema und kennt unser Wahlprogramm nicht oder nur lückenhaft.
    Ich habe in vielen Gesprächen festgestellt, dass Mitbürger die Problematik um den Euro und seine Folgen offensichtlich nicht richtig einschätzen konnten. Hier zeigten Verschleierungen etablierter Parteien ihre Wirkung.

    Es gibt für Lug und Trug eine Alternative für Deutschland.
    Das müssen wir den Menschen in unserem Land ganz klar sagen.
    Ich wünsche, dass wir uns breitbandiger und transparenter in der Öffentlichkeit darstellen.
    Dann klapp`s auch mit den 5%.

  17. Ihrer Auffassung Kroatien als 28. „bereicherndes“ EU-Mitglied zu sehen, widerspreche ich dem Grunde nach. Mein Wunsch war das nicht.
    Man mag die Beteiligten hierfür beglückwünschen, dem deutschen Leistungsträger aber wird hier eine neuerliche Hypothek auferlegt, deren Auswirkungen seine Lebenssituation und Zukunftsperspektive weiter verschlechtern werden.
    Solchen Ungerechtigkeiten kann und werde ich nicht mehr folgen.

    Gerade Deutschland ist zu einem Eldorado mehrheitlich unterschiedlicher Problemfälle aus allen Ländern geworden. Diese werden weder den Generationsvertrag erfüllen noch eine Bereicherung für unsere Wirtschaft und Gesellschaft sein. Sie werden uns langfristig auf der Tasche liegen. Beispielgebend verweise ich auf die höchst bedenklichen Aufnahmen Bulgariens, Griechenlands, Rumäniens und andere Staaten in die EU.

    Wir wollen nicht anerkennen, dass in immer mehr deutschen Schulen Kinder mit Migrationshintergrund unsere Kinder dominieren. Erpressungen, rassistische Beleidigungen, BTM-Verstöße, Gewaltanwendungen und Messerstechereien gegen Deutsche sind zum Alltag geworden.
    Die Auswirkungen multikultureller Auswüchse und Versagens wären bei Zulassung und Anwendung gesunden Menschenverstandes vorhersehbar gewesen. Sie sind Produkte übertriebener Gutmenschenmentalität bei ebensolcher Politik. Das sind die Ergebnisse ungebremsten EU- Erweiterungswahns, der uns Deutsche immer tiefer in den Abgrund führt, vielen anderen Mitgliedern aber nutzt. Mehr Demokratie produziert der Moloch EU nicht. Wir können nicht von Erfolgen reden, wenn es allen anderen Ländern und seinen Menschen kontinuierlich schlechter geht.
    Da lauft doch etwas aus dem Ruder, dem wir gegensteuern müssen, um nicht an die Wand zu fahren.

    Die Europäische Union versteht sich zu Recht als eine Friedensgemeinschaft, die sich dem Solidaritätsprinzip verpflichtet fühlt.
    Eine politische Gemeinschaft wird aber zunehmend instabiler, wenn sie mehrheitlich aus wirtschaftlich schwachen Staaten besteht. Sich hieraus rekrutierende Fehlentwicklungen sind u.a. eine nicht mehr beherrschbare Verschuldung aller Mitgliedstaaten und abnehmende Wirtschaftskraft.
    Mit Beginn der EWG ging es allen beteiligten Ländern unstreitig wirtschaftlich, soziologisch und politisch besser als heute. Die Demokratie lebte, heute wird sie reglementiert.
    Wir sollten die Illusion einer Eurozone in ihrer bestehenden Form als gescheitert anerkennen und nach neuen, vertretbaren Möglichkeiten für Europa suchen, bevor uns das Damoklesschwert der Inflation diese Entscheidung abnimmt.
    Eine Gemeinschaft, die ihre Stabilitätskriterien unter Ignoranz der Fakten und mit Verbiegen der Wahrheit an temporäre Sichtweisen und Erfordernisse anpasst, ist zum Scheitern verurteilt.

    Wenn wir Wohlstand, soziale Gerechtigkeit und Frieden in Europa erhalten wollen, dann müssen wir einen anderen Weg gehen. Ich plädiere daher in Anlehnung an unser Wahlkampfkernthema für einen stabilisierenden Weg. Das bedeutet alsbald raus aus der Eurozone und zurück zur DM.

    Es ist die Zeit gekommen, in der wir es nicht mehr allen Menschen recht machen können.
    Das zu behaupten, wäre auch nicht ehrlich.
    Deutschland braucht Politiker, die sich positionieren, ihrem Gewissen folgen und die Zielsetzungen der Alternative für Deutschland durchzusetzen versuchen, anstatt rumzueiern.
    Es geht um die Zukunft Deutschlands, um nicht mehr, aber auch nicht weniger.

  18. Herr Dingler , ich bin täglich beim Unterschriftensammeln für die AfD auf den Marktplätzen Deutschlands. Beim Gespräch mit den Bürgern konnte ich keine Begeisterung der Bürger darüber feststellen dass ein weiterer Pleitekandidat in die EU aufgenommen wurde, und der deutsche Steuerzahler eine weitere Belastung aufgebürdet bekommt. Mit ihrer Begeisterung über den Beitritt Kroatiens können sie keine Zustimmung der AfD Basis erwarten. Und sie werden mit diesem Statement auch keine Wähler überzeugen können. Ich hoffe nicht das dies wirklich die offizielle AfD Meinung ist. Wenn sich das herumspricht wird die AfD an Unterstützung verlieren !

  19. Hallo Herr Dilger,
    soeben auf Kurier.at erschienen: „Kroatien entpuppt sich als Sorgenkind der EU“.
    Na dann, herzlich willkommen.
    Im Übrigen schließe ich mich Herrn Thomas Rudy an.
    Gruß Frank Lorentzen

    • Sehr geehrter Herr Lorentzen,
      der Artikel erscheint mir ziemlich fragwürdig, denn die sog. Konvergenzkriterien betreffen die Staaten, die der Währungsunion angehören. Kroatien gehört nicht dazu. Im übrigen gebe ich Ihnen dahingehend Recht, dass der Maastrichter Vertrag und der Vertrag von Lissabon zur Diskussion und Disposition zu stellen sind. Mit dem Vertrag von Lissabon erlangte die EU Rechtspersönlichkeit, was naturgemäß zum Verlust von Hoheitsrechten der Mitgliedsstaaten führte. In Anbetracht der Demokratiedefizite und der Bürgerferne der EU erscheint mir die Kündigung angezeigt. Der Staat Norwegen zeigt, dass eine Mitgliedschaft in der politischen Union und in der Währungsunion durchaus nicht erforderlich sind, um an der Friedensgemeinschaft teilhaben zu müssen. Deshalb: Einerseits: Welcome Kroatien ( in der Friedensunion ) und Andererseits: Good bye EU, soweit politische Union und Währungsunion. Die politische Union ist komplett verzichtbar. Für einen Währungsbund suchen wie uns lieber zuverlässige Partner, die auf Augenhöhe mitziehen wollen und müssen. Dabei dürften sämtliche Staaten südlich der Alpen ausscheiden, da die dortigen Staaten kulturell, historisch, letztlich klimatisch gesehen ein ganz anderes Anforderungsprofil gegenüber Währungen haben als die Staaten nördlich der Alpen, die darauf angewiesen sind, über die Geldwerte Vermögen für die Vorsorge zu bilden.

  20. Pingback: EU-Beitrittsverhandlungen mit Albanien, Nordmazedonien und der Türkei | Alexander Dilger

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